Blogparade: Definition Wärmewende

Neben dem Thema Heizungen und Energiewende, ist die Wärmewende Dreh- und Angelpunkt dieses Blogs. Schließlich ist die Energiewende ohne eine Wärmewende gar nicht machbar. Die öffentliche Debatte zum Thema Energiewende suggeriert uns leider etwas anderes. Immer hört man nur vom Strom und der EEG-Umlage, aber dass für Wärme und Verkehr viel mehr Energie verbraucht wird, liest man selten. In der Tat werden in Deutschland nur etwa 23 % der Energie als Strom konsumiert, der Rest entfällt auf Heizung (52 %) und Kraftstoffe für Fahrzeuge (24 %). Damit sollte doch eigentlich dem Wärmesektor die größte Aufmerksamkeit zukommen.

Woran hapert es denn eigentlich? Eine wichtige Frage, die ich von Cornelia Daniel-Gruber von Ecoquent-Positions aufgegriffen habe. Sie hat zur Blogparade rund um das Thema Wärmewende aufgerufen. Hier schließen wir uns mit diesem Beitrag gerne an und bemühen uns vorab auch, wie gewünscht, um eine Definition der Wärmewende.

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Was steckt eigentlich hinter dem Begriff Wärmewende?

Einige Definitionen gibt es im Rahmen dieser Blogparade bereits, die ich alle sehr treffend finde. Meine Definition ist, indirekt anknüpfend an bisherige Definitionen dieser Blogparade von Ecoquent Positions, Silke Thole  vom enbausa-Blog und Annett Maschke von solar-wissen.net, die folgende:

Die Wärmewende beschreibt den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung im Wärmesektor. Hierzu gehört nicht nur eine Wende hin zu energieeffizienterer Heiztechnik und Gebäudedämmung, sondern auch die Sensibilisierung der Bevölkerung für einen bewussteren Umgang mit Wärmeenergie.

Für mich beinhaltet eine nachhaltige Wärmeversorgung nicht nur den Umstieg auf klimaverträgliche Energiequellen. Sie sollte auch sozial und ökonomisch sinnvoll sein. Dazu gehört für mich:

  • ein breites Spektrum von Energiequellen, um einseitige Abhängigkeiten zu verhindern
  • der Umstieg von endlichen (fossilen) Energieträgern auf „unendliche“ (regenerative) Energieträger, um eine langfristige Versorgung zu gewährleisten
  • der Wechsel vom Energieimport hin zur regionalen Energieerzeugung, um unabhängig von externen Preisen und Ressourcen zu sein und somit Preisschwankungen und Lieferengpässen zu entgehen

Und woran hapert es denn jetzt mit der Wärmewende?

Tja, die Wärmewende kommt nicht so richtig in Gang, obwohl allein schon in den Privathaushalten ein riesiges Einsparpotenzial durch Heizungsmodernisierung und energetische Sanierung schlummert. Das haben wir hier im Blog schon des Öfteren deutlich gemacht. Aber woran liegt es?

Ich stimme Solar-Wissen und Enbausa zu, die erstens eine schlechte Informationsdarstellung kritisierten und zweitens die höhere Komplexität des Wärmemarktes als Hindernis sehen. Daran würde ich anknüpfen: Der Wärmemarkt ist anders strukturiert als der Strommarkt. Ein großes Einsparpotenzial steckt hier nämlich in den Privathaushalten. Das heißt, bei der Wärmewende sind die Privathaushalte noch stärker mit eigenen Investitionen in ihr Eigenheim gefordert. Die Stromwende hingegen findet aus meiner Sicht vermehrt im öffentlichen Raum statt und der Staat hat hier bessere Möglichkeiten zu steuern und zu regulieren. Da wurde mit der EEG-Umlage auch hauptsächlich ein Anreiz für Unternehmen geschaffen, die erneuerbaren Strom produzieren. Privatkonsumenten sind davon nur indirekt durch höhere Strompreise betroffen, bei der Wärmewende hingegen müssen die Bürger derzeit viel proaktiver mitgestalten.

Besitzer von Ein- und Zweifamilienhäusern müssen nämlich selbst initiativ werden, um eine Sanierung oder Modernisierung vornehmen. Zwar gibt es da schon einige Anreiz- und Förderprogramme, aber für Privatpersonen ist das schon ein Riesenprojekt – zeitlich und finanziell. Da fehlt es auch an Transparenz, wann sich die Kosten einer solchen Investition amortisieren. Gerade über Wärmedämmung wird in vielen Medien derzeit sehr negativ berichtet (siehe auch meinen Blogpost hierzu), was zusätzlich abschreckt.

Aus meiner Sicht muss die Wärmewende für Privathaushalte sozialverträglich und finanziell machbar sein. Potentielle Ersparnisse müssen transparent gemacht werden und die Fördermöglichkeiten noch besser kommuniziert werden, damit Wärme neben Strom auf der Agenda bestehen kann.

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