Zuletzt aktualisiert am: 17.11.2020

Elektrische Heizkörper – so heizen Sie mit Strom

Das Heizen mit Strom kommt für Verbraucher und Hausbesitzer in Zeiten des Klimawandels und der Energiewende nur in ganz bestimmten Fällen infrage. Wann elektrische Heizkörper sinnvoll sein können, erklären wir Ihnen hier.

Elektrische Heizkörper zeichnen sich dadurch aus, dass sie Strom in Wärme umwandeln können. Ein elektrischer Heizkörper benötigt also nur einen Stromanschluss, um Wärme zu erzeugen.

Je nach Ausführung können Elektro-Heizkörper Strahlungswärme und/oder Konvektionswärme produzieren. Es gibt sie als festinstallierte Heizsysteme oder als mobile Geräte für den temporären Einsatz.

Arten von elektrischen Heizkörpern

Elektrische Heizkörper lassen sich in unterschiedliche Gruppen einteilen:

  • Infrarotheizungen: Diese Heizkörper erzeugen überwiegend Strahlungswärme, die in Form von Infrarotstrahlen die Festkörper in der Umgebung erwärmt.
  • Mobile elektrische Radiatoren: Hierbei handelt es sich um einen Heizkörper, der mit einer Flüssigkeit gefüllt ist. Diese wird mithilfe von Strom erhitzt. Über ein Gebläse wird Konvektionswärme an den Raum abgegeben, die Heizlamellen geben Strahlungs- und Konvektionswärme ab.
  • Elektrische Konvektoren: Diese Elektroheizungen werden an der Wand montiert. Heizspindeln erzeugen mit Strom Wärme, die mit einem Gebläse als Konvektionswärme in den Raum geblasen wird.
  • Röhrenheizkörper: Wie herkömmliche Heizkörper verfügen diese Produkte über ein Trägermedium im Inneren der Röhren. Dieses wird mit Strom erhitzt und der Heizkörper gibt Wärme ab.

Wo können Elektroheizkörper eingesetzt werden?

Elektrische Heizkörper haben den Vorteil, dass sie sich ohne großen Montageaufwand installieren lassen. Mit mobilen Heizgeräten kann je nach Bedarf punktuell in verschiedenen Räumen mit Strom geheizt werden.

Zum Einsatz kommen Elektroheizkörper aus unterschiedlichen Gründen:

  • Am Aufstellort ist es nicht möglich, Heizkörper an die Zentralheizung anzuschließen.
  • Die Räume werden nur sporadisch beheizt und es lohnt sich deshalb keine Zentralheizung.
  • Am Standort des Gebäudes gibt es weder die Möglichkeit eine Gas- noch eine Ölheizung zu betreiben.

Aus diesen Gründen werden elektrische Heizkörper z.B. in Ferienhäusern, Schrebergärten, unausgebauten Dachgeschossen, in Werkstätten oder in Gästezimmern eingebaut. In Bädern werden häufig Infrarotheizungen als Ergänzung zu bestehenden Heizkörpern verwendet, um den Heizkomfort zu erhöhen.

Durch den vergleichsweise günstigen Anschaffungspreis von elektrischen Heizkörpern sind sie für viele Hausbesitzer immer dann eine mögliche Lösung, wenn sich am Aufstellort keine andere Heizung lohnen würde.

Elektrische Heizkörper: Kosten für Geräte und Montage

Wie teuer elektrische Heizkörper in der Anschaffung sind, hängt von deren Leistung sowie von der Ausführung ab.

  • Infrarotheizungen für die Wandmontage kosten zwischen 100 und 1.000 Euro.
  • Konvektoren für den mobilen Einsatz kosten zwischen 100 und 300 Euro.
  • Fest installierte Röhrenheizkörper oder Handtuchheizkörper, die mit Strom betrieben werden, kosten ab 150 Euro.

Die Montage der Elektroheizung können handwerklich begabte Hausbesitzer oftmals selbst übernehmen. Mobile Geräte werden ohnehin einfach mit einem Schuko-Stecker an den Strom angeschlossen.

Fest installiere Elektroheizkörper sollten jedoch am besten von einem Elektriker installiert werden. So ist ein sicherer Betrieb sichergestellt. Das gilt umso mehr, wenn die E-Heizung in Bädern zum Einsatz kommt.

Wie teuer die elektrischen Heizkörper im Betrieb sind, hängt davon ab, welche Wärmeleistung sie entwickeln und wie lange sie täglich eingeschaltet werden. Um einen Raum elektrisch zu beheizen, sollten Verbraucher mit einer Leistung von 60 bis 100 Watt pro Quadratmeter rechnen.

