Das Heizen mit Pellets wird allgemein als umweltfreundlich und nachhaltig bezeichnet. Doch auch die Pelletheizung hat Nachteile. Wir zeigen Ihnen, wie sich u. a. Kosten und Ökologie der Pelletheizung im Vergleich zu Gas-Hybrid- oder Brennstoffzellenheizung darstellen.

Wer mit Holzpellets heizt, setzt auf einen nachwachsenden Brennstoff, der bei der Verbrennung nicht mehr CO2 freisetzt, als durch die natürliche Verrottung entstehen würde. Pelletheizungen haben das Heizen mit Holz in die Moderne gebracht. Die Heizgeräte lassen sich mit alternativen Energieerzeugern wie Wärmepumpen oder Solarthermie kombinieren, nahezu automatisiert betreiben und sogar in Smart-Home-Konzepte einbinden.

Durch die staatliche Förderung können Hausbesitzer die hohen Anschaffungskosten senken. Was für viele Verbraucher auch für die Pelletheizung spricht, sind die im Vergleich zu Gas oder Öl günstigeren Brennstoffkosten. Doch wie steht es mit der Pelletheizung im Vergleich zu Gas-Solar-Heizungen oder modernen Brennstoffzellenheizungen?

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Brennstofflagerung: Wer eine Pelletheizung effizient betreiben möchte, benötigt Lagerfläche für Holzpellets. Im Durchschnitt benötigt ein Einfamilienhaus jedes Jahr mindestens drei Tonnen Holzpellets. Das entspricht einem Lagervolumen von ungefähr fünf Kubikmetern. In diesem Fall hat die Pelletheizung gegenüber Gas-Hybrid- und Brennstoffzellenheizung einen deutlichen Nachteil. Denn für diese Heizsysteme benötigen Sie lediglich einen Gasanschluss zum Versorger und brauchen keinen zusätzlichen Platz für ein Brennstofflager.

Zu bedenken ist außerdem, dass für den Transport der Holzpellets vom Lager zum Pelletkessel ein Fördersystem benötigt wird. Diese Förderschnecke erfordert ebenfalls Platz, den Sie mit einer Gas-Hybridheizung oder Brennstoffzelle nicht benötigen.

Anschaffungskosten: Eine Gas-Hybridheizung inklusive Montage kostet für ein Einfamilienhaus rund 15.000 Euro. Die Kosten beinhalten Solarkollektoren sowie eine Gas-Brennwertheizung. Für eine Brennstoffzellenheizung müssen Sie mit Kosten von rund 20.000 Euro rechnen. Im Preis enthalten sind hier die Brennstoffzelle, das Gas-Brennwertgerät sowie der Wärmespeicher. Ebenso hoch liegen die Kosten für die Anschaffung einer Pelletheizung. Hier verteilen sich die Kosten auf Pelletkessel, Förderschnecke und Pufferspeicher.

Fördermöglichkeiten: Wer als Hausbesitzer auf das Heizen mit Biomasse, also mit Holzpellets umsteigt, kann seit August 2022 10 Prozent Förderung erhalten. Beim Umstieg auf eine Gas-Hybridheizung mit Solarthermie wird nur noch die Solarthermie-Anlage mit 25 Prozent durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) im Rahmen der BEG gefördert. Die Fördersumme bei Brennstoffzellenheizungen setzt sich aus einem Grundförderbetrag von 6.800 Euro und 550 Euro je 100 Watt elektrischer Leistung zusammen. Je mehr Strom die Brennstoffzellenheizung erzeugt, desto mehr Förderung ist möglich. Wie lange und in welcher Höhe die Brennstoffzelle noch über die KfW gefördert wird, ist offen.

Hier finden Sie einen Überblick über die aktuelle staatliche Förderung der Heizung in 2022

Umweltbilanz: Auch wenn Holzpellets aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, ist deren Ökobilanz nicht immer optimal. So werden Holzpellets oftmals über längere Strecken transportiert und nicht immer regional erzeugt und gekauft. Wer nicht auf kurze Transportwege achtet, verschlechtert die Ökobilanz von Pellets deutlich. Außerdem erfordert der Trocknungsprozess der Pellets zusätzliche Energie, welche die Bilanz wiederum verschlechtert. Beim Verbrennen entsteht zwar nur so viel CO2, wie bei der Verrottung ohnehin entstehen würde. Dennoch erzeugt die Holzverbrennung neben CO2 auch Feinstaub und Ruß. Aus diesem Grund sind Pelletheizungen auch nicht in jeder Stadt oder Gemeinde erlaubt.

Die Brennstoffzellenheizung funktioniert mit Erdgas, welches sie in der „kalten Verbrennung“ in Strom und Wärme umwandelt. Dabei entstehen nur geringe Mengen an CO2. Bei der Stromerzeugung liegt der CO2-Anteil um rund 50 Prozent niedriger als bei der konventionellen Stromgewinnung. Mit steigendem Stromanteil wird die Brennstoffzelle somit umweltfreundlicher. Allerdings wird bleibt Erdgas ein fossiler Brennstoff, der endlich ist. Perspektivisch spielt die Brennstoffzellenheizung erst ihr volles ökologisches Potenzial aus, wenn sie mit „grünem“ Wasserstoff betrieben wird.

Wer Gas-Brennwerttechnik mit Solarthermie kombiniert, erzeugt vor allem in den Sommermonaten fast keine Emissionen, da der Wärmebedarf überwiegend mit Solarthermie gedeckt werden kann. In der Heizperiode werden die CO2-Emissionen auf ein Minimum gesenkt, da die Solarmodule dann die Heizungsanlage unterstützen. Allerdings bleiben Sie mit einer Gasheizung weiterhin abhängig von stark schwankenden Preisen auf dem Weltmarkt und von der Preisgestaltung der Energieversorger.

Geräuschentwicklung: Während Brennstoffzelle und Gasheizung nur sehr geringe Betriebsgeräusche entwickeln, kann eine Pelletheizung eine gewisse Geräuschbelastung darstellen. Das kommt u. a. von der Förderschnecke, welche die Holzpellets vom Pelletlager zum Heizkessel transportiert.

Handhabung: Brennstoffzelle sowie Gas-Hybridheizung mit Solarthermie lassen sich sehr einfach handhaben und programmieren. Im Gegensatz zur Pelletheizung müssen weder Aschereste entfernt, noch umfassende Reinigungen durchgeführt werden. Damit die Pelletanlage reibungslos funktioniert, ist z. B. eine regelmäßige Reinigung der Förderschnecke notwendig. Ansonsten kann sich der durch Holzpellets entstehende Staub ablagern und den Transport der Pellets behindern.

Wartungsaufwand: Pelletheizungen müssen regelmäßig gewartet werden, damit die aufwändige Technik reibungslos funktioniert. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Kontrolle der Abgasanlage durch den Schornsteinfeger notwendig. Auch das Pelletlager muss kontrolliert werden, z.B. ob Feuchtigkeit eintritt.

Brennstoffzellenheizungen zeichnen sich hingegen durch einen sehr geringen Wartungsaufwand aus. Auch Gas-Brennwertheizungen sind wartungsarme Geräte. Gleiches gilt für Solarthermie. Hier muss die Anlage nur regelmäßig auf Dichtigkeit geprüft und ggf. Solarflüssigkeit nachgefüllt werden.

Betriebskosten: Die Preise für Brennstoffe steigen seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Frühjahr 2022 deutlich. Wenn man von einem Wärme-Energieverbrauch von rund 15.000 kWh in einem Einfamilienhaus ausgeht, ergibt sich folgendes Ergebnis (Grundlage: Zahlen des Deutschen Pelletinstituts aus 08/2022):

Bei Kosten von rund 13 Cents pro kWh würde die Pelletheizung rund 1.950 Euro Brennstoffkosten pro Jahr verursachen.

Gehen wir davon aus, dass die Gas-Hybridheizung nur ein halbes Jahr mit Gas heizen muss (entspricht 7.500 kWh, die restliche Wärme entsteht kostenneutral mit Solarthermie) und die Kosten bei rund 17 Cent pro kWh liegen, müssten Sie rund 1.275 Euro für Gas bezahlen.

Der Gasverbrauch der Brennstoffzelle hängt von der Leistung der Heizungsanlage ab. Denn ein Großteil des Erdgases wird für die Stromerzeugung benötigt. Da Sie für selbstgenutzten Strom viel weniger bezahlen als für Strom vom Energieversorger und da Sie für nicht genutzten Strom eine Einspeisevergütung bekommen können, schneidet die Brennstoffzellenheizung im Vergleich immer günstiger ab als eine Pellet- oder eine reine Gasheizung.

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Wer in einer Region mit eigener Holzwirtschaft lebt und Holzpellets regional günstig einkaufen kann, hat die Möglichkeit, von den Vorteilen der Pelletheizung zu profitieren. Allerdings müssen dann die baulichen Gegebenheiten für Pelletlager, Förderschnecke, Wärmespeicher etc. gegeben sein. Wenn Verbraucher die Pellettechnik nutzen, müssen sie bereit sein, die Brennstoffversorgung regelmäßig zu kontrollieren. Grundsätzlich ist der Wartungs- und Nutzungsaufwand mit einer Pelletheizung deutlich höher als mit Gas-Hybrid oder Brennstoffzelle. Wie der Verlauf des Jahres 2022 zeigt, sind auch Pelletpreise nicht unabhängig von den aktuellen Preisentwicklungen für Brennstoffe auf dem Weltmarkt. Somit bleiben Sie auch mit einer Pelletheizung abhängig von Brennstoffpreisen. Steigt z. B. die Nachfrage nach Pellets stark, werden auch die Preise weiterhin deutlich steigen.

Wer von einem bewährten Heizsystem und einer zuverlässigen Brennstoffversorgung in Kombination mit alternativer Energie profitieren möchte, lag mit der Hybridlösung aus Gasheizung und Solarthermie lange Zeit genau richtig. Durch die staatliche Förderung der Solarthermie hatten Hausbesitzer hier die Möglichkeit, ein bewährtes Heizsystem zu verwenden, das in den Sommermonaten dank Solarthermie nahezu klimaneutral funktioniert. Allerdings hat 2022 gezeigt, dass im Heizen mit Gas hinsichtlich der ökologischen und ökonomischen Entwicklung keine Zukunft mehr liegt. Es ist auch aufgrund der hohen Förderung beim Umstieg auf Erneuerbare-Energien-Heizungen sinnvoll, z. B. auf die Wärmepumpe umzusteigen. Dann sind bis zu 35 Prozent staatliche Förderung möglich. Wer dennoch auf Gasheizung mit Solar umsteigen will, erhält 25 Prozent ausschließlich auf Solarthermie.

Wer Strom und Wärme emissionsarm selbst produzieren möchte und neuer Technik aufgeschlossen gegenübersteht, findet mit der Brennstoffzellenheizung eine alternative Lösung. Der höhere Anschaffungspreis kann sich durch eine hohe Förderung sowie die Möglichkeit der Einspeisevergütung und dem günstigen Eigenverbrauchspreis für Strom. Solange die Brennstoffzelle ausschließlich mit fossilem Erdgas betrieben wird, ist die Wasserstoffheizung (noch) keine wirklich wirtschaftliche und ökologisch sinnvolle Alternative.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.