Das Wichtigste in Kürze:

  • Definition: Eine energetische Sanierung senkt den Energieverbrauch eines Gebäudes, meist durch Dämmung, neue Fenster und einen Heizungswechsel.
  • Kosten: Einzelmaßnahmen kosten je nach Umfang zwischen 4.000 € und 20.000 €, eine neue Wärmepumpe liegt bei 27.000–50.000 € vor Förderung.
  • Förderung: Der Staat übernimmt bei der Heizung bis zu 80 % der förderfähigen Kosten, bei Dämmung und Fenstern bis zu 20 %.
  • Pflicht: Eine allgemeine Pflicht zur energetischen Sanierung gibt es nicht. Einzelne Nachrüstpflichten bestehen aber weiter, etwa für Dach oder Dachgeschoss nach einem Eigentümerwechsel.
  • Gesetzeslage: Die frühere 65 %-Pflicht für neue Heizungen ist mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) seit Juli 2026 entfallen.
  • Empfehlung: Wer ohnehin die Heizung tauscht, profitiert am meisten von einer Wärmepumpe, kombiniert mit Photovoltaik.

Was ist eine energetische Sanierung?

Eine energetische Sanierung umfasst alle Maßnahmen, mit denen Sie den Energiebedarf eines Gebäudes senken. Dazu gehören Dämmung, neue Fenster und ein Heizungswechsel. Ziel ist ein geringerer Energieverbrauch bei gleichbleibendem Wohnkomfort.

Im Kern geht es um zwei Hebel: weniger Wärmeverlust und effizientere Erzeugung. Die Wärmedämmung senkt den Wärmeverlust über Dach, Fassade und Kellerdecke.

Eine moderne Heizung erzeugt die verbleibende Wärme mit weniger Energie und geringeren Emissionen. Beide Hebel wirken am stärksten in Kombination: Eine gut gedämmte Hülle braucht eine kleinere, günstigere Heizung.

Auch eine Wärmepumpe im Altbau erreicht mit angepasster Heizkörpergröße und punktueller Dämmung gute Effizienzwerte, eine Fußbodenheizung ist dafür in den meisten Fällen nicht nötig.

Welche Maßnahmen gehören zu einer energetischen Sanierung?

Zu einer energetischen Sanierung gehören Dämmung, Fenstertausch und Heizungswechsel. Je nach Gebäudezustand ergänzen sich diese Maßnahmen zu einem Sanierungsplan, der Schritt für Schritt umgesetzt werden kann.

Bei der Dämmung stehen Dach, Fassade und Kellerdecke im Vordergrund. Alte, einfach verglaste Fenster verlieren viel Wärme und lassen sich gegen Modelle mit Wärmeschutzverglasung tauschen. Beim Heizungswechsel ist die Wärmepumpe die Standardlösung, weil sie ohne fossile Brennstoffe heizt und die höchste Förderung erhält.

Bei der Dämmung entscheidet der Ausgangszustand über die Reihenfolge. Ein ungedämmtes Dach oder eine ungedämmte oberste Geschossdecke verursachen meist den größten Wärmeverlust, hier lohnt sich der erste Blick.

Fassade und Kellerdecke folgen danach, abhängig davon, wie alt die vorhandene Bausubstanz ist und wie groß das Budget für den jeweiligen Bauabschnitt ist.

Kombination mit Photovoltaik: Wer die Heizung auf eine Wärmepumpe umstellt, deckt einen Teil des Stromverbrauchs mit einer eigenen Photovoltaikanlage. Das senkt die Stromkosten zusätzlich und macht unabhängiger vom Strommarkt.

Bei der Heizungswahl empfiehlt sich diese Kombination aus Wärmepumpe und Photovoltaik, da sie sich bei der Stromversorgung ergänzen. Eine fossile Hybridheizung, also eine Wärmepumpe zusammen mit einer Gas- oder Ölheizung, bleibt dagegen von fossilen Brennstoffen abhängig und ist deshalb keine langfristig sinnvolle Lösung.

Dasselbe gilt für die Kombination aus Wärmepumpe und Solarthermie: Sie deckt zwar einen Teil der Warmwasserbereitung ab, ersetzt aber keine eigene Stromerzeugung und bringt gegenüber Photovoltaik keinen zusätzlichen Nutzen für den Betrieb der Wärmepumpe.

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Was kostet eine energetische Sanierung?

Eine energetische Sanierung kostet je nach Umfang der Maßnahmen zwischen 4.000 € und 50.000 €. Einzelmaßnahmen lassen sich meist einzeln umsetzen und finanzieren, eine Komplettsanierung dagegen erfordert mehr Planung und Kapital.