Beispiele für Nebenkosten:

Sie wollen ein 10 Quadratmeter großes Gästezimmer im Winter elektrisch beheizen:

In diesem Fall benötigen Sie einen elektrischen Heizkörper mit 600 bis 1.000 Watt. Gehen wir davon aus, Sie nutzen einen 1.000 Watt-Heizkörper. Läuft dieser Heizkörper eine Stunde lang, benötigt er 1 kWh Strom. Bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde kostet Sie der Betrieb dieses Heizkörpers 30 Cent pro Stunde. Bei fünf Stunden täglich kostet dieser elektrische Heizkörper 1,50 EUR Strom pro Tag. Ist der Heizkörper mit dieser Leistung 20 Tage pro Monat in Betrieb, kostet der Strom dafür 30 EUR.

In Ihrem Ferienhaus wird es kalt und Sie nutzen 3 Radiatoren mit insgesamt 3.000 Watt:

Sie verbringen 14 Tage Urlaub in Ihrem Ferienhaus. Die Radiatoren laufen täglich 8 Stunden lang. Dann brauchen Sie pro Tag 24 kWh Strom. Bei einem Preis von 30 Cent pro Kilowattstunde, liegen Sie bei 7,20 EUR Stromkosten pro Tag. Bei einem 14-tägigen Urlaub wären das Zusatzkosten von 86,80 EUR nur für Strom.

Wie Sie schon an diesen beiden Beispielen sehen können, steigen die Stromkosten mit zunehmender Leistung und Betriebsdauer enorm. Nicht berücksichtigt wurde außerdem die Wärmedämmung des Gebäudes. Schlecht gedämmte Gebäudehüllen sorgen für große Wärmeverluste, wodurch die Heizkosten mit Strom nochmals in die Höhe schießen.

Wie jedes Heizsystem hat auch der elektrische Heizkörper seine Vor- und Nachteile, die wir Ihnen hier zeigen.

Vorteile:

  • günstige Anschaffungspreise im Vergleich zu klassischen Heizkörpern mit Zentralheizungsanschluss
  • einfache Montage
  • kein Heizkessel und kein Abgassystem erforderlich
  • kein Wartungsaufwand
  • flexible Einsatzmöglichkeiten
  • sofort betriebsbereit

Nachteile:

  • geringe Energieeffizienz
  • sehr hohe Nebenkosten/Betriebskosten
  • mit konventionellem Strom-Mix nicht nachhaltig

Auch wenn beim Anschließen des elektrischen Heizkörpers bei Ihnen keine Emissionen entstehen, sind diese Heizungen ökologisch nicht sinnvoll. Das gilt vor allem dann, wenn konventionell erzeugter Strom genutzt wird.

Der CO2-Fußabdruck lässt sich verbessern, wenn anstelle von Atom- oder Kohlestrom Energie aus alternativen Quellen wie Wasser-, Solar- oder Windkraft verwendet wird.

Doch auch dann sind elektrische Heizkörper nicht sehr energieeffizient, da die Heizsysteme den Strom nicht in vollem Umfang in Wärmeenergie umwandeln, sondern bei der Umwandlung selbst viel Energie verloren geht.

Die einzige ökologisch noch einigermaßen sinnvolle Alternative ist der Betrieb von elektrischen Heizkörpern mit Strom, der über die hauseigene PV-Anlage oder mit einer Brennstoffzelle erzeugt wird. Da Elektroheizungen jedoch viel Energie benötigen, muss auch ausreichend Strom aus der Hausanlage zur Verfügung stehen.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Fläche ist, die Sie beheizen und je mehr Wärme Sie benötigen, desto unrentabler sind elektrische Heizkörper.

Deshalb können diese Heizkörper grundsätzlich nur wirtschaftlich sein, wenn sie nicht als alleinige Heizung genutzt werden und nur sporadisch zum Einsatz kommen.

Lediglich bei selbst produziertem Strom kann der günstige Strompreis die Wirtschaftlichkeit von E-Heizungen verbessern. Gleichzeitig erhöht sich die Wirtschaftlichkeit, je besser das Gebäude gedämmt ist. In ungedämmten Häusern sollten elektrische Heizkörper aus wirtschaftlicher Sicht am besten gar nicht genutzt werden.

Elektrisch heizen ist mit wenig Aufwand möglich und sehr flexibel umsetzbar. Wenn Sie jedoch nach einer ökologisch und wirtschaftlich sinnvollen Heizung suchen, sollten Sie Ihr Gebäude nicht nur elektrisch beheizen.

Sinn können diese Heizsysteme nur in sehr gut gedämmten Häusern ergeben, z.B. in einem Passivhaus, wenn nur ein sehr geringer Heizbedarf besteht. Wird die E-Heizung dann auch noch mit PV-Strom betrieben, könnte sie als Ergänzung zum bestehenden Heizsystem sinnvoll sein.

Nutzen Sie elektrische Heizkörper in Lauben, Ferienhäusern oder der Werkstatt, sollten Sie dabei immer die Zeit im Auge zu behalten und die Heizkörper sofort ausschalten, wenn Sie nicht mehr im Raum sind. Ansonsten können elektrische Heizsysteme schnell zur Kostenfalle werden.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.