Im Juni 2022 rief das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) – aufgrund gekürzter Gaslieferungen aus Russland – die zweite Stufe des Notfallplans Gas aus. Die Versorgungssicherheit wird weiterhin gewährleistet, jedoch müssen sich Verbraucher spätestens ab Herbst 2022 auf einen erneuten Anstieg des Gaspreises einstellen. Da rund 85 Prozent des Gases über die Heizung verbraucht wird, geben wir Ihnen hilfreiche Tipps zur Reduzierung des Gasverbrauchs – und zwar ohne sich in der Lebensqualität einschränken zu müssen.

Mit einem hydraulischen Abgleich lässt sich der Gasverbrauch um 10 - 15 Prozent senken. Sind Ihre Heizkörper zu heiß oder werden erst gar nicht richtig warm, kann ein hydraulischer Abgleich dieses Defizit beseitigen und für eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgen. Die Durchführung erfolgt immer durch einen Fachbetrieb, der die Heizlast für jeden Raum berechnet und die Heizkörper dementsprechend anpasst. Dabei spielen Faktoren wie der energetische Zustand des Hauses eine wichtige Rolle. Privatpersonen können sich 20 Prozent der Kosten für einen hydraulischen Abgleich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme (BEG EM) wieder zurückholen.

Die regelmäßige Wartung der Gasheizung sollten Sie nicht nur wahrnehmen, wenn Ihre Heizung Probleme macht. Tatsächlich kann sie erheblich dazu beitragen, Gas und somit bis zu 15 Prozent der Kosten einzusparen. Gemeinsam mit Ihrem Heizungsinstallateur können Sie über Optimierungen der Heizungseinstellungen sprechen, wie bspw. die Anpassung der Raumsoll- oder Trinkwassertemperatur. Ein Heizungs-Check kann außerdem Fehler in der Heizungsregelung ausfindig machen und diese beheben. Im Zuge einer Heizungswartung können darüber hinaus auch Modernisierungen an der Heizungsanlage stattfinden, wie bspw. die automatische Absenkung der Temperaturen in der Nacht.

Gas sparen

Die Heizkostenabrechnung kann in einigen Fällen sehr komplex und unübersichtlich sein. Eine individuelle Beratung hilft dabei, diese besser zu verstehen. Kennen Sie Ihre exakten Kosten und Einsparmöglichkeiten, können Sie Ihren Gasverbrauch auch besser reduzieren. Die Verbraucherzentrale bietet Ihnen solch eine Beratung an. Gemeinsam mit einem Energieberater klären Sie alle Fragen und erhalten zudem hilfreiche Tipps. Die Beratung findet kostenlos statt und richtet sich gleichermaßen an Mieter, Vermieter, Wohnungseigentümer und Bauherren.

Die korrekte Einstellung des Heizungsthermostats trägt ebenfalls zur Reduzierung des Gasverbrauchs bei. Bereits 1 Grad weniger Raumtemperatur ergibt eine Einsparung von 6 Prozent. Überlegen sollten Sie sich vor allem, in welchen Räumen Ihnen eine hohe Temperatur wichtig ist. Das Badezimmer ist in der Regel der wärmste Ort des Hauses. Damit die Heizung für ein warmes Badezimmer am Morgen nicht die ganze Nacht laufen muss, hilft ein Smart Thermostat. Mit diesem können Sie nochmals 5 - 8 Prozent Heizkosten einsparen.

Einen Überblick zu ökonomisch sinnvollen Raumtemperaturen gibt Ihnen folgende Tabelle, in der die jeweiligen Durchschnittstemperaturen aufgeführt sind:

Küche Badezimmer Schlafzimmer Wohnzimmer Flur
17 °C 23 °C 17 °C 21 °C 16 °C

Vor allem im Winter sollten Sie auf angekippte Fenster verzichten. Denn besonders in den Abendstunden muss die Gasheizung deutlich mehr Energie aufbringen, um das Haus aufzuheizen. Besser ist es einmal kurz und kräftig durchzulüften, denn durch das Stoßlüften findet ein effektiver und schneller Luftaustausch statt, ohne einen permanenten Wärmeverlust herbeizuführen. Am effektivsten ist es, während des Stoßlüftens alle Heizungen abzudrehen und Türen zu öffnen. Schließen Sie alle Türen danach wieder und drehen die Heizungen moderat auf, wird das gewünschte Temperaturniveau wieder schnell erreicht.

