Zuletzt aktualisiert am: 22.10.2019

Heizungsmodernisierung – Zeitpunkt und Kosten

Mit einer Heizungsmodernisierung können Sie bereits mittelfristig Kosten sparen, den Energieverbrauch senken und die Umwelt schonen. Wir sagen Ihnen, welche Technologie sinnvoll für die Modernisierung ist und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Viele gute Gründe sprechen dafür, die Heizung zu modernisieren:

  • Umweltschutz: Eine moderne Heizung benötigt deutlich weniger Primärenergie als eine alte Heizungsanlage. Darüber hinaus stoßen moderne Heizsysteme geringere Emissionen aus als ältere. Allein die Umstellung auf moderne Brennwerttechnik senkt Verbrauch und Emissionen um mehr als 30 Prozent.
  • Kosteneinsparung: Auch wenn die Heizungsmodernisierung erst einmal mit Zusatzkosten verbunden ist, werden Sie durch die Energieeinsparung langfristig Geld sparen.
  • Wertsteigerung: Durch die Modernisierung Ihrer Heizung steigern Sie den Wert Ihrer Immobilie.
  • Mehr Heizkomfort: Moderne Heizsysteme bieten zusätzliche Steuerungsmöglichkeiten, die den Heizkomfort im Haus oder der Wohnung spürbar erhöhen.
  • Fördergelder: Wer sein Heizsystem modernisiert, kann von Fördergeldern des Bundes profitieren. Auf diese Weise senken Sie Ihre Gesamtinvestition und die neue Heizung amortisiert sich schneller.

Heizen Sie bisher mit Öl oder Gas und Ihre Heizung ist schon älter als 15 Jahre, wäre eine Umstellung auf Brennwerttechnik im Rahmen der Heizungsmodernisierung sinnvoll. Selbst wenn Sie keinen Konstanttemperaturkessel verwenden, sondern bereits mit einem Niedertemperaturkessel heizen, kann ein Umstieg auf Brennwerttechnik sinnvoll sein.

Ist Ihre Heizung bereits 30 Jahre und älter? Dann sind Sie sogar zur Heizungsmodernisierung verpflichtet. Das gibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor. Bei Missachtung der gesetzlichen Vorlage droht ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro.

Heizung modernisieren und Bußgeld vermeiden

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Erneuerbare Alternativen

Grundsätzlich sollten Sie vor allem als Hausbesitzer immer alternative Wärmeenergieerzeuger in Betracht ziehen, wenn Sie eine Heizungsmodernisierung planen. Sinnvoll ist zum Beispiel Solarthermie in Kombination mit Gas- oder Ölheizung. Die entsprechende Solarthermie-Anlage kann entweder zur Warmwasseraufbereitung oder zusätzlich auch als Heizungsunterstützung genutzt werden.

Möchten Sie komplett auf alternative Heiztechnik umstellen, können Sie überlegen, ob ein Holzvergaser oder Pelletkessel Sinn ergeben. Allerdings sollten Sie dabei berücksichtigen, dass das Heizen mit Pellets oder Holz zusätzlichen Platz erfordert und für die Heizungsanlage einen deutlich höheren Wartungsaufwand bedeutet als mit Gas- oder Brennwerttechnik. Darüber hinaus sind die Investitionskosten deutlich höher als beispielsweise bei einer neuen Gasheizung.

Die Entscheidung für ein Heizsystem erfolgt bei der Modernisierung nicht ganz frei. Denn letztlich spielen neben Ihren eigenen Wünschen auch die baulichen Gegebenheiten sowie Ihre finanziellen Vorstellungen eine wichtige Rolle bei der Wahl der neuen Heizung.

Kann ich auch eine bestehende Heizung optimieren und auf diese Weise modernisieren?

Viele Hausbesitzer scheuen sich vor den hohen Kosten einer Heizungsmodernisierung. Sie suchen nach möglichen Alternativen, um die Heizung mit geringerem finanziellen Aufwand zu modernisieren. Tatsächlich können bestehende Heizsysteme „optimiert“ werden. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Ihr Heizkessel die bestehenden gesetzlichen Vorgaben erfüllt, Sie aber noch nicht alle „Stellschrauben“ für die Steigerung der Energieeffizienz ausgenutzt haben.

