Richtig heizen mit der Wärmepumpe - das Wichtigste in Kürze:

  • Beständigkeit beim Heizen: Anders als bei Gasheizungen ist bei Wärmepumpen konstantes Heizen in allen Räumen der Schlüssel zu maximaler Effizienz und niedrigen Betriebskosten.
  • Heizkurve optimieren: Eine flache Heizkurve senkt den Strombedarf und reduziert den Verschleiß der Anlage.
  • Finger weg vom Thermostat: Heizkörperthermostate sollten dauerhaft voll aufgedreht bleiben, denn die Raumtemperatur wird zentral über die Heizkurve geregelt.
  • Keine Nachtabsenkung: Da Wärmepumpen träge Heizsysteme sind, verbraucht das Wiederaufheizen am Morgen oft mehr Strom, als nachts durch die Absenkung gespart werden kann.
  • Saisonale Anpassung: Die Umstellung auf den Sommerbetrieb (nur Warmwasser) spart Energie und verlängert die Lebensdauer, wobei das Gerät nie vom Strom getrennt werden darf.

Wie heize ich mit der Wärmepumpe richtig?

Richtig heizen mit einer Wärmepumpe bedeutet in erster Linie umdenken. Während man bei alten Gas- oder Ölheizungen oft manuell eingegriffen hat, ist beim Heizen mit der Wärmepumpe Beständigkeit der Schlüssel zur Effizienz. Und effizient heizen bedeutet letztlich richtig heizen.

So können Sie die Effizienz der Anlage maximieren und die Betriebskosten dauerhaft niedrig halten:

  • Stellen Sie die Heizkurve richtig ein: Die Heizkurve muss an das Gebäude und die Bedürfnisse der Bewohner angepasst werden.
  • Heizen Sie alle Räume gleichmäßig: Dadurch wird ein Auskühlen der Gebäudehülle verhindert und die Wärmepumpe kann mit einer niedrigeren Vorlauftemperatur heizen.
  • Verstellen Sie nicht die Thermostate an den Heizkörpern: Die Thermostate sollten voll aufgedreht sein und im besten Fall nicht verändert werden.
  • Nehmen Sie keine Nachtabsenkung vor: Anders als bei einer Öl- oder Gasheizung wird mit der Wärmepumpe bei einer Nachtabsenkung keine Energie gespart.
  • Stellen Sie Sommer- und Winterzeit ein: Die passende Einstellung zur Jahreszeit spart nicht nur Strom, sondern wirkt sich auch positiv auf die Lebensdauer der Wärmepumpe aus.

Mit der Wärmepumpe heizen Sie anders als mit Gas

Mit einer Wärmepumpe sollten Sie anders als mit einer Gasheizung heizen, da sich die Funktion beider Heizsysteme grundlegend unterscheidet.

So funktioniert eine Wärmepumpe: Die Funktion der Wärmepumpe ähnelt der eines Kühlschranks. Die Wärme wird jedoch nicht dem Inneren entzogen und nach außen abgegeben, sondern die Wärmepumpe nimmt die Wärme aus der Umgebung auf und gibt sie an das Heizsystem ab.

Wie viel Wärme die Wärmepumpe an das Heizwasser überträgt, bestimmt die Einstellung der Heizkurve. Diese witterungsgeführte Heizungssteuerung zeigt das Verhältnis zwischen der Vorlauftemperatur und der Außentemperatur an.

Die Heizungssteuerung einer Wärmepumpe weiß, auf welcher Temperatur das Heizwasser erhitzt werden muss, um in den Wohnräumen den gewünschten Wärmegrad zu erzielen. Das Verstellen der Thermostate an einer Wärmepumpenheizung zur Regulierung der Raumtemperatur, wie bei einer Gasheizung üblich, ist nicht sinnvoll.

Je flacher die Heizkurve ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe. Denn niedrige Vorlauftemperaturen senken nicht nur den Strombedarf, sondern reduzieren auch den Verschleiß der Anlage.

Typischer Verlauf einer Heizkurve für Ölheizung (steil), Gasheizung (mittelsteil), Wärmepumpe (mittelflach), Effizienzhaus mit Fußbodenheizung (flach)

Tipp: Stellen Sie die Thermostate auf die höchste Stufe und verstellen Sie sie so selten wie möglich. Regeln Sie die gewünschte Temperatur in erster Linie über die Heizkurve.

