Sind Junkers Gasthermen jetzt Bosch?
Die Marke Junkers ist schon seit vielen Jahren Teil der Bosch Thermotechnik GmbH. Daher steckt in Junkers Gasthermen nicht nur die bewährte Heiztechnik des über 100 Jahre alten Traditionsunternehmens.
Komplettiert werden die Heizungen von Junkers durch die innovative Technologie von Bosch, dem weltweit größten Anbieter von Heizgeräten und Warmwasserbereitern.
Junkers Heizungen zählten jahrelang zu den Premium-Produkten auf dem Markt. Seit 2019 wird Junkers offiziell unter der Marke Bosch geführt. Die Heizgeräte profitieren weiterhin von der Bandbreite und Funktionalität der Junkers Gasthermen, werden im Verkauf jedoch schrittweise durch weiterentwickelte Bosch-Geräte ersetzt.
Junkers Gastherme: Das sagt das „Heizungsgesetz“
Sie dürfen eine Junkers Gastherme weiterhin einbauen lassen. Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), welches die Novellierung des als „Heizungsgesetz“ bekannten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ist.
Durch die Novellierung ist die Vorgabe entfallen, dass neu eingebaute Heizungen ab spätestens 2028 zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. Wer eine neue fossile Heizung einbaut, muss sich stattdessen an gestaffelt steigende Vorgaben für klimafreundliche Brennstoffe halten.
Bio-Treppe statt 65 %-Regel: Für Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 eingebaut werden, gilt ab 2029, dass mindestens 10 % der Wärme aus Biomethan, Bioöl oder grünem, blauem, orangem oder türkisem Wasserstoff stammen müssen. Diese Quote steigt stufenweise – auf 15 % ab 2030, 30 % ab 2035 und 60 % ab 2040.
Zusätzlich soll eine sogenannte Grüngasquote eingeführt werden. Diese besagt, dass Inverkehrbringer von fossilen Brennstoffen ihr Angebot ab 2045 vollständig auf klimaneutrale Alternativen umstellen müssen. Wie genau die Quote aussieht, ist noch unklar. Den genauen Verlauf soll ein Gesetz regeln, das bis zum 1. Dezember 2026 vorgelegt wird. Der Eckpunkteplan des GModG sah einen Start 2028 bei 1 % vor.
Für Ihre Junkers Gastherme heißt das: Biomethan aus dem Erdgasnetz lässt sich technisch betrachtet problemlos beimischen, Wasserstoff dagegen nicht. Das Gerät ist nicht auf Wasserstoff ausgelegt.
Aus wirtschaftlicher Sicht erweist sich die Regelung zur Beimischung biogener Brennstoffe jedoch als Risiko für Verbraucher. Da diese nur begrenzt verfügbar und sehr kostspielig sind, kann eine ausreichende und bezahlbare Versorgung von Privathaushalten bislang nicht garantiert werden.
Neben der Bio-Treppe macht auch die steigende CO₂‑Steuer die Abhängigkeit von Gas zum Kostenrisiko. Aktuell liegt der politisch bestimmte CO₂-Preis in einem Korridor von 55–65 €/t CO₂.
Mit der Ausweitung des europäischen Emissionshandels auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ab 2028 orientiert sich der Preis zukünftig komplett am Markt. Experten rechnen daher mit hohen Preissprüngen, die bereits 2030 bei 200–300 €/t liegen können.
Da außerdem immer mehr Haushalte von einer Gasheizung auf fossilfreie Heizsysteme wie die Wärmepumpe umsteigen, verteilen sich die Fixkosten des Gasnetzes auf immer weniger Haushalte. Dadurch erhöhen sich die anteiligen Kosten für die verbleibenden Haushalte enorm.
Der Einbau einer Gastherme ist rechtlich also weiterhin möglich, erweist sich jedoch als zunehmend unwirtschaftlich.
Junkers Gastherme Cerapur hört jetzt auf den Namen Bosch Condens
Eine der beliebtesten Junkers Gasheizungen war das Modell Cerapur. Diese gab es sowohl als bodenstehenden Heizkessel als auch als wandhängende Therme. Unabhängig davon konnten die verschiedenen Modelle mit oder ohne einen integrierten Warmwasserspeicher erworben werden.
Aktuell gibt es keine neuen Junkers Heizungen mehr zu kaufen. Bei den angebotenen Modellen handelt es sich um Restbestände. Das Nachfolgermodell der Junkers Cerapur ist die Bosch Condens Reihe.
