Das Wichtigste zur Großwärmepumpe in Kürze:

  • Definition: Eine Großwärmepumpe ist eine große, sehr leistungsstarke Wärmepumpe mit 100 kW bis mehreren MW Leistung, die Industrieanlagen oder ganze Wohnsiedlungen mit Wärme versorgt.
  • Funktion: Großwärmepumpen nutzen wie konventionelle Wärmepumpen einen geschlossenen Kältemittelkreislauf (Verdampfer, Verdichter, Kondensator, Expansionsventil), um Umweltwärme nutzbar zu machen.
  • Einsatzgebiete: Sie dienen der Wärmeversorgung von Nah- und Fernwärmenetzen, Industriegebäuden sowie von Großgebäuden wie Krankenhäusern oder Flughäfen.
  • Großwärmepumpen-Arten: Je nach System (Luft-Wasser-, Sole-Wasser- oder Wasser-Wasser-Anlage) gewinnen Großwärmepumpen Wärmeenergie aus Quellen wie Außenluft, Abluft, Erdreich, Grundwasser, Abwasser oder Flüssen.
  • Kosten und Effizienz: Die Investitionskosten betragen mehrere 10.000 bis mehrere 100.000 €. Großwärmepumpen erzielen Wirkungsgrade von 300 bis 500 % (COP 3–5).

Was ist eine Großwärmepumpe?

Eine Großwärmepumpe ist eine große und extrem leistungsstarke Wärmepumpe. Sie dient der Wärmeversorgung großer Gebäude, wie Industriegebäude, oder versorgt über Nah- und Fernwärmenetze ganze Wohnsiedlungen.

Großwärmepumpen nehmen eine Schlüsselrolle bei der Reduktion des Verbrauchs fossiler Energien ein. Sie nutzen neben konventionellen auch brachliegende Wärmequellen wie Abwasser oder industrielle Abwärme und können diese nutzbar machen.

Großwärmepumpen zeichnen sich durch eine hohe Heizleistung aus, die meist zwischen 100 kW und mehreren Megawatt liegt.

Zum Vergleich: 1000 kW entsprechen 1 MW. Die Leistung einer konventionellen Wärmepumpe im Ein- oder Zweifamilienhaus liegt zwischen 7 und 14 kW.

Wo werden Großwärmepumpen eingesetzt?

Grundsätzlich werden Großwärmepumpen überall dort eingesetzt, wo große Mengen Wärme benötigt werden. Besonders relevant sind sie daher für Nah- und Fernwärme, Industrieanlagen oder große Wohnkomplexe.

Zu den Einsatzgebieten einer Großwärmepumpe gehören:

  • Nah- und Fernwärmenetze: Großwärmepumpen versorgen Wohnviertel bis ganze Städte mit Wärme, sowohl über lokale als auch über überregionale Netze.
  • Industrieanlagen: In der Industrie entstehen große Mengen an Abwärme, die Großwärmepumpen auf ein höheres Temperaturniveau anheben und für verschiedene Prozesse nutzbar machen.
  • Großgebäude: Großwärmepumpen werden eingesetzt, um öffentliche Einrichtungen wie Krankenhäuser, Schulen oder Flughäfen zu beheizen.

Wie funktioniert eine Großwärmepumpe?

Eine Großwärmepumpe arbeitet nach demselben Prinzip wie konventionelle Wärmepumpen – nur in größerem Maßstab und mit leistungsfähigeren Komponenten. Vereinfacht gesagt funktionieren alle Wärmepumpen nach dem umgekehrten Kühlschrankprinzip: Der Umgebung wird Wärme entzogen und zum Heizen für das jeweilige System nutzbar gemacht.

