- Wie hoch ist der Wirkungsgrad einer Solarthermieanlage?
- Welche Faktoren beeinflussen den Wirkungsgrad?
- Wann lohnt sich Solarthermie und wann nicht?
- Wie wirtschaftlich ist Solarthermie? Amortisation & Kosten
- Welche Förderung gibt es für Solarthermie 2026?
- Fazit zum Wirkungsgrad von Solarthermieanlagen
- FAQ - Häufig gestellte Fragen zum Thema
- Wechsel zur Wärmepumpe von thermondo
Wie hoch ist der Wirkungsgrad einer Solarthermieanlage?
Moderne Solarthermieanlagen erreichen einen Wirkungsgrad von rund 50 %. Etwa die Hälfte der eingestrahlten Sonnenenergie wird also in nutzbare Wärme umgewandelt. Über das Jahr deckt die Solarthermieanlage damit 40–60 % des Warmwasserbedarfs. Diesen Anteil nennt man solaren Deckungsgrad. Der genaue Wert hängt von Technik und Standort ab.
Drei Begriffe werden oft verwechselt. Der Wirkungsgrad beschreibt, wie viel Strahlung der Kollektor in einem Moment in Wärme umsetzt. Der Deckungsgrad sagt, welchen Anteil Ihres Warmwasser- oder Heizbedarfs die Anlage übers Jahr trägt. Der Nutzungsgrad rechnet Verluste in Leitungen und im Speicher mit ein. Für die Praxis zählt vor allem der Deckungsgrad.
Wirkungsgrad nach Kollektortyp
| Kollektortyp | Wirkungsgrad (optisch, ca.) | Merkmale |
|---|---|---|
| Flachkollektor | rund 75 % | günstiger, unempfindlich, Standard für Warmwasser |
| Vakuumröhrenkollektor | rund 80 % | teurer, mehr Ertrag bei wenig Sonne und im Winter |
Wer Wert auf hohen Ertrag bei schwachem Licht legt, fährt mit einem Vakuumröhrenkollektor für die Solarthermie meist besser. Für reine Warmwasseranlagen reicht oft der günstigere Flachkollektor.
Welche Faktoren beeinflussen den Wirkungsgrad?
Mehrere Faktoren entscheiden über den Ertrag. Am wichtigsten sind Ausrichtung und Neigung des Dachs, der Kollektortyp, die Dämmung der Leitungen und die Größe des Speichers. Ein nach Süden ausgerichtetes Dach mit 30–45 ° Neigung liefert die besten Werte. Schon eine Ost- oder Westlage senkt den Ertrag spürbar.
Die Dämmung entscheidet mit: Schlecht gedämmte Leitungen geben Wärme ab, bevor sie ankommt. Hier zählt der U-Wert, also wie viel Wärme ein Bauteil durchlässt. Je niedriger der Wert, desto weniger Verlust.
Auch der Speicher zählt. Ist er zu klein, kann die Anlage an sonnigen Tagen nicht den vollen Ertrag aufnehmen. Ein passend dimensionierter Solarspeicher für die Solarthermie puffert die Wärme für die Abend- und Nachtstunden. Für die reine Warmwasserbereitung gelten dabei andere Größen als bei einer Solaranlage für Warmwasser.
Wann lohnt sich Solarthermie und wann nicht?
Solarthermie lohnt sich vor allem bei hohem Warmwasserbedarf. Große Haushalte, ein Süddach und der Ersatz einer alten fossilen Heizung sprechen dafür. Bei kleinen Haushalten, verschatteten oder ungünstig ausgerichteten Dächern fällt der Ertrag dagegen oft zu gering aus, um die Investition zu tragen.
Dafür spricht:
- hoher, gleichmäßiger Warmwasserbedarf über das Jahr
- Süddach mit passender Neigung und ohne Verschattung
- Kombination mit einer bestehenden oder neuen Heizung, etwa als Hybridheizung
Dagegen spricht:
- kleiner Haushalt mit geringem Verbrauch
- ungünstige Dachlage oder Verschattung
- enges Budget, weil die Amortisation lange dauert
Wie wirtschaftlich ist Solarthermie? Amortisation und Kosten
Eine Solarthermieanlage amortisiert sich meist erst nach 15–20 Jahren. Die Anschaffung kostet je nach Größe rund 4.000–10.000 €. Eine reine Warmwasseranlage liegt am unteren Ende, eine Anlage mit Heizungsunterstützung am oberen. Bei einer Lebensdauer von 20–25 Jahren bleibt der finanzielle Gewinn überschaubar.
Wie schnell sich die Anlage rechnet, hängt stark von den Energiepreisen ab. Steigen die Preise für Gas oder Öl, wächst die jährliche Ersparnis.
