Zuletzt aktualisiert am: 03.08.2021

CO2-neutral heizen: Wie ist das möglich?

Die CO2-freie Heizung ist ein Ideal für viele Hausbesitzer. Doch lässt sich heute schon CO2-neutral heizen? Wir zeigen Ihnen, welche Heizsysteme eine besonders günstige CO2-Bilanz haben und warum geringe Emissionen nicht nur aus Umweltschutzgründen sinnvoll sind.

CO2-neutral bedeutet zunächst einmal, dass ein Produkt, z.B. eine Heizung die Menge an CO2 in der Atmosphäre nicht erhöht. Allgemein wird auch von „klimaneutral“ gesprochen. Dann erzeugen Produkte oder Dienstleistungen nicht mehr klimaschädliche Gase als ohnehin schon vorhanden sind.

CO2-neutral heißt aber nicht, dass beim Betrieb der Heizung kein CO2 entsteht. Ein Beispiel: Beim Verbrennen von Holz wird nicht mehr CO2 freigesetzt als ohnehin durch dessen natürliche Verrottung entstehen würde. Dennoch produziert eine Holzheizung CO2, obwohl sie primär als „CO2-neutral“ bezeichnet werden kann.

Nimmt man es ganz genau, müsste man für einzelne Heizsysteme auch das CO2 berechnen, das für deren Produktion, deren Wartung oder den Transport von Brennstoffen entsteht. Erst wenn diese gesamte Bilanz ausgeglichen ist und kein zusätzliches CO2 entstehen würde, wäre ein Heizsystem zu 100 Prozent CO2-neutral.

In der Praxis wird häufig vom sogenannten „Kompensieren“ gesprochen. Damit können Unternehmen bis dato noch unvermeidbare CO2-Emissionen z.B. durch das Pflanzen von Bäumen ausgleichen. Doch auch die Kompensation verhindert keine CO2-Emissionen. Sie gleicht diese lediglich aus.

Sie sehen: Vollständige CO2-Neutralität ist beim jetzigen Stand der Dinge nur auf Umwegen oder mit einigen Tricks möglich. Es gilt also, die CO2-Emissionen insgesamt so gering wie möglich zu halten und dafür das technisch Mögliche zu nutzen.

Um sich dem Thema „CO2-Neutralität“ bei Heizungen anzunähern, werden hier verschiedene Heizsysteme und deren CO2-Fußabdruck näher beleuchtet:

  • Pelletheizungen:

Pelletheizungen liegen bei einem CO2- Ausstoß von 22 bis 23 g/kWh. Der CO2-Fußabdruck ist somit geringer als bei Hackschnitzel oder Scheitholz und liegt ungefähr auf einer Ebene mit Heizöl.

Holz als Brennstoff selbst gilt als CO2-neutral, denn die Bäume aus diesem Holz haben während ihres Wachstums CO2 aus der Atmosphäre gezogen und gespeichert. Bei der Verbrennung wird nicht mehr CO2 freigesetzt als das Holz gespeichert hat. Allerdings muss beim CO2-Ausstoß auch bei Holzbrennstoffen immer berücksichtigt werden, dass die Produktion des Brennstoffs sowie dessen Transport ebenfalls CO2 verbraucht. Wer mit Pellets heizt, sollte deshalb vor allem auf kurze Lieferwege achten, um CO2 zu sparen.

Geht man von einem Wärmebedarf von rund 20.000 Kilowattstunden Wärme pro Jahr für Warmwasser und Heizung in einem Vierpersonenhaushalt in einem Einfamilienhaus aus, würde dieser Haushalt mit der Pelletheizung rund 500 Kilogramm CO2 pro Jahr erzeugen

  • Wärmepumpe:

Allgemein sind CO2-Emissionen einer Wärmepumpe eher gering, denn sie benötigt lediglich Strom für die Aufbereitung der Wärme. In einem Neubau nach KfW55-Standard produziert eine Wärmepumpe ca. 200 Kilogramm CO2 pro Jahr, wenn der Strom für die Heizung konventionell gewonnen wird.

Die Effizienz und der CO2-Ausstoß einer Wärmepumpe hängen jedoch sehr stark von der Wärmedämmung des Gebäudes ab. Schlecht isolierte Altbauten können den Wert von oben auf bis zu 1,5 Tonnen CO2 pro Jahr steigern.

Bei einem Wert von 200 g/kWh würden Sie jedes Jahr rund vier Tonnen CO2 erzeugen, wenn Sie einen Vierpersonenhaushalt mit einem Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden nur mit einer Luft-Wärmepumpe decken würden.