Gut gedämmte Fenster und Türen erleichtern das Gas sparen erheblich. Ein Blick auf den sog. Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) – dieser beziffert den Wärmeschutz von Fenster und Türen – kann sich hier lohnen. Dabei gilt: je kleiner der Wert, desto besser die Wärmedämmung. Ein durchschnittlicher U-Wert für ein Fenster mit 2-Fachverglasung bzw. einer Haustür liegt bspw. zwischen 1,0 und 1,3 W/(m²K). Zusätzlich kann die Dämmung der Keller- oder Dachgeschossdecke in Erwägung gezogen werden, da durch diese besonders viel Wärme verloren gehen kann. Nicht zu vernachlässigen sind außerdem gut isolierte Heizungsrohre. Das Heizwasser muss vom Kessel bis zu den Heizkörpern oftmals eine verhältnismäßig lange Strecke zurücklegen. Bei unzureichend isolierten Rohren kann dabei eine große Menge Wärme verloren gehen.

Um die Gaskosten zu senken, reichen kleine Handgriffe oftmals schon aus. Das regelmäßige Entlüften der Heizung ist einer davon. Vor allem in den Sommermonaten sammelt sich in dieser nämlich Luft, die die gleichmäßige Zirkulation des Heizwassers und damit eine gleichmäßige Wärmeverteilung verhindert. Darüber hinaus sollten die Heizkörper und deren Konvektionsflächen vor der neuen Heizperiode gesäubert und von Staub befreit werden. Vermeiden Sie es auch Möbel vor die Heizkörper zu stellen. Dadurch wird nicht nur das Aufheizen des Raumes erschwert, sondern auch der Wärmefühler des Thermostats beim Messen der Umgebungstemperatur behindert.

Durch ein regelmäßiges Check-up Ihrer täglichen Routinen können Sie den Gasverbrauch ebenfalls reduzieren. Bereits eine geringe Reduzierung der Duschzeit oder die Verwendung eines Sparduschkopfs können positive Auswirkungen auf den Warmwasserverbrauch haben. Auf das beliebte Schaumbad im Winter muss natürlich nicht gänzlich verzichtet werden, sollte jedoch eher zur Entspannung genutzt werden als zur täglichen Körperhygiene. Auch in der Küche lässt sich mit kleinen, aber effektiven Tipps Gas sparen. Kochen Sie größere Mengen Wasser im Wasserkocher auf und benutzen Deckel beim Kochen. Kleine Töpfe sollten auch nur auf den kleinen Herdplatten erwärmt werden.

Um Gas zu sparen, müssen Sie Ihre Lebensqualität nicht einschränken. Kleine Maßnahmen, die Sie entweder selbst oder extern durchführen lassen können, erzielen bereits eine große Wirkung.

Bedenken Sie jedoch, dass alle Tipps nur eine begrenzte Wirkung erzielen können. Wer seinen Gasverbrauch nicht nur reduzieren, sondern gänzlich einstellen möchte, sollte künftig auf erneuerbaren Energien setzen. Die Wärmepumpe gilt hier als das Heizsystem der Zukunft und ist im Neu- sowie Altbau sehr gut einsetzbar. Wenn Sie bereits über einen Heizungswechsel nachdenken, beraten wir Sie gern zu Ihren Optionen und beantworten alle aufkommenden Fragen. Sie profitieren von unserem Komplettpaket und behalten durch unser Festpreisangebot von Anfang an die volle Kostenkontrolle. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und wir werden uns zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen.

Franziska Reiche Franziska ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Heizsysteme, Heizungsförderung und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.