Gesetzliche Rahmenbedingungen
Seit Ende Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG). Es ist das Nachfolgergesetz des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Das sind die wichtigsten Eckpunkte des GModG:
- Biotreppe: Als „Biotreppe“ wird die Vorgabe des GModG bezeichnet, dass neu eingebaute Öl- und Gasheizungen mit einem kontinuierlich steigenden Anteil von Bio-Brennstoffen betrieben werden müssen.
- Grüngasquote: Ab 2028 soll die „Grünheizöl-“ bzw. „Grüngasquote“ in Kraft treten. Diese Regelung sieht vor, dass nur noch Brennstoffe mit einem steigenden Anteil grüner Brennstoffe in Verkehr gebracht werden dürfen – beginnend bei 1 %.
- Keine Beratungspflicht: Es gibt nicht länger eine Beratungspflicht vor dem Kauf fossiler Heizsysteme, wie sie das Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgesehen hat.
- Kein Betriebsverbot: Im Gegensatz zum GEG sieht das GModG keine Betriebsverbote für 30 Jahre alte Heizkessel vor.
Unabhängig von den Regelungen des GModG ist es nicht mehr empfehlenswert, sich für ein fossiles Heizsystem wie die Gasheizung zu entscheiden. Durch das Gesetz wird Verbrauchern eine Entscheidungsfreiheit vermittelt, die sehr riskant ist. Denn Gas wird zur Kostenfalle.
Gut zu wissen: Mit einer Finanzierung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) profitieren Sie beim Heizungswechsel zur Wärmepumpe von der staatlichen Heizungsförderung und können sich bis zu 80 % Zuschuss sichern. Die hohe Förderung gleicht den Unterschied der Anschaffungskosten zwischen Wärmepumpen und Gasheizungen fast vollständig aus.
Wie entwickeln sich die Gaskosten?
Der Gaspreis wird in den kommenden Jahren teilweise enorm ansteigen und sich voraussichtlich in einem Korridor von 11,96–25,33 ct/kWh bewegen.
Dabei lassen sich 4 große Kostentreiber ausmachen:
- Biogas-Treppe
Mit dem GModG wurde die sogenannte Biotreppe eingeführt. Diese sieht vor, dass fossil betriebene Heizungen in Zukunft einen steigenden Anteil grüner Brennstoffe wie Biomethan oder grünen Wasserstoff nutzen müssen.
Für 2029 ist der Beginn der Biotreppe mit der ersten Stufe von 10 % für neu eingebaute Öl- oder Gasheizungen geplant. Der weitere Anstieg soll bis 2040 in drei Schritten erfolgen: Im Jahr 2030 steigt der Anteil auf 15 %, 2035 auf 30 % und 2040 auf 60 %.
Das Problem: Grüne Brennstoffe sind knappe und kostspielige Ressourcen. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit bei gleichzeitig wachsender Nachfrage ist hier zukünftig von weiteren Preissteigerungen auszugehen.
- CO₂‑Preis
Erdgas ist ein fossiler Brennstoff, der bei der Verbrennung CO₂ ausstößt. Da CO₂‑Emissionen mit der sogenannten CO₂‑Steuer bepreist werden, ist diese auch Teil des vom Kunden zu bezahlenden Gaspreises.
Derzeit macht der CO₂-Preis circa bis zu 1,4 ct/kWh brutto vom Gaspreis aus. Das entspricht in etwa 10 % des Gesamtbetrags.
Aktuell zahlen Verbraucher den nationalen CO₂‑Preis, der bis zu 65 €/t CO₂ beträgt. Mit der geplanten Ausweitung des Emissionshandels auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ab 2028 ist ein massiver Anstieg des CO₂‑Preises zu erwarten.
Der CO₂‑Preis wird dann frei am Markt in Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage gebildet. Experten prognostizieren ab 2030 große Preissprünge und rechnen mit Kosten von bis zu 300 € pro Tonne CO₂. Das entspricht jährlichen Mehrkosten von rund 1.300 € für eine Gasheizung im Einfamilienhaus.
Gut zu wissen: Die strombetriebene Wärmepumpe stößt im Gegensatz zur Gasheizung im laufenden Betrieb keine Emissionen aus. Dementsprechend ist sie weder aktuell noch zukünftig von der CO₂‑Steuer betroffen.