Wer mit der Wärmepumpe CO2-neutral heizen möchte, sollte diese deshalb am besten mit einer PV-Anlage betreiben und die Wärmepumpe nur für Effizienzhäuser bzw. Energiesparhäuser nutzen. Außerdem sollten Sie unbedingt auf die Art der eingesetzten Pumpe achten. So ist eine Wasser-Wasser-Wärmepumpe deutlich effizienter als eine Luft-Luft-Wärmepumpe.

  • Solarthermie:

Wenn Sie Wärme mit Solarthermie gewinnen, ist lediglich Strom für die Pumpe notwendig. Im besten Fall wird dieser Strom mit Photovoltaik gewonnen, dann wäre die Solarthermie nahezu CO2-neutral.

Allerdings hat Solarthermie einen Nachteil: Sie reicht in unseren Breiten in der Regel nicht aus, um ein Haus ganzjährig zuverlässig mit Wärme zu versorgen. Solarthermie braucht deshalb immer noch ein Heizsystem zur Unterstützung.

  • Ölheizung:

Mit einem CO2-Ausstoß von 318 g/kWh liegt die Ölheizung an der Spitze der CO2-Emittenden. Sie verursacht mit Abstand am meisten CO2-Emissionen. Wird ein Einfamilienhaus mit einem Wärmebedarf von 20.000 Kilowattstunden pro Jahr mit Öl beheizt, werden dabei mehr als 6,3 Tonnen CO2 jedes Jahr in die Atmosphäre geblasen.

  • Gas-Brennwertheizung:

Gasheizungen mit Brennwerttechnik stoßen rund 247 g/kWh CO2 aus. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Wärme sind das über 4,9 Tonnen CO2 pro Jahr, rund 1,4 Tonnen weniger als beim Heizen mit Öl.

Damit sich der Klimawandel verlangsamt, müssen die CO2-Emissionen möglichst rasch sinken. Da die Wärmegewinnung in privaten Haushalten den überwiegenden Teil der direkten CO2-Emissionen verursacht, ist es essentiell, gerade beim Heizsystem mit der CO2-Reduktion anzufangen.

In einem weiteren Schritt lohnen sich die CO2-Einsparungen auch finanziell für Haushalte. Durch die Einführung der CO2-Steuer und die sukzessive Anhebung der Besteuerung in den folgenden Jahren, werden die Kosten für Wärmeerzeuger, die hohe Emissionen ausstoßen, ebenfalls steigen.

Warum Holz gerade in Städten nicht unbedingt klimaneutral ist

Eine Holzheizung verspricht auf den ersten Blick hinsichtlich des Klimaschutzes viele Vorteile. Es handelt sich um einen nachwachsenden Brennstoff und dieser verursacht nicht mehr CO2 als das Holz ohnehin beim natürlichen Verrottungsprozess ausstoßen würde.

Allerdings geht diese Rechnung nur dann auf, wenn der Holzverbrauch sich mit der Holzverbrennung die Waage hält. Sobald wir jedoch die Holzheizung verstärkt nutzen und immer mehr Holz verbrennen, aber nicht entsprechend viel nachwächst, ist die Klimabilanz sofort nicht mehr ausgeglichen.

Darüber hinaus entsteht beim Verbrennen von Holz sehr viel Feinstaub, der z.B. bei Heizöl oder Gas nur in geringem Maße anfällt. Gerade in urbanen Regionen würden Holzheizungen zwar nahezu klimaneutral für Wärme sorgen, doch die Feinstaubbelastung enorm erhöhen und somit die Gesundheit der Bewohner beeinträchtigen.

Wer CO2-neutral heizen möchte, sollte sich zunächst über die CO2-Bilanz verschiedener Heizsysteme informieren. Dann zeigt sich, dass eine Kombination aus Gasbrennwert und Solar relativ geringe CO2-Werte produzieren kann. So wird die Gasheizung in Kombination mit einer Solarthermieanlage mit hoher Wahrscheinlichkeit nur zwei oder drei Monate zur Heizungsunterstützung notwendig sein.

Eine weitere Alternative ist die Brennstoffzellenheizung. Sie erzeugt bei der Wärmegewinnung keine Emissionen und liefert gleichzeitig noch Strom. Wird dann noch Biogas verwendet oder in Zukunft mit Solarenergie erzeugter Wasserstoff, ist die Brennstoffzellenheizung kurz davor, zu fast 100 Prozent CO2-neutral Wärme gewinnen zu können.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.