Absorptionswärmepumpe: Was ist das und wo wird sie eingesetzt?
Ein Artikel von Luisa Ney | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Wie funktioniert eine Absorptionswärmepumpe?
Eine Absorptionswärmepumpe nutzt Gas als Energieträger. Dazu sind ein Gasanschluss oder ein Flüssiggastank notwendig. Dies unterscheidet sie von herkömmlichen, strombetriebenen Wärmepumpen, die man auch Kompressionswärmepumpen nennt. Die Absorptionswärmepumpe basiert jedoch nicht vollständig auf Erdgas, sondern nutzt wie andere Wärmepumpenarten zu einem Teil Umweltenergie wie Luft oder Erdwärme.
Das Prinzip der Absorptionswärmepumpe basiert, ähnlich wie die Funktion einer konventionellen Wärmepumpe, auf vier Schritten. Anstelle eines elektrischen Kompressors kommt bei der thermischen Verdichtung jedoch das physikalische Prinzip der Absorption zum Einsatz.
- Schritt: Der Verdampfer
Das Kältemittel wird durch die Zufuhr von Wärme aus Umweltenergie verdampft. - Schritt: Die thermische Verdichtung
a) Das gasförmige Kältemittel wird im Absorber von einem Lösungsmittel absorbiert.
b) Das Lösungsmittel mit dem absorbierten Kältemittel wird über eine Pumpe in den Desorber gepumpt.
c) Im Desorber wird das Kältemittel durch Hochtemperaturwärme (z. B. Verbrennung von Erdgas) dem Lösungsmittel wieder ausgetrieben und es verdampft erneut. Dadurch erhöht sich der Druck und die Temperatur steigt an.
d) Das Lösungsmittel wird durch ein Entspannungsventil abgekühlt und wieder dem Absorber zugeführt. Währenddessen wird das gasförmige Kältemittel in den Verflüssiger geleitet. - Schritt: Der Verflüssiger
In diesem Schritt kondensiert das Kältemittel und die so freigegebene Wärme wird durch einen Wärmetauscher an das Heizsystem übertragen. - Schritt: Das Entspannungsventil
Durch den Druckabfall kühlt das Kältemittel wieder auf seine Ausgangstemperatur ab und der Kreislauf beginnt von vorn.
Kosten und Förderung einer Absorptionswärmepumpe
Je nach Bauart und Wärmequelle kostet eine Absorptionswärmepumpe zwischen 18.000 € und 42.000 €. Zieht die Wärmepumpe ihre Umweltenergie aus dem Erdreich oder dem Grundwasser, sind z. B. aufwendige Bauarbeiten und Genehmigungen notwendig. Damit liegt sie im Bereich der Kosten bekannter Wärmepumpenarten.
| Bauteil / Service | Kosten |
|---|---|
| Wärmepumpe | 12.000 - 20.000 Euro |
| Installation & Zubehör | 6.000 - 10.000 Euro |
| Erschließung der Wärmequelle (bei Erdreich und Grundwasser) | 5.000 - 12.000 Euro |
| Gesamtkosten | 18.000 - 42.000 Euro |
Da die Absorptionswärmepumpe Erdgas als Brennstoff verwendet, wird sie auf Bundesebene nicht mehr gefördert. Zudem erreichen die Geräte auf dem Markt nicht die für die Förderung relevante Jahresarbeitszahl für Wärmepumpen, die seit 2024 bei 3,0 liegt.
Wo werden Absorptionswärmepumpen angewendet?
Absorptionswärmepumpen findet man häufig im industriellen Einsatz in kleineren und mittleren Betrieben. Hier können Abgase oder Abwärme aus Industrieprozessen als Umweltwärme oder anstelle der Verbrennung von Erdgas als Hochtemperaturwärme zum Einsatz kommen. So können die Wärmepumpen ressourcenschonend und ohne Strom betrieben werden.
