EE-Hybridheizung: Erneuerbare Energien kombinieren und von hoher Förderung profitieren
Ein Artikel von Sebastian Calließ | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Was ist eine EE-Hybridheizung?
Die sogenannte „EE-Hybridheizung“ ist ein Heizsystem, welches zwei oder mehrere Heizungen, die Wärme mit erneuerbaren Energien gewinnen, miteinander kombiniert. Das Kürzel „EE“ steht für „Erneuerbare Energien“.
Damit unterscheidet sich die EE-Hybridheizung von einer Gas-Hybridheizung oder Öl-Hybridheizung, die das Heizsystem aus einem Brennwertgerät und einem alternativen Energieerzeuger bildet.
Um effizient zu arbeiten, benötigen EE-Hybridheizungen eine intelligente Regeltechnik, die Wärmebedarf, -speicherung und -abgabe effizient steuert.
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Erneuerbare-Energien-Hybridheizung: Mögliche Kombinationen
EE-Hybridheizungen sind in ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen möglich. Ein Überblick:
- Solarthermie mit einer Luft-/Luft-Wasser-Wärmepumpe: Bei dieser Kombination versorgt die Wärmepumpe in der Regel die Flächenheizungen in Energiesparhäusern mit Wärme, während die Solarthermieanlage für das Warmwasser genutzt wird.
Um die Wärme für das Brauchwasser zu speichern, verfügt diese EE-Heizung über einen großen Warmwasserspeicher. Reicht die solare Wärmeenergie nicht aus, schaltet sich die Wärmepumpe für die Warmwassergewinnung zu.
- Solarthermie mit Geothermie: Bei dieser Kombination speichert die Solarthermieanlage vor allem in der warmen Jahreszeit bei vielen Sonnenstunden Wärme in einem Speichermedium wie Wasser oder Sole im Erdreich. Von dort kann die Erdsonde während der Heizperiode Wärme aufnehmen und effizienter arbeiten.
- Solarthermie und Holzheizung: Werden diese beiden Wärmeerzeuger kombiniert, liefert die Solaranlage Wärmeenergie für das Warmwasser und kann außerdem die Heizung unterstützen. Durch die Heizungsunterstützung muss der Heizkessel weniger Wärme erzeugen.
Somit sparen Hausbesitzer Brennholz und verursachen weniger Emissionen. Um den Automatisierungsgrad der EE-Heizung zu erhöhen, bietet sich eine Kombination von Solarthermie mit einer Pelletheizung an.
Diese kann automatisch beschickt werden, wenn zusätzliche Wärmeenergie zum Heizen oder für Warmwasser benötigt wird. Bei einem klassischen Holzscheitkessel müssten Hausbesitzer von Hand nachlegen.
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- Scheitholzkessel und Pelletheizung: In diesem Fall werden zwei Heizungen miteinander kombiniert, die Holz zur Wärmegewinnung verbrennen. Der Scheitholzkessel wird von Hand befeuert. Reicht die Wärmeenergie nicht aus, schaltet sich die Pelletheizung automatisch hinzu.
- Wärmepumpe und Holzheizung: In den Sommermonaten sowie in der Übergangszeit kann ein Gebäude fast ausschließlich über die Wärmepumpe mit Wärme zum Heizen und für das Warmwasser versorgt werden.
Erst wenn die Temperaturen sinken, legen Hausbesitzer Holz ein und starten die Holzheizung. Soll die Holzheizung automatisiert zugeschaltet werden, bietet sich eine Kombination mit einer Pelletheizung an.
Neben diesen gängigen Varianten gibt es noch weitere Kombinationsmöglichkeiten. So ließe sich auch eine Hackschnitzelheizung oder eine Brennstoffzellenheizung mit einer Wärmepumpe bzw. mit Solarthermie kombinieren.
Wichtig ist bei EE-Hybridheizungen immer, dass die erzeugte Wärme sinnvoll genutzt und gespeichert werden kann, damit die Anlage möglichst effizient arbeiten kann.
