Zuletzt aktualisiert am: 30.03.2020

Deckenheizung – angenehme Strahlungswärme von oben

Mit einer Deckenheizung entscheiden sich Hausbesitzer für eine sehr elegante Variante der Heizung. Doch wie funktioniert eine Deckenheizung überhaupt, welche Modelle gibt es und für wen lohnt sie sich?

Eine Deckenheizung ist ein Heizsystem, das Strahlungswärme erzeugt und an der Decke eines Raumes installiert wird. Die Deckenheizung wird überwiegend als Direktheizung realisiert.

Dabei handelt es sich um eine elektrische Deckenheizung, die auf Knopfdruck Strahlungswärme im Infrarotbereich emittiert. Somit kommt die Deckenheizung ohne Wärmespeicher oder Konvektoren aus und benötigt in der Regel lediglich einen Stromanschluss, außer sie wird als wasserführende Deckenheizung umgesetzt.

Deckenheizungen lassen sich auf unterschiedliche Weise umsetzen. Für welche Variante sich Hausbesitzer letztlich entscheiden, hängt von der Nutzungshäufigkeit und den Räumlichkeiten ab, die beheizt werden sollen.

Direktheizung: Elektrische Deckenheizung

Eine elektrische Deckenheizung kann als Direktheizung in Form von Heizstrahlern oder einer Infrarotheizung genutzt werden. Die Direktheizung wird einfach an der Decke montiert, an den Strom angeschlossen und ist dann sofort einsatzbereit. Sobald die Heizung eingeschaltet wird, erzeugt sie angenehme Strahlungswärme, ohne die Raumluft aufzuheizen. Heizstrahler sind etwas robuster und werden gerne für Werkstätten oder Lagerhallen eingesetzt. Infrarotheizungen sind besonders flach und lassen sich sehr gut in einen Wohnraum oder ein Badezimmer integrieren.

Flächenheizung: Wasserführende Deckenheizung

Vergleichbar mit der Fußbodenheizung oder der Wandheizung werden für die wasserführende Deckenheizung Rohrsysteme in der Decke verlegt. Durch diese wird dann das warme Heizungswasser geführt. Im Grunde genommen ist eine Deckenheizung wie eine Fußbodenheizung, nur eben in der Decke.

Im Vergleich zur elektrischen Deckenheizung ist der Montage- und Wartungsaufwand einer wasserführenden Deckenheizung deutlich höher. Auch die Kosten für die Anschaffung und Installation sind höher.

Allerdings lässt sich die wasserführende Deckenheizung in ein bestehendes Heizsystem mit Wasserkreislauf integrieren, sodass sich diese Variante auch als alleinige und dauerhafte Raumheizung eignet.

Wie jedes Heizsystem hat auch die Deckenheizung Vor- und Nachteile. In welchem Umfang Vor- oder Nachteile zur Geltung kommen, hängt von der Nutzungsintensität der Heizung ab.

Vorteile Deckenheizung allgemein

  • Deckenheizungen erzeugen angenehme Strahlungswärme
  • angenehmes Raumklima, da die Raumluft nicht direkt erwärmt wird

Vorteile elektrische Deckenheizung

  • geringer Montageaufwand
  • keine Rohrleitungen oder Feuerstätte notwendig
  • erzeugt sofort nach dem Einschalten Wärme

Vorteile wasserführende Deckenheizung

  • dank niedriger Vorlauftemperatur kombinierbar mit Solarthermie oder Wärmepumpe
  • im Sommer mit kaltem Wasser zur Raumkühlung nutzbar
  • Decken bleiben dank Wärme immer trocken

Nachteile Deckenheizung elektrisch

  • hohe Betriebskosten bei häufiger Nutzung
  • nur in Kombination mit anderen Heizsystemen wirtschaftlich
  • nur für gelegentlichen Einsatz geeignet

Nachteile Deckenheizung wasserführend

  • hohe Installationskosten
  • nur bei sehr guter Wärmedämmung von Außenwänden und Decken sinnvoll
  • hoher Wartungsaufwand
  • nur für bestimmte Deckenverkleidungen geeignet
  • Wärme kann sich je nach baulichen Gegebenheiten an der Decke sammeln und nicht wie gewünscht wirken

Wie Sie sehen, spielt es bei der Berücksichtigung von Vor- und Nachteilen der Deckenheizungen eine wichtige Rolle, ob Sie elektrisch oder mit Wasser als Trägermedium heizen.