Das Funktionsprinzip basiert bei der Großwärmepumpe auf einem geschlossenen Kältemittelkreislauf. Dieser besteht aus vier Hauptkomponenten, welche in einem kontinuierlichen physikalischen Zyklus zusammenarbeiten:

  • Verdampfer: Der Verdampfer nimmt die Wärme aus der jeweiligen Wärmequelle auf, wodurch das flüssige Kältemittel verdampft.
  • Verdichter: Das gasförmige Kältemittel wird durch einen elektrischen Kompressor verdichtet, wodurch der Druck und die Temperatur stark ansteigen.
  • Kondensator: Die Hitze des Kältemittels wird durch einen Wärmetauscher an das jeweilige Heizsystem weitergegeben. Dadurch kühlt das Kältemittel ab und verflüssigt sich wieder.
  • Expansionsventil: Das Expansionsventil verringert den Druck auf das Kältemittel, wodurch es weiter abkühlt und vollends verflüssigt. So kann es wieder zurück zum Verdampfer geleitet werden und der Kreislauf beginnt von vorn.

Gut zu wissen: Reversible Großwärmepumpen können nicht nur heizen, sondern auch kühlen. Dabei kehren sie den Heizprozess um, indem sie den Räumen Wärme entziehen und diese an die Umgebung oder ein anderes Medium abgeben.

Kältemittelkreislauf der Großwärmepumpe leicht erklärt.

Sind Großwärmepumpen Hochtemperatur-Wärmepumpen?

Großwärmepumpen können auch Hochtemperatur-Wärmepumpen sein. Das ist aber nicht immer der Fall. Hochtemperatur-Wärmepumpen sind eine spezielle Variante, die besonders hohe Vorlauftemperaturen von über 80 bis 100 °C und mehr bereitstellen können.

Ermöglicht werden die hohen Temperaturen durch einen zweistufigen Kältemittelkreislauf mit zwei Kompressoren, die das Kältemittel noch stärker komprimieren. Hochtemperatur-Großwärmepumpen werden für industrielle Prozesse, die hohe Temperaturen benötigen, oder für Fernwärmenetze eingesetzt.

Welche Arten von Großwärmepumpen gibt es?

Je nach Wärmepumpen-Art gewinnt eine Großwärmepumpe Wärmeenergie aus verschiedenen Quellen. Das können neben den konventionellen Wärmequellen Außenluft, Erdreich und Grundwasser auch Abwasser, Abwärme aus Industrieprozessen oder Oberflächenwasser aus Seen oder Flüssen sein.

  • Luft-Wasser-Großwärmepumpe: Erzeugt nutzbare Wärme aus Umgebungs- oder Abluft
  • Sole-Wasser-Großwärmepumpe: Bezieht Wärme über Erdsonden oder Erdkollektoren aus dem Erdreich
  • Wasser-Wasser-Großwärmepumpe: Saugt Grund-, Oberflächen- oder Abwasser an und macht die enthaltene Wärme nutzbar
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Wie viele Großwärmepumpen gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind derzeit 60 Großwärmepumpen in Betrieb, die eine Gesamtleistung von 180 MW bereitstellen.

Zum Vergleich: In Dänemark sind bereits 178 Großwärmepumpenanlagen mit über 580 MW Gesamtleistung in Betrieb. Auch in anderen Ländern wie Schweden, Norwegen oder der Schweiz ist der Ausbau von Großwärmepumpen in Wärmenetzen weiter fortgeschritten.

Trotz ihres großen Potenzials für eine nachhaltige Wärmeversorgung kam der Ausbau von Großwärmepumpen in Deutschland zunächst schleppend voran.

Die Gründe dafür sind:

  • geeignete Wärmequellen (Flüsse, industrielle Abwärme etc.) stehen nicht flächendeckend zur Verfügung
  • komplexe und zeitaufwendige Auflagen, die in der Planung berücksichtigt werden müssen
  • hohe Kosten für Anschaffung und Installation, die Kommunen, Stadtwerke und Unternehmen stemmen müssen
  • umfangreiche infrastrukturelle Anpassungen, die nötig sind, um die Großwärmepumpe in bestehende Wärmenetze und Gebäudestrukturen einbinden zu können; das führt zu zusätzlichem Planungsaufwand und weiteren Kosten

Aufgrund der kommunalen Wärmeplanung, die Städte je nach Größe bis Mitte 2026 oder 2028 vorlegen müssen, kommt der Ausbau von Großwärmepumpen in Bewegung: Die Gesamtleistung, die Großwärmepumpen in Deutschland bereitstellen, hat sich zwischen 2023 und 2025 von 60 MW auf 180 MW verdreifacht. Hinzu kommt eine Leistung von weiteren 1,5 GW* aus Projekten, die sich aktuell im Bau oder in der Planung befinden.