Das empfiehlt auch Nadine Gruß, Service-Expertin von thermondo, in unserem Video zum Stromverbrauch der Wärmepumpe:Finger weg vom Thermostat und die Solltemperatur in Ihren Räumen so wenig wie möglich ändern.“

Ist eine Einzelraumregelung mit der Wärmepumpe sinnvoll?

Nein, beim Heizen mit einer Wärmepumpe sollte, anders als z. B. bei einer Gasheizung, keine Einzelraumregelung angewendet werden.

Wird die Heizung in einzelnen Räumen abgedreht, sinkt die Grundtemperatur der Gebäudehülle. Die Wärmepumpe benötigt dadurch eine höhere Vorlauftemperatur und somit mehr Energie, um die übrigen Räume auf die gewünschte Temperatur zu bringen.

Am effizientesten heizt die Wärmepumpe, wenn die Solltemperatur der Räume so selten wie möglich geändert wird. Im Gegensatz zur Gasheizung, bei der die Raumtemperatur über die Thermostate an den Heizkörpern geregelt wird, sollten diese bei einer Wärmepumpenheizung ganz aufgedreht und nicht mehr verändert werden.

Lohnt sich eine Nachtabsenkung beim Heizen mit der Wärmepumpe?

Nein, anders als bei anderen Heizsystemen ist eine Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe nicht sinnvoll.

Die Nachtabsenkung hat das Auskühlen der Räume zur Folge. Diese müssen am nächsten Morgen unter erhöhtem Energiebedarf wieder aufgeheizt werden. Der Stromverbrauch der Wärmepumpe kann beim Wiederaufheizen der Wohnräume die Einsparungen während der Nachtabsenkung nicht nur wieder ausgleichen, sondern zum Teil sogar übertreffen.

Kurz erklärt: Beim Heizen mit Gasheizungen wird häufig eine Nachtabsenkung eingestellt, um Energie und Heizkosten zu sparen. Dies rechnet sich jedoch vor allem bei schlecht gedämmten Häusern oder unsanierten Altbauten, welche mit Heizsystemen beheizt werden, die sehr schnell hohe Vorlauftemperaturen bereitstellen können.

Wärmepumpen sind träge Heizsysteme, die im laufenden Betrieb grundsätzlich energiesparender arbeiten als beispielsweise Gasheizungen. Dadurch benötigen sie jedoch auch mehr Zeit und Energie zum Aufheizen.

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Wie heize ich im Winter richtig mit der Wärmepumpe?

Beim Heizen mit der Wärmepumpe sollten auch im Winter die Thermostate an den Heizkörpern nicht verstellt werden. Ist die Raumtemperatur zu niedrig, überprüfen Sie die Heizkurve und nehmen Sie gegebenenfalls Anpassungen vor.

Die Wärmepumpe basiert auf einer witterungsgeführten Heizungssteuerung. Um ihre Effizienz auch im Winter zu optimieren, sollte eine konstante Raumtemperatur eingestellt und diese so wenig wie möglich verändert werden.

Werden die Räume nur bei strengem Frost nicht warm genug, können Sie die Steilheit der Heizkurve erhöhen.

Ist das Gebäude dauerhaft zu kühl, verschieben Sie die gesamte Heizkurve um wenige Grad parallel nach oben.

Einstellung der Heizkurve durch die Anpassung der Vorlauftemperatur

Gut zu wissen: Auch an kalten Tagen kann die Wärmepumpe genug Energie aus ihrer jeweiligen Wärmequelle ziehen, um zu heizen. Die Wärmepumpe erreicht dabei Vorlauftemperaturen von bis zu 55 °C. An sehr kalten Tagen sind sogar Vorlauftemperaturen von bis zu 75 °C möglich. Damit können Bestandsgebäude auch im Winter ausreichend beheizt werden.

Stelle ich die Wärmepumpe auf Sommer- oder Winterzeit um?

Ja, sie sollten die Einstellung Ihrer Wärmepumpe der Jahreszeit entsprechend auf Sommer- und Winterbetrieb anpassen.

Im Sommerbetrieb wird die Heizfunktion abgestellt und nur noch die Warmwasserbereitung übernommen. Das senkt nicht nur den Stromverbrauch, sondern erhöht auch die Lebensdauer Ihrer Wärmepumpe.

Gut zu wissen: Moderne Wärmepumpen sind mit einem Außentemperaturmesser ausgestattet. Ist die Heizkurve richtig eingestellt, sollte die Wärmepumpe ab einer bestimmten Außentemperatur das Heizwasser nicht mehr erwärmen. Allerdings sollten Sie dennoch im Sommer die Wärmepumpe auf Sommerbetrieb umstellen. So verhindern Sie, dass das Heizsystem in einer kühlen Sommernacht anspringt.

