Das Wichtigste in Kürze:

  • Zu 100 % CO₂-neutral insgesamt ist heute kein Heizsystem: Schon Herstellung und Transport verursachen Emissionen. Entscheidend ist ein möglichst CO₂-armer Betrieb.
  • Die Wärmepumpe hat die beste CO₂-Bilanz: Mit Ökostrom oder Solarstrom vom eigenen Dach heizt sie im Betrieb nahezu CO₂-frei.
  • Fossile Heizungen bleiben Klimatreiber: Eine Ölheizung verursacht rund 280 g CO₂ pro kWh Wärme, eine Gasheizung rund 210 g.
  • Bis zu 80 % Förderung: Der Staat zahlt bis zu 80 % Zuschuss für den Tausch einer fossilen Heizung gegen eine Wärmepumpe.
  • Kostentreiber CO₂-Preis: Der CO₂-Preis verteuert Öl und Gas jedes Jahr weiter. Wer früh umsteigt, senkt Emissionen und Heizkosten zugleich.

Was bedeutet CO₂-neutral heizen?

CO₂-neutral heizen bedeutet, dass eine Heizung unterm Strich die CO₂-Menge in der Atmosphäre nicht erhöht: Alles, was an CO₂ freigesetzt wird, wird an anderer Stelle wieder gebunden oder ausgeglichen – die Netto-Bilanz ist null.

Zu 100 % erreicht das derzeit kein Heizsystem, denn schon Herstellung, Transport und Wartung verursachen Emissionen. Am nächsten kommt dem Ziel eine Wärmepumpe, die mit Ökostrom oder mit Solarstrom vom eigenen Dach läuft.

Oft ist statt „CO₂-neutral“ auch von „klimaneutral“ die Rede. Gemeint ist dasselbe Prinzip: Zusammengefasst gelangen nicht mehr klimaschädliche Gase in die Atmosphäre, als an anderer Stelle wieder entzogen oder eingespart werden.

CO₂-neutral heißt dabei nicht, dass im Betrieb gar kein CO₂ entsteht. Das zeigt das Beispiel Holz: Beim Verbrennen wird nur so viel CO₂ frei, wie der Baum zuvor beim Wachsen gespeichert hat. Eine Holzheizung produziert also CO₂, gilt in dieser bilanziellen Betrachtung aber als CO₂-neutral.

Wer genau rechnet, bezieht den gesamten CO₂‑Fußabdruck eines Heizsystems ein: die Produktion der Anlage, den Transport der Brennstoffe und die Wartung. Erst wenn diese Gesamtbilanz ausgeglichen ist, wäre ein Heizsystem vollständig CO₂-neutral.

Auch das Kompensieren über Klimaprojekte verhindert keine Emissionen, es gleicht sie nur rechnerisch aus. Das realistische Ziel lautet deshalb: die CO₂-Emissionen beim Heizen so weit senken, wie es technisch möglich ist.

Welche Heizung hat die beste CO₂-Bilanz?

Die Wärmepumpe erreicht die beste CO₂-Bilanz aller gängigen Heizsysteme. Sie verbrennt nichts und verursacht im Betrieb nur indirekte Emissionen über den Strom. Mit dem deutschen Strommix sind das rund 86 g CO₂ pro kWh Wärme, mit Ökostrom oder eigener Photovoltaik sinkt der Wert im Betrieb auf nahezu null.

CO₂-Emissionen der Heizsysteme im Vergleich

*bei 20.000 kWh Wärmebedarf pro Jahr für Heizung und Warmwasser.
Heizsystem CO₂-Ausstoß pro kWh Wärme CO₂ pro Jahr im Einfamilienhaus*
Ölheizung (Brennwert) rund 280 g rund 5,6 t
Gasheizung (Brennwert) rund 210 g rund 4,2 t
Pelletheizung rund 23 g rund 0,5 t
Wärmepumpe (Strommix) rund 69–115 g rund 1,7–2,3 t
Wärmepumpe (Ökostrom/PV) nahezu 0 g im Betrieb nahezu 0 t im Betrieb

So setzt sich der Wärmepumpen-Wert zusammen: Der deutsche Strommix verursachte 2025 rund 344 g CO₂/kWh. Eine Wärmepumpe macht aus 1 kWh Strom 3–5 kWh Wärme. Wie viel genau, beschreibt die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe.

Geteilt durch diese Effizienz bleiben 69–115 g CO₂/kWh Wärme. Weil der Ökostrom-Anteil im Netz Jahr für Jahr steigt, wird jede Wärmepumpe im Bestand automatisch klimafreundlicher.