Quellen:

bdew, „Kommunale Wärmeplanung: Großwärmepumpen auf Erfolgskurs?“ (zuletzt abgerufen am 13.03.2026)

Großwärmepumpe mit Flusswasser: Die größte Wärmepumpe der Welt entsteht in Mannheim

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV Energie AG (MVV) hat die STRABAG Umwelttechnik GmbH mit dem Bau der weltweit größten Wärmepumpe beauftragt. Die neue Flusswärmepumpe soll im Winter 2028 in Betrieb gehen und klimafreundliche Wärme für bis zu 40.000 Haushalte bereitstellen. Es ist die zweite Wärmepumpe dieser Art in Mannheim. Bereits seit 2023 ist eine Flusswärmepumpe im Betrieb, die 3.500 Haushalte mit Wärme versorgt.

Die neue Großwärmepumpe wird eine thermische Leistung von bis zu 165 MW bereitstellen und aus zwei Einzelmodulen mit jeweils 82,5 MW Leistung bestehen. Die Flusswärmepumpe wird das Wasser des Rheins als Wärmequelle nutzen. Aus dieser Wärme erzeugt sie mithilfe des natürlichen Kältemittels Isobutan Fernwärme mit Temperaturen von bis zu 130 °C.

Gut zu wissen: Flusswasser-Großwärmepumpen nutzen die im Flusswasser gespeicherte Umweltwärme. Fließgewässer eignen sich besonders gut als Wärmequelle, da sie eine kontinuierliche Energiezufuhr bieten. Durch die natürliche Strömung wird konstant neues, wärmeres Wasser nachgeführt, sodass sich die Wärmequelle schnell regenerieren kann.

Was kostet eine Großwärmepumpe?

In der Regel liegen die Investitionskosten einer Großwärmepumpe zwischen mehreren 10.000 und mehreren 100.000 €. Die Kosten für eine Großwärmepumpe hängen stark von der Leistung, der Wärmequelle sowie der Einbindung in ein bestehendes Wärme- oder Fernwärmenetz ab.

Die finalen Kosten setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Investitionskosten: Planung, technische Komponenten und Erschließung der Wärmequelle
  • Fördermittel: Staatliche Zuschüsse, wie von der BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze), reduzieren die Investitionskosten erheblich

Wie hoch ist die Effizienz einer Großwärmepumpe?

Eine Großwärmepumpe erreicht wie konventionelle Wärmepumpen Wirkungsgrade zwischen 300 und 500 %. Das entspricht einem COP (Coefficient of Performance) von 3–5. Das bedeutet, dass sie 1 kWh Strom in 3–5 kWh Nutzwärme umwandeln kann.

Wie dezentrale Wärmepumpen im Ein- oder Zweifamilienhaus arbeiten auch Großwärmepumpen äußerst effizient. Bei der Nutzung ganzjährig konstanter Wärmequellen wie Abwärme kann der Wirkungsgrad der Großwärmepumpe auch höher sein als der einer konventionellen Wärmepumpe.

Der Effizienzgrad ist maßgeblich von verschiedenen Faktoren abhängig:

  • Temperatur der Wärmequelle: Die Nutzung stabiler Wärmequellen wie Abwasser, Flusswasser, Geothermie oder Industrieabwärme ist besonders effizient. Diese Quellen besitzen ganzjährig relativ konstante Temperaturen, wodurch Großwärmepumpen besonders hohe Wirkungsgrade erreichen.
  • Vorlauftemperatur: Je geringer die Differenz zwischen Vorlauf- und Zieltemperatur ist, desto weniger muss die Wärmepumpe arbeiten, um die gewünschte Temperatur zu erreichen.
  • Kaskadenschaltung: Bei der Kaskadierung werden zwei oder mehr Wärmepumpen zu einem gemeinsamen Heizsystem zusammengeschaltet, sodass nicht eine einzige Wärmepumpe die gesamte Heizlast eines Gebäudes oder Wärmenetzes allein decken muss. So können auch hohe Heizlasten effizient gedeckt werden.

