aus 2 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 10/04/2018

Heizungsrohre isolieren – mit wenig Aufwand Energie und Kosten sparen

Wer seine Heizungsrohre isolieren lässt oder selbst isoliert, kann den Energieverbrauch und Energiekosten senken. Worauf es bei der Isolierung ankommt und welche Details Sie beachten müssen, erfahren Sie hier.

Immer wenn es um Energieerzeugung und Energieverbrauch bei Heizungsanlagen geht, bedeutet Isolieren gleichzeitig Sparen. Der wichtigste Grund, um Heizungsrohre zu isolieren, besteht also darin, Energie einzusparen. Damit schonen Sie zum einen die Umwelt, weil Sie bei Verbrennungsheizungen weniger Emissionen freisetzen.

Und zum anderen schonen Sie Ihren Geldbeutel, weil Sie weniger Brennstoff benötigen. Denn durch die Isolierung der Rohre entstehen weniger Wärmeverluste, wenn das Warmwasser für die Heizung transportiert wird. Werden zusätzlich die Rohre für das warme Brauchwasser gedämmt, können Sie auch dort Kosten reduzieren.

Darüber hinaus schreibt die Energieeinsparverordnung (EnEV) vor, dass Heizungsohre, die durch unbeheizte Räume verlaufen, gedämmt werden müssen. In manchen Fällen besteht somit die Pflicht, zu isolieren.

Dämmung mit einfachen Mitteln

Die Dämmung selbst kann mit relativ geringem Aufwand mit Hilfe von Dämmschalen oder Dämmschläuchen aus unterschiedlichen Materialien vorgenommen werden. Somit können Hausbesitzer mit älteren Heizungsanlagen auch nachträglich von einer Dämmung profitieren. Häufig amortisieren sich die Kosten für eine Heizungsrohrisolierung schon nach einer Heizperiode.

Ein Beispiel: Experten schätzen, dass in einem drei Jahrzehnte alten Reihenhaus mit isolierten Heizungsrohren rund 2.000 Kilowattstunden pro Jahr eingespart werden können. Bei einem Preis von rund 7 Cent pro Kilowattstunde Energie mit Heizöl und knapp 6 Cent pro Kilowattstunde mit Gas können mit der geeigneten Isolierung zwischen 120 und 140 Euro pro Jahr eingespart werden.

Bei durchschnittlichen Materialkosten von drei bis fünf Euro pro Meter Dämmmaterial, kann sich die Investition in die Isolierung der Heizungsrohre schon im ersten Jahr lohnen.

Für die Heizungsrohrdämmung bieten sich verschiedene Materialien und Systeme an. Neben Weichschaum gibt es auch Kunststoffrohre sowie Isolierungen aus Mineralwolle. Die Dicke der Dämmung ist gesetzlich vorgeschrieben. Sie muss mindestens dem inneren Rohrdurchmesser entsprechen. Zusätzlich hängt die Dicke der Dämmung davon ab, wie gut das Material Wärme leitet.

Diese Eigenschaft wird bei Dämmmaterial mit Hilfe der Wärmeleitgruppe angegeben. Grundsätzlich gilt bei der Isolierung von Heizungsrohren, dass die Dämmschicht eine Stärke von mindestens 20 Millimetern bei Rohren von bis zu 22 Millimetern Durchmesser haben sollte, wenn ein Dämmmaterial der Wärmeleitgruppe 035 gewählt wird. Sind die Heizungsrohre weiter, muss die Dämmstärke an die Rohrweite angepasst werden.

Diese Isolierungen stehen für Heizungsrohre zur Verfügung

  • Kunststoff:

Diese sehr günstigen Isolierrohre werden aus Polyethylen (PE) oder Polyurethan (PUR) gefertigt und kosten in der Regel zwischen zwei und vier Euro pro laufender Meter. Das Material ist schwer entflammbar. Allerdings ist die Isolierung nicht für Hochtemperaturen geeignet. Das gilt zum Beispiel für Solarthermieleitungen, die Temperaturen von bis zu 160°C erreichen können.

Kunststoffisolierungen werden in der Regel als „Schläuche“ angeboten. Diese verfügen über einen Schlitz sowie selbstklebende Folie. Der Schlauch wird über das Rohr gezogen und anschließend zugeklebt.