Kosten der Dämmmaßnahmen

Maßnahme Kosten (Richtwert) Energieeinsparung
Dachdämmung rund 20.000 € bis zu 14 %
Fassadendämmung rund 20.000 € bis zu 18 %
Kellerdeckendämmung rund 4.000 € bis zu 7 %

Kosten von Fenstertausch und Heizungswechsel

Maßnahme Kosten (Richtwert) Wirkung
Fenstertausch (pro Fenster) 500–1.000 € weniger Wärmeverlust über die Fensterflächen
Wärmepumpe (vor Förderung) 27.000–50.000 € ersetzt die fossile Heizung vollständig

Diese Werte sind Richtwerte. Die tatsächlichen Kosten hängen von Gebäudegröße, Zustand und gewähltem Material ab. Bei der Wärmepumpe macht die Art den größten Unterschied: Luft-Wasser-Wärmepumpen liegen am unteren Ende der Spanne, Erdwärme- oder Grundwasser-Wärmepumpen am oberen Ende, weil zusätzlich eine Erdsonde oder ein Brunnen nötig ist.

Dank hoher staatlicher Förderung sind Luft-Wasser-Wärmepumpen inklusive Installation schon ab 8.700 € nach Förderung erhältlich. Wie hoch die Förderung im Einzelfall ausfällt, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Diesen Investitionen steht eine dauerhafte Heizkostenersparnis gegenüber, weil eine Wärmepumpe ohne Gas oder Heizöl arbeitet. Eine gut gedämmte Gebäudehülle senkt zusätzlich den Wärmebedarf und damit den Stromverbrauch der neuen Heizung.

Über die Nutzungsdauer der Anlagen rechnet sich die Investition für die meisten Eigenheimbesitzer, auch weil ein saniertes Haus im Wiederverkauf einen höheren Wert erzielt.

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Ist eine energetische Sanierung 2026 Pflicht?

Eine allgemeine Pflicht zur energetischen Sanierung gibt es nicht. Einzelne Nachrüstpflichten bestehen unabhängig davon weiter, zum Beispiel für die Dachdämmung nach einem Eigentümerwechsel. Die frühere Pflicht, beim Heizungstausch 65 % erneuerbare Energien zu nutzen, ist im Juli 2026 entfallen.

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 29.07.2026 in Kraft trat, wurde das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) umfassend geändert. Die 65 %-Vorgabe für neue Heizungen ist gestrichen worden, ebenso die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung. Auch ein Betriebsverbot für fossile Heizungen ab 2045 existiert im GModG nicht.

Bestehen bleibt dagegen die Nachrüstpflicht für Dach oder oberste Geschossdecke: Wer ein Haus nach dem 01.02.2002 gekauft oder geerbt hat, muss ungedämmte Dächer oder Dachgeschosse innerhalb einer Übergangsfrist dämmen. Die frühere Austauschpflicht für sehr alte Heizkessel (Konstanttemperaturkessel nach 30 Betriebsjahren) ist mit dem GModG dagegen entfallen.

Wer trotzdem eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen will, kann das weiterhin tun. Ab 2029 gelten dafür allerdings steigende Pflichtanteile erneuerbarer Brennstoffe, beginnend bei 10 % und steigend auf 60 % im Jahr 2040. Das macht fossiles Heizen absehbar teurer und spricht schon heute für den Kauf einer Wärmepumpe zum Festpreis.

Welche Förderung gibt es für die energetische Sanierung 2026?

Der Staat fördert die energetische Sanierung mit Zuschüssen von bis zu 80 % bei der Heizung und bis zu 20 % bei Dämmung und Fenstern. Zuständig sind zwei unterschiedliche Stellen: die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Heizung und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für die Gebäudehülle.

Förderung im Überblick

Maßnahme Zuständige Stelle Zuschuss
Heizungstausch (z. B. Wärmepumpe) KfW, Programm 458 30 % Grundförderung, mit Boni bis zu 80 %
Dämmung, Fenster, Türen BAFA, BEG Einzelmaßnahmen 15 % Grundförderung, mit individuellem Sanierungsfahrplan 20 %

Heizungsförderung über die KfW: Seit der BEG-Reform vom 21.07.2026 läuft die Förderung für Wärmepumpen und andere klimafreundliche Heizungen über die KfW im Rahmen der BEG, nicht mehr über das BAFA. Die Grundförderung liegt bei 30 % der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 28.000 € für die erste Wohneinheit.

Zur Grundförderung kommen je nach Situation weitere Bausteine hinzu. Wer eine alte fossile Heizung ersetzt, erhält einen Klimageschwindigkeitsbonus von 16 %. Ein Einkommensbonus greift gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen: 40 % bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €.

