Zuletzt aktualisiert am: 23.03.2020

Die Direktheizung – Heizen auf Knopfdruck

Mit einer Direktheizung lässt sich sofort Wärme erzeugen. Ob diese Form der Elektroheizung sinnvoll ist, welche Arten es gibt und welche Kosten mit Anschaffung und Betrieb verbunden sind, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag.

Der Begriff „Direktheizung“ ist eine Bezeichnung für einen bestimmten Heizungstyp, der Wärme ohne Rohrsystem und Wärmespeicher nach dem Anschalten bereitstellt. Direktheizungen sind Elektroheizungen und benötigen demnach keine Feuerstätte. Sie werden einfach an das Stromnetz angeschlossen und sind sofort einsatzbereit. Dadurch sind Direktheizungen wartungsfrei.

Direktheizungen wandeln elektrische Energie in Wärmeenergie um. Der Strom fließt dafür in eine Heizspirale oder einen Heizdraht. Dort wird ein Widerstand erzeugt, der wiederum Wärme produziert. Über Wärmeleiter wie Heizrippen oder ein Gebläse wird die Wärme in den Raum oder an Festkörper abgegeben.

Je nach Ausführung erzeugt die Direktheizung überwiegend Strahlungswärme oder kombiniert Strahlungs- mit Konvektionswärme.

Im Alltag kommen zwei Art der Direktheizung überwiegend zum Einsatz, der Konvektor und die Infrarotheizung.

  • Konvektor:

Bei einem Konvektor handelt es sich um eine Direktheizung, die mit einer speziellen Lüftung arbeitet. Der Konvektor saugt kalte Luft aus dem Raum an, erwärmt sie im Inneren über Heizspiralen und bläst die warme Luft wieder aus.

Konvektoren werden meist als mobile Direktheizung verwendet, um ein bestehendes Heizsystem wie einen Kaminofen zu ergänzen oder um sporadisch einen Raum zu beheizen. Fest installierte Konvektorheizungen werden oft in gelegentlich genutzten Ferienwohnungen verwendet.

Aufgrund des hohen Strombedarfs sind Konvektoren nicht als alleinige Heizsysteme und nur für den gelegentlichen Einsatz geeignet.

  • Infrarotheizung:

Infrarotheizungen gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Ausführungen, als Wandheizung, Deckenheizung oder sogar Spiegelheizung. Diese Form der Elektro-Direktheizung erzeugt Strahlungswärme im Infrarotspektrum, vergleichbar mit der Strahlungswärme der Sonne. Somit wird die Wärme der Infrarotheizung als sehr angenehm empfunden. Darüber hinaus erwärmen die Strahlen nicht die Raumluft, sondern die angestrahlten Festkörper im Raum. Dadurch entsteht ein angenehmes Raumklima.

Dank des geringen Platzbedarfs der flachen Heizelemente kann die Infrarotheizung auch auf begrenztem Raum an Decken oder Wänden installiert werden.

In Niedrigenergiehäusern oder in Kombination mit effizienten Heizsystemen lassen sich Infrarotheizungen sehr gut einsetzen. Da sie mit Strom betrieben werden, ist der Montage- und Installationsaufwand gering.

Sonderform der Direktheizung: Nachtspeicherheizung

Die Speicherheizung oder Nachtspeicherheizung ist eine besondere Variante der Direktheizung. Diese Heizsysteme wurden vor allem dafür entwickelt, die Überkapazitäten der Kraftwerke zu nutzen. Da Kohle- oder Atomkraftwerke tagsüber sowie nachts in Betrieb sind und Strom produzieren und nachts vor allem Haushalte kaum oder nur wenig Strom nutzen, können diese Überschüsse entstehen.

Viele Energieversorger hatten deshalb günstige Nachtstromtarife im Angebot. Damit ließen sich Nachtspeicherheizungen betreiben. Sie bezogen Strom in der Nacht, heizten damit Schamottsteine oder andere Wärmespeicher auf, um dann tagsüber Wärme abzugeben.

Mittlerweile sind Nachtspeicheröfen unrentabel, werden aber im Zuge der Energiewende als alternative Energie- bzw. Wärmespeicher wieder diskutiert.

Wie teuer eine Direktheizung in der Anschaffung ist, hängt vom gewählten Modell und u.a. der Leistung ab. Kleine Direktheizungen sind bereits für weniger als 300 Euro erhältlich. Moderne und große Direktheizungen mit 1.000 Watt für kleinere Räume kosten mehr als 500 Euro pro Stück. In der Regel reicht eine Direktheizung mit einer Leistung von 1.000 Watt für kleinere Wohnräume aus. Wer eine stärkere Direktheizung kaufen möchte, muss bis zu 700 Euro und mehr dafür ausgeben.

Die Betriebskosten hängen bei der Direktheizung maßgeblich davon ab, wie häufig Sie die Elektroheizung einschalten. Bei einem Preis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde Strom kostet es 60 Cent, wenn Sie z.B. eine 1.000-Watt-Infrarotheizung zwei Stunden lang einschalten. Für eine 2.000-Watt-Direktheizung würden Kosten von 1,20 Euro für zwei Stunden Betrieb entstehen.

Direktheizung: Vorteile und Nachteile

Vorteile Direktheizung

  • sehr einfache Installation, da kein Anschluss an Heizungsrohre oder Abgassystem erforderlich
  • Stromanschluss für den Betrieb ausreichend
  • geringer Platzbedarf, da IR-Heizungen sehr flach sind
  • mobil und flexibel einsetzbar als Konvektor
  • keine Wartung notwendig
  • keine Infrastruktur notwendig (Gasanschluss, Öltank)

Direktheizung Nachteile

  • nur bedingt als alleinige Heizung geeignet
  • verursacht bei häufiger Nutzung hohe Stromkosten
  • keine Fördergelder möglich

Ob sich eine Direktheizung eignet, hängt von der Art der Heizung und vom Einsatzzweck ab.

  • Konvektoren eignen sich nur für gelegentliches und flexibles Heizen in Büros oder Werkstätten, wenn dort keine andere Heizung installiert ist. Auch für Ferienwohnungen in warmen Regionen sind Konvektoren geeignet, da sie nie oder nur selten genutzt werden. Als alleinige Heizung oder Heizung für den Dauerbetrieb sind Konvektoren aufgrund der hohen Stromkosten nicht geeignet.
  • Infrarotheizungen eignen sich als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen, z.B. für zusätzlichen Heizkomfort im Badezimmer. Da die Infrarot-Direktheizungen die Raumluft nicht erwärmen, bieten sie sich auch für Büros oder Arbeitsbereiche an, wenn zusätzliche Wärme benötigt wird, das Raumklima aber nicht beeinträchtigt werden soll.

Ob eine Direktheizung umweltfreundlich ist, hängt vor allem davon ab, wie der dafür genutzte Strom produziert wird. So kann die Direktheizung durchaus umweltfreundlich sein, wenn dafür z.B. Storm aus der Photovoltaikanlage zum Einsatz kommt.

Wenn Sie eine moderne und effiziente Heizung für Ihr ganzes Zuhause suchen, ist die Direktheizung nicht geeignet. Stattdessen hat sich die Gasheizung bewährt. Kombinieren Sie diese mit erneuerbaren Energien senken Sie Ihre Heizkosten enorm und tragen ebenso zur Reduzierung der CO2-Emissionen bei.

Die höheren Investitionskosten einer sogenannten Hybridheizung sind zwar deutlich höher als bei einer Gasheizung allein, aufgrund massiver staatlicher Zuschüsse senken Sie die Kosten um bis zu 40 Prozent.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.