Photovoltaik oder Solarthermie
Ein Artikel von Luisa Ney | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Photovoltaik (PV) – Strom aus Sonne
Photovoltaik- oder Solarmodule dienen dazu, über Solarzellen aus Sonnenenergie Strom zu produzieren. Trifft die Sonne auf die Zelle, entsteht eine Spannung, die durch den photovoltaischen Effekt in Gleichstrom umgewandelt wird. Allerdings kann dieser Gleichstrom nicht gleich verwendet werden. Er muss durch einen Wechselrichter erst in Wechselstrom umgewandelt werden, damit er im Hausnetz nutzbar ist.
Zu viel erzeugter Solarstrom wird in der Regel dem allgemeinen Stromnetz zugeführt. Hierfür erhalten Betreiber von Photovoltaikanlagen eine Einspeisevergütung pro Kilowattstunde (kWh). In den letzten Jahren ist die Höhe der Vergütung immer weiter gesunken, weshalb sich eine Einspeisung ins öffentliche Stromnetz nicht mehr wirklich lohnt. Je mehr eigener Strom verwendet werden kann, umso günstiger wird es für den Verbraucher. Daher können moderne PV-Anlagen mit einem integrierten „Power-to-Heat“-System ausgestattet werden. Hierbei wird überschüssig erzeugter Strom als zusätzliche Energiequelle zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Eine weitere Möglichkeit ist die Kombination mit einer Wärmepumpe. Dabei wird der eigene Solarstrom zum Betreiben eines klimaneutralen Heizsystems verwendet.
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Solarthermie – Wärme aus Sonne
Mit einer solarthermischen Anlage nutzen Sie die Sonnenenergie, um Wärme zu erzeugen. Diese dient der Warmwassererzeugung und kann zusätzlich zur Unterstützung eines Heizungssystems eingesetzt werden. Solarthermieanlagen arbeiten mit röhrenförmigen Sonnenkollektoren, die auf dem Dach befestigt sind. Unter ihrer Glasoberfläche nimmt eine dunkel beschichtete Metallfläche die Wärme auf und gibt sie an ein Röhrensystem weiter. Darin befindet sich eine Flüssigkeit aus Wasser und Frostschutzmittel, die die Wärme über eine Solarkreispumpe und einen Solarkreiswärmetauscher in den Solarspeicher einspeist. Von dort aus wird das warme Wasser zu den Wasseranschlüssen im Haus weitergeleitet.
Solarthermie ist vorrangig für den Eigengebrauch bestimmt. Eine Einspeisevergütung wie bei der Stromerzeugung mit Photovoltaik gibt es nicht. Dennoch können auch für die Anschaffung einer Solathermieanlage Fördergelder beantragt werden.
Was kostet Photovoltaik?
Die Frage nach den Kosten für Photovoltaik lässt sich nicht pauschal beantworten und ist von vielen Faktoren abhängig. Nicht nur die Kosten für die Solarmodule sind demnach relevant, sondern auch die Kosten für die Installation, Nebenkosten für eventuelle Gerüstbauten und eine potenziell nötige Erneuerung oder Modernisierung der Hauselektrik.
Eine Photovoltaikanlage ohne Speicher für ein Ein- bis Zweifamilienhaus ist in der Regel auf 4–10 kWp ausgelegt. Damit kann ein Privatverbraucher mit durchschnittlichen Kosten in Höhe von 11.800 € bis 22.200 € ohne Installations- und etwaige Modernisierungskosten rechnen. Bei der Anschaffung einer neuen Anlage ist diese seit dem 1. Januar 2023 von der Umsatzsteuer befreit. Das heißt, Käufer können inzwischen die einzelnen Komponenten zum Nettopreis erwerben.
Was kostet Solarthermie?
Die Kosten hängen stark davon ab, ob es sich lediglich um eine Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung handelt oder ob sie auch zur Heizungsunterstützung verwendet werden soll. Für Warmwasseranlagen muss mit 1–1,5 m² Fläche pro Person für die Kollektoren gerechnet werden. Kommt eine Heizungsunterstützung dazu, werden daraus schnell 3–4 m².
Zusätzlich gilt: Je schlechter die Dämmung des Hauses ist, desto mehr Sonnenkollektoren werden benötigt. In der Regel kann man mit Kosten in Höhe von 4.000–14.000 € rechnen. Mit einer solarthermischen Anlage lassen sich bis zu 30 % der Kosten für Heizung und Warmwasser einsparen. Der Amortisierungszeitraum liegt damit je nach Größe und Funktion zwischen 20 und 30 Jahren.
