Das Wichtigste in Kürze:

  • Junkers Gasthermen können, wie auch andere Gasheizungen, nur noch unter Auflagen gekauft werden.
  • Ab 2045 ist das Heizen mit Gas verboten, nur Biogas und Wasserstoff sind erlaubt.
  • Junkers Gasthermen sind aber nicht wasserstofffähig, da sie nicht mehr dem neuesten Stand entsprechen. Seit 2019 wird die Marke Junkers unter der Marke Bosch geführt und weiterentwickelt.
  • Diese neuen Bosch Gasheizungen können mit einer Wasserstoffbeimischung von bis zu 20 % betrieben werden.
  • Aktuell raten Verbraucherschützer von der Anschaffung einer H₂‑ready Gasheizung ab, da es noch zu viele Unklarheiten zur Verfügbarkeit von Wasserstoff gibt.

Sind Junkers Gasthermen jetzt Bosch?

Die Marke Junkers ist schon seit vielen Jahren Teil der Bosch Thermotechnik GmbH. Daher steckt in Junkers Gasthermen nicht nur die bewährte Heiztechnik des über 100 Jahre alten Traditionsunternehmens. Komplettiert werden die Heizungen von Junkers durch die innovative Technologie von Bosch, dem weltweit größten Anbieter von Heizgeräten und Warmwasserbereitern.

Junkers Heizungen zählten jahrelang zu den Premium-Produkten auf dem Markt. Seit 2019 wird Junkers offiziell unter der Marke Bosch geführt. Die Heizgeräte profitieren weiterhin von der Bandbreite und Funktionalität der Junkers Gasthermen, werden im Verkauf jedoch nach und nach durch weiterentwickelte Bosch-Geräte ersetzt.

Junkers Gastherme: Das sagt das Heizungsgesetz

Das Ziel, bis 2045 klimaneutral zu werden, wurde bereits im Klimaschutzgesetz unter der großen Koalition festgelegt. Mit dem reformierten Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die Ampel nun den Weg für den Gebäudesektor vorgelegt. Das neue Heizungsgesetz ist am 1. Januar 2024 in Kraft getreten und hat die sogenannte 65 %-Regel eingeführt. Diese besagt, dass alle neu eingebauten Heizungen mit mindestens 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.

Ab wann das Heizungsgesetz umgesetzt werden muss, ist vom Wohngebiet und der Region abhängig. Die Kommunen sollen im Rahmen des Wärmeplanungsgesetzes (WPG) eine sogenannte kommunale Wärmeplanung entwickeln, wie ihre Gemeinden bis 2045 klimaneutral werden können.

Gem. WPG gelten folgende Fristen:

  • In Neubaugebieten ist das GEG unabhängig von der kommunalen Wärmeplanung bereits am 1. Januar 2024 in Kraft getreten.
  • Für Neu- und Altbauten in Bestandsgebieten ist das Inkrafttreten von der kommunalen Wärmeplanung abhängig. In Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern muss die Wärmeplanung bis Mitte 2026 vorliegen. Kommunen unter 100.000 Einwohnern haben bis spätestens Mitte 2028 Zeit.
  • Das Heizungsgesetz gilt, sobald die kommunale Wärmeplanung abgeschlossen ist. Sollte bis zum Stichtag keine fertige Wärmeplanung vorliegen, gelten die Vorgaben des GEG dennoch.

In der Übergangszeit können Sie weiterhin eine Junkers Gastherme installieren lassen. Dazu müssen Sie sich jedoch kostenpflichtig über die Risiken einer fossilen Heizung sowie die potenzielle Unrentabilität beraten lassen. Die neue Beratungspflicht soll unter anderem sicherstellen, dass Hausbesitzer über mögliche Konflikte mit der anstehenden Wärmeplanung und die stark ansteigenden Betriebskosten in Folge der immer weiter steigenden CO₂-Steuer informiert sind. Aktuell liegt der politisch bestimmte CO₂-Preis bei 45 € pro Tonne. Mit der Einführung des europäischen Emissionshandels für Privatverbraucher ab 2027 orientiert sich der Preis komplett am Markt. Experten rechnen mit hohen Preissprüngen, die bereits 2030 bei 200 bis 300 € pro Tonne liegen können.

Zudem sind Hausbesitzer, die jetzt noch eine Junkers Gastherme einbauen lassen, von der grünen Brennstoffquote betroffen. Dementsprechend müssen ab 2029 alle fossilen Heizungen, die ab 2024 installiert wurden, zu 15 % mit Biobrennstoff betrieben werden. Diese Quote soll schrittweise ansteigen und 2045 100 % betragen. Als Erfüllungsoption kann z. B. Biogas als Brennstoff beigemischt werden. Aber auch die Verwendung von Wasserstoff ist gem. GEG eine Möglichkeit. Dies ist jedoch mit einer Junkers Gastherme nicht möglich, da sie sich nicht für die Verwendung von Wasserstoff als Brennstoff eignet.