Die Kosten für eine Deckenheizung hängen von der Leistung und der Größe sowie der Art des Heizsystems ab.

  • elektrische Deckenheizung: Günstige Infrarot-Deckenheizungen oder Heizstrahler gibt es mit einer Leistung von 1.000 Watt schon für weniger als 200 Euro. Ein Kilowatt reicht aus, um einen kleinen Raum zu beheizen. Wer allerdings größere Geräte mit mehr Leistung und in ansprechendem Design kaufen möchte, muss mit Preisen ab 300 oder 400 Euro pro Stück rechnen.
  • wasserführende Deckenheizung: Da für diese Deckenheizung Rohre in der Wand verlegt werden müssen und eine entsprechende Dämmung vorhanden sein muss, sind die Kosten deutlich höher als bei elektrischen Heizsystemen. Hier können Kosten von 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter entstehen.

Bei den Betriebskosten unterscheiden sich elektrische oder wasserführende Strahlungsheizungen deutlich. Während die wasserführende Heizung im Dauerbetrieb schon mit geringen Vorlauftemperaturen viel Wärme bei geringen Kosten erzeugt, kostet die elektrische Heizung pro verbrauchter Kilowattstunde ca. 30 Cent. Das bedeutet: Eine Deckenheizung mit 2.000 Watt, die täglich drei Stunden in Betrieb ist, kostet im Monat 54 Euro an Strom.

Für welche Häuser oder Wohnungen eignet sich eine Deckenheizung?

Deckenheizungen eignen sich allgemein immer dann, wenn ein Raum einen niedrigen Wärmebedarf hat und mit geringem energetischem Aufwand beheizt werden kann.

  • elektrische Deckenheizung: Diese Direktheizungen eignen sich dann, wenn im Raum nur wenig Platz für Heizkörper ist und die Heizung nur sporadisch genutzt wird. Sinnvoll ist die elektrische Deckenheizung auch dann, wenn der Strom mit Photovoltaik erzeugt wird und wenn damit ein bestehendes Heizsystem ergänzt wird. So kann die Deckenheizung elektrisch z.B. im Bad sinnvoll sein, um es beim Duschen oder Baden angenehm warm zu haben. Als alleiniges Heizsystem eignet sich die Deckenheizung als elektrische Variante nicht.
  • wasserführende Deckenheizung: Eine solche Deckenheizung kann Sinn ergeben, wenn ein Altbau saniert wird, aber weder Wandfläche noch Fußbodenfläche verloren gehen sollen. Stattdessen können hohe Decken abgehängt und mit einer wasserführenden Deckenheizung ausgestattet werden. Voraussetzung für die effiziente Nutzung der wasserführenden Heizung ist jedoch eine hohe Wärmedämmung. Sinn ergibt diese Form der Deckenheizung außerdem, wenn sie mit Wärme aus Solarthermie oder einer Wärmepumpe im Rahmen eines Niedrigenergiehauses betrieben wird.

Wie bei Direktheizungen auch sollten Sie vor allem bei elektrischen Decken-Infrarotheizungen die Art der Nutzung und die Art der Stromerzeugung berücksichtigen. Denn bei zu häufiger Nutzung mit dem herkömmlichen Stromanschluss kann die elektrische Deckenheizung schnell zur Kostenfalle werden.

Wenn Sie ohnehin Ihre Heizung modernisieren und alternative Energieträger wie Wärmepumpen oder Solarthermie berücksichtigen, kann die Deckenheizung z.B. im Bad oder einem Wohnzimmer eine interessante Alternative zur Fußbodenheizung sein.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.