- Wärmepumpe nachrüsten: Das spricht dafür
- Wärmepumpe nachrüsten: Alte Heizung ergänzen oder ersetzen?
- Voraussetzungen, um eine Wärmepumpe nachzurüsten
- Welche Wärmepumpen-Art eignet sich zum Nachrüsten?
- Kosten und Fördermöglichkeiten
- Fazit:
- FAQ zu Wärmepumpe nachrüsten
- In wenigen Wochen Luft-Wasser-Wärmepumpe nachrüsten
Wärmepumpe nachrüsten: Das spricht dafür
- Zukunftssicheres Heizen
Wärmepumpen gelten als zukunftssicheres Heizsystem, da sie auf erneuerbaren Energien basieren und bereits jetzt sämtliche Anforderungen an eine nachhaltige Energieversorgung erfüllen. Mit einer Wärmepumpe bleiben Sie langfristig von der CO₂‑Steuer und von Vorgaben des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) wie der Bio-Treppe verschont.
Die Regelung verpflichtet Hauseigentümer mit neu eingebauten fossilen Heizungen, einen steigenden Anteil teurer Bio-Brennstoffe zu nutzen. Die erste Stufe liegt 2029 bei 10 % und steigt 2030 auf 15 %, 2035 auf 30 % und liegt 2040 bei 60 %.
Gut zu wissen: Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft hat gezeigt, dass sich die Kosten für das Heizen mit Gas bis 2045 mehr als verdoppeln könnten. Das größte Kostenrisiko besteht neben der CO₂‑Steuer und steigenden Netzentgelten durch die verpflichtende Nutzung von teuren klimafreundlichen Brennstoffen im Rahmen der Bio-Treppe.
- Höhere Versorgungssicherheit
Das wachsende Interesse, eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus nachzurüsten, ist nicht nur auf die stark gestiegenen Gaspreise zurückzuführen. Denn auch Strom ist im Zuge der Energiekrise teurer geworden. Doch bei vielen Bürgern wuchs spätestens ab 2022 das Bedürfnis nach Versorgungssicherheit.
Wärmepumpen können diese Sicherheit bieten. Denn Umweltenergie ist keine begrenzte Ressource und quasi unendlich verfügbar. Kombinieren Sie die Wärmepumpe mit einer Photovoltaik-Anlage, wohnen und heizen Sie beinahe autark.
- Effizienter heizen
In Zeiten steigender Energiepreise zahlt sich ein effizientes Heizsystem besonders aus. Dank ihres hohen Wirkungsgrades kann die Nachrüstung einer Wärmepumpe die Betriebskosten momentan um 30–45 % reduzieren.
Da die Preise für fossile Brennstoffe in Zukunft mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter ansteigen und der Strompreis langfristig sinken soll, können die Einsparungen in einigen Jahren noch größer sein.
Wärmepumpen funktionieren dabei nach einem völlig anderen Prinzip als Gas- oder Ölheizungen und basieren auf dem sog. Kältemittelkreislauf. Dieser ermöglicht es, aus wenig Strom viel Wärme herzustellen. Aus 1 kWh Strom können moderne Wärmepumpenanlagen zwischen 3 und 5 kWh Wärme erzeugen.
Fossile Heizungen arbeiten längst nicht so effizient und erreichen lediglich einen Wirkungsgrad von unter eins. Trotz höherer Anschaffungskosten führen die hohe Effizienz und staatliche Förderung zu einer schnellen Amortisierung der Wärmepumpe.
Wärmepumpe nachrüsten: Alte Heizung ergänzen oder ersetzen?
Eine einzelne Wärmepumpenanlage kann auch größere Ein- und Zweifamilienhäuser ganzjährig mit ausreichend Heizwärme und Warmwasser versorgen. Wenn Sie Ihr Haus mit einer Wärmepumpe nachrüsten, empfiehlt es sich daher, das alte Heizsystem vollständig zu ersetzen.
Zwar ist eine Kombination mit der alten Heizung technisch meist möglich, doch sind Hybridheizungen oft nicht mehr sinnvoll. Denn neben doppelten Kosten für Wartung und ggf. Reparaturen bleiben Sie weiter abhängig von Gas oder Öl. Durch die in Kraft getretene EE-Nutzungsvorgabe müsste die Wärmepumpe ohnehin den Großteil der Wärmeerzeugung übernehmen.