Aus diesem Grund ist die Kombination einer Wärmepumpe mit Solarthermie nicht empfehlenswert. Das liegt daran, dass der solare Ertrag der Solarthermie-Anlage nicht genau bestimmt, sondern nur geschätzt werden kann. Somit ist die Planung einer EE-Heizung mit Solar und Wärmepumpe zwar möglich, allerdings kann es aufgrund der schwer kalkulierbaren solaren Energie zu Effizienzeinbußen kommen.
Mittlerweile ist die Wärmepumpentechnologie so fortgeschritten und leistungsfähig, dass es sinnvoller ist, sie als alleiniges Heizsystem einzusetzen. Selbst im Altbau ohne Fußbodenheizung sind Wärmepumpen ein effizientes und wirtschaftliches Heizsystem.
Fördermöglichkeiten für EE-Hybridheizungen
EE-Hybridheizungen lassen sich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahmen (BEG EM) fördern. Seit der BEG-Reform zum 21. Juli 2026 können Hausbesitzer bis zu 80 % Zuschuss erhalten.
Die Förderung setzt sich aus einer Grundförderung von 30 % und mehreren Boni zusammen, die sich addieren, insgesamt aber auf maximal 80 % gedeckelt sind.
Diesen Höchstsatz erreichen selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, mit mindestens einem im Haushalt lebenden minderjährigen Kind bis 40.000 €. Förderfähig sind Kosten bis 28.000 € für die erste Wohneinheit.
Neben der Förderung kann weiterhin ein zusätzlicher Ergänzungskredit beantragt werden. Dieser wird selbstnutzenden Hauseigentümern mit einem Jahreshaushaltseinkommen von unter 90.000 € brutto gewährt. Die Kreditsumme liegt bei maximal 120.000 € pro Wohneinheit sowie einer Zinsvergünstigung von bis zu 2,5 %.
Technische Anforderungen für die Förderung von EE-Heizsystemen
Damit eine EE-Hybridheizung gefördert werden kann, gelten folgende technische Voraussetzungen:
- Solarthermie: Das Heizgerät wird zur Warmwasserbereitung und/oder zum Heizen genutzt. Die Solarkollektoren müssen nach Solar Keymark zertifiziert sein.
- Wärmepumpen: Hier ist ein Wärme- bzw. Stromzähler erforderlich. Die Raumheizeffizienz muss der Öko-Design-Richtlinie entsprechen. Vor der Inbetriebnahme müssen ein hydraulischer Abgleich durchgeführt und die Heizkurve professionell eingestellt werden.
- Holz-/Pelletheizung: Der Heizkessel muss eine Nennleistung von mindestens fünf Kilowatt liefern und niedrige CO- bzw. Feinstaubwerte aufweisen. Die Heizkessel müssen mit einem Pufferspeicher kombiniert werden und es ist vor der Inbetriebnahme ein hydraulischer Abgleich notwendig.
Der hydraulische Abgleich, der für die Förderung von Wärmepumpen vorausgesetzt wird, ist inzwischen auch gesetzlich verankert: Seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das am 29. Juli 2026 in Kraft getreten ist und das frühere Gebäudeenergiegesetz (GEG) ablöst, schreibt § 60c GModG einen hydraulischen Abgleich inklusive Heizlastberechnung vor.
Mit dem GModG ist außerdem die frühere 65 %-Pflicht für erneuerbare Energien entfallen. Für EE-Hybridheizungen ändert das inhaltlich nichts: Sie erfüllen die Anforderungen an erneuerbare Wärme ohnehin vollständig.
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Kosten von EE-Heizungen
Durch die Kombination von zwei Heizsystemen sind Hybridheizungen in der Anschaffung immer teurer als eine einfache Heizung. An dieser Stelle lassen sich keine pauschalen Preise für EE-Hybridheizungen nennen. Abhängig vom gewählten System und der gewünschten Kombination sind Kosten zwischen 25.000 und 50.000 € möglich.
Durch die hohe staatliche Förderung und die Möglichkeit zu zinsgünstigen Krediten für die energetische Sanierung kann sich der Umstieg auf eine EE-Hybridheizung dennoch lohnen. Durch den Verzicht auf fossile Brennstoffe sparen Hausbesitzer zusätzlich Heizkosten.