Nachteilig an Kunststoffisolierungen ist, dass sie nicht biegsam sind. Somit eignen sich diese Dämmschalen überwiegend für Rohre, die leicht zugänglich sind. Für Biegungen und Ecken müssen Sie spezielle Elemente verwenden. Sind Ihre Heizungsrohre sehr dicht verlegt und führen gleich mehrere Rohre übereinander oder untereinander durch, eignen sich Isolierschalen aus flexiblen Materialien besser.

  • Kautschuk:

Isolierrohre aus Kautschuk (auch Elastomer oder Isopren genannt) werden sowohl aus Naturkautschuk als auch aus künstlichem Kautschuk hergestellt. Mit einem Preis von vier bis fünf Euro pro laufendem Meter ist diese Variante etwas teurer als Kunststoff.

Dafür können Kautschuk-Isolierrrohre gebogen werden und sind somit auch für schwerer zugängliche Heizungsrohre geeignet. Kautschuk-Isolierungen sind robust und widerstehen auch höheren Temperaturen. Erhältlich sind diese Rohre verarbeitungsfertig als selbstklebende Schläuche. Die Verarbeitung ist einfach.

  • Mineralwolle:

Isolierungen für Heizungsrohre aus Mineralwolle sind mit einem Preis zwischen vier und neun Euro pro Meter sicherlich die teuerste Lösung für eine Heizungsrohrisolierung. In der Regel wird Stein- oder Mineralwolle für die Isolierung mit einer Schicht aus Aluminium ummantelt. Diese „Rohre“ werden dann um die Heizungsleitungen gelegt. Die Isolierleistung ist bei Mineralwolle sehr hoch. Das Material wird zum Beispiel auch für Wanddurchführungen oder doppelwandige Edelstahlschornsteine sowie zur Dachdämmung eingesetzt. Von Vorteil ist außerdem, dass das Material nicht brennbar und bis 250°C hochtemperaturbeständig ist. Nachteilig ist, dass Mineralwolle aus kleinen Fasern besteht, die bei der Montage der Isolierung austreten und Juckreiz auslösen können.

Für welche Isolierung Sie sich letztlich entscheiden, hängt vom Verlauf und der Bauweise des vorhandenen Rohrsystems ab. Zudem spielt auch Ihr Budget beim Kauf eine Rolle.

Darauf müssen Sie außerdem bei der Auswahl der Isolierung für Ihre Heizungsrohre achten:

  • Bestehen die Heizungsrohre aus Metall oder Kunststoff? Hiervon wird zum Beispiel die Rohrtemperatur und damit wiederum die Materialauswahl für die Isolierung bestimmt.
  • Welchen Durchmesser haben Schächte oder Installationskanäle? Je nach Durchmesser können Sie nur eine bestimmte Stärke der Isolierschicht auswählen, ohne dafür Schächte anpassen zu müssen.
  • Welche Temperaturunterschiede zwischen Innen- und Außentemperatur können auftreten? Verlaufen die Heizungsrohre auch an Außenwänden oder durch Außenflächen, müssen Sie eine stärkere Isolierung wählen.
  • Wie werden die Heizungsrohre belüftet? Je nach Heizungsrohrsystem kann es vorkommen, dass Wasser an der Oberfläche kondensiert. Bietet die Isolierung keine ausreichende Lüftung, kann sich das Wasser stauen und Schimmel entstehen.

Grundsätzlich besteht in beheizten Räumen von Bestandsimmobilien keine Pflicht, Heizungsrohre zu dämmen. Gemäß EnEV müssen dort jedoch Heizungsrohre in ungeheizten Räumen, zum Beispiel Kellerräumen, isoliert werden.

Seit 2016 gilt jedoch für Neubauten eine Dämmpflicht für Warmwasserleitungen, die in den Zirkulationskreislauf eingebunden sind. Werden Rohre durch Decken oder Wände geführt, muss eine mindestens 50-prozentige Isolation vorgenommen werden. Grenzen Rohre an die Außenluft, ist eine 200-prozentige Isolierung erforderlich. Darüber hinaus muss beim Anbringen der Isolierung auch die Brandschutzklasse der Materialien berücksichtigt werden.

