Zuletzt aktualisiert am: 16.12.2020

Mit einer Hocheffizienzpumpe den Stromverbrauch senken und effizienter heizen

Eine Heizungspumpe ist ein zentrales Element in der Heizungsanlage. Sie sorgt dafür, dass das Heizungswasser in die Heizkörper strömt. Wer seine Heizung optimieren möchte, greift zur Hocheffizienzpumpe. Wir zeigen Ihnen Vorteile, Kosten und Nutzen.

Für Heizsysteme werden verschiedene Typen von Umwälzpumpen eingesetzt. Neben ungeregelten Pumpen gibt es auch mehrstufige oder elektronisch geregelte Heizungspumpen.

Vor allem die ungeregelten Pumpsysteme verhindern, dass das Heizungswasser im Heizsystem optimal verteilt wird. Die Folge ist eine geringere Energieeffizienz des gesamten Systems. Dennoch sind immer noch viele Millionen Geräte mit ineffizienten Pumpen im Einsatz.

  • ungeregelte Heizungspumpen: Diese Art von Umwälzpumpe liefert konstant eine hohe Leistung. In der Regel wird eine bestimmte Leistungsstufe eingestellt. Sobald die Heizung angeschaltet wird, läuft die Pumpe im Dauerbetrieb auf dieser Stufe. Das macht diese Pumpen besonders ineffizient, da sie sich nicht an unterschiedliche Bedingungen anpassen können.
  • mehrstufige Heizungspumpen: Im Vergleich zu ungeregelten Umwälzpumpen lässt sich die Leistung dieser Pumpen stufenweise verstellen. In der Regel verfügen diese Pumpen drei verschiedene Leistungsstufen. Diese sollten an den Wärmebedarf angepasst werden. Allerdings ist es in der Praxis nicht möglich, die Leistung graduell exakt an den Bedarf anzupassen.
  • elektronisch gesteuerte Heizungspumpen: Diese Art von Pumpen passen ihre Leistung elektronisch an die Einstellung der Heizthermostate an. Sobald die Thermostate geöffnet werden, regelt die Pumpe ihre Leistung hoch. Entsprechend anpassungsfähig sind diese Pumpen. Es ist möglich, damit Energie zu sparen.
  • Hocheffizienzpumpen: Diese Umwälzpumpen sind eine Weiterentwicklung der elektronischen Pumpen. Dank eines besonderen Antriebs können sie ihre Leistung exakt an den jeweiligen Wärmebedarf anpassen. Der Antrieb ist zudem stromsparend, sodass der Stromverbrauch mit dieser Pumpe auf ein Minimum reduziert werden kann. Moderne Hocheffizienzpumpen lassen sich außerdem mit Smartphone-Apps steuern, wodurch eine noch präzisere und individuellere Steuerung der Heizungsanlage möglich wird.

Die Hochleistungspumpe stellt im Vergleich zu den drei anderen Pumpensystemen den besten Stand der Technik dar. Sie benötigt von Grund auf weniger Strom und erhöht die Effizienz des Heizsystems durch eine graduell anpassbare Leistung.

Eine Hocheffizienzpumpe zeichnet sich dadurch aus, dass sie nur dann Wasser umwälzt, wenn es benötigt wird. Wenn kein Heizungswasser benötigt wird, schaltet sich die Pumpe aus. Um den Warmwasserbedarf zu ermitteln, misst die Hocheffizienzpumpe den Wasserdruck in den Heizungsrohren. Verändert sich der Wasserdruck, reagiert die Pumpe und schaltet sich entweder aus oder zu.

Hocheffizienzpumpen arbeiten in der Regel mit einem magnetisch gesteuerten Motor. Dieser kann sehr schnell auf Veränderungen reagieren und seine Leistung sofort anpassen. Auf diese Weise wird u.a. verhindert, dass das Heizsystem unterversorgt ist oder mit Heizungswasser überversorgt wird.