Die Condens-Serie wird von Bosch kontinuierlich weiterentwickelt. Die Technik basiert zwar auf der Cerapur-Serie von Junkers, hat jedoch einige neue Features. So sind alle neuen Condens-Modelle, die nach 2021 produziert wurden, „Hybrid-Ready“.
Durch eine einfache Umrüstung mit einem Hybrid-Anschluss-Set ist die Kombination mit erneuerbaren Energien wie z. B. einer Wärmepumpe möglich. Zudem sind die neueren Condens-Modelle bereits für eine Wasserstoffbeimischung von bis zu 20 % zertifiziert.
Was kostet eine Junkers Gastherme?
Junkers Gasthermen sind mit Preisen zwischen 1.300 und 6.000 € in der Anschaffung vergleichsweise günstig. Hinzu kommen die Kosten für die Montage und Installation. Insgesamt kann eine Gastherme inkl. Installation bis zu 15.500 € kosten.
Eine staatliche Heizungsförderung für Junkers Gasthermen gibt es wie auch für andere Gasheizungen nicht mehr. Auch nicht, wenn Sie ihre Gastherme mit erneuerbaren Energien wie einer Solarthermieanlage kombinieren. In diesem Fall erhalten Sie lediglich eine Förderung auf den erneuerbaren Anteil.
Zum Vergleich: Für moderne und klimafreundliche Heizsysteme wie die Wärmepumpe gibt es eine Förderung von bis zu 80 %. Mit diesen hohen Zuschüssen sind Wärmepumpen inkl. Installation bereits ab 8.700 € erhältlich und damit nicht mehr teurer als eine neue Gasheizung.
Auch in puncto Betriebskosten überzeugt die Gastherme nicht im Vergleich zur Wärmepumpe. Setzen Sie weiterhin auf Gas, steigen die Betriebskosten immer weiter an.
Das liegt vor allem an der Bio-Treppe, der CO₂-Steuer und den steigenden Netzentgelten. Wärmepumpen hingegen sind rund 4-mal effizienter als konventionelle Gasheizungen. Gasheizungen haben meist einen Wirkungsgrad von bis zu 100 %. Der Wirkungsgrad von Wärmepumpen beträgt je nach Modell und Wärmequelle 300–500 %.
So sparen Sie mit einer Wärmepumpe nicht nur bis zu 45 % Ihrer Betriebskosten, sondern bleiben dank des emissionslosen Betriebes auch von der CO₂-Steuer bzw. den Folgen der kommenden Ausweitung des Emissionshandels verschont.
Fazit: Lohnt es sich noch, eine Junkers Gastherme zu kaufen?
Nein, die Anschaffung einer Junkers Gastherme oder einer anderen Gasheizung wird zunehmend zu einer Kostenfalle. Wenn sich Hausbesitzer für eine neue Junkers Gastherme entscheiden, ist meist der günstige Anschaffungspreis das ausschlaggebende Argument.
Allerdings sind Wärmepumpen dank der hohen staatlichen Förderung inzwischen oft nicht mehr teurer als eine konventionelle Gastherme oder Gasheizung.
Zudem sparen Sie durch eine Wärmepumpe bis zu 45 % der Betriebskosten gegenüber einer Gasheizung. Dieser Betriebskostenvorteil der Wärmepumpe wird sich in Zukunft noch vergrößern, wenn die Bio-Treppe, der steigende CO₂‑Preis sowie steigende Netzentgelte den Gaspreis weiter erhöhen.
Steht ohnehin ein Heizungswechsel an, lohnt es sich langfristig, direkt auf die Wärmepumpe zu setzen. Das klimafreundliche Heizsystem erfüllt bereits jetzt und auch in Zukunft alle Vorgaben des GModG.
Aus diesem Grund haben wir uns bei thermondo dazu entschlossen, keine Gasthermen und Gasheizungen mehr zu verkaufen. Diese Entscheidung haben wir nicht aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen getroffen, sondern aus der Überzeugung heraus, dass eine Wärmepumpe in den meisten Fällen die beste Alternative zur Gasheizung ist.
Denn Studien haben längst gezeigt, dass Wärmepumpen auch Altbauten effizient beheizen können. Ausschlaggebend ist nicht das Alter eines Gebäudes, sondern eine gute Planung sowie die fachkundige und sorgfältige Installation der Wärmepumpe.
Quelle: Fraunhofer-Institut (2014–2019), WPsmart im Bestand: Wärmepumpenfeldtest – Fokus Bestandsgebäude und smarter Betrieb
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Junkers Gastherme
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.