Soll eine Absorptionswärmepumpe in einem Einfamilien- oder Zweifamilienhaus eingesetzt werden, vergleicht man Effizienz und Umweltfreundlichkeit mit einer Gasbrennwertheizung. Dadurch, dass die Wärmepumpe teilweise auf Umweltwärme zurückgreift und lediglich für die thermische Verdichtung Erdgas benötigt, spart sie im laufenden Betrieb bis zu 25 Prozent CO2-Emissionen ein. Mit einer modernen, strombetriebenen Kompressionswärmepumpe kann die Absorptionswärmepumpe in puncto Effizienz und Umweltfreundlichkeit jedoch nicht mithalten. Daher wird in Wohnhäusern in der Regel der Einbau einer Kompressionswärmepumpe vorgezogen.
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Absorptionswärmepumpe im Vergleich mit strombetriebenen Kompressionswärmepumpen
Wie bereits erwähnt, sind Absorptionswärmepumpen nicht so effizient wie strombetriebene Kompressionswärmepumpen. Der Wirkungsgrad der Wärmepumpe liegt nur bei 130 bis 180 Prozent. Dem gegenüber stehen strombetriebene Wärmepumpen, die einen Wirkungsgrad zwischen 300 und 500 Prozent aufweisen.
Auch in Bezug auf die Umweltbilanz ist die strombetriebene Kompressionswärmepumpe der Absorptionswärmepumpe überlegen. Da sie auf die Verbrennung von Erdgas angewiesen ist, wird dementsprechend auch CO2 ausgestoßen. Kompressionswärmepumpen heizen hingegen nahezu emissionsfrei, wenn der Strom Ökostrom ist.
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Fazit: Absorptionswärmepumpen sind keine sinnvolle Alternative für Wohnhäuser
Wer auf ein klimafreundliches und zukunftssicheres Heizsystem umsteigen will, sollte nicht auf eine Absorptionswärmepumpe setzen. Durch den Einsatz von Erdgas ist diese Wärmepumpenart von immer weiter steigenden CO2-Preisen und dem für voraussichtlich ab 2027 geplanten Emissionshandel für Privatnutzer betroffen.
Strombetriebene Kompressionswärmepumpen hingegen werden aufgrund ihrer Umweltbilanz und Zukunftssicherheit vom Staat gefördert. Das macht nicht nur die Anschaffungskosten vergleichsweise niedrig, sondern auch im laufenden Betrieb überzeugen Wärmepumpen mit strombetriebenem Kompressor aufgrund ihres hohen Wirkungsgrads mit geringen Kosten.
FAQ zur Absorptionswärmepumpe
Eine Absorptionswärmepumpe nutzt Gas als primären Energieträger für die thermische Verdichtung anstelle von Strom. Dies unterscheidet sie grundlegend von der strombetriebenen Kompressionswärmepumpe, welche einen elektrischen Kompressor verwendet. Das thermische Verdichtungsprinzip basiert auf einem Kreislauf, bei dem ein gasförmiges Kältemittel von einem Lösungsmittel absorbiert und anschließend durch Hochtemperaturwärme (z. B. Gasverbrennung) wieder ausgetrieben wird.
Die Gesamtkosten für eine Absorptionswärmepumpe inklusive Installation und Erschließung der Wärmequelle liegen zwischen 18.000 € und 42.000 €. Die reinen Kosten für die Wärmepumpe betragen 12.000 € bis 20.000 €, ergänzt durch 6.000 € bis 10.000 € für Installation und Zubehör. Werden Erdwärme oder Grundwasser genutzt, fallen für die Erschließung nochmals 5.000 € bis 12.000 € an.
Die Absorptionswärmepumpe wird auf Bundesebene nicht mehr gefördert, da sie Erdgas als Brennstoff verwendet und die seit 2024 geltende Mindestanforderung an die Jahresarbeitszahl von 3,0 nicht erreicht. Aufgrund der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und der geringeren Effizienz als Kompressionswärmepumpen ist sie von weiter steigenden CO2-Preisen betroffen.
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.
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