Die Pelletheizung schneidet auf dem Papier ebenfalls gut ab. Holz gilt als CO₂-neutraler Brennstoff, Produktion und Transport der Pellets schlagen aber zu Buche. Dazu kommt ein anderes Problem: Beim Verbrennen von Holz entsteht Feinstaub, gerade in dicht besiedelten Wohngebieten ein Nachteil für die Gesundheit.

Solarthermie liefert nahezu CO₂‑freie Wärme, reicht in Deutschland aber nicht für die ganzjährige Versorgung eines Hauses. Sie bleibt eine Ergänzung und braucht immer ein zweites Heizsystem.

Öl- und Gasheizungen können dagegen nicht CO₂-neutral werden. Auch Beimischungen von Bio-Heizöl oder Biogas ändern die Bilanz nur wenig, denn die verfügbaren Mengen sind klein und die Preise hoch.

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Wie heizen Sie mit der Wärmepumpe nahezu CO₂-neutral?

Drei Hebel senken die CO₂-Bilanz einer Wärmepumpe Richtung 0: ein Ökostromtarif, Solarstrom vom eigenen Dach und eine intelligente Steuerung, die die Wärmepumpe dann laufen lässt, wenn viel erneuerbarer Strom im Netz ist. Kombiniert heizen Sie damit nahezu CO₂-neutral und senken zugleich Ihre Stromkosten.

Hebel 1, Ökostrom: Mit einem zertifizierten Ökostromtarif fallen die betriebsbedingten Emissionen der Wärmepumpe auf nahezu null. Der Wechsel kostet nichts weiter als eine Vertragsumstellung.

Hebel 2, eigene Photovoltaik: Selbst erzeugter Solarstrom ist die günstigste und sauberste Energiequelle für die Wärmepumpe. Je höher der Eigenverbrauch der PV-Anlage, desto weniger Netzstrom braucht das Haus. Wer beides zusammen plant, spart sich doppelte Installationstermine: Bei thermondo gibt es die Wärmepumpe mit PV im Komplettpaket.

Hebel 3, smarte Steuerung: Ein Energiemanager für die Wärmepumpe vernetzt Wärmepumpe, PV-Anlage und Stromtarif. In Kombination mit einem dynamischen Stromtarif für die Wärmepumpe heizt die Anlage bevorzugt in Stunden mit niedrigen Börsenpreisen.

Das sind genau die Stunden, in denen viel Wind- und Solarstrom im Netz ist. Klimaschutz und Kostenvorteil fallen hier zusammen: Ein typischer Haushalt mit Wärmepumpe, Energiemanagement und dynamischem Stromtarif spart über 600 € im Jahr.

Wie hoch ist die Förderung für den Heizungstausch 2026?

Der Staat übernimmt bis zu 70 % der förderfähigen Kosten, wenn Sie eine fossile Heizung gegen eine Wärmepumpe tauschen. Selbstnutzende Eigentümer mit geringem Einkommen erhalten bis zu 80 %. Die förderfähigen Kosten betragen 28.000 €, damit beläuft sich die Förderung der Wärmepumpe auf maximal 22.400 €. Die staatliche Förderung beantragen Sie bei der KfW.

Fördersätze der KfW-Heizungsförderung ab 21.07.2026

Förder-Baustein Fördersatz Voraussetzung
Grundförderung 30 % förderfähige Wärmepumpe, alle Antragstelle
Klimageschwindigkeitsbonus 16 % Selbstnutzer tauschen eine funktionierende Öl-, Kohle-, Gasetagen- oder Nachtspeicherheizung oder eine mindestens 20 Jahre alte Gas- oder Biomasseheizung
Einkommensbonus 10–40 % Selbstnutzer, gestaffelt nach zu versteuerndem Haushaltseinkommen bis 50.000 €
Obergrenze 70 %, bei Einkommen bis 30.000 €: 80 % Summe aller Bausteine wird gedeckelt

Je nach Ausgangssituation stapeln sich die Bausteine. Der Klimageschwindigkeitsbonus gilt in dieser Höhe für Anträge bis zum 31.01.2027, danach sinkt er stufenweise.

Beim Einkommensbonus zählt das Durchschnittseinkommen des 2. und 3. Jahres vor der Antragstellung. Haushalte mit mindestens einem minderjährigen Kind erhalten einen einmaligen Bonus von 10.000 €.

Ein Rechenbeispiel: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe von thermondo kostet im Referenzfall 32.000 €, förderfähig sind davon 28.000 €. Ein selbstnutzender Eigentümer, der seine alte Ölheizung ersetzt und keinen Einkommensbonus erhält, bekommt 46 % Förderung (30 % Grundförderung plus 16 % Klimageschwindigkeitsbonus).

