Zuletzt aktualisiert am: 05.08.2021

Wärmepumpe im Test: Wo finde ich als Verbraucher vertrauenswürdige Informationen?

Wer nach „Wärmepumpe Test“ im Netz nach Informationen sucht, findet ganz unterschiedliche Inhalte. Wir zeigen Ihnen, wer Wärmepumpen getestet hat und wie bzw. ob Sie diese Ergebnisse für Ihre Kaufentscheidung heranziehen sollten.

Jeder Verbraucher hat es schon früher oder später einmal gemacht: Im Internet nach einem Test für ein Elektrogerät gesucht, um sich anhand der Ergebnisse zu orientieren und für oder gegen den Kauf eines Geräts zu entscheiden. Das ist bei Elektrogeräten und Consumer Electronics sinnvoll, z.B. wenn Sie einen Fön, einen Kühlschrank oder einen neuen Rasenmäher kaufen.

In der Heizungstechnik sind Verbrauchertests nur bedingt aussagekräftig. Das liegt vor allem daran, dass die Angaben zur Leistung einzelner Heizgeräte standardisiert angegebenen werden müssen. Darüber hinaus müssen die Heizungen den geltenden Vorgaben z.B. der Emissionsschutzverordnung entsprechen.

Wenn Sie also ein Heizgerät bei einem Fachhändler kaufen, können Sie davon ausgehen, dass es die Leistung erfüllt, die angegeben wird. Dafür braucht es nicht noch einmal einen ausführlichen Verbrauchertest.

Eines der wichtigsten Merkmale für Heizgeräte ist deren Energieeffizienz. Sie entscheidet darüber, wie viel Energie Ihre Heizung verbraucht. Doch auch dieses Kriterium kann zwar in einem Testverfahren ermittelt werden. Installieren Sie jedoch eine sehr energieeffiziente Heizung in einem schlecht gedämmten Gebäude, wird auch dieses Heizgerät die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes nicht wesentlich verbessern.

Es gab in den vergangenen Jahren verschiedene, sogenannte „Systemtests“ von Wärmepumpen, die von unterschiedlichen Forschungseinrichtungen wissenschaftlich durchgeführt wurden. Diese Tests sind nicht vergleichbar mit Verbrauchertests, die von Verbrauchermagazinen durchgeführt werden. Systemtests sollen wissenschaftlich untersuchen, wie energieeffizient z.B. ein bestimmtes Heizsystem ist.

Zwischen 2014 und 2019 hat das Fraunhofer ISE ein Projekt mit dem Namen „WPsmart im Bestand“ durchgeführt. Dabei wurde untersucht, wie energieeffizient Wärmepumpen in 56 Altbauten arbeiten. Insgesamt 41 Wärmepumpen konnten über den gesamten Testzeitraum ausgewertet werden. Getestet wurden dabei sowohl Luft/Wasser-Wärmepumpen als auch Erdwärmepumpen. Beide Systeme wurden sowohl für die Warmwassergewinnung als auch zum Heizen eingesetzt.

Der wissenschaftliche Test des Fraunhofer Instituts hat schließlich gezeigt, dass sich Wärmepumpen auch in Altbauten energieeffizient einsetzen lassen. Die Luft-Wasser-Geräte erreichten Jahresarbeitszahlen (JAZ) zwischen 2,5 und 2,8. Die Erdwärmepumpen konnten JAZ zwischen 3,3 und 4,7 erzielen. Gleichzeitig konnte die Forschungseinrichtung belegen, dass die Wärmepumpen deutlich klimafreundlicher arbeiteten als Heizungsanlagen mit fossilen Brennstoffen.

Für das BAFA getestete Wärmepumpen

Damit Hausbesitzer in Deutschland Förderzuschüsse für ihre Wärmepumpen erhalten, muss die entsprechende Wärmepumpe in einer Liste des BAFA aufgeführt werden. Um in diese Liste aufgenommen zu werden, testet das BAFA die einzelnen Pumpen und ermittelt anhand von festen Prüfnormen deren Jahresarbeitszahl. Die Prüfung übernehmen dabei unabhängige Prüfeinrichtungen, die nach ISO 17025 dafür akkreditiert wurden. Die Wärmepumpen-Tests erfolgen u.a. nach der EN 14511, der EN 14825 und der EN15879-1.

Wärmepumpen werden auf zwei Arten getestet:

  • Einzelprüfungen: Hierbei wird jedes Modell einzeln nach den vorgegebenen Normen getestet.
  • Baureihenprüfungen: Hier wird die jeweilige Baureihe z.B. nach den EU-Standards „Heat Pump KEYMARK“ oder EUROVENT ECP zertifiziert.

Eine Übersicht mit den vom BAFA getesteten Wärmepumpen finden Sie hier.

Derartige Prüfungen von Wärmepumpen werden nicht nur in Deutschland durchgeführt, sondern von verschiedenen Institutionen in Europa. Sie stellen die Einhaltung von Energieeffizienzstandards bei Heizgeräten sicher.

Die Tester der Stiftung Warentest haben für die Ausgabe 7/2020 Pellets, Wärmepumpe und Gasheizungen miteinander vergleichen. Dabei wurden auch sieben Wärmepumpen in einem Modellhaus getestet. Bewertet wurden die Energieeffizienz (35 %), der Komfort und die Effizienz der Warmwasserbereitung (30 %), die Handhabung (25 %), die Verarbeitung (5 %) und die Umweltfreundlichkeit (5 %).

Keine der getesteten Wärmepumpen war schlechter als „befriedigend“ mit 2,9. Das beste Gesamtergebnis erzielte die Vaillant Geotherm plus VWS 102/2 mit der Note 2,1.

Hausbesitzer finden im Internet viele Inhalte, die mit Wärmepumpen-Tests arbeiten. Relevante Tests von Wärmepumpen finden vor allem auf der Basis von Normen statt, damit die Pumpen in die Liste der förderfähigen Anlagen des BAFA aufgenommen werden können. Da das Prüfniveau dieser Tests ohnehin sehr hoch und standardisiert ist, liegt es auf der Hand, dass bei unabhängigen Verbrauchertests kaum mit schlechten Ergebnissen zu rechnen ist.

Das wichtigste Leistungskriterium für eine Wärmepumpe ist letztlich ihre Energieeffizienz. Und diese hängt entscheidend davon ab, dass die Heizungsanlage perfekt auf den individuellen Wärmebedarf und die baulichen Gegebenheiten abgestimmt ist. Und diese Vorarbeiten und Empfehlungen kann kein Verbrauchertest ersetzen.

Die beste Wärmepumpen-Lösung finden Sie, wenn Sie sich von einem Heizungsexperten beraten lassen. So ist sichergestellt, dass Sie eine leistungsstarke und effiziente Wärmepumpe erhalten und diese auch über die BEG gefördert werden kann.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.