Allerdings ist die Förderung im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gerade für erneuerbare Energien sehr attraktiv. Eine Solarthermieanlage wird mit bis zu 80 % gefördert.
Solarthermie oder Photovoltaik: Was lohnt sich mehr?
Während Solarthermie auf die Bereitstellung von Wärme beschränkt ist, lässt sich Photovoltaik sowohl für die Strom- als auch für die Wärmeerzeugung verwenden. Darüber hinaus ist bei ausreichendem Budget und genügend Dachfläche theoretisch auch eine Doppelnutzung des Daches mit beiden Technologien realisierbar.
Was für Photovoltaik spricht:
- Anlagen sind weiter verbreitet: Durch die höhere Stückzahl sind die Produkte besser entwickelt und damit ausgereifter.
- Mit überschüssiger Energie kann Geld verdient werden: Sollte sich der Energiebedarf reduzieren (Kinder ziehen aus, die Familie ist im Urlaub), wird ungenutzter Strom ins öffentliche Netz eingespeist und nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet.
- Einfachere Installation: Es müssen keine gedämmten Rohre vom Dach bis in den Keller verlegt werden.
- Doppelte Nutzung: Über einen Heizstab oder eine Wärmepumpe kann nicht nur geheizt und warmes Wasser aufbereitet, sondern auch Solarstrom erzeugt werden.
Was für Solarthermie spricht:
- Bei steigenden Energiepreisen oder Inflation steigt der Vorteil. Die Einspeisevergütung von Photovoltaik hingegen wird bei der Installation nach EEG festgelegt und bleibt für 20 Jahre gleich.
- Der Energieertrag je Quadratmeter ist höher: Für eine solarthermische Anlage wird deutlich weniger Fläche benötigt als für eine PV-Anlage.
- Nicht nur das Dach kann genutzt werden: Spezielle Vakuum-Röhrenkollektoren können auch an der Hauswand angebracht werden.
Wenn Sie auf der Suche nach einem System für die Warmwasserbereitung sind, dann kann Solarthermie eine sinnvolle Option sein. Sobald die Solaranlage auch zum Heizen verwendet werden soll, lohnt sich in fast allen Fällen eine Photovoltaikanlage in Kombination mit einer Wärmepumpe. Welches System sich im Endeffekt bei Ihrer Modernisierung lohnt, ist eine individuelle Entscheidung.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Photovoltaik oder Solarthermie
Der Unterschied liegt in der Funktion:
- Photovoltaik erzeugt elektrischen Strom, der im Haushalt genutzt oder ins Netz eingespeist werden kann.
- Solarthermie hingegen erzeugt Wärme, die direkt in einen Wasserspeicher fließt, um das Brauchwasser zu erhitzen oder die Heizung zu unterstützen.
Ob sich Photovoltaik oder Solarthermie mehr lohnt, hängt von Ihrem Verwendungszweck ab. Photovoltaik gilt oft als wirtschaftlicher, da überschüssiger Strom verkauft (Einspeisevergütung) oder flexibel für Haushaltsgeräte und Wärmepumpen genutzt werden kann. Solarthermie lohnt sich vor allem, wenn der Fokus rein auf der Warmwasserbereitung liegt und wenig Dachfläche zur Verfügung steht.
Ja, technisch ist eine Kombination aus Photovoltaik für die Stromerzeugung und Solarthermie für die Wärmeerzeugung möglich, sofern genügend Dachfläche und Budget vorhanden sind. Allerdings ist es oft effizienter, die gesamte Fläche für Photovoltaik zu nutzen und den Strom für eine Wärmepumpe zu verwenden.
Solarthermie ist flächeneffizienter: Für die Warmwasserversorgung reichen oft schon 1–1,5 m² Kollektorfläche pro Person. Mit Heizungsunterstützung benötigen Sie 3–4 m² pro Person.
Photovoltaikanlagen benötigen deutlich mehr Fläche, um einen relevanten Teil des Strombedarfs zu decken. Typische Anlagen haben 4–10 kWp Leistung und benötigen rund 20–50 m² Dachfläche.
Ja. Für Solarthermie können Sie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis zu 80 % Zuschuss erhalten. Photovoltaik profitiert primär von der Umsatzsteuerbefreiung (0 % Mehrwertsteuer beim Kauf) und der Einspeisevergütung für den ins Netz abgegebenen Strom.
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.
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