- Steigende Netzentgelte
Der Gaspreis setzt sich unter anderem aus den Kosten für das Gasnetz zusammen. Die Netzentgelte decken den Ausbau, die Wartung und den Betrieb der Netzinfrastruktur ab und werden von allen Gaskunden gezahlt.
Da immer mehr Menschen auf fossilfreie Heizsysteme wie die Wärmepumpe umsteigen, verlagern sich die Fixkosten des Gasnetzes auf immer weniger Haushalte. Für die verbleibenden Gaskunden steigen die Gasnetzentgelte und damit der Gaspreis enorm an.
Auch in Zukunft ist damit zu rechnen, dass sich der Trend fortsetzt und immer weniger Haushalte auf Gas setzen. Im Jahr 2025 war die Wärmepumpe mit 299.000 verkauften Geräten und einem Marktanteil von 48 % erstmals das meistverkaufte Heizsystem in Deutschland.
Der Verkauf von Gasheizungen erreichte 2025 in Deutschland mit 229.000 Stück einen historischen Tiefstand. Das entspricht einem Minus von 36 % im Vergleich zum Vorjahr.
Gut zu wissen: Wer heute eine Gasheizung kauft, könnte bis 2045 jährliche Netzkosten von 3.300–4.300 € zahlen – eine Verzehnfachung der aktuellen Netzkosten. Das zeigt eine Modellrechnung des Fraunhofer-Instituts im Rahmen einer Studie zur Entwicklung der Gasnetze.
Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (IFAM), „Fehlende Gasnetzplanung könnte Haushalte bis zu 4.000 Euro im Jahr kosten“ (zuletzt abgerufen am 19.05.2026)
- Geopolitische Konflikte
Gas und Öl sind Importgüter. Dementsprechend können politische Konflikte in Exportländern jederzeit zu plötzlichen Preissprüngen bei den fossilen Brennstoffen führen.
Verschiedene internationale Konflikte der letzten Jahre haben bereits gezeigt, wie stark die Kosten für fossile Brennstoffe durch globale Krisen und instabile Versorgungslagen beeinflusst werden.
Beispiel: Der Gaspreis betrug 2021 ca. 7 ct/kWh. Der Krieg in der Ukraine löste eine Energiekrise aus. Diese hatte 2022 einen durchschnittlichen Gaspreis von 16,47 ct/kWh und ein zwischenzeitliches Allzeithoch von etwa 40 ct/kWh für Neukunden zur Folge.
Der aktuelle Gaspreis beträgt durchschnittlich 12 ct/kWh. Auch in Zukunft ist mit Preisschwankungen zu rechnen. Die langfristige Tendenz ist jedoch klar steigend.
Auf welches Heizsystem sollten Sie umsteigen?
Um unabhängig vom steigenden Gaspreis zu werden, sollten Sie auf ein fossilfreies Heizsystem umsteigen. Besonders die Umrüstung einer Gasheizung auf die Wärmepumpe lohnt sich für Hausbesitzer.
Anstelle von fossilen Brennstoffen wie Erdgas nutzen Wärmepumpen zu rund 75 % unbegrenzte und kostenlose Umweltenergie aus Luft, Wasser oder Erdreich. Für den Betrieb benötigen sie nur einen kleinen Anteil Strom, der ca. 25 % des Energiebedarfs ausmacht.
Gut zu wissen: Um Ihre Autarkie vom Energiemarkt weiter zu erhöhen, können Sie die Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinieren. Auf diese Weise erzeugen Sie einen Teil des benötigten Stroms selbst und reduzieren Ihre Stromkosten.
Gasheizung vs. Wärmepumpe: Wie viel sparen Sie durch den Umstieg?
Ein Haushalt mit einem Wärmebedarf von ca. 20.000 kWh spart durch den Umstieg von einer Gasheizung auf die Wärmepumpe bis zu 730 € der jährlichen Betriebskosten.
Der Grund dafür besteht u. a. in der effizienten Betriebsweise der Wärmepumpe. Durchschnittlich arbeitet sie bis zu 4-mal effizienter als eine Gasheizung.