Bereits 2022 entfiel die hohe Förderung für Gashybridsysteme im Zuge einer umfangreichen Anpassung der BEG‑Heizungsförderung. Nutzen Sie die Wärmepumpe nur als Ergänzung zur fossilen Heizung, erhalten Sie lediglich eine Förderung auf den Wärmepumpenanteil des Hybridsystems.
Info: Ersetzen Sie Ihre alte Heizung frühzeitig komplett durch eine Wärmepumpe, können Sie sich bis zu 80 % Förderung sichern. Da Ihre alte Heizung dazu noch funktionieren muss, sollten Sie mit der Umrüstung nicht bis zu einem Heizungsdefekt abwarten.
Alte Heizung ersetzen: Alle Vorteile auf einen Blick
Wer künftig ohne fossile Brennstoffe heizen und eine Wärmepumpe nachrüsten möchte, profitiert von folgenden Vorteilen:
- unabhängig vom Gas- und Ölpreis & CO₂‑Steuer
- hohe Versorgungssicherheit (nutzt Umweltwärme & Strom)
- hohe Energieeffizienz
- staatliche Förderung bis 80 %
- wartungsarm & langlebig
- Wertsteigerung der Immobilie
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Voraussetzungen, um eine Wärmepumpe nachzurüsten
Da Umweltenergie überall vorhanden ist, sind Wärmepumpen theoretisch in jedem Gebäude einsetzbar. Doch bevor Ihr Haus mit der Wärmepumpe nachgerüstet wird, sollte ein Experte den effizienten Betrieb sicherstellen.
Im zweiten Schritt werden die passende Größe und Leistung der Wärmepumpe berechnet. Für eine lange Lebensdauer unter bestmöglichen Betriebsbedingungen darf sie nämlich weder zu klein noch zu groß dimensioniert werden.
Folgende Voraussetzungen sollten Sie ebenfalls beachten, wenn Sie auf eine Wärmepumpe nachrüsten wollen:
Richtige Vorlauftemperatur & Gebäudedämmung
Damit die nachgerüstete Wärmepumpe sinnvoll und effizient arbeitet, spielt der energetische Zustand des Hauses eine wichtige Rolle. Grund dafür sind die verhältnismäßig geringen Vorlauftemperaturen von Wärmepumpen.
Als Vorlauftemperatur bezeichnet man die Temperatur, die das Heizwasser nach dem Erhitzen durch die Wärmepumpe aufweist. Je niedriger diese ist, umso weniger Energie verbraucht die Wärmepumpe.
Mit durchschnittlich 50–55 °C liegt die Vorlauftemperatur einer Wärmepumpe deutlich unter der einer Gas- oder Ölheizung. Ist ein Gebäude nicht ausreichend gedämmt, muss die Wärmepumpe unverhältnismäßig viel Energie aufbringen und kann ihren Vorteil des hohen Wirkungsgrads nicht ausspielen.
Damit würde ein entscheidendes Pro-Argument der Wärmepumpe entfallen. Denn eine Stromeinheit kostet wesentlich mehr als eine Einheit Heizgas bzw. Öl.
Wichtig: Moderne Anlagen weisen inzwischen höhere Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C auf – auch die Wärmepumpen-Modelle von thermondo. Damit können auch weniger gut gedämmte Altbauten effizient beheizt werden.
Die Einstellungen des Heizsystems sollten nur von einem Fachbetrieb vorgenommen und nicht auf eigene Faust angepasst werden. Zu hohe Temperaturen schaden dem System und verkürzen die Lebensdauer der Wärmepumpe. Nach wie vor sind die häufigsten Fehler beim Einbau einer Wärmepumpe auf Einstellungsfehler und mangelnde Fachkenntnis zurückzuführen.
Fazit: Lassen Sie frühzeitig von einem Experten prüfen, ob Ihr Haus schon alle Voraussetzungen zur effizienten Nachrüstung auf die Wärmepumpe erfüllt. Ist dies nicht der Fall, reicht ein Austausch der alten Heizkörper gegen größere Modelle oftmals schon aus.
