aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/25/2018

Wasserenthärtungsanlage - Funktion, Nutzen und Kosten

Eine Wasserenthärtungsanlage kann Ihr Brauchwasser effizient entkalken und so Rohre sowie Geräte schonen. Hier haben wir alle wichtigen Informationen rund um Funktion, Nutzen und Kosten einer Entkalkungsanlage für Sie zusammengestellt.

Vermutlich kennt jeder von uns die leicht milchigen Flecken auf Trinkgläsern, wenn diese nach dem Abspülen nicht mit dem Handtuch, sondern an der Luft getrocknet wurden. Verantwortlich für diese trüben Flecken ist in der Regel Kalk.

Während die Rückstände bei Gläsern, Geschirr sowie Armaturen nur optische Mängel sind, die mit einem Lappen oder Tuch schnell beseitigt werden, kann der Kalk für Heizungsrohre oder Trinkwasserleitungen sehr schädlich sein.

Durch die Kalkablagerungen verringert sich mittelfristig der Rohrdurchmesser. Die Folge ist ein höherer Energieverbrauch, weil die Heizungsanlage mehr Wärme und Druck mit der Pumpe erzeugen muss, um ausreichend warmes Wasser zum Heizen durch die Rohrleitungen zu schicken.

Schätzungen gehen davon aus, dass verkalkte Heizungsrohre mit einer bis zu zwei Millimeter dicken Kalkschicht für bis zu 15 Prozent höhere Energieverbräuche sorgen können und dadurch die Kosten nach oben treiben.

Kosten sparen mit Entkalkungsanlage

Mit einer Entkalkungsanlage können Sie Ablagerungen in Heizungsrohren verringern. Eine Wasserenthärtungsanlage ist somit eine vorteilhafte Anschaffung, um Energie und damit Kosten zu sparen.

Die Einsparungen mit einer entsprechenden Installation können bei einem Vier-Personen-Haushalt abhängig von der verwendeten Energiequelle jährlich mehr als 200 Euro betragen.

Durch verringerte Kalkbelastung schonen Sie darüber hinaus Ihre Armaturen und erhöhen deren Lebensdauer. Insgesamt wird natürlich auch die Lebensdauer Ihrer Heizungsrohre erhöht.

Wie kommt Kalk ins Wasser?

Wenn Grundwasser durch die Gesteinsschichten nach oben getragen wird, nimmt das Wasser dabei auch Mineralien auf. In Regionen mit besonders stark karbon- und kalkhaltigen Gesteinsschichten ist der Kalkgehalt im Trinkwasser höher. Das Wasser enthält mehr Kalzium und Magnesium. Werden diese Stoffe vorher nicht aus dem Wasser gefiltert, lagern sie sich in Leitungen, Geräten oder auf Armaturen ab.

Vorteile Nachteile
geringere Ablagerungen in Heizungsrohren senken den Energieverbrauch zusätzlicher Stromverbrauch durch die Entkalkungsanlage
geringere Heizkosten mögliche Erhöhung des Kohlensäuregehalts im Wasser kann langfristig Rohre schädigen
geringere Wartungsintervalle für Wasserleitungen und Heizungsrohre

Darüber hinaus zahlt sich die Wasserenthärtungsanlage auch für andere Dinge in Ihrem Haushalt aus. Denn auch Haushaltsgeräten wie Waschmaschinen, Wasserkocher und Kaffeemaschinen verkalken nicht so stark. Auch die Kleidung bleibt nach der Wäsche geschmeidiger und Sie haben einen geringeren Verbrauch an Wasch- und Putzmitteln.

Die primäre Aufgabe einer Wasserenthärtungsanlage ist die Entfernung (teilweise oder vollständig) von Kalzium- und Magnesiumrückständen. Diese Ionen sind maßgeblich für die Verkalkung von Rohren verantwortlich.

Wenn Sie eine Spülmaschine verwenden, kennen Sie bereits das am weitesten verbreitete Entkalkungsprinzip. Hierbei handelt es sich um das chemische „Ionenaustauscher-Verfahren“. Dabei wird Kalzium und Magnesium aus dem Wasser gelöst und mit Natrium ersetzt.

Eine Enthärtungsanlage wird in unmittelbarer Nähe der Wasseruhr in einem Gebäude installiert. Das Wasser vom Wasserversorger fließt dann direkt in die Anlage. Dort führt ein Steuerventil das Wasser in ein sogenanntes „Ionenaustauscherharz“. Es ist in einem Drucktank gelagert. Das Tauscherharz nimmt Kalzium- und Magnesium-Ionen auf und lässt Natrium-Ionen zurück.

Nach dem Austausch fließt das Wasser in einem Steigrohr nach oben und wird gefiltert. Das Spezialharz, das den Kalk aus dem Leitungswasser aufgenommen hat, bleibt im Behälter zurück. Das entkalkte Wasser wird schließlich der Trinkwasseranlage des Gebäudes zugeführt.

Wenn die Harzfüllung keinen Kalk mehr aufnehmen kann, erfolgt die Regeneration mit Hilfe von Salz. Es wird in den Druckbehälter geführt und spült die Kalkrückstände komplett aus. Die Rückstände werden in das Abwasser geleitet.

