aus 7 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 01.08.2019

Bio-Heizöl – sinnvolle Alternative zu klassischem Brennstoff?

Im Zuge des ökologischen Wandels bei der Nutzung von Primärenergie ist bei Besitzern von Ölheizungen immer häufiger Bio-Heizöl im Gespräch. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich und ist es wirklich so „bio“?

Bei Bei-Heizöl handelt es sich um herkömmliches, schwefelarmes Heizöl (Heizöl EL). Dieses Heizöl wird in einem geringen Verhältnis mit einem Flüssigbrennstoff gemischt, der aus nachwachsenden Rohstoffen gewonnen wird. Auf dem heutigen Stand der Technik handelt es sich bei dem Zusatzstoff um „FAME“. FAME steht für das englische „Fatty Acid Methyl Ester“, also Fettsäuremethylester. In Deutschland ist FAME eher unter der Bezeichnung „Biodiesel“ bekannt. Neben Biodiesel enthält Bio-Heizöl außerdem Additive, damit die Mischung auch beim Lagern stabil bleibt.

Fettsäuremethylester wird hierzulande mit Hilfe eines chemischen Prozesses aus Rapsöl, Sonnenblumenöl und Methanol produziert. Darüber hinaus kann auch Sojaöl für die Herstellung von Biodiesel verwendet werden.

Damit Brennstoff den Namen „Bio-Heizöl“ tragen darf, muss er mindestens drei Volumenprozent an Brennstoffen auf regenerativer Basis enthalten. Für die Herstellung gilt eine sogenannte Vornorm, die DIN V 51603-6. Technisch sind mittlerweile Beimischungen von bis zu 20 Prozent möglich, aber noch nicht flächendeckend in Deutschland erhältlich.

Im Handel ist Bio-Heizöl mit unterschiedlichen Bezeichnungen erhältlich. Es wird häufig mit dem Zusatz „Bio 10“ angeboten. Ein gängiges Kürzel ist zum Beispiel „Heizöl EL A Bio 10“ oder „Heizöl EL A Bio 5“. Die Ziffer bezeichnet dann den möglichen Anteil an Biobrennstoff im Heizöl in Volumenprozent.

Bio-Heizöl ist somit KEIN Heizöl, das zu 100 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, sondern immer ein fossiler Brennstoff, welchem Anteile aus Brennstoffen beigemischt werden, die aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Vergleichbar ist Bio-Heizöl demnach mit dem Benzin E10 für PKW.

Allgemein sind sich Experten einig, dass in allen handelsüblichen Ölheizungen, auch in bestehenden Anlagen, Bio-Heizöl mit einem Anteil von bis zu 5,9 Prozent Biokraftstoff ohne zusätzliche Nachrüstung verwendet werden kann.

Soll der Bio-Anteil höher sein, muss die Heizungsanlage ggf. nachgerüstet werden. Wenn Verbraucher auf Bio-Heizöl umsteigen wollen, sollten Sie deshalb unbedingt im Vorfeld einen Fachbetrieb kontaktieren.

Wichtig ist, dass bei der Verwendung von Bio-Heizöl der Filter geprüft wird. Denn durch den Einsatz von Bio-Heizöl können sich ältere Ablagerungen in der Ölzufuhr lösen und den Ölfilter verstopfen.

Wer eine neue Öl-Brennwertheizung kauft, findet Geräte, die für Bio-Heizöl mit bis zu 20 Prozent Bioanteil ausgelegt sind.

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Vorteile

  • reduzierter Verbrauch von fossilen Brennstoffen: Je höher der Anteil an Bio-Kraftstoffen im Bio-Heizöl ist, desto weniger Erdöl wird verbraucht. Damit wird eine Ressource geschont, die sich nicht erneuern kann.
  • geringere Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: Durch den Bioanteil sinkt der Einfluss der Erdölförderländer auf den Energiepreis. Wer in die Zukunft denkt, muss aufgrund sinkender Ölvorräte mit steigenden Ölpreisen rechnen. Bio-Heizöl könnte diese Kostensteigerung aufheben.
  • mit herkömmlichen Ölheizungen verwendbar: Wer jetzt schon auf Bio-Heizöl umsteigen möchte, kann das in der Regel tun. Voraussetzung ist, dass der Bioanteil nicht über 5,9 Prozent steigt. Selbst eine Umrüstung ist mit vergleichsweise geringem Aufwand möglich.
  • verringerte Emissionen von Treibhausgasen: Durch den geringeren Anteil an fossilen Brennstoffen im Bio-Heizöl erzeugen Sie geringere Mengen an CO2.
  • Einhaltung der gesetzlichen Grundlagen: Durch die Einführung der Erneuerbare Energieverordnung in Baden-Württemberg 2015 müssen mindestens 15 Prozent der Brennstoffe aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, wenn eine neue Heizungsanlage in Betrieb genommen wird. Durch den Einsatz von Bio-Heizöl können auch ältere Anlagen nachgerüstet und so die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden.