Kombinieren Sie Ihre Wärmepumpe mit einem intelligenten Energiemanager wie thermondo smart und einem dynamischen Stromtarif wie thermondo dynamic, erhöhen Sie die Kostenersparnis der Wärmepumpe verglichen mit einer Gasheizung auf bis zu 1.330 €.
So erhöht sich die Ersparnis der Wärmepumpe je nach Ausstattung:
| Heizsystem und Ausstattung | Jährliche Betriebskosten | Ersparnis ggü. Gasheizung |
|---|---|---|
| Gasheizung | ca. 2.670 € | - |
| Wärmepumpe | ca. 1.940 € | ca. 730 € |
| Wärmepumpe + HEMS | ca. 1.540 € | ca. 1.130 € |
| Wärmepumpe + HEMS + dynamischer Stromtarif | ca. 1.340 € | ca. 1.330 € |
Unser intelligenter Energiemanager thermondo smart vernetzt die Energieerzeuger mit den Energieverbrauchern in Ihrem Haushalt und steuert gezielt Geräte wie die Wärmepumpe. Er findet automatisch die effizienteste Heizstrategie für Ihr Zuhause, indem er rund um die Uhr verschiedene Faktoren analysiert: bspw. das Wetter, das Gebäude und Ihr Heizverhalten.
Mit einem dynamischen Stromtarif wie thermondo dynamic zahlen Sie statt eines Fixpreises den aktuellen Börsenpreis für Strom.
Zusammen mit unserem Energiemanager thermondo smart wird Ihr Verbrauch so gesteuert, dass Sie Strom gezielt dann beziehen, wenn er gerade günstig ist. So sparen Sie durch die Kombination jährlich mehrere hundert Euro.
Am meisten sparen Kunden, die ein intelligentes Gesamtsystem haben, das gezielt Preisschwankungen an der Strombörse nutzt. Genau das macht die Wärmepumpe in Verbindung mit dem Energiemanager und einem dynamischen Stromtarif ganz automatisch.
Am meisten sparen Kunden, die ein intelligentes Gesamtsystem haben, das gezielt Preisschwankungen an der Strombörse nutzt. Genau das macht die Wärmepumpe in Verbindung mit dem Energiemanager und einem dynamischen Stromtarif ganz automatisch.
Fazit: Warum ist das Heizen mit Gas ein Kostenrisiko?
Die Nutzung einer Gasheizung wird zukünftig immer unwirtschaftlicher. Treiber der Gaskosten sind steigende Netzentgelte, hohe CO₂-Preise aufgrund des Emissionshandels sowie die Pflicht zur Nutzung teurer Biobrennstoffe durch die Biotreppe.
Zusätzlich werden die Gaskosten durch geopolitische Entwicklungen beeinflusst, die teilweise extreme Preisspitzen zur Folge haben.
Obwohl Öl- und Gasheizungen weiterhin erworben und betrieben werden können, bedeutet das kein grünes Licht für fossile Brennstoffe.
Wer kein finanzielles Risiko eingehen will, sollte auf ein fossilfreies Heizsystem wie die Wärmepumpe umsteigen. Durch den Umstieg von einer Gasheizung auf die Wärmepumpe sparen Sie bis zu 730 € an jährlichen Betriebskosten ein.
Durch die Kombination mit einem intelligenten Energiemanager sowie einem dynamischen Stromtarif können Sie die Ersparnis auf bis zu 1.330 € jährlich erhöhen.
Steigt der Gaspreis durch verschiedene Faktoren weiter an, vergrößert sich die Kostendifferenz beider Heizsysteme noch weiter zugunsten der Wärmepumpe.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Gaspreisrisiko
Mit der Wärmepumpe unabhängig vom Gaspreis werden
Sie möchten zukunftssicher heizen, statt mit einer Gasheizung ein finanzielles Risiko auf sich zu nehmen? Dann ist es Zeit, auf die Wärmepumpe umzusteigen.
Mit thermondo haben Sie einen zuverlässigen Partner für den Heizungswechsel an Ihrer Seite. Bei uns erhalten Sie alles aus einer Hand: von der Beratung über die Planung bis hin zur Installation. Und dank unserer Wartungspakete thermondo care sind wir auch nach der Installation für Sie da.
Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie ein unverbindliches Festpreisangebot. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen für ein erstes Beratungsgespräch.
Pia ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.