- Wie viel Ertrag bringt Solarthermie im Winter?
- Was müssen Sie bei Solar im Winter beachten?
- Lässt sich der Ertrag im Winter optimieren?
- Ersetzt Solarthermie die Wärmepumpe?
- Solarthermie mit Wärmepumpe: Lohnt sich das?
- Was kostet die Alternative Wärmepumpe?
- Fazit: Lohnt sich Solarthermie im Winter?
- FAQ - Häufige Fragen zu Solarthermie im Winter
- Mit thermondo auf die Wärmepumpe wechseln
Wie viel Ertrag bringt Solarthermie im Winter?
Solarthermie erreicht im Winter nur rund 20–30 % ihrer Sommerleistung, das Verhältnis liegt grob bei 1:3. Drei Faktoren drücken den Ertrag: der flache Sonnenstand, die kurzen Tage und häufiger Schnee. An klaren Frosttagen arbeiten die Kollektoren. An Nebel- und Schneetagen liefern sie kaum Wärme.
Die Sonne steht im Dezember in Deutschland nur etwa 15 °C über dem Horizont, die Strahlung trifft die Kollektorfläche schräg und verliert an Intensität. Dazu kommen kurze Tage: 8–9 Stunden Tageslicht im Dezember, gegenüber gut 16 Stunden im Juni. Eine geschlossene Schneedecke auf dem Kollektor stoppt den Ertrag schließlich komplett.
Für die Warmwasserbereitung bleibt damit ein Teilbeitrag. Als alleinige Wärmequelle fällt Solarthermie im Winter aus. Diese Lücke füllen Wärmepumpen, die Umweltwärme unabhängig von der Sonneneinstrahlung nutzen. Selbst bei Minusgraden arbeiten Wärmepumpen effizient.
Deutscher Wetterdienst, „Energieinput von oben“ (zuletzt abgerufen am 04.08.2026)
Was müssen Sie beim Heizen mit Solar im Winter beachten?
Der wichtigste Punkt ist der Frostschutz. Die Solarflüssigkeit im Kollektorkreis darf bei Minusgraden nicht gefrieren, sonst platzen Leitungen und Kollektoren. Dafür gibt es drei technische Wege, von denen sich in der Praxis einer durchgesetzt hat.
Beim Glykol-Gemisch, dem Standardweg, wird der Solarflüssigkeit Frostschutzmittel beigemischt. Das Mischverhältnis muss zur klimatischen Lage passen und gehört bei der Wartung der Solarthermieanlage geprüft. Diese Lösung läuft ganzjährig ohne Umschaltung.
Beim Drainback-System läuft die Flüssigkeit bei Stillstand in einen frostsicheren Behälter im Gebäude zurück. Technisch elegant, aber empfindlich bei der Verlegung, weil jede Leitung durchgehend Gefälle braucht. Druckerhaltende Systeme wärmen die Anlage über den Heizkessel von innen.
Energetisch ist das umstritten, denn fossile Wärme ermöglicht hier erst die Solarwärme. Nach jedem Schneefall verliert die Anlage außerdem Ertrag, bis die Kollektoren wieder frei sind. Wer im Winter auf den Beitrag setzt, muss also aufs Dach.
Lässt sich der Ertrag im Winter optimieren?
Ja, mit Ausrichtung, Kollektortyp und Speichergröße holen Sie im Winter mehr heraus. Die Grundproblematik bleibt aber bestehen: Aus 20–30 % Sommerleistung wird kein vollwertiges Heizsystem. Optimierung verschiebt die Bilanz, sie dreht sie nicht um.
Rund 70 ° Kollektorneigung fangen die tief stehende Wintersonne besser ein als die für den Sommer optimalen 30–45 °, allerdings sinkt dafür der Sommerertrag. Röhrenkollektoren statt Flachkollektoren senken durch die Vakuumdämmung die Wärmeverluste bei Frost und verarbeiten diffuses Licht besser, also genau das Licht, das im deutschen Winter überwiegt.
Ein großer Pufferspeicher hebt Wärme aus sonnigen Wintertagen in die trüben Tage danach, sonst verpufft der Ertrag genau dann, wenn die Wärme nicht gebraucht wird. Mehr Kollektorfläche bringt im Winter zusätzlich mehr, dafür benötigt die Sommerseite Beachtung, sonst steht die Anlage bei Überhitzung im Juli in Stagnation.
Was diese Optimierung finanziell bedeutet, klärt ein Blick auf die Solarthermie-Kosten: Eine reine Warmwasseranlage liegt bei 3.000–6.000 €, eine Kombianlage zur Heizungsunterstützung bei 9.000–17.000 € inklusive Speicher und Montage.
Verbraucherzentrale, „Solarthermie: So nutzen Sie Solarenergie für Heizung und Warmwasser“ (zuletzt abgerufen am 04.08.2026)
Ersetzt Solarthermie eine Wärmepumpe unter dem neuen Heizungsgesetz?
Nein. Seit dem 29.07.2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), die frühere 65 %-Pflicht für erneuerbare Wärme ist entfallen. Eigentümer wählen jetzt frei zwischen Wärmeerzeugern. Solarthermie bleibt trotzdem auf ein zweites System angewiesen, weil sie in der Heizperiode am wenigsten liefert.