Grüne Brennstoffe Pflicht ab 2029 für Gas- und Ölheizungen
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Junkers Gastherme Cerapur hört jetzt auf den Namen Bosch Condens

Eine der beliebtesten Junkers Gasheizungen war das Modell Cerapur. Diese gab es sowohl als bodenstehenden Heizkessel als auch als wandhängende Therme. Unabhängig davon konnten die verschiedenen Modelle mit einem oder ohne einen integrierten Warmwasserspeicher erworben werden. Aktuell gibt es keine neuen Junkers Heizungen mehr zu kaufen. Bei den angebotenen Modellen handelt es sich um Restbestände. Das Nachfolgermodell der Junkers Cerapur ist die Bosch Condens Reihe.

Die Condens-Serie wird von Bosch kontinuierlich weiterentwickelt. Die Technik basiert zwar auf der Cerapur-Serie von Junkers, hat jedoch einige neue Features. So sind alle neuen Condens-Modelle, die nach 2021 produziert wurden, „Hybrid-Ready“. Durch eine einfache Umrüstung mit einem Hybrid-Anschluss-Set ist die Kombination mit erneuerbaren Energien wie z. B. einer Wärmepumpe möglich. Zudem sind die neueren Condens-Modelle bereits für eine Wasserstoffbeimischung von bis zu 20 % zertifiziert.

Darum raten Verbraucherschützer von sogenannten H₂-ready-Gasheizungen ab

Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) stuft die Verwendung von Wasserstoff als Brennstoff für Gasthermen und Gasheizungen als klimaneutrale Alternative ein. Die Regierung hat mit dieser Entscheidung vor allem von Verbraucherschützern viel Kritik erhalten. Denn langfristig könnte die Anschaffung einer solchen Heizung für Hausbesitzer teuer werden.

Experten sehen insbesondere die mangelnde Kommunikation zu Kosten und Verfügbarkeit von Wasserstoff kritisch. Die Herstellung von wirklich klimafreundlichem Wasserstoff ist nicht nur aufwendig, sondern auch sehr teuer. Einschätzungen zufolge wird Wasserstoff bis 2030, wahrscheinlich sogar eher bis 2045, keine wirkliche Rolle im Gebäudesektor spielen. Selbst wenn ausreichend Wasserstoff zur Verfügung stehen sollte, werden die Kosten für Privatverbraucher sehr hoch sein.

In einer Stellungnahme des Bundesverbands der Verbraucherzentrale heißt es, dass „die Nutzung von Wasserstoff kurz- und mittelfristig keine Alternative zum Hochlauf von Wärmepumpen und zum Ausbau der Wärmenetze darstellt.“

Quelle: Bundesverband der Verbraucherzentralen und Verbraucherverbände – „Wasserstoff darf keine Kostenfalle für private Haushalte werden.

Was kostet eine Junkers Gastherme?

Junkers Gasthermen sind mit Preisen zwischen 1.300 und 6.000 € in der Anschaffung vergleichsweise günstig. Hinzu kommen die Kosten für die Montage und Installation. Insgesamt kann eine Gastherme inkl. Installation bis zu 15.500 € kosten. Eine staatliche Heizungsförderung für Junkers Gasthermen gibt es wie auch für andere Gasheizungen nicht mehr. Auch nicht, wenn Sie ihre Gastherme mit erneuerbaren Energien wie z. B. einer Solarthermieanlage kombinieren. In diesem Fall erhalten Sie lediglich eine Förderung auf den erneuerbaren Anteil.

Zum Vergleich: Für moderne und klimafreundliche Heizsysteme wie die Wärmepumpe ist hingegen eine Förderung von bis zu 80 % möglich. Mit diesen hohen Zuschüssen sind Wärmepumpen inkl. Installation bereits ab 8.700 € erhältlich und damit nicht mehr teurer als eine neue Gasheizung.

Auch in puncto Betriebskosten überzeugt die Gastherme nicht im Vergleich zur Wärmepumpe. Setzen Sie weiterhin auf Gas, steigen die Betriebskosten immer weiter an. Das liegt vor allem, wie bereits erwähnt, an der CO₂-Steuer und dem kommenden Emissionshandel. Wärmepumpen hingegen sind rund viermal effizienter als konventionelle Gasheizungen. Diese haben meist einen Wirkungsgrad von 100 %, Wärmepumpen können je nach Modell und Wärmequelle einen Wirkungsgrad von 300 bis 500 % aufweisen. So sparen Sie mit einer Wärmepumpe nicht nur bis zu 30 % Ihrer Betriebskosten, sondern bleiben dank des emissionslosen Betriebes auch von der CO₂-Steuer bzw. dem kommenden Emissionshandel verschont.

Fazit: Lohnt es sich noch, eine Junkers Gastherme zu kaufen?