Mindestens ein minderjähriges Kind im Haushalt erhöht die maßgebliche Einkommensgrenze um 10.000 €. In der Summe ist die Förderung auf 70 % gedeckelt, bei einem Haushaltseinkommen bis 40.000 € auf 80 %.

Förderung für Dämmung und Fenster über das BAFA: Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle erhalten eine Grundförderung von 15 % der förderfähigen Kosten. Mit einem individuellen Sanierungsfahrplan kommen weitere 5 % hinzu, allerdings erst auf den Teil der Kosten, der über 30.000 € liegt.

Bei 60.000 € förderfähigen Kosten mit Sanierungsfahrplan ergibt das einen Zuschuss von 10.500 €: 15 % auf die ersten 30.000 € plus 20 % auf die weiteren 30.000 €.

Ein Einkommensbonus für die Gebäudehülle greift wie bei der Heizung nach denselben Einkommensstufen, sofern die jeweilige Situation zutrifft. Die Förderung beantragen Sie in beiden Fällen selbst, thermondo stellt dafür nur die technischen Unterlagen bereit, etwa die Bestätigung zum Antrag.

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Wie gehen Sie eine energetische Sanierung richtig an?

Am Anfang steht am besten ein individueller Sanierungsfahrplan. Ein Energieberater analysiert den Zustand des Gebäudes und schlägt eine sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen vor. Das schafft Klarheit und sichert zusätzliche Förderung.

Ein solcher Fahrplan kostet für ein Einfamilienhaus meist zwischen 1.300 € und 2.100 €, die Energieberater-Kosten werden aber selbst mit einem Zuschuss gefördert. Das BAFA übernimmt davon bis zu 50 %, gedeckelt auf 650 € für Ein- und Zweifamilienhäuser.

Danach folgt die Umsetzung in sinnvollen Schritten. Meist beginnt die Sanierung mit der Dämmung von Dach oder oberster Geschossdecke, weil hier der größte Wärmeverlust entsteht.

Der Heizungstausch folgt idealerweise danach, damit die neue Heizung auf den geringeren Wärmebedarf des gedämmten Gebäudes ausgelegt werden kann. Mit dem Heizungsplaner von thermondo ermitteln Sie unverbindlich, welche Heizung zu Ihrem Haus passt.

Wichtig für die Förderung: Den Antrag stellen Sie vor Beginn der jeweiligen Maßnahme, nicht erst danach. Wer zuerst baut und danach den Zuschuss beantragt, geht leer aus. Angebote von Handwerksbetrieben holen Sie sich am besten schon während der Planungsphase ein, damit der Sanierungsfahrplan realistische Kosten enthält.

Fazit

Eine energetische Sanierung lohnt sich für die meisten Eigenheimbesitzer, unabhängig von einer gesetzlichen Pflicht. Die Kombination aus Dämmung und Wärmepumpe senkt Heizkosten dauerhaft und profitiert von hoher staatlicher Förderung. Wer plant, ohnehin die Heizung zu tauschen, sollte jetzt starten, denn die Förderquoten sinken mit der Zeit schrittweise.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Lohnt sich eine energetische Sanierung?

Ja, in den meisten Fällen. Die Kombination aus geringerem Energieverbrauch und hoher Förderung amortisiert die Investition häufig innerhalb weniger Jahre. Wie schnell sich eine Maßnahme rechnet, hängt vom Gebäudezustand und der gewählten Kombination ab.

Muss ich mein Haus energetisch sanieren?

Nein, eine allgemeine Pflicht gibt es nicht. Einzelne Nachrüstpflichten bestehen unabhängig davon weiter, etwa für die Dachdämmung nach einem Eigentümerwechsel. Die frühere 65 %-Pflicht für neue Heizungen ist mit dem GModG entfallen.

Wie hoch ist die Förderung für eine energetische Sanierung 2026?

Bei der Heizung liegt die Förderung bei 30 % Grundförderung, mit Boni bis zu 80 %. Bei Dämmung und Fenstern sind es 15 %, mit individuellem Sanierungsfahrplan bis zu 20 %. Die genaue Höhe hängt vom Einkommen und der Ausgangssituation ab.

Welche Maßnahme bringt bei einer energetischen Sanierung am meisten?

Der Heizungswechsel bringt meist die größte Einsparung, weil er den größten Kostenblock ersetzt. Eine gute Dämmung von Dach und Fassade reduziert zusätzlich den Wärmebedarf und macht eine kleinere Heizung möglich.

Was passiert, wenn ich meine alte Heizung nicht austausche?

Eine alte, funktionierende Heizung dürfen Sie grundsätzlich weiter betreiben. Ab 2029 steigen jedoch die Pflichtanteile erneuerbarer Brennstoffe für neu eingebaute fossile Heizungen, was fossiles Heizen mit der Zeit teurer macht.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.