- Was ist Solarthermie und wie funktioniert sie?
- Welche Arten von Solarkollektoren gibt es?
- Was kostet eine Solarthermieanlage?
- Welche Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen?
- Ist Solarthermie 2026 noch erlaubt und gefördert?
- Solarthermie vs. Wärmepumpe mit Photovoltaik
- Wie pflege ich eine Solarthermieanlage richtig?
- Fazit zum Thema Solarthermie
- FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Solarthermie
- Mit thermondo zur Wärmepumpe wechseln
Was ist Solarthermie und wie funktioniert sie?
Solarthermie wandelt Sonnenenergie in Wärme um. Kollektoren auf dem Dach erhitzen ein Trägermedium. Ein Wärmetauscher gibt diese Energie an Ihr Heizungswasser oder Trinkwasser weiter. Ein Pufferspeicher hält die Wärme vor, wenn die Sonne gerade nicht scheint.
In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung ganzjährig nicht aus, um allein mit Solarthermie zu heizen. Im Frühling und Sommer lässt sich das Warmwasser aber fast vollständig solar erzeugen. In der Praxis kombinieren Hausbesitzer die Anlage deshalb meist mit einer zweiten Heizung, häufig einer bestehenden Öl- oder Gasheizung.
Der Aufbau einer Solarthermieanlage folgt dabei immer demselben Prinzip aus Kollektor, Rohrleitung und Speicher, auch wenn sich Bauweise und Hersteller unterscheiden. Wie groß der Solarspeicher ausfallen muss, hängt vom täglichen Warmwasserbedarf im Haushalt ab.
Wer ausschließlich Warmwasser mit Solar erzeugen will, kommt mit einer kleineren Kollektorfläche aus als bei zusätzlicher Heizungsunterstützung.
Welche Solarkollektoren gibt es?
Am Markt haben sich zwei Kollektortypen durchgesetzt: Flachkollektoren sind günstiger und lassen sich kompakt ins Dach integrieren, ihr Wirkungsgrad liegt bei bestmöglicher Ausrichtung bei rund 80 %. Röhrenkollektoren erreichen bis zu 90 %, benötigen dafür aber höhere Anschaffungskosten.
Flachkollektoren bestehen aus einer Glasabdeckung über einem Absorber, durch den das Trägermedium fließt. Sie verlieren etwas mehr Wärme über Rahmen und Gestell als die Alternative.
Röhrenkollektoren isolieren den Absorber im Vakuum einer Glasröhre und benötigen dadurch rund 20 % weniger Fläche für dieselbe Wärmeleistung. Sie lassen sich aber in der Regel nicht ins Dach einlassen, sondern nur aufmontieren. Welcher Kollektortyp zu Ihrem Dach passt, klärt am besten ein Fachbetrieb vor Ort.
Was kostet eine Solarthermieanlage?
Eine Solarthermieanlage kostet zwischen 4.000 und 14.000 €. Die Spanne hängt vor allem davon ab, ob die Anlage nur Warmwasser erzeugt oder zusätzlich die Heizung unterstützt.
Für reines Warmwasser reichen 1–1,5 m² Kollektorfläche pro Person, mit Heizungsunterstützung werden daraus schnell 3–4 m². Je schlechter die Dämmung des Hauses, desto größer muss die Kollektorfläche ausfallen.
Bei den Solarthermie-Kosten schlagen neben den Kollektoren vor allem Montage, Verrohrung und der Pufferspeicher zu Buche. Wer Solarthermie kaufen möchte, sollte mehrere Angebote vergleichen, denn die Preise unterscheiden sich je nach Fachbetrieb und Region deutlich.
Welche Voraussetzungen muss mein Haus erfüllen?
Entscheidend sind Dachausrichtung, Neigungswinkel und Verschattung. Ideal ist eine unverschattete Dachfläche mit Ausrichtung nach Süden. Zusätzlich braucht die Anlage ein zweites Heizsystem für sonnenarme Monate und einen Pufferspeicher.
Fällt Schatten von Nachbarhäusern, Schornsteinen, Antennen oder Bäumen auf die Kollektoren, sinkt der Ertrag spürbar. Die passende Kollektorfläche richtet sich nach Wärmebedarf, Kollektortyp und Standort.
Im Idealfall deckt Solarthermie 50–60 % des jährlichen Warmwasserbedarfs und rund 30 % der Heizungsleistung, Fachleute sprechen hier vom „solaren Deckungsgrad“. Ob sich die Investition an Ihrem Gebäude auszahlt, hängt stark von Dachausrichtung, Kollektorfläche und den Preisen der bisherigen Heizenergie ab.
Gut zu wissen: Die Wirtschaftlichkeit einer Solarthermieanlage verbessert sich mit jedem Jahr steigender Öl- und Gaspreise.
Ist Solarthermie 2026 noch erlaubt und gefördert?
Ja, Solarthermie zählt zu den neun frei wählbaren Heizoptionen nach dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Seit dem 29. Juli 2026 gilt keine feste Mindestquote für erneuerbare Energien mehr. Gefördert wird Solarthermie meist im Systemverbund, etwa in Kombination mit einer Wärmepumpe, über die BEG-Heizungsförderung.
Bis Juli 2026 galt nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) noch die Vorgabe, dass eine neue Heizung mindestens 65 % ihrer Wärme aus erneuerbaren Energien decken musste. Diese Pflicht ist mit dem GModG vollständig entfallen.