So lässt sich die Effizienz Ihrer Heizungsanlage erhöhen, indem Pufferspeicher, Verrohrung oder der Heizkessel selbst besser gedämmt werden. Ein Austausch alter Pumpen gegen modernere kann ebenfalls zur Kosten- und Verbrauchseinsparung führen. Sinnvoll ist zudem ein hydraulischer Abgleich. Mit dieser Sofortmaßnahme können Sie bis zu 15 Prozent an Energiekosten einsparen, ohne dass die komplette Heizung modernisiert werden muss.

Wenn Sie sich für eine Heizungsmodernisierung entschieden haben, sind die Sommermonate ideal für die Durchführung der notwendigen Arbeiten. Da Sie im Sommer die Heizung überwiegend für die Warmwassererzeugung verwenden und nicht zum Heizen, lassen sich ein oder zwei Tage ohne Heizung besser verkraften.

Ist Ihr Heizsystem bereits nicht mehr vollständig funktionsfähig, sollten Sie schnellstmöglich die Heizung erneuern. Funktioniert die Heizung nicht mehr richtig, verbrauchen Sie nicht nur mehr Brennstoff, sondern leben mit einem Sicherheitsrisiko.

Hier finden Sie einen Vergleich verschiedener Heizsystem, wenn Sie eine neue Heizung kaufen möchten. Lassen Sie es aber am besten nicht so weit kommen. Ist Ihre Heizungsanlage bereits länger als 15 Jahre im Betrieb, sollten Sie sich am besten jetzt schon Gedanken über eine mögliche Heizungsmodernisierung machen. Der Vorteil: Sie haben genügend Zeit, um die neue Heizung optimal zu planen.

Die Kosten für eine Heizungsmodernisierung hängen vom Umfang der Modernisierungsarbeiten und vom gewünschten Heizsystem ab.

Wenn Sie bereits mit Gas heizen und zu einer modernen Gasbrennwertheizung wechseln wollen, müssen Sie mit Kosten zwischen 5.000 und 10.000 Euro für die neue Gasheizung rechnen. Ähnliche Kosten kommen bei der Umstellung von Öl-Konstanttemperaturkessel auf Öl-Brennwert auf Sie zu.

Möchten Sie Ihr neues Heizsystem mit alternativen Energieerzeugern kombinieren, kalkulieren Sie am besten rund 8.000 bis 15.000 Euro für Kauf und Anschluss einer Wärmepumpe oder Solarthermie-Anlage. Allerdings bietet diese „Erweiterung“ den Vorteil, dass Sie mehr Fördermöglichkeiten nutzen können und langfristig noch mehr Geld beim Heizen einsparen.

Fördermittel beim Modernisieren der Heizung nutzen

Für Ihre Heizungsmodernisierung können Sie Fördermöglichkeiten durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Anspruch nehmen. Voraussetzung dafür ist, dass Ihre modernisierte Heizung den Vorgaben der jeweiligen Förderprogramme entspricht.

So fördert das BAFA die Umstellung auf umweltfreundliche Heizsysteme mit Zuschüssen, während Sie von der KfW zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschüssen erhalten, wenn Sie zum Beispiel auf Wärmepumpen oder Pellettechnik umsteigen.

Hier haben wir alle Möglichkeiten zur Förderung Ihrer Heizung zusammengestellt.

Wie kann ich mit Modernisierung noch nachhaltiger heizen?

Wenn Sie sich für eine komplette Heizungsmodernisierung mit neuem Kessel entscheiden, bietet es sich an, über alternative Energieerzeugung nachzudenken. So bietet zum Beispiel Solarthermie die Möglichkeit, bei der Warmwassererzeugung mehr als 50 Prozent Energie zusätzlich einzusparen und beim Heizen bis zu 30 Prozent weniger Brennstoff zu verbrauchen.

Ähnliches Einsparpotential bietet die Wärmepumpe. Beide alternativen Energieerzeuger sind mit zusätzlichem Investitionsaufwand verbunden. Doch nach einer gewissen Zeit werden sich auch Wärmepumpe oder Solarthermie amortisieren, sodass Sie schon mittelfristig von deutlichen Kosteneinsparungen beim Heizen und Warmwasser profitieren können.

