Zuletzt aktualisiert am: 15.12.2021

Pelletheizung oder Wärmepumpe – was ist besser?

Bei der Wahl für ein neues Heizsystem im Neubau oder für die Heizungssanierung stehen viele Hausbesitzer vor der Frage, ob sie sich für eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe entscheiden. Diese Informationen helfen bei Ihrer Entscheidungsfindung.

Wer vor der Entscheidung für oder gegen Wärmepumpe oder Pelletheizung steht, sollte sich zuerst bewusst machen, dass es sich um zwei sehr unterschiedliche Heizsysteme handelt.

Pelletheizungen erzeugen Wärmeenergie durch Verbrennung. In einer Brennkammer werden Holzpellets, also gepresstes Holz, verbrannt. Dadurch entsteht Wärme, die wiederum zum Heizen oder für Warmwasser genutzt wird. Hausbesitzer müssen diese Brennstoffe einkaufen und lagern, wenn sie eine Pelletheizung betreiben wollen. Darüber hinaus wird ein Abgassystem benötigt, das für hohe Abgastemperaturen ausgelegt ist.

Eine Wärmepumpe hingegen bezieht ihre Wärmeenergie aus der Luft, der Erde oder aus Wasser. Diese Wärme wird zu einem Kompressor mit Kühlmittel geführt. Dieses verdampft und setzt noch mehr Wärme frei, die schließlich für das Heizungswasser und/oder für die Warmwasserbereitung genutzt wird.

Energetische Grundlage für die Wärmepumpe ist somit Naturenergie, die kostenlos verfügbar ist und ohne Verbrennung genutzt werden kann. Es entfallen dadurch Brennstofflagerung und -kauf. Es wird lediglich Strom für den Betrieb der Pumpe benötigt.

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Die großen Vorteile der Pelletheizung liegen in der hohen Energieeffizienz und der Möglichkeit, nahezu vollautomatisiert mit einem nachwachsenden Brennstoff zu heizen. Darüber hinaus kann die Pelletheizung mit Flächenheizungen ebenso wie mit herkömmlichen Heizkörpern kombiniert werden. Auch große Wohnkomplexe lassen sich mit Pellets beheizen. Wärme ist sofort nach dem Anschalten verfügbar. Im Vergleich zu herkömmlicher Holzfeuerung zeichnet sich Pellettechnik durch eine höhere Energieeffizienz aus.

Nachteilig ist hingegen, dass eine Pelletheizung einen großen Lagerraum für Holzpellets erfordert. Dieser Raum muss absolut trocken sein und in unmittelbarer Nähe des Pelletkessels liegen. Wer auf eine Pelletheizung umrüsten möchte, muss umfassende bauliche Arbeiten durchführen. So kann ein Umbau des Schornsteins notwendig werden. Ebenso muss komplexe Technik installiert werden, die eine automatische Beschickung des Heizkessels ermöglicht.

Im Betrieb ist Pellettechnik sehr wartungsintensiv, da die Pelletschnecke und das gesamte Fördersystem regelmäßig gereinigt werden müssen. So kann es vorkommen, dass sich natürliche Harze ablagern und die Beschickung des Heizkessels behindern, weil das Förderband ins Stocken gerät. Insgesamt ist eine Pelletheizung mit hohen Investitionskosten verbunden.

Als Verbrennungsheizung hat die Pelletheizung einen deutlichen Nachteil, denn sie erzeugt neben CO2 auch. Insbesondere in Ballungsgebieten tragen Holzheizungen maßgeblich zur hohen Luftverschmutzung bei.

Häufig wird angemerkt, dass Pelletheizungen CO2-neutral arbeiten. Das stimmt, was die Verbrennung angeht, denn es wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie ohnehin durch die natürliche Verrottung des Holzes entstehen würde. Allerdings werden aufgrund der verstärkten Nutzung von Holzpellets nicht mehr nur Reststoffe aus der Holzverarbeitung für Holzpellets verwendet, sondern Bäume dafür abgeholzt.

Werden Pellets nicht aus der heimischen oder regionalen Holzwirtschaft gekauft, entsteht ein größerer CO2-Fußabdruck, weil diese dann durch ganz Europa transportiert oder sogar aus Übersee importiert werden. Die CO2-Neutralität der Pelletheizung ist somit nur gegeben, wenn beim Einkauf der Holzpellets bereits auf Nachhaltigkeit geachtet wird.

Wärmepumpen können mit der in der Natur vorhandenen Wärme durch einen umgekehrten „Kühlschrankeffekt“ mit Hilfe eines Kompressors Heizwärme oder Wärmeenergie für Warmwasser liefern. Und hierin besteht ihre große Stärke. Wärmepumpen, vor allem die modernen Ausführungen, arbeiten sehr energieeffizient und nutzen dafür kostenlose Energie aus der Luft, aus Wasser oder der Erde.

Ein weiterer Vorteil besteht in der platzsparenden Ausführung. So lassen sich Luft-Wärmepumpen außerhalb des Gebäudes an der Hauswand montieren.

Als alternative Wärmeerzeuger sind Wärmepumpen zudem über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) förderfähig. Das reduziert die niedrigen fünfstelligen Investitionskosten deutlich.

In Kombination mit Solarthermie sind Wärmepumpen sehr gut geeignet. Dasselbe gilt auch dann, wenn Wärmepumpen als Heizungsergänzung mit einer Gas-Brennwertheizung zusammenarbeiten. Sie eignen sich demnach auch sehr gut, um im Bestand energetisch zu sanieren.