Ihre hohe Effizienz erzielt diese Pumpe vor allem im Teillastbereich. Dabei handelt es sich um den Leistungsbereich, in welchem die Umwälzpumpe nur einen Bruchteil ihrer Leistung benötigt. Während ungeregelte oder stufenverstellbare Pumpen einfach weiterlaufen, drosselt die Hocheffizienzpumpe ihre Leistung. Auf diese Weise kann sie im Vergleich zu alten Heizungspumpen bis zu 75 Prozent an Strom einsparen.

Die Anschaffungskosten für eine Hocheffizienzpumpe hängen von Hersteller und Leistung ab. Um die Heizung in einem Einfamilienhaus mit einer solchen Pumpe zu optimieren, sind Preise zwischen 120 und 140 Euro üblich. Inklusive Einbau sollten Sie mit Kosten zwischen 300 und 400 Euro rechnen.

Dank der Stromeinsparung haben sich diese Zusatzkosten jedoch meist nach wenigen Jahren amortisiert.

Wie ist der Stromverbrauch einer Hocheffizienzpumpe?

Ungeregelte Umwälzpumpen laufen häufig konstant mit einer Leistung von 100 Watt. Bei rund 4.000 Betriebsstunden pro Jahr ergibt sich ein Stromverbrauch von 400 Kilowattstunden. Multipliziert mit einem durchschnittlichen Strompreis von 30 Cent/kWh kostet allein die Umwälzpumpe einer Heizung 120 Euro jährlich.

Im Gegensatz dazu arbeitet eine Hocheffizienzpumpe mit einer Leistung zwischen 7 und 25 Watt. Selbst bei höchster Leistung von 25 Watt läge der Verbrauch nur bei einem Viertel. Die Stromkosten würden sich auf 30 Euro pro Jahr reduzieren und Sie würden 90 Euro an Stromkosten einsparen.

Geht man von rund 20 Betriebsjahren für eine Umwälzpumpe aus, wäre das eine Ersparnis von 1.800 Euro. Die Anschaffungskosten hätten sich dann schon nach drei bis vier Jahren amortisiert.

Da Hocheffizienzpumpen den Stromverbrauch von Heizungen deutlich reduzieren und so die Umwelt geschont wird, gibt es eine Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Verbraucher erhalten einen Zuschuss von 30 Prozent der förderfähigen Kosten. Um den Förderzuschuss zu erhalten, muss der Antrag online auf der Website des BAFA vor Kauf und Einbau der Pumpe beantragt werden.

Wichtig: Die Förderung läuft Ende 2020 aus. Deshalb sollten sich Hausbesitzer jetzt beeilen, um den Zuschuss noch zu bekommen. Ab 2021 findet die Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude statt. Die Förderung beträgt dann noch 20 Prozent.

TIPP: Führen Sie mit dem Tausch der Umwälzpumpe auch gleich einen hydraulischen Abgleich durch. Dadurch erhöhen Sie die Effizienz Ihrer Heizungsanlage nochmals. Für den hydraulischen Abgleich ist ebenfalls eine Förderung möglich.

Mit einer Hocheffizienzpumpe haben Sie die Möglichkeit, mit vergleichsweise geringem finanziellem Aufwand einen großen Nutzen zu erzielen. Sie sparen nicht nur Stromkosten, sondern schonen gleichzeitig die Umwelt und optimieren Ihr Heizsystem.

Prüfen Sie im Vorfeld, ob sich Ihre Heizung für einen Pumpentausch eignet. Ein Tausch bietet sich zum Beispiel an, wenn Ihre Heizung noch nicht länger als zehn Jahre in Betrieb ist. Nutzen Sie ein Heizsystem, das zwanzig Jahre alt oder älter ist, kann auch ein kompletter Heizungstausch empfehlenswert sein. Sie können zum Beispiel bis zu 45 Prozent der förderfähigen Kosten durch einen staatlichen Zuschuss zurückbekommen.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.