Wichtig: Schalten Sie Ihre Wärmepumpe niemals per Sicherung ab und trennen Sie sie nicht vom Strom. Es ist wichtig, dass die Wärmepumpe Notfallprogramme sowie Sicherheitsfunktionen, wie bspw. den Frostschutzmodus, zu jeder Zeit aktivieren kann.

Wärmepumpe richtig einstellen: Sommer- und Wintermodus

Wärmepumpe richtig einstellen: Sommer- und Wintermodus

Mit einer passend zur Jahreszeit eingestellten Wärmepumpe heizen Sie sowohl im Sommer als auch im Winter so effizient wie kostengünstig. Zusätzlich schonen Sie dadurch Ihre Anlage.

In diesem Video erklärt Nadine Gruß, Service-Expertin von thermondo, am Beispiel der LG Therma V, wie Sie Ihre Wärmepumpe der Jahreszeit entsprechend einstellen.

FAQ zum richtigen Heizen mit Wärmepumpe

Heizt man mit der Wärmepumpe anders als mit einer Gasheizung?

Ja, mit einer Wärmepumpe sollten Sie anders heizen als mit einer Gasheizung, da sich die Funktionsweisen beider Heizsysteme grundlegend voneinander unterscheiden.

  • Wärmepumpen sind im Gegensatz zu Gasheizungen träge Heizsysteme, die auf konstanten Betrieb ausgelegt sind
  • Gasheizungen können schnell hohe Vorlauftemperaturen bereitstellen, sodass Stoßheizen möglich ist.

Möchten Sie also von einer Gasheizung auf die Wärmepumpe wechseln, sollten Sie im Anschluss Ihr Heizverhalten an das neue System anpassen.

Was ist die Heizkurve bei einer Wärmepumpe?

Die Heizkurve ist die witterungsgeführte Steuerung einer Wärmepumpe.

Sie bestimmt darüber, wie stark das Wasser erhitzt werden muss, um die Wohnräume in Abhängigkeit von der Außentemperatur auf dem gewünschten Wärmegrad zu halten: Je kälter es draußen ist, desto höher ist die benötigte Vorlauftemperatur, um den Wärmeverlust des Gebäudes auszugleichen.

Wie heize ich am besten mit der Wärmepumpe?

Entscheidend für die optimale Effizienz der Wärmepumpe ist die richtige Einstellung der Heizkurve. Passen Sie diese an das Gebäude und Ihren Haushalt an und sorgen Sie dafür, dass diese so flach wie möglich ist.

  • Je geringer der Unterschied zwischen der Außentemperatur und der Vorlauftemperatur ist, desto weniger Strom wird verbraucht.
  • Stellen Sie außerdem die Temperatur aller Räume konstant ein und verändern Sie sie so wenig wie möglich.
Warum sollte man die Thermostate bei einer Wärmepumpenheizung nicht verstellen?

Die Thermostate an den Heizkörpern einer Wärmepumpenheizung sollten voll aufgedreht bleiben und idealerweise nicht verändert werden, da die Raumtemperatur zentral über die Heizkurve geregelt wird.

Häufiges manuelles Regulieren stört die effiziente Betriebsweise der witterungsgeführten Steuerung.

Ist eine Einzelraumregelung oder eine Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe sinnvoll?

Nein, anders als bei Gasheizungen sparen weder eine Einzelraumregelung noch eine Nachtabsenkung bei der Wärmepumpe Energie. Beide Vorgänge haben das Auskühlen der Gebäudehülle zur Folge. Beim Wiederaufheizen der Räume verbraucht die Wärmepumpe oft mehr Energie, als sie zuvor eingespart hat.

Muss man die Wärmepumpe auf Sommer- und Winterzeit umstellen?

Ja, die Einstellung der Wärmepumpe auf den Sommer- oder Winterbetrieb ist wichtig, um den Stromverbrauch zu senken und die Lebensdauer der Anlage zu erhöhen.

Im Sommerbetrieb wird die Heizfunktion deaktiviert und das System bereitet lediglich das Warmwasser für den Haushalt auf. Die manuelle Umstellung auf den Sommerbetrieb verhindert, dass die Heizfunktion der Wärmepumpe in kühlen Sommernächten unnötig anspringt.

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Luisa: thermondo-Fachredakteurin für Wärmepumpe, Strom & Energiemanagement Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.