Allerdings ist auch hier die Wärmepumpe als alleinige Heizung die bessere Alternative. Die Anschaffungskosten sind geringer und eine Amortisation im Vergleich zu Gas- oder Ölheizungen ist schnell erreicht.
Vor- und Nachteile von Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen
EE-Hybrid Vorteile
- größere Unabhängigkeit von Energieversorgern
- geringe Emissionen
- CO₂-neutrales Heizen möglich
- hohe staatliche Förderung
- geringere Heizkosten
EE-Hybrid Nachteile
- hohe Investitionskosten
- höherer technischer Aufwand erforderlich
- komplexe Regeltechnik notwendig
- einige Kombinationen nur für sanierte Gebäude oder Neubauten sinnvoll
Fazit: Hohe staatliche Förderung und hohes Sparpotenzial bei den Heizkosten machen EE-Hybridheizungen attraktiv für Hausbesitzer
Eine Erneuerbare-Energien-Hybridheizung kann für Hausbesitzer eine sinnvolle Alternative zu Standard-Heiztechnik sein. Wichtige Voraussetzungen für den effizienten Betrieb sind jedoch die passenden baulichen Gegebenheiten. So muss z. B. für eine Pellet-Hybridheizung ausreichend Platz für ein Pelletlager vorhanden sein.
Auch ohne Hybridsystem können Sie mit einer Wärmepumpe allein umweltfreundlich heizen. Über die BEG erhalten Sie eine Grundförderung von 30 %. Tauschen Sie Ihre alte Gas- oder Ölheizung aus, kommt der Klimageschwindigkeitsbonus von 16 % hinzu.
Je nach Haushaltseinkommen kommt zusätzlich ein Einkommensbonus hinzu: 40 % bei einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, 30 % bis 40.000 € und 10 % bis 50.000 €. Leben minderjährige Kinder im Haushalt, sinkt das anzusetzende Einkommen für diese Einstufung einmalig um 10.000 €.
Die Bausteine addieren sich, insgesamt sind aber maximal 80 % der förderfähigen Kosten möglich. Diesen Höchstsatz erreichen selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen bis 30.000 €, mit mindestens einem im Haushalt lebenden minderjährigen Kind bis 40.000 €.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zur EE-Hybridheizung
Eine EE-Hybridheizung kombiniert zwei oder mehr Heizsysteme, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien arbeiten, etwa Solarthermie, Wärmepumpe oder Biomasse. Das Kürzel EE steht für Erneuerbare Energien. Im Gegensatz zu einer Gas- oder Öl-Hybridheizung ist keine fossile Komponente beteiligt.
Gängige Kombinationen sind Solarthermie mit einer Wärmepumpe, Solarthermie mit Geothermie, Solarthermie mit einer Holzheizung sowie ein Scheitholzkessel mit einer Pelletheizung. Details und Einordnung zu jeder Variante finden Sie im Abschnitt zu den möglichen Kombinationen weiter oben.
Die Grundförderung liegt bei 30 %. Je nach Austausch der alten Heizung und Haushaltseinkommen kommen weitere Boni hinzu, insgesamt maximal 80 % bei niedrigem Einkommen. Zuständig ist die KfW, Programm 458.
Je nach gewählter Kombination liegen die Kosten zwischen 25.000 und 50.000 €. Die genaue Höhe hängt von den beiden verbauten Wärmeerzeugern und der Gebäudesituation ab. Details zur Kostenspanne finden Sie im Abschnitt zu den Kosten weiter oben.
Nein, eine Wärmepumpe allein ist meist die bessere Lösung. Der solare Ertrag der Solarthermie lässt sich nur schätzen, nicht genau bestimmen, was die Auslegung der Wärmepumpe erschwert und zu Effizienzeinbußen führen kann.
Seit 2024 läuft die Heizungsförderung für Wärmepumpen und andere erneuerbare Heizsysteme durchgehend über die KfW, Programm 458. Das BAFA ist dafür keine aktive Anlaufstelle mehr und bearbeitet nur noch Effizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle, etwa Dämmung.
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