Folgende Tabelle kann gemäß EnEV für die Wahl der Isolierung von Heizungsrohren angewandt werden:

Zeile Art der Leitungen/Armaturen Mindestdicke der Dämmschicht*
1 Innendurchmesser bis 22 mm 20 mm
2 Innendurchmesser über 22 mm bis 35 mm 30 mm
3 Innendurchmesser über 35 mm bis 100 mm gleich Innendurchmesser
4 Innendurchmesser über 100 mm 100 mm
5 Leitungen und Armaturen nach den Zeilen 1 bis 4 in
Wand- und Deckendurchbrüchen, im Kreuzungsbereich
von Leitungen, an Leitungsverbindungsstellen, bei
zentralen Leitungsnetzverteilern
1/2 der Anforderungen
der Zeilen 1 bis 4
6 Wärmeverteilungsleitungen nach den Zeilen 1 bis 4,
die nach dem 31. Januar 2002 in Bauteilen zwischen beheizten Räumen verschiedener Nutzer verlegt werden
1/2 der Anforderungen
der Zeilen 1 bis 4
7 Leitungen nach Zeile 6 im Fußbodenaufbau 6 mm
8 Kälteverteilungs- und Kaltwasserleitungen sowie Armaturen von Raumlufttechnik- und Klimakältesystemen 6 mm

Allgemein kann eine Isolierung von Heizungsrohren auch von handwerklich begabten Hausbesitzern durchgeführt werden. Allerdings ist eine solche Lösung nicht mit der Arbeit eines professionellen SHK-Betriebs zu vergleichen.

Diese Schritte sind erforderlich:

  • Menge des Dämmmaterials ermitteln: Hierfür müssen alle Rohre vermessen werden. Empfohlen ist es dabei, eher auf- als abzurunden. Hindernisse wie Pumpen oder Ventile sowie Ecken und Biegungen müssen mitberücksichtigt werden.
  • Abschalten der Heizung: Damit die Heizungsrohre gedämmt werden können, muss die Anlage ausgeschaltet werden. Eine Isolierung bietet sich deshalb immer außerhalb der Heizperiode an.
  • Zuschnitt der Dämmschalen oder -rohre: Die Isoliermaterialien werden nie komplett passgenau sein. Sie müssen diese deshalb zuschneiden. Wichtig ist dabei, dass die Isolierung trotz Zuschnitts erhalten bleibt. Zu große Lücken können den Dämmeffekt verringern.

Neben dem Dämmmaterial benötigen Sie außerdem Cuttermesser, Klebeband, Isolierband sowie Metermaß. Je nach Material kann auch eine Kunststoffsäge erforderlich sein.

Auf den ersten Blick wirkt es selbst für den Laien wie eine sehr einfache Aufgabe, eine Heizungsrohrisolierung durchzuführen. Wer handwerklich nicht allzu begabt ist und sich mit Materialauswahl sowie Zuschneiden nicht auskennt, sollte lieber davon Abstand nehmen. Für Fachbetriebe gehört die Dämmung und Isolierung zu den täglichen Aufgaben. Dank des Materials ist die Arbeit in der Regel auch sehr schnell erledigt. Somit entstehen für Auftraggeber auch überschaubare Arbeitskosten.

Folgende Vorteile haben Sie, wenn ein Fachbetrieb die Heizungsrohrisolierung übernimmt:

  • Sie können die Arbeitsleistung als haushaltsnahe Dienstleistung in der Regel auch als Privatperson absetzen. Hierfür ist eine Rechnung des Fachbetriebs erforderlich.
  • Sie können bei eventuellen Mängeln Garantie geltend machen.
  • Die Isolierung der Heizungsohre wird optimal auf die vorhandenen baulichen Gegebenheiten abgestimmt, um maximale Effizienz zu erreichen.
  • Sie können die Isolierung zum Beispiel mit einer Erneuerung der Heizungsanlage kombinieren.
  • Wenn Sie die Heizungsrohre im Rahmen einer energetischen Sanierung nach KfW-Vorgaben durchführen, können Sie eine Förderung für die gesamten Maßnahmen beantragen.
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