Nachteile

  • höhere Heizkosten: Bio-Heizöl ist im Vergleich zu herkömmlichem Heizöl immer noch teurer. Bei gleichem Verbrauch steigen die Heizkosten somit deutlich an.
  • Verschwendung von Nahrungsmitteln: Gerade dann, wenn Biodiesel aus Raps oder Sonnenblumen gewonnen wird, konkurriert der Kraftstoff mit der Nahrungsmittelproduktion. Durch die verstärkte Produktion von Raps oder Sonnenblumen für die Produktion von Kraftstoffen bleibt weniger Anbaufläche für Gemüse, Getreide oder Obst.
  • Bio-Heizöl mit hohem Bioanteil nicht flächendeckend verfügbar: Auch wenn die Technik inzwischen weiter ist, sind Bio-Heizöle mit höherem Bioanteil nur begrenzt erhältlich.

Grundsätzlich ist Bio-Heizöl teurer als herkömmliches, schwefelarmes Heizöl. Sie können von einem zwischen fünf und 15 Prozent höheren Preis ausgehen. Wer pro Jahr Heizöl für 2.000 Euro verbraucht, muss beim Heizen mit Bio-Heizöl mit Mehrkosten von bis zu 300 Euro pro Jahr rechnen.

Experten gehen davon aus, dass sich der Preis für Bio-Heizöl in den nächsten Jahren nicht verringern wird. Ein Grund für die höheren Preise besteht auch in der eher geringen Nachfrage nach diesem Brennstoff. Die geringe Nachfrage wiederum beruht auf der Tatsache, dass Bio-Heizöl mit höherem Bioanteil über 5,9 Prozent nicht überall in Deutschland erhältlich ist.

Was Verbraucher bei der Anschaffung neuer Ölbrennwertgeräte beachten sollten

Wer eine neue Ölbrennwertheizung kaufen und diese überwiegend mit Bio-Heizöl betreiben möchte, sollte darauf achten, dass das Heizgerät herstellerseitig für möglichst hohe Bioanteile ausgelegt ist. Denn Bio-Heizöl wird kontinuierlich weiterentwickelt. Somit ist damit zu rechnen, dass auch immer größere Anteile an Biokraftstoff im Heizöl möglich werden. Je mehr Bioanteil Sie verbrennen, desto ökologisch sinnvoller ist der Brennstoff.

Im ersten Moment hört sich die Bezeichnung „Bio-Heizöl“ sehr vorteilhaft an. Wer möchte nicht „bio“ mit seiner Ölheizung heizen? Auf den zweiten Blick wird jedoch schon deutlich, dass der Zusatz „bio“ nicht ganz zutrifft, denn bei Bio-Heizöl handelt es sich weiterhin zu über 80 bzw. 90 Prozent um einen zwar schwefelarmen, aber fossilen Brennstoff. Somit sollten Sie überlegen, ob dieser geringe Bioanteil es wert ist, mehr Geld für die Heizkosten zu investieren.

Leben Sie in Baden-Württemberg und sind bereits von den geltenden Vorschriften betroffen, kann Bio-Heizöl hingegen eine sinnvolle Alternative zum kompletten Heizungsneukauf sein. Dies gilt vor allem dann, wenn Ihre bisherige Ölheizung bereits Brennwerttechnik nutzt und weniger als zehn Jahre in Betrieb ist.

Wer allerdings noch sehr alte Öl-Heizwert-Heizungen in Betrieb hat, sollte lieber auf moderne Brennwerttechnik umstellen, als mit teurerem Bio-Heizöl zu heizen. Denn mit Brennwerttechnik wird die Umwelt nachhaltig durch einen deutlich geringeren Heizölverbrauch sowie geringere Emissionen geschont. Gleichzeitig sinken durch moderne Brennwerttechnik die Heizkosten.

Möchten Sie wirklich „bio“ heizen, könnte hingegen eine mit Biogas betriebene Gasbrennwertheizung eine mögliche Alternative sein. Als Heizungsergänzung bieten sich ohnehin Solarthermie oder Wärmepumpen an.

Um mehr über Ihre Alternativen zu erfahren, sollten Sie das Gespräch mit dem lokalen SHK-Betrieb Ihres Vertrauens suchen. Die Experten können Ihnen zum Beispiel im Rahmen einer Energieberatung sinnvolle Energiekonzepte für Ihr Haus empfehlen, mit welchen Sie Kosten sparen UND die Umwelt schützen.

Quellen:

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