Das sind 12.880 € Zuschuss, der Eigenanteil sinkt auf 19.120 €. Im Maximalfall bleiben nur 9.600 € Eigenanteil. Was die Anlage selbst kostet, zeigt der Ratgeber zu den Kosten der Wärmepumpe.

Den Antrag stellen Sie selbst im KfW-Portal, das dauert online nur wenige Schritte. thermondo stellt Ihnen dafür die technische Bestätigung zum Antrag (BzA) bereit.

Lohnt sich klimafreundliches Heizen auch finanziell?

Ja, denn der CO₂-Preis verteuert fossiles Heizen von Jahr zu Jahr. 2026 kostet die Tonne CO₂ zwischen 55 und 65 €. Für eine Gasheizung im Einfamilienhaus sind das rund 230–270 € zusätzlich pro Jahr, für eine Ölheizung rund 310–360 €. Eine Wärmepumpe zahlt keinen CO₂-Preis auf Brennstoffe.

Ab 2028 wird der EU-Emissionshandel auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ausgeweitet. Dann bildet sich der CO₂-Preis am Markt, Fachleute erwarten eher steigende Preise. Die CO₂-Bilanz entscheidet damit nicht mehr nur über den ökologischen Fußabdruck eines Hauses, sondern zunehmend über seine laufenden Kosten.

Die Grafik veranschaulicht, wie der Gaspreis durch den CO₂-Preis ansteigt

Funktioniert CO₂-neutrales Heizen auch im Altbau?

Ja, auch im Altbau heizen Wärmepumpen zuverlässig und CO₂-arm. Ein Langzeit-Feldtest des Fraunhofer ISE hat das für Bestandsgebäude bestätigt.

Eine Fußbodenheizung ist dafür keine Voraussetzung: Rund 90 % der thermondo-Kunden kombinieren ihre Wärmepumpe mit konventionellen Heizkörpern, lediglich 10 % heizen nur mit einer Fußbodenheizung. Welche Voraussetzungen Ihr Haus erfüllen sollte, zeigt der Ratgeber zur Wärmepumpe im Altbau.

Fazit

Vollständig CO₂-neutral heizt heute noch niemand. Wer aber eine fossile Heizung gegen eine Wärmepumpe tauscht, senkt seine Heiz-Emissionen sofort um mehr als die Hälfte, mit Ökostrom oder eigener PV im Betrieb auf nahezu null.

Der Staat übernimmt dafür einen großen Teil der Kosten, während der CO₂-Preis Öl und Gas weiter verteuert. Aus Klimasicht und finanziell führt der Weg zum CO₂-neutralen Heizen deshalb über die Wärmepumpe, am besten kombiniert mit Photovoltaik und smarter Steuerung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Kann ich mit einer Gas- oder Ölheizung CO₂-neutral heizen?

Nein. Gas- und Ölheizungen verbrennen fossile Energieträger und setzen dabei zwangsläufig CO₂ frei. Auch Beimischungen von Biogas oder Bio-Heizöl machen die Bilanz nicht neutral, denn die verfügbaren Mengen sind begrenzt und teuer. Wer CO₂-neutral heizen will, kommt an einem Systemwechsel nicht vorbei.

Ist Heizen mit Holz oder Pellets klimaneutral?

Nur in einer engen Betrachtung: Beim Verbrennen wird so viel CO₂ frei, wie das Holz beim Wachsen gespeichert hat. Produktion und Transport der Brennstoffe verursachen aber zusätzliche Emissionen. Dazu kommt die Feinstaubbelastung, die gerade in Wohngebieten ein Nachteil ist.

Wie hoch ist die maximale Förderung für eine Wärmepumpe?

Selbstnutzende Eigentümer mit einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 € (mit Kind bis 40.000 €) erhalten bis zu 80 % Zuschuss auf maximal 28.000 € förderfähige Kosten. Das ergibt bis zu 22.400 €. Für alle anderen liegt die Obergrenze bei 70 %.

Brauche ich zwingend Ökostrom für die Wärmepumpe?

Nein. Die Wärmepumpe läuft mit jedem Stromtarif und ist schon mit dem normalen Strommix deutlich klimafreundlicher als Gas oder Öl. Mit Ökostrom oder eigenem Solarstrom holen Sie aber das Maximum heraus und heizen im Betrieb nahezu CO₂-frei.

Was kostet der CO₂-Preis beim Heizen mit Gas?

Bei einem Verbrauch von 20.000 kWh im Jahr fallen 2026 rund 230–270 € CO₂-Preis an. Mit dem Start des EU-Emissionshandels für Gebäude ab 2028 rechnen Fachleute mit weiter steigenden Preisen. Der Betrag kommt zu den eigentlichen Gaskosten hinzu.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.