Gut zu wissen: Ab einer Leistung von etwa 2 MW sind alle Großwärmepumpen Sonderanfertigungen, die vom Hersteller entsprechend der speziellen Bedürfnisse des Projekts angefertigt werden. In den kleineren Leistungsklassen werden die Anlagen – wie konventionelle Wärmepumpen auch – in Serie produziert.

Fazit: Großwärmepumpe als Schlüsseltechnologie für die Wärmewende

Großwärmepumpen sind der Schlüssel für die Dekarbonisierung von Städten und Industrie. Sie machen große, ungenutzte Wärmequellen nutzbar – ohne die Verbrennung fossiler Brennstoffe. Wie konventionelle Wärmepumpen arbeiten sie effizient und klimaschonend.

Die Einbindung von Großwärmepumpen in deutschen Wärmenetzen schreitet trotz hoher Investitionskosten und komplizierter Planungsverfahren voran. Um die weitere Installation von Großwärmepumpen zu fördern, sind der Abbau regulatorischer Hürden sowie der Ausbau von Wärmenetzen wichtige Schritte.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Großwärmepumpe

Was ist eine Großwärmepumpe?

Eine Großwärmepumpe ist eine extrem leistungsstarke Anlage zur Wärmeversorgung von Industriegebäuden, großen Wohnkomplexen oder ganzen Stadtvierteln über Nah- und Fernwärmenetze.

Wie funktioniert eine Großwärmepumpe?

Großwärmepumpen funktionieren genauso wie konventionelle Wärmepumpen nach dem umgekehrten Kühlschrankprinzip. Das Funktionsprinzip basiert auf einem geschlossenen Kältemittelkreislauf aus vier Hauptkomponenten:

  • Verdampfer: Der Verdampfer nimmt die Wärme aus der Wärmequelle auf und das flüssige Kältemittel verdampft.
  • Verdichter: Das gasförmige Kältemittel wird durch einen elektrischen Kompressor verdichtet, was Druck und Temperatur erhöht.
  • Kondensator: Die Hitze des Kältemittels wird durch einen Wärmetauscher an das jeweilige Heizsystem weitergegeben.
  • Expansionsventil: Das Expansionsventil verringert den Druck auf das Kältemittel, wodurch es weiter abkühlt und vollends verflüssigt. Der Kreislauf beginnt von vorn.
Wie hoch sind die Investitionskosten einer Großwärmepumpe?

Die Investitionskosten für eine Großwärmepumpe liegen meist in einem Bereich zwischen mehreren 10.000 und mehreren 100.000 €. Staatliche Zuschüsse, bspw. durch die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW), reduzieren die Kosten deutlich.

Wie hoch ist die Effizienz einer Großwärmepumpe?

Großwärmepumpen arbeiten wie dezentrale Wärmepumpen effizient mit einem Wirkungsgrad von 300 bis 500 %, was einem COP von 3 bis 5 entspricht. Die Nutzung konstanter Wärmequellen wie Abwasser oder Abwärme ermöglicht teils noch höhere Wirkungsgrade.

Wir sind Ihr Experte für den Heizungswechsel auf die Wärmepumpe

Großwärmepumpen können ganze Regionen mit Wärme versorgen. Sie müssen aber nicht auf den Ausbau des Fernwärmenetzes warten, um unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden. Mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe von thermondo beginnt die Wärmewende schon bei Ihnen zu Hause. Besonders wenn Ihre aktuelle Heizung älter als 15 Jahre ist, wird es Zeit für ein zukunftsfähiges Heizsystem.

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Bild von Pia Marie Oppermann, Fachredakteurin Pia ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.