Seitdem können Eigentümer beim Heizungstausch frei zwischen neun Optionen wählen, darunter eine solarthermische Anlage oder eine EE-Hybridheizung aus Solarthermie und einer zweiten Heizquelle.
Wer nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung einbaut, muss ab 2029 einen steigenden Anteil biogener Brennstoffe wie Biogas oder Bio-Heizöl nutzen.
Eine ergänzende Solarthermieanlage kann diese Vorgabe alternativ erfüllen. Für Eigentümer mit einer bestehenden fossilen Heizung ist das eine der Situationen, in denen sich eine Nachrüstung mit Solarthermie konkret lohnen kann.
Ob und in welcher Höhe die Solarthermie in Ihrem konkreten Fall gefördert wird, hängt vom Systemverbund und der Fördersituation zum Zeitpunkt Ihrer Antragstellung ab. Die Heizungsförderung über die BEG ändert sich mit jeder Reform der Fördersätze, zuletzt zum 21. Juli 2026.
Gut zu wissen: Deutlich häufiger gefördert wird die Kombination von Solarthermie und Wärmepumpe, weil dabei das gesamte Heizsystem als Einheit in die BEG-Förderung fällt.
Lohnt sich Solarthermie noch, oder ist eine Wärmepumpe mit Photovoltaik die bessere Wahl?
Für eine bestehende Öl- oder Gasheizung kann Solarthermie die Warmwasserkosten spürbar senken. Als alleinige oder besonders klimafreundliche Lösung reicht sie aber nicht aus. Wer die Heizung ohnehin tauscht, kombiniert die kostenlose Sonnenenergie heute meist über eine Photovoltaikanlage mit einer Wärmepumpe.
Vorteile von Solarthermie: langlebige und erprobte Technik, im Sommer meist ausreichend für die komplette Warmwassererzeugung, spürbare Einsparung bei Heizkosten und CO₂‑Ausstoß in Kombination mit einer fossilen Heizung.
Nachteile von Solarthermie: funktioniert nicht als alleinige Heizung, die Wärmeerzeugung hängt direkt von der Sonneneinstrahlung ab, nicht jede Dachfläche ist geeignet.
Mit Solarthermie sind bei einer Kombination mit Gasheizung oder Ölheizung Einsparungen von bis zu 60 % bei der Warmwasserbereitung möglich, bei solarer Heizungsunterstützung kommen noch einmal bis zu 25 % dazu.
Ob sich das Nachrüsten einer bestehenden Ölheizung mit Solarthermie heute noch lohnt, hängt stark vom Alter der Bestandsanlage und der geplanten Nutzungsdauer ab.
Bauen Sie neu oder tauschen Sie die Heizung komplett, lohnt der Blick auf die Alternative: Eine Wärmepumpe erfüllt die Anforderungen des GModG bereits allein und erhält die höchste BEG-Förderung.
Die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik erzeugt den benötigten Strom direkt auf dem eigenen Dach und macht Sie zusätzlich unabhängiger von schwankenden Strompreisen.
Der Unterschied zwischen Photovoltaik und Solarthermie liegt im Ergebnis: Photovoltaik liefert Strom für das ganze Haus, Solarthermie ausschließlich Wärme für Warmwasser und Heizung. Für die reine Warmwasserbereitung schneidet die Wärmepumpe gegenüber Solarthermie meist effizienter ab, weil sie unabhängig von Tageslicht und Jahreszeit arbeitet.
Mit thermondo erhalten Sie Ihre Wärmepumpe wahlweise im Bundle mit Photovoltaik, sodass Sie den selbst erzeugten Sonnenstrom direkt für Warmwasser und Heizung nutzen.
Wie pflege ich eine Solarthermieanlage richtig?
Solarthermieanlagen brauchen wenig Wartung, weil Kollektoren und Rohrsystem sehr langlebig sind. Sinkt der Ertrag spürbar, liegt das häufig an zu niedrigem Systemdruck. Vor dem Winter lohnt sich ein Blick auf Frostschutzmittel und Entlüftung.
Eine regelmäßige Sichtprüfung reicht in der Regel aus, um Verschmutzungen oder undichte Stellen früh zu erkennen. Bei der Solarwartung prüft der Fachbetrieb vor allem Systemdruck, Solarflüssigkeit und die Dichtigkeit der Anschlüsse.
Verliert das System Druck, hilft meist das Entlüften der Solaranlage. Im Winter sinkt der Ertrag naturgemäß deutlich, weshalb Solarthermie im Winter fast immer auf ein zweites Heizsystem angewiesen ist.
Fazit
Solarthermie bleibt nach dem GModG eine gesetzlich anerkannte Heizoption und eignet sich besonders dort, wo eine bestehende Öl- oder Gasheizung die Warmwasserkosten senken soll.
Für einen kompletten Heizungstausch oder den Neubau schneidet die Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik heute meist wirtschaftlicher und förderfähiger ab. Prüfen Sie vor der Entscheidung Dachfläche, Bestandsheizung und die für Sie infrage kommende Förderung konkret durch.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Mit thermondo zur Wärmepumpe wechseln
Mit dem thermondo-Komplettpaket erhalten Sie alles aus einer Hand: Beratung, Planung und Installation Ihrer neuen Wärmepumpe. Auf Wunsch kombinieren wir sie mit einer Photovoltaikanlage zum Bundle aus Wärmepumpe und PV, damit Sie den selbst erzeugten Sonnenstrom direkt nutzen.
Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.