Wenn sich Hausbesitzer für eine neue Junkers Gastherme entscheiden, ist meist der günstige Anschaffungspreis das ausschlaggebende Argument. Wie der Kostenvergleich jedoch gezeigt hat, sind Wärmepumpen dank der hohen Heizungsförderung inzwischen oft nicht mehr teurer als eine konventionelle Gastherme oder Gasheizung.

Auch bei den Betriebskosten sparen Sie mit dem Austausch Ihrer Gastherme durch eine Wärmepumpe bis zu 30 %. Steht ohnehin ein Heizungswechsel an, lohnt es sich langfristig, direkt auf die Wärmepumpe zu setzen. Das klimafreundliche Heizsystem erfüllt bereits jetzt und auch in Zukunft alle Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).

Aus diesem Grund haben wir uns bei thermondo dazu entschlossen, keine Gasthermen und Gasheizungen mehr zu verkaufen. Diese Entscheidung haben wir nicht aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen getroffen, sondern aus der Überzeugung heraus, dass eine Wärmepumpe in den meisten Fällen die beste Alternative zur Gasheizung ist. Denn Studien haben längst gezeigt, dass Wärmepumpen auch Altbauten effizient beheizen können. Ausschlaggebend ist nicht das Alter eines Gebäudes, sondern eine gute Planung sowie die fachkundige und sorgfältige Installation der Wärmepumpe.

Quelle: Fraunhofer-Institut (2014 - 2019), WPsmart im Bestand: Wärmepumpenfeldtest – Fokus Bestandsgebäude und smarter Betrieb

FAQ - Häufig gestellte Fragen zur Junkers Gastherme

Sind Junkers Gasthermen und Bosch Gasheizungen identisch?

Ja, Junkers gehört seit vielen Jahren zur Bosch Thermotechnik GmbH und wird seit 2019 komplett unter der Marke Bosch vertrieben. Die bewährte Technik wurde dabei weiterentwickelt:

  • Die beliebte Junkers Cerapur Reihe wurde durch die moderne Bosch Condens Serie ersetzt.
  • Neue Bosch-Modelle (ab 2021) sind „Hybrid-Ready“ und lassen sich einfach mit einer Wärmepumpe kombinieren.
  • Im Handel sind Junkers-Geräte heute meist nur noch als Restbestände zu finden.
Darf ich 2026 noch eine neue Junkers oder Bosch Gastherme einbauen?

Ja, die Installation ist unter bestimmten Bedingungen noch erlaubt, unterliegt aber strengen Auflagen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Beachten Sie dabei folgende Punkte:

  • Es besteht eine kostenpflichtige Beratungspflicht, die über die Unrentabilität fossiler Brennstoffe aufklärt.
  • In Kommunen mit über 100.000 Einwohnern greift die 65 %-Regel für erneuerbare Energien bereits ab Mitte 2026.
  • Ab 2029 müssen solche Heizungen zu mindestens 15 % mit Biobrennstoffen betrieben werden.
Sind Junkers Gasthermen für den Betrieb mit Wasserstoff geeignet?

Nein, klassische Junkers Gasthermen entsprechen nicht dem neuesten Stand und sind nicht wasserstofffähig. Bei den neuen Bosch-Modellen sieht es anders aus:

  • Diese sind für eine Wasserstoffbeimischung von 20 % zertifiziert.
  • Verbraucherschützer raten aktuell jedoch von „H₂-ready“-Heizungen ab, da die Verfügbarkeit und die Kosten von Wasserstoff für Privatkunden bis 2045 völlig unklar sind.
Wie hoch sind die Anschaffungs- und Montagekosten einer Gastherme?

Eine Gastherme kostet in der reinen Anschaffung zwischen 1.300 € und 6.000 €, doch die Gesamtkosten sind deutlich höher:

  • Die Gesamtsumme kann bis zu 15.500  betragen.
  • Es gibt keine staatliche Förderung für den Kauf von Gasheizungen.
  • Im Vergleich dazu kostet eine hocheffiziente Wärmepumpe nach Abzug der staatlichen Förderung (bis zu 80 %) oft nur noch rund 8.700 €.
Warum wird vom Kauf einer neuen Gastherme abgeraten?

Die niedrigen Anschaffungskosten werden durch stark ansteigende Betriebskosten und regulatorische Risiken zunichtegemacht. Die Hauptgründe für die Warnungen der Experten sind:

  • CO₂-Steuer: Ab 2027 orientiert sich der Preis am Markt (Emissionshandel), was zu massiven Preissprüngen führen wird.
  • Effizienz: Gasheizungen haben einen Wirkungsgrad von ca. 100 %, während Wärmepumpen 300 bis 500 % erreichen.
  • Zukunftssicherheit: Mit einer Wärmepumpe sparen Sie bis zu 30 % der Betriebskosten und erfüllen alle Klimavorgaben ohne teure Bio-Gas-Quoten.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.