Fünf Fakten zu erneuerbaren Energien

Fakten, Fakten, Fakten verspricht eine übersichtliche Broschüre mit den wichtigsten Daten zur Energiewende. Dieses wirklich nette Nachschlagewerk der Agentur für erneuerbare Energien ermöglicht ruck-zuck einen Überblick über den aktuellen Stand der Dinge in Sachen CO2-Reduktion in aus zahlreichen Quellen recherchierten Zahlen.

Erschreckend. Erst kürzlich haben wir uns in einem anderen Beitrag mit einer Studie des BDH beschäftigt, die angab, dass 17 % aller Heizungen im Wohnungssektor mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Legt man die traurigen neun Prozent Anteil erneuerbarer am Wärmeverbrauch daneben, könnte es die Schlussfolgerung nahe legen, dass ein gewaltiger Modernisierungsstau in öffentlichen Gebäuden und Unternehmen herrscht.

Außerdem lässt es die Frage aufkommen, welchen Anteil erneuerbare Energien beim Heizen tatsächlich abdecken können. Erneuerbare Energien werden nämlich in vielen Fällen nicht als Vollheizung sondern im bivalenten Betrieb mit fossilen Energieträgern verwendet. Beispiel: Bei wirtschaftlichen Solarthermieanlagen (Trinkwasser + Heizung) geht man von einer Heizleistung von um die 35 Prozent aus - die verbleibenden 65 Prozent Wärmeerzeugung geschieht durch einen Heizkessel.

Schön zu hören: Bis 2050 kann 100 Prozent auf regenerative Stromerzeugung umgestellt werden. Nicht nur das Umweltbundesamt, das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen kommen zu diesem Schluss. Windkraft wird in allen Szenarien die wichtigste Komponente der Energiegewinnung sein.

Klingt erstmal unfair. Die Energiewende geht demnach zulasten der Verbraucher. Umgekehrt zahlen Unternehmen im internationalen Vergleich relativ hohe Strompreise und nicht selten hört man in diesem Zusammenhang Argumente wie Wettbewerbsfähigkeit, Sicherung der Arbeitsplätze, etc. Gern wird die EEG-Umlage verteufelt, allerdings muss man sich auch die Frage stellen, wie viel der Strom eigentlich ohne EEG-Umlage kosten würde? Immernoch viel! Mangelnder Wettbewerb in der Energiewirtschaft und steigende Brennstoffpreise spielen schließlich auch eine Rolle.

93 Prozent der Deutschen halten den verstärkten Ausbau erneuerbarer Energien für wichtig oder sehr wichtig. Zugegebenermaßen stammt diese Zahl aus dem vergangenen Herbst und sagt natürlich erstmal wenig über eine Bereitschaft zur Verhaltensänderung oder Akzeptanz gegenüber höheren Strompreisen aus.

Der eine oder andere steht nach einer gefühlt ewig andauernden Debatte zur EEG-Gesetzesänderung dem ganzen nun sicherlich etwas skeptischer gegenüber. Doch 93 Prozent sind auch kein Pappenstiel - die Zahl zeugt auch von einem lebhaften gesellschaftlichen Umweltdiskurs in Deutschland.

148 Mio Tonnen CO² wurden 2013 durch erneuerbare Energien eingespart, ebensoviel CO² wie jährlich durch den deutschen Verkehrssektor verursacht werden. Im Vergleich zu 1990 konnten die Emmissionen bereits um ein Sechstel reduziert werden, bis 2050 soll er nocheinmal zumindestens 75 Prozent reduziert werden. Pro Kopf “produziert” der Deutsche im übrigen durchschnittlich ca. 11 Tonnen CO² jährlich.

Quellen:

Zum pdf-Download (109KB)


Profilfoto Sebastian

Sebastian ist Autor dieses Artikels und Experte für Heizsysteme. Außerdem beschäftigt er sich mit aktuellen Themen rund um die Wärmewende. Helfen Sie Sebastian, den Artikel zu verbessern und geben Sie Ihre Bewertung ab.

Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?

Weitere Artikel zum Thema Blickpunkt Wärmewende