Obwohl der Natriumgehalt des Trinkwassers durch die Ionen-Methode leicht angehoben wird, werden die Grenzwerte bei allen geprüften Geräten nach der Trinkwasserverordnung immer eingehalten.

Ob eine Wasserenthärtungsanlage bzw. eine Entkalkungsanlage für Ihre Heizung wirklich notwendig ist, hängt u.a. davon ab, welche Wasserhärte vor Ort ermittelt wird. Die Wasserhärte ist abhängig der geologischen Beschaffenheit der Gesteinsschichten vor Ort und wird mit dem „Deutschen Härtegrad“ (dH) bestimmt. Grundsätzlich erfolgt die Einteilung in 3 Härtegrade:

  • Härtegrad 1: Hierbei handelt es sich um sehr weiches Wasser mit geringem Kalkgehalt. Es hat einen Wert von 0 bis 8,4°dH.
  • Härtegrad 2: Dieses Wasser hat einen Wert von 8,4 bis 14° dH und gilt als „mittlere Härte“.
  • Härtegrad 3: Ab einem Wert von 14° dH wird von hartem Wasser gesprochen.

Ein paar Beispiele:

Sehr hartes Wasser gibt es anhand von Durchschnittswerten zum Beispiel in den Metropolen Berlin (19,5° dH), München (14,9° dH) oder Köln (15,2° dH). Eher weiches Wasser gibt es dagegen in Frankfurt (8,5° dH) oder Wuppertal (8,6 °dH). Hierbei handelt es sich aber nur um Richtwerte.

Welche Wasserhärte in Ihrer Region oder Ihrem Gebiet vorliegt, müssten Sie selbst bestimmen oder bei Ihrem Wasserversorger nachfragen.

Grundsätzlich kann sich eine Wasserenthärtung schon bei mittlerer Härte lohnen.

Welche Salze werden für die Enthärtung von Heizungswasser eingesetzt?

Für die Wasserenthärtung werden unterschiedliche Salze eingesetzt. Häufig findet Gesteinssalz Verwendung, weil es sehr günstig ist. Sein Anteil an Natriumchlorid liegt bei knapp 90 Prozent. Allerdings lösen sich 0,5 bis 1,5 Prozent des Salzes nicht auf.

Etwas teurer ist sogenanntes „Solarsalz“. Es löst sich zu 99,97 Prozent auf und weist somit nur geringe Rückstände auf.

Für besonders große Entkalkungsanlagen wird meist verdunstetes Salz verwendet, weil es so gut wie keine Rückstände produziert.

Wenn Sie Ihr Wasser mit einer Entkalkungsanlage enthärten wollen, müssen Sie mit zusätzlichen Kosten rechnen. Hierzu gehören die Anschaffungskosten für das Gerät selbst, die Kosten für den Einbau sowie die laufenden Kosten für Wartung und Strom.

  • Anschaffungskosten: Eine Wasserenthärtungsanlage ist schon ab 400 Euro erhältlich. Entscheidend für den Preis sind dabei nicht nur Marke und Ausführung, sondern auch die Leistung des Geräts. Soll Wasser für ein Mehrfamilienhaus entkalkt werden, brauchen Sie natürlich eine leistungsstärkere Anlage. Sie können grundsätzlich mit Kosten zwischen 400 und 2.000 Euro rechnen.
  • Stromkosten: Sie können mit ca. 20 bis 30 Euro zusätzlichen Kosten für den Stromverbrauch einer Anlage für ein Einfamilienhaus pro Jahr rechnen.
  • Kosten für Salz: Das Regeneriersalz im Wasserenthärter muss regelmäßig gewechselt werden. Hierfür fallen rund 20 Euro pro Jahr an.
  • Wartung: Für eine Wartung Ihrer Enthärtungsanlage können Sie mit ca. 100 Euro rechnen. Je nach Abnutzung und Nutzungsintensität kann die Wartung alle ein bis drei Jahre erfolgen.

Wichtig ist natürlich, dass Sie den zusätzlichen Kosten auch die Einsparungen durch die Wasserenthärtungsanlage gegenüberstellen müssen. Die Einsparungen machen sich langfristig nicht nur im geringeren Energieverbrauch, sondern auch im geringeren Verbrauch von Waschmittel für die Waschmaschine sowie der geringeren Abnutzung von Wasser nutzenden Elektrogeräten sowie Armaturen bemerkbar.

Fazit

Wasserenthärtungsanlagen können den Energieverbrauch senken und die Lebensdauer von Rohrleitungen sowie Waschmaschinen und anderen Geräten erhöhen. Bevor Sie eine Enthärtungsanlage bei sich einbauen lassen, sollten Sie jedoch Ihre Wasserhärte prüfen lassen.

Ein Fachbetrieb kann Ihnen kompetent dabei helfen, die beste Lösung für die Entkalkung zu finden. Der SHK-Fachbetrieb wird zum Beispiel auch bei der Heizungsinstallation oder beim Nachfüllen des Wassers für die Heizungsanlage prüfen, ob ein höherer Kalkgehalt vorliegt, und kann Ihnen entsprechende Empfehlungen geben.

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