Zuletzt aktualisiert am: 03.03.2020

Richtig lüften – so vermeiden Sie Schimmel und sorgen für ein gutes Raumklima

Durch Lüften beeinflussen Sie in Ihren Räumen nicht nur das Wohnklima und das Wohlbefinden, sondern Sie können auch Energie sparen und Schimmelbildung verhindern. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Wohn- oder Büroräume im Winter und Sommer richtig lüften.

Die Wichtigkeit der Raumbelüftung wird von vielen Verbrauchern häufig unterschätzt. So bleiben Fenster oft beliebig lange geöffnet, ohne dass über die Konsequenzen für Raumklima und Heizkosten nachgedacht wird. Dabei können Mieter wie Hausbesitzer durch gezieltes Lüften beide Faktoren positiv beeinflussen.

Aus diesen Gründen sollten Sie Ihre Räume regelmäßig lüften:

  • Frischluftzufuhr: Ob zu Hause oder im Büro, sobald sich mehrere Menschen längere Zeit in einem Raum aufhalten, desto schneller ist die Luft verbraucht. Durch den geringeren Sauerstoffgehalt werden wir schneller müde und träge. Durch regelmäßiges Lüften sorgen Sie nicht nur für frische Luft, sondern führen Ihren Räumen frischen Sauerstoff zu.
  • Schimmelprävention: In einem gewöhnlichen Haushalt entstehen täglich mehrere Liter Feuchtigkeit durch Wäsche, Duschen, die Atemluft oder den Geschirrabwasch. Lüften wir nicht, setzt sich diese Feuchtigkeit in Wänden oder Decken ab. Im Zusammenspiel mit Wärme ergibt sich ein idealer Nährboden für Bakterien und Pilze. Durch regelmäßiges Lüften sorgen Sie dafür, dass Feuchtigkeit nach draußen gelangt. Sie tragen damit aktiv zur Schimmelvermeidung bei.
  • Allergieprävention: Insbesondere Hausstauballergiker leiden im Winter unter mangelhafter Raumlüftung. Wird nur selten oder gar nicht gelüftet, entsteht z.B. ein Kreislauf, bei welchem Hausstaub mit Milbenkot immer wieder im Raum verteilt wird. Lüften Sie regelmäßig, werden große Teile dieser allergenen Luftmischung nach draußen transportiert.
  • Rechtliche Verpflichtung: Mieter sind rechtlich dazu verpflichtet, die Wohnräume angemessen zu belüften. Ansonsten haften sie für Schäden, die durch mangelhafte Belüftung entstehen, wie z.B. Schimmelbefall.

Richtig lüften ist einfach und kann mit wenig Aufwand betrieben werden. Wir zeigen Ihnen, wie Sie in der Heizsaison und im Sommer am besten lüften.

Beim Lüften im Winter geht es vor allem darum, die Balance zwischen Wärmeverlust und Feuchtigkeitsabtransport zu halten. Deshalb sollten Sie in der Heizsaison grundsätzlich nur Stoßlüften, dafür aber drei bis viermal täglich.

Unsere Empfehlungen für Ihre Wohnräume:

  • Lüften im Schlafzimmer: Um erholsam zu schlafen, sollte die Raumtemperatur ohnehin nicht zu hoch sein. Deshalb empfiehlt es sich, die Fenster nachts gekippt zu lassen. So kann ein gleichmäßiger Luftaustausch stattfinden und Sie erhalten frische, sauerstoffreiche Luft zum Schlafen. Wird es im Winter zu kalt, können Sie auch nach dem Aufstehen stoßlüften. Das ist wichtig, denn im Schlaf verlieren wir pro Person bis zu 1,5 Liter Wasser.
  • Lüften in Wohnräumen: Damit die Feuchtigkeit aus Wohnräumen abziehen kann, sollten Sie regelmäßig stoßlüften. Öffnen Sie dafür wenige Minuten alle Fenster. Als Indikator für notwendiges Stoßlüften gilt, wenn Sie die Raumluft als „verbraucht“ empfinden oder wenn sich bereits Kondenswasser an den Fenstern bildet.
  • Küche und Bad: Nach dem Kochen, nach dem Duschen oder Baden sollten Sie in der Küche bzw. im Bad sofort intensiv lüften. So kann die Feuchtigkeit sofort abziehen. Sind die Lüftungsmöglichkeiten im Bad eingeschränkt, sollten Sie die Feuchtigkeit auf Fliesen am besten abwischen.

