Zuletzt aktualisiert am: 22.12.2021

Hat eine Wärmepumpe Nachteile? – ein Überblick

Die Wärmepumpe erfreut sich immer größerer Beliebtheit in Deutschland, nicht zuletzt aufgrund der hohen staatlichen Förderung als EE-Heizung. Doch hat die Wärmepumpe auch Nachteile?

Wer eine Wärmepumpe zum Heizen verwendet, profitiert zunächst von einem sehr wartungsarmen, nahezu wartungsfreien Heizsystem. Da die Wärmepumpe lediglich Strom für ihren Betrieb benötigt, ist das System sehr emissionsarm. Wird der Strom zudem noch mit einer PV-Anlage erzeugt, sind Wärmepumpen CO2-neutral im Betrieb.

Anders als bei Heizungen, die Wärme durch Verbrennung erzeugen, entstehen bei der Wärmepumpe keine Abgase. Demnach wird dafür auch kein Schornstein benötigt, was die Betriebskosten nochmals senkt.

Attraktiv sind Wärmepumpen für Hausbesitzer darüber hinaus durch die hohe staatliche Förderung. Bis zu 35 Prozent Zuschuss sind über die Bundesförderung für effiziente Gebäude BEG möglich.

Jedes Heizsystem hat seine Licht- und Schattenseiten. Die meisten ergeben sich durch die Nutzung. So kann sich ein vermeintlicher Nachteil in vielen Fällen schnell entkräften lassen. Schauen wir uns deshalb die gängigsten Nachteile an, die von Verbrauchern zu Wärmepumpen genannt werden.

  • Wärmepumpen verursachen ein lautes Betriebsgeräusch

Wer bis jetzt nur wenig Kontakt mit Wärmepumpen hatte, denkt dabei häufig an das laute Brummgeräusch eines alten Kühlschranks oder das Flirren der Klimaanlage. Tatsächlich erzeugen Luft-Wärmepumpen ein Geräusch, wenn sie die Außenluft ansaugen, um deren Wärmeenergie zu beziehen. Doch tatsächlich ist dieses Geräusch nicht lauter als ein modernes Kühlgerät. Es liegt bei 30 bis 60 Dezibel. 30 Dezibel entsprechen einem Flüstern, 60 Dezibel dem Geräuschpegel eines normalen Gesprächs. Die Geräuschentwicklung wird bei modernen Wärmepumpen zusätzlich optimiert, indem schallisolierende Gehäuse verwendet werden.

Wer sich zudem für eine Erdwärmepumpe oder Wasserwärmepumpe entscheidet, hört so gut wie gar kein Geräusch, da die Pumpe unterhalb der Erdoberfläche arbeitet.

  • Wärmepumpen sind nicht umweltfreundlich, weil sie im Winter viel Strom verbrauchen

Grundsätzlich sind Wärmepumpen sehr nachhaltig bei der Wärmeerzeugung. Anders als bei einer Gas- oder Ölheizung werden keine fossilen Brennstoffe benötigt. Die Wärme wird aus natürlichen Quellen wie Wasser, Luft oder Erde gewonnen.

Für den Betrieb der Wärmepumpe wird Strom benötigt. Dieser sollte am besten Ökostrom oder mit der PV-Anlage selbst produzierter Strom sein. Dann ist die Wärmepumpe nahezu CO2-neutral.

Um den Stromverbrauch zu reduzieren, sollte die Wärmepumpe ohnehin im Winter nicht als alleiniges Heizsystem eingesetzt werden. Ideal ist eine Kombination mit weiteren erneuerbaren Energien wie Solarthermie. Am meisten Sinn ergibt die Wärmepumpe in einem gut gedämmten Gebäude mit wenig Wärmeverlusten und einer Flächenheizung sowie einem Pufferspeicher.

Die effizientesten Wärmepumpen zeichnen sich übrigens durch eine hohe Jahresarbeitszahl (JAZ) aus. Je höher die JAZ, desto geringer der Stromverbrauch.

  • Wärmepumpen sind teuer

Wärmepumpen können zwischen 10.000 und 25.000 Euro kosten. Damit liegt deren Preis über den Kosten einer herkömmlichen Gas- oder Ölheizung. Die Kosten zwischen den einzelnen Varianten der Wärmepumpe unterscheiden sich deutlich. Die teuerste Variante ist die Erdwärmepumpe, weil dafür eine Sonde tief in die Erde gegraben wird. Die Erschließung der Bohrstelle ist meist der kostspieligste Teil der Erdwärmepumpe.

Doch unabhängig von der genutzten Art der Wärmepumpe spielen diese Wärmeerzeuger mittelfristig ihre Stärken aus. Diese liegen in einer sehr kostengünstigen Wärmeerzeugung. Als Faustregel gilt: Ab einer JAZ von 3 liegen die Betriebskosten unter den Betriebskosten von Öl- und Gasheizungen. Darüber hinaus gilt die CO2-Bepreisung für die Wärmepumpen nicht. Dank hoher staatlicher Förderung von bis zu 35 Prozent der förderfähigen Kosten lohnt sich die Anschaffung einer Wärmepumpe in den meisten Fällen. Ersetzt die Wärmepumpe eine Ölheizung, sind sogar bis zu 45 Prozent BEG-Förderung möglich.

Wichtig: Für die Förderung muss die Wärmepumpe eine JAZ von mindestens 3,5 aufweisen und in der Liste der förderfähigen Geräte des BAFA geführt sein.

  • Wärmepumