Bio-Heizöl: Öl mit pflanzlichen Komponenten

Bio-Heizöl ist schwefelarmes Heizöl in Kombination mit einer Biokomponente, deren Anteil variiert. Doch wie groß ist der tatsächliche Nutzen in Sachen Umweltschutz und können Sie Bio-Heizöl mit jeder normalen Öl-Heizung nutzen?

Reines Bio-Heizöl hingegen kann aufgrund seines höheren Säuregehalts nur in Anlagen verfeuert werden, welche speziell für diesen Brennstoff entwickelt wurden. Der Anteil der Biokomponenten in herkömmlichem Heizöl ist für gewöhnlich an dessen Namen erkennbar. Werden drei bis fünf Prozent Bioanteil beigemischt, handelt es sich um Heizöl EL A Bio 5.

Andere mögliche Bezeichnungen sind Bio 5 oder B5. Bio-Heizöl, das der Heizölnorm DIN SPEC 51603-6 entspricht, kann mit einem Bioanteil von bis zu 10,9 Prozent in herkömmlichen Heizungsanlagen eingesetzt werden.

Bio-Heizöl zählt zu den schwefelarmen Heizölen. Als Biokomponente wird ein Fettsäuremethylester, auch als FAME bekannt, zugesetzt. Dieser wird meist aus Sonnenblumen-, Raps- oder Sojaöl hergestellt und durch eine chemische Reaktion gewonnen. Beträgt der FAME-Anteil mindestens drei Prozent, darf der Brennstoff als Bio-Heizöl bezeichnet werden und unter dem Namen Bio 5, B5 oder EL A Bio 5 verkauft werden – das A steht hier für „alternativ“. FAME unterliegt der Heizölnorm DIN EN 14214 und ist als Biokomponente für die Verwendung in Biokraftstoff vorgesehen.

Diese Komponente besitzt bessere Schmiereigenschaften als fossiler Diesel, wodurch Verschleißerscheinungen an den Anlagen reduziert werden. Dies macht sich bereits bei einer fünfprozentigen Beimischung bemerkbar. Durch einen höheren Sauerstoffanteil beugt FAME zudem Rußablagerungen vor.

In neueren Heizungsanlagen kann Bio-Heizöl problemlos verwendet werden, wenn es der Heizölnorm DIN SPEC 51603-6 entspricht und sein Biokomponentenanteil 10,9 Prozent nicht übersteigt.

Bei einigen Anlagen kann es bei einem Bioanteil von mehr als 5,9 Prozent notwendig sein, die Anlage nachzurüsten. Ob eine Heizungsanlage für die Verwendung von Bio-Heizöl geeignet ist, ergibt sich aus den Herstellerangaben.

Die Nutzung von Bio-Heizöl kann dazu beitragen, den Bedarf an Mineralöl zu reduzieren und dadurch dessen Reserven zu schonen. Auch wird der Ausstoß von Treibhausgasen reduziert. Der Einsatz von Bio-Heizöl ist jedoch nur dann ökologisch sinnvoll, wenn der Anbau der Biokomponenten nachhaltig und gewissenhaft betrieben wird. Entwickeln sich aus dem gesteigerten Bedarf an Bio-Heizöl Monokulturen, wirkt sich dies nachteilig auf die Bodenqualität aus. Der übermäßige Anbau von Raps und anderen Pflanzen zur Ölgewinnung kann bestehende Landwirtschaft beeinträchtigen und den Anbau anderer Nutzpflanzen einschränken. Daher ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Biokomponenten unverzichtbar.

Quellen:

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