In einigen Fällen können sich weitere Dämmmaßnahmen an Fenstern, Türen oder Decken zur Effizienzsteigerung lohnen. Die Kombination aus Wärmepumpe und Fußbodenheizung ist – entgegen weit verbreiteter Annahmen – für einen effizienten Betrieb nicht erforderlich.
Dennoch schaffen Fußbodenheizungen durch ihre geringen Vorlauftemperaturen ideale Voraussetzungen, um eine Wärmepumpe nachzurüsten.
Gut zu wissen: Neben der Planung, Beratung und Installation ist der Heizkörpercheck ebenfalls Teil des thermondo‑Komplettpakets.
Vorgaben zum Aufstellort der Wärmepumpe
Laut Bauordnungen der Länder müssen Wärmepumpen in einigen Bundesländern einen Mindestabstand von 2,5–3 m zum Nachbargrundstück einhalten.
Keine Abstandsregeln gelten bspw. in den Bundesländern Bremen, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland. In Nordrhein-Westfalen gilt ein Mindestabstand von lediglich 0,5 m.
Da in einigen Regionen die Gesetze zum Mindestabstand aktuell nicht abschließend geklärt sind, informieren Sie sich am besten vorab, welche Regeln in Ihrer Region aktuell gültig sind.
Da vor allem Luftwärmepumpen außerhalb vom Gebäude aufgestellt werden, wurden diese Mindestvorgaben aus schallschutzrechtlichen Gründen festgelegt. Damit soll sichergestellt werden, dass sich kein Nachbar von der Wärmepumpe gestört fühlt.
Nicht alle Heizungsbauer überprüfen vor der Installation die Vorgaben zur Lautstärke der Wärmepumpe. Auch wenn moderne Modelle mittlerweile viel leiser sind, sollte die Einhaltung der gesetzlichen Grenzwerte vorab sichergestellt werden.
Ist dies nicht der Fall und Ihr Nachbar beschwert sich, muss die Wärmepumpe versetzt oder schlimmstenfalls zurückgebaut werden.
Gut zu wissen: thermondo überprüft bereits bei der 1. Hausbegehung die Vorgaben zum korrekten Aufstellort der Wärmepumpe und erstellt zusätzlich eine Schallberechnung.
Welche Wärmepumpen-Art eignet sich zum Nachrüsten?
In der Theorie eignet sich jede Wärmepumpe zum Nachrüsten. In der Praxis gibt es jedoch nur eine Wärmepumpe, die sich besonders gut für das Nachrüsten im Bestand eignet.
- Sole- & Wasser-Wasser-Wärmepumpen
Die Installation einer Wasser- oder Erd-Wärmepumpe dauert mehrere Monate und ist sehr teuer, da u. a. Erdsonden verlegt oder Brunnen gegraben werden.
Darüber hinaus müssen vorab verschiedene behördliche Genehmigungen eingeholt werden. In den meisten Fällen eignen sich Erd- und Wasser-Wasser-Wärmepumpen daher meist nicht für die Nachrüstung.
Bereits bebaute Grundstücke bieten oft auch nicht genug Platz für die benötigten Maschinen und Werkzeuge zur Erdbohrung. In einigen Fällen scheitert eine Nachrüstung auch an den Voraussetzungen zur Grundwasserqualität oder der Zusammensetzung des Erdreichs.
Daher sind Wasser-Wasser- und Erdwärmepumpen im Privatbereich und vor allem im Gebäudebestand kaum anzutreffen.
- Luft-Wasser-Wärmepumpen
Die Installation einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist viel unkomplizierter und dadurch auch deutlich günstiger. Dank der kompakten Bauweise findet sich auch auf bebauten oder kleineren Grundstücken schnell ein geeigneter Aufstellort.
Luft-Wasser-Wärmepumpen eignen sich daher besonders gut für das Nachrüsten im Gebäudebestand und waren 2025 mit rund 95 % Marktanteil die am häufigsten gekaufte Wärmepumpenart.
Da sie die Außenluft zur Wärmegewinnung nutzt, wird sie in der Regel vor dem Haus aufgestellt. Dabei wird die Luft mittels Ventilatoren angesaugt.
Da dies zu Betriebsgeräuschen führen kann, sollte hier besonders auf die Vorgaben zur Lautstärke und Abstandsregeln geachtet werden.