Zu den Nachteilen von Wärmepumpen gehört der erhöhte Energieaufwand (Strom), wenn die Außentemperaturen sinken. Das gilt jedoch vor allem für Luft-Wärmepumpen. Wasser-Wasser-Wärmepumpen mit Erdsonden oder Erd-Wärmepumpen sind insbesondere in hiesigen Regionen energiesparender im Winter.

Je nach Wärmepumpentyp kann der Installationsaufwand hoch sein. Das gilt besonders für Wasser-Wärmepumpen, für welche Erdbohrungen erfolgen müssen. Allerdings sollten Hausbesitzer dabei immer das Verhältnis aus Kosten und Nutzen berücksichtigen.

Wärmepumpen eignen sich vor allem in energieeffizienten, sehr gut gedämmten Gebäuden mit einer Flächenheizung. Wer in einem anderen Gebäude lebt, kann die fehlende Flexibilität der Wärmepumpe als Nachteil sehen.

Förderung von Wärmepumpen und Pelletheizungen

Wenn es um die staatliche Förderung geht, liegen Pelletheizung und Wärmepumpe auf einem ähnlichen Niveau. Beide Heizsysteme werden über die BEG stark gefördert. So können Hausbesitzer bei der Heizungssanierung als BEG Einzelmaßnahme sowohl die Pelletheizung als auch die Wärmepumpe mit bis zu 35 Prozent Förderzuschuss fördern lassen.

Zusätzlich sind bei einem Ölheizungstausch weitere 10 Prozent Zuschuss möglich. Nochmals 5 Prozent Zuschuss gibt es, wenn ein individueller Sanierungsfahrplan mit einem Energieexperten erstellt wird.

Alternativ lässt sich die Wärmepumpe ebenso wie die Pelletheizung über die BEG als KfW-Kredit fördern. Die Heizsysteme müssen Teil einer energetischen Sanierung oder eines Neubaus eines KfW-Effizienzhauses sein. Die Förderung erfolgt in Form eines Tilgungszuschusses.

Um die Förderung zu erhalten, müssen die Wärmepumpen in einer Liste des BAFA aufgeführt sein und eine entsprechend hohe Jahresarbeitszahl aufweisen, welche ihre Energieeffizienz belegt. Pelletheizungen dürfen einen bestimmten Emissionsgrenzwert nicht überschreiten und müssen über einen Partikelabscheider verfügen.

Wer sich für die Wärmepumpe entscheidet, liegt bei Anschaffungskosten zwischen 9.000 und 15.000 Euro. Abhängig vom Wärmepumpen-Typ können weitere Kosten von bis zu 4.000 Euro hinzukommen, z. B. für das Anlegen eines Tiefenbrunnens für Wasser-Wasser-Wärmepumpen.

Die jährlichen Stromkosten liegen bei einem Vier-Personen-Haushalt bei rund 700 bis 1.000 Euro pro Jahr. Da Wärmepumpen sehr wartungsarm sind, entfallen entsprechende Kosten. Ebenso müssen Hausbesitzer nichts für Brennstoffe ausgeben.

Eine Pelletheizung inklusive Pufferspeicher und Fördertechnik sowie Pelletlager kostet mindestens 15.000 Euro. Die Endkosten für diese Technologie liegen jedoch in der Regel deutlich über 20.000 Euro.

Aufgrund der komplexen Technik und der Verbrennung entstehen jährliche Wartungskosten von 100 bis 200 Euro. Alle zwei Jahre muss das Abgassystem geprüft werden. Das kostet rund 300 Euro. Abhängig vom individuellen Heizbedarf, dem Dämmungsgrad der Immobilie und dem Heizverhalten liegen die Kosten für Holzpellets bei einer vierköpfigen Familie pro Jahr bei rund 1.800 Euro.

Dieser Richtpreis gilt bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 4,5 Tonnen Pellets pro Jahr für einen Vierpersonen-Haushalt und einem Pelletpreis von rund 400 Euro pro Tonne.

Wer sich zwischen Pelletheizung und Wärmepumpe entscheiden möchte, sollte dabei vor allem berücksichtigen, ob er ein Heizsystem nutzen möchte, das auch in heutiger Zeit auf Holzverbrennung beruht. Darüber hinaus sollten Hausbesitzer überlegen, ob sie ausreichend Platz für die Brennstofflagerung haben.

Wichtig ist auch: Pelletheizungen sind nicht zu verwechseln mit einem Pelletofen, der gemütliche Strahlungswärme im Aufstellraum erzeugt. Es handelt sich dabei um leistungsstarke Heizsysteme ganz ohne Holzfeuerromantik.

Wer in einem gut isolierten Haus mit Flächenheizung lebt und schon ein modernes Gasbrennwertsystem nutzt, kann seine Heizkosten mit einer Wärmepumpe auf ein Minimum senken. Gleichzeitig erhält er ein nahezu wartungsfreies Heizsystem, das ohne Emissionen arbeitet. Im besten Fall wird der Strom für die Wärmepumpe noch mit einer PV-Anlage erzeugt oder es kommt Ökostrom aus der Dose. Dann spielt die Wärmepumpe ökologisch und mittelfristig auch ökonomisch all ihre Stärken aus.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.