Jährliche Ersparnis bei steigenden Energiepreisen (Beispielrechnung)
In unserer Beispielrechnung gehen wir von einer Energieersparnis von 750 kWh pro Jahr aus. Die Einsparungen im Jahr 1 ergeben sich aufgrund des aktuellen Gaspreises von 12 ct/kWh und des aktuellen Heizölpreises von 11 ct/kWh.
Jahr 5 und Jahr 10 sind Annahmen, da die Preise aktuell nicht vorhersehbar sind. Klar ist, fossile Energien werden erheblich teurer. Die CO₂-Steuer und die verpflichtende Bio-Treppe machen Gas und Öl immer kostspieliger. Zudem wird Gas durch steigende Netzentgelte zusätzlich verteuert.
| Jahr 1 | Jahr 5 | Jahr 10 | |
|---|---|---|---|
| Erdgas | 90 € | 113 € | 150 € |
| Heizöl | 82,5 € | 113 € | 135 € |
Welche Förderung gibt es für Solarthermie 2026?
Solarthermie wird 2026 über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert. Die Grundförderung beträgt 30 % der förderfähigen Kosten. Die oft genannten bis zu 70 % gelten aber nur, wenn die Solarthermie Teil eines vollständigen Umstiegs auf eine erneuerbare Heizung ist. Bleibt daneben eine fossile Heizung in Betrieb, sinkt die mögliche Förderung deutlich.
Der Unterschied liegt im Klimageschwindigkeits-Bonus. Diesen Bonus von 20 % gibt es nur, wenn Sie eine alte fossile Heizung vollständig durch ein erneuerbares System ersetzen. Wer seine Gasheizung behält und die Solarthermie nur ergänzt, zum Beispiel als Gas-Hybrid, bekommt ihn nicht. In dieser Kombination sind die vollen 70 % also nicht erreichbar.
Zwei Boni heben die Förderquote an:
- Klimageschwindigkeits-Bonus (20 %): nur beim vollständigen Austausch einer mindestens 20 Jahre alten Gasheizung oder einer Öl-, Kohle- und Nachtspeicherheizung gegen ein erneuerbares System. Nicht bei einer weiterlaufenden fossilen Heizung.
- Einkommens-Bonus (30 %): für selbst genutzte Häuser mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von höchstens 40.000 € pro Jahr.
Den Antrag für den Heizungstausch stellen Sie selbst über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Programm 458, und zwar vor Beginn der Maßnahme. Seit 2024 ist dafür die KfW zuständig. Das BAFA bearbeitet nur noch Heizungsoptimierungen und Maßnahmen am Gebäude.
Solarthermie oder Wärmepumpe: Was lohnt sich mehr?
Bei der Effizienz liegt die Wärmepumpe klar vorn. Eine Solarthermieanlage erreicht rund 50 % Wirkungsgrad und liefert nur einen Teil der Wärme. Eine Wärmepumpe erreicht mit einer Jahresarbeitszahl von 3–5 das Drei- bis Fünffache der eingesetzten Stromenergie und heizt ganzjährig, auch das Warmwasser.
Solarthermie deckt nur einen Ausschnitt des Wärmebedarfs und braucht meist eine zweite Heizung. Eine Wärmepumpe arbeitet als alleinige Heizung. Wer Sonnenenergie nutzen will, kombiniert eine Wärmepumpe heute eher mit Photovoltaik als mit Solarthermie. So lässt sich der erzeugte Strom auch für Haushalt und Auto nutzen.
thermondo hat bereits über 15.000 Wärmepumpen installiert. In rund 90 % der Fälle war dafür keine Fußbodenheizung nötig, nur 8 % der Kunden tauschten ihre Heizkörper. Wer die Anschaffung plant, findet die passende Lösung als Wärmepumpe zum Festpreis oder als Wärmepumpe mit Photovoltaik. Mit thermondo smart und einem dynamischen Stromtarif lässt sich der Betrieb weiter optimieren.
Fazit zum Wirkungsgrad von Solarthermieanlagen
Solarthermie liefert mit rund 50 % Wirkungsgrad zuverlässig Wärme für Warmwasser, rechnet sich finanziell aber erst spät. Sie passt am besten zu Haushalten mit hohem Warmwasserbedarf und gutem Süddach. Wer das Maximum an Effizienz und staatlicher Heizungsförderung will, fährt mit einer Wärmepumpe in den meisten Fällen besser, vor allem in Kombination mit Photovoltaik. Eine genaue Berechnung für Ihr Haus zeigt, welche Lösung sich für Sie lohnt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema
Wechsel zur Wärmepumpe von thermondo
Das thermondo Komplettpaket bringt Beratung, Planung, Installation und Förderberatung für Ihre neue Wärmepumpe zusammen, inklusive Entsorgung Ihrer alten Heizung. Eine Wärmepumpe ist dank Förderung schon ab 9.000 € nach Förderung erhältlich. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie ein unverbindliches Festpreisangebot.
Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.