Lohnt sich ein Systemwechsel bei der Heizungsmodernisierung?

Eine Heizungsmodernisierung kann neben einer neuen Heizung auch einen Systemwechsel beinhalten. Wenn Sie bis jetzt noch mit alten strombetriebenen Nachtspeicheröfen heizen oder eine Kohleheizung nutzen, ist ein Tausch des Systems unbedingt empfehlenswert.

Wenn Sie bisher mit Gas heizen, empfiehlt sich eine Umstellung auf Gasbrennwerttechnik. Nutzen Sie noch eine alte Ölheizung und es gibt einen Gasnetzanschluss, ist die Umrüstung von Öl auf Gas sinnvoll. Ansonsten ist natürlich eine Öl-Brennwertheizung die naheliegende Variante.

Auch an dieser Stelle sollten Sie sich von Ihrem SHK-Betrieb beraten lassen. Die Experten erläutern Ihnen in einem Angebot alle Vor- und Nachteile eines Systemumstiegs.

Vor der Heizungsmodernisierung sollten Sie in jedem Fall für die verschiedenen Heizungssysteme eine umfassende Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchführen. Dass bedeutet, bevor Sie Ihre alte Heizung modernisieren, sollten Sie die Anschaffungskosten abzüglich etwaiger Fördermittel, die zu erwartenden Heizkosten, aber auch die anfallenden Wartungskosten kalkulieren. In diesem Zusammenhang sind auch der Wirkungsgrad der neuen Anlage und der eigene Energieverbrauch entscheidend.

So können sich vergleichsweise hohe Anschaffungskosten einer modernen Heizungsanlage schnell amortisieren, wenn sich die Heizkosten angesichts eines hohen Wirkungsgrads und eines geringen Heizverbrauchs langfristig auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen. Dies kann zudem durch die Wahl des Brennstoffs begünstigt werden.

Heizung modernisieren mit dem richtigen Energieträger

Während Holz als nachwachsender Rohstoff langfristig verfügbar ist, sind Öl und Gas endlich und die jeweiligen Rohstoffpreise daher stärkeren Preisschwankungen ausgesetzt. Ein entscheidender Faktor bei der Wahl des richtigen Heizungssystems zur Heizungsmodernisierung ist zudem deren jeweiliger Platzbedarf.

Darüber hinaus wird die Entscheidung, welche Heizung die richtige ist, auch von gesetzlichen Regelungen beeinflusst. So gelten für Neubauten andere Vorgaben als für eine Heizungsmodernisierung in Bestandsbauten.

Sie haben noch keinen Ansprechpartner, der mit Ihnen die Heizungsmodernisierung in Angriff nimmt? Dann nutzen Sie unseren Heizungsplaner, tragen dort Ihre wichtigsten Eckdaten ein und fordern Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch und Angebot an. Wir freuen uns auf Sie!

Hier finden Sie weitere Informationen für Ihren Heizungswechsel mit Thermondo

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Eine möglichst unkomplizierte Heizungsmodernisierung geht nur durch gute Planung. Deshalb haben wir Ihnen hier die wichtigsten Fakten für eine erfolgreiche Planung zusammengestellt:

Brennstoff auswählen:

  • Erd- oder Flüssiggas, Heizöl
  • Kombination mit erneuerbaren Energien

Daten zum Haus sammeln:

  • Gebäudetyp (Reihen- oder Einzelhaus)
  • Alter des Hauses
  • Fläche
  • Anzahl der Etagen und Bewohner

Sanierungsstand:

  • Dämmung oder Isolierverglasung vorhanden?

Details zur Heizung:

  • zur Abgasführung
  • zur Wärmeabgabe (Heizkörper oder Fußbodenheizung)
  • zur Warmwasserbereitung
  • zum Wasserabfluss an der Heizung

Nutzen Sie unsere Expertise und modernisieren Sie mit uns Ihre Heizung

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Sind Sie nicht sicher, ob Sie auf alle Punkte eine Antwort haben, unterstützen wir Sie bei Ihrem Projekt Heizungsmodernisierung. Schreiben Sie uns Ihre Fragen an fragen@thermondo.de.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.