Wärmepumpe nachrüsten: Kosten und Fördermöglichkeiten
Die Art der Wärmegewinnung, individuelles Nutzerverhalten und die Gegebenheiten des Hauses lassen die Kosten einer Wärmepumpenheizung stark variieren. Wir möchten Ihnen dennoch einige Zahlen nennen und so einen Überblick verschaffen.
- Sole- & Wasser-Wasser-Wärmepumpen
Moderne Wasser-Wasser- oder Erdwärmepumpe kosten inkl. fachgerechter Installation und vor Abzug der Förderung durchschnittlich ca. 40.000–50.000 €. Die Kosten können hinsichtlich der aufwendigen Installation dennoch stark schwanken.
- Luft-Wasser-Wärmepumpen
Je nach Größe und Leistung kosten moderne Luft-Wasser-Wärmepumpen vor Abzug der Förderung und inkl. professioneller Installation zwischen 27.000 und 40.000 €.
Die Preisspanne ergibt sich aus den individuellen Anforderungen (u. a. Nutzerverhalten, energetischer Zustand des Hauses) an die Wärmepumpe. So bieten wir Luft-Wasser-Wärmepumpen in Leistungsstufen von 5–16 kW an und decken damit ein breites Spektrum der Anforderungen im Altbau ab.
Hinweis: Die Wärmepumpen-Modelle von thermondo erhalten Sie bei einer Leistung von 10 kW ab 32.000 €. Mit der Förderung von bis zu 80 % bei 28.000 € förderfähigen Kosten, sind das am Ende Kosten von nur noch 9.600 €.
Maximale Förderung für Nachrüstung im Bestand
Die BEG-Heizungsförderung setzt den Fokus verstärkt auf den Gebäudebestand. Denn dort besteht der größte Bedarf zur Nachrüstung moderner Heizungen wie der Wärmepumpe – die zur Erreichung der Klimaziele eine entscheidende Rolle spielt.
Das sind Ihre Fördermöglichkeiten:
- Für die Nachrüstung auf eine Wärmepumpe erhalten Sie 30 % Grundförderung.
- Hinzu kann ein Klimageschwindigkeits-Bonus von 16 % kommen, wenn die Wärmepumpe frühzeitig gegen eine alte Heizung, bspw. Öl oder Gas, getauscht wird.
- 40/30/10 % Einkommens-Bonus erhalten Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von max. 30.000/40.000/50.000 €.
Die verschiedenen Förderkomponenten sind untereinander kombinierbar. Insgesamt ist die Förderung für eine Wärmepumpe auf maximal 80 % begrenzt.
Fazit: Altbau mit Luft-Wasser-Wärmepumpe nachrüsten
Luft-Wasser-Wärmepumpen sind durch ihre einfache Installation besonders gut zum Nachrüsten im Bestand geeignet. Moderne Modelle sind mittlerweile so leistungsstark, dass sie auch weniger gut sanierte Altbauten effizient mit Wärme versorgen.
Auch bei zweistelligen Minusgraden heizen hochwertige Anlagen noch sparsam und erbringen die volle Heizleistung.
Bevor Sie Ihr Eigenheim mit der Wärmepumpe nachrüsten, sollten die Gegebenheiten Ihres Hauses immer von einem Fachmann geprüft werden. Diese Aufgabe kann ein Energieberater oder fachkundiger Heizungsmonteur für Sie erledigen.
Dabei ist die Wärmepumpe als alleiniges Heizsystem völlig ausreichend und versorgt Ihr Haus ganzjährig mit Wärme. Steigen Sie komplett auf die Wärmepumpe um, werden Sie vom Staat außerdem mit den maximalen Förderzuschüssen belohnt.
FAQ zu Wärmepumpe nachrüsten
In wenigen Wochen Luft-Wasser-Wärmepumpe nachrüsten
Auch thermondo prüft gründlich, ob unsere Luft-Wasser-Wärmepumpen in Ihrem Haus effizient arbeiten können. Neben der Schallberechnung beraten wir Sie zum optimalen Aufstellort und führen u. a. einen Heizkörper-Check durch.
Nutzen Sie für ein Erstgespräch einfach unseren Heizungsplaner. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen und beraten Sie kostenlos und unverbindlich.
Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.