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) mit seiner starren Prozentvorgabe gehört damit der Vergangenheit an. Nach § 42 GModG stehen Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung, elektrische Wärmepumpe, Solarthermie, Biomasse- oder Wasserstoffheizung, Wärmepumpen-Hybrid und weitere Lösungen gleichberechtigt nebeneinander.
Wer heute eine Solarthermieanlage mit einer alten Gasheizung kombiniert, verstößt gegen kein Gesetz mehr. Wirtschaftlich ändert das wenig an der Ausgangslage: Zwei Systeme bedeuten zwei Investitionen, zwei Wartungsverträge und eine Regelung, die beide sauber verzahnt.
Wer nach dem 29.07.2026 eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss zusätzlich die sogenannte Bio-Treppe beachten. Diese bedeutet einen steigenden Anteil biogener Brennstoffe ab 2029. Solarthermie und Wärmepumpen sind von dieser Pflicht nicht betroffen.
GModG Infoportal des BBSR, „Das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)“ (zuletzt abgerufen am 04.08.2026)
Solarthermie und Wärmepumpe: Lohnt sich die Kombination?
In den meisten Fällen nicht. Auf dem Papier klingt Wärmepumpe mit Solarthermie nach der komplett erneuerbaren Heizung, in der Praxis erschwert der schwankende Solarertrag die Dimensionierung der Wärmepumpe.
Wird sie zu klein ausgelegt, fehlt im Februar Leistung. Wird sie voll ausgelegt, zahlen Sie die Solarthermie zusätzlich, ohne Kapazität zu sparen. Dazu kommt ein hydraulisches Problem: Beide Systeme konkurrieren um denselben Speicher. Läuft der Puffer solar auf hohem Niveau, taktet die Wärmepumpe ungünstig.
Photovoltaik löst dasselbe Problem besser. Der Strom aus einer PV-Anlage lässt sich für jeden Verbraucher im Haus nutzen: Wärmepumpe, Wallbox, Haushaltsgeräte. Mit Batteriespeicher und einem Energiemanager verschieben Sie den Eigenverbrauch des PV-Stroms dorthin, wo er den größten Effekt hat. Solarwärme kann nur eines, nämlich Wasser erwärmen.
Was kostet die Alternative Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet zwischen 27.000 und 40.000 €. Über die BEG-Heizungsförderung (KfW-Programm 458) sind je nach Einkommen und Bonuskombination bis zu 80 % der förderfähigen Kosten möglich.
Seit dem 21.07.2026 gelten neue Konditionen: 30 % Grundförderung für alle Eigentümer, dazu bis zu 16 % Klima-Geschwindigkeitsbonus beim Ersatz einer alten fossilen Heizung und ein gestaffelter Einkommensbonus von 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €.
Die Kombination ist gedeckelt: 80 % bei einem Einkommen bis 30.000 € (mit minderjährigem Kind bis 40.000 €), sonst 70 %. Die förderfähigen Kosten selbst sind auf 28.000 € für die erste Wohneinheit begrenzt.
Im häufigsten Standardfall, Grundförderung plus Klimageschwindigkeitsbonus ohne Einkommensbonus, ergibt das 46 % Zuschuss auf 28.000 € förderfähige Kosten, also bis zu 12.880 €.
Betriebskosten im Vergleich
| System | Effizienz | Endenergie | Preis pro kWh | Betriebskosten pro Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Luft-Wasser-Wärmepumpe | JAZ 3,4 | 5.880 kWh | 33 ct | 1.940 € |
| Gasheizung | Wirkungsgrad 0,9 | 22.220 kWh | 12 ct | 2.670 € |
| Ölheizung | Wirkungsgrad 0,8 | 25.000 kWh | 11 ct | 2.750 € |
| Pelletheizung | Wirkungsgrad 0,9 | 22.220 kWh | 10 ct | 2.220 € |
Die Effizienz entscheidet: Eine Wärmepumpe mit Jahresarbeitszahl 3,4 arbeitet fast 4-mal effizienter als eine Gasheizung. Gegenüber Gas sparen Sie damit etwa 730 € pro Jahr, gegenüber Öl rund 810 €. Der ausführliche Vergleich der Wärmepumpe mit einer Gasheizung rechnet weitere Szenarien durch.
Fazit
Solarthermie erzeugt im Winter nur 20–30 % ihres sommerlichen Ertrags. Das GModG lässt Solarthermie und jede andere Heizung zwar gleichberechtigt zu, das ändert an dieser physikalischen Grenze aber nichts.
Für ein Haus, das dauerhaft Heizkosten senken soll, bleibt die Wärmepumpe die tragfähige Wahl, weil sie auch im Januar liefert und von der neuen Bio-Treppe für fossile Heizungen nicht betroffen ist. Wer zusätzlich Solarenergie nutzen will, fährt mit Photovoltaik besser: Der Strom lässt sich im ganzen Haus einsetzen, nicht nur im Warmwasserspeicher.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Mit thermondo auf die Wärmepumpe wechseln
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.