Empfohlene Lüftungszeiten: Was bedeutet eigentlich „Stoßlüften“?

Die Lüftungsdauer sollte im Winter und Sommer variieren. Empfohlen werden folgende Intervalle fürs Stoßlüften.

  • Dezember bis Februar: ca. 5 Minuten
  • Frühling und Herbst: ca. 10 bis 15 Minuten
  • Mai bis Oktober: ca. 20 bis 30 Minuten

Bei den angegebenen Zeiten handelt es sich nur um Orientierungswerte und keine absoluten Zahlen.

Im Sommer geht es beim Lüften vor allem darum, keine Wärme in Wohnräume zu lassen. Deshalb sollten Sie im Sommer am besten in den kühlen Morgenstunden alle Fenster in der Wohnung oder im Haus öffnen, damit frische, kühle Luft einströmen kann. Tagsüber sollten dann Fenster möglichst geschlossen bleiben. Lässt es sich nicht vermeiden, sollten Sie bei gekippten Fenstern zumindest für einen Luftzug sorgen, der ein wenig Kühlung verspricht.

Ansonsten sollten Sie im Sommer erst wieder abends die Fenster öffnen, wenn die Außentemperatur sich deutlich abgesenkt hat. Das ist meistens nach Sonnenuntergang der Fall.

In Kellerräumen besteht häufig die Gefahr von Schimmelbildung, wenn im Sommer warme Luft in den kühlen Keller gelangt. Dann kondensiert die Luftfeuchtigkeit an den kühlen Wänden.

Im Sommer sollten Sie Ihre Kellerräume deshalb überwiegend nachts und in den Morgenstunden lüften. Im Winter können die Lüftungsöffnungen im Keller immer geöffnet bleiben.

Wichtig: In Altbaukellern mit hoher Durchfeuchtung sollten Sie zusätzlich keine organischen Stoffe wie Holz oder Textilien lagern. Diese Materialien sind nämlich besonders anfällig für Schimmelbefall.

Nutzen Sie Ihre Kellerräume zum Wohnen, sollten diese unbedingt beheizbar sein und über Fensteröffnungen zum Lüften verfügen. Ansonsten droht auch hier Schimmelbefall.

Richtig lüften mit kontrollierter Wohnraumbelüftung

Eine kontrollierte Wohnraumbelüftung kann das Stoßlüften ersetzen. Mithilfe einer intelligenten Raumluftsteuerung lässt sich so konstant für ausreichend Frischluft sorgen. Insbesondere in Niedrigenergie- oder Passivhäusern kommen entsprechende Systeme zum Einsatz. Sie lassen sich meist in ein Smart-Home-Konzept integrieren. Auf diese Weise können Hausbesitzer die Heizung und Lüftung intelligent steuern.

7 praktische Tipps zum Lüften

  1. Lüften Sie täglich drei bis vier Mal.
  2. Stoßlüften ist besser als ein dauerhaft gekipptes Fenster.
  3. Querlüften: Sorgen Sie für Durchzug, indem Sie gegenüberliegende Fenster und Türen öffnen.
  4. Lüften Sie im Schlafzimmer vor dem Schlafengehen und nach dem Aufstehen.
  5. Lüften Sie in Bad und Küche sofort.
  6. Lüften Sie im Keller im Sommer nur morgens und nachts.
  7. Drehen Sie beim Stoßlüften im Winter das Heizungsthermostat herunter.

Wer richtig lüftet, sorgt für ein gesundes Raumklima, vermeidet Schimmel und spart Heizkosten. Der große Vorteil: Sie benötigen keine zusätzlichen Investitionen, um von Wohnkomfort und einer effizienteren Wärmenutzung zu profitieren. Es geht lediglich darum, Fenster und Türen zum besten Zeitpunkt zum Lüften zu öffnen und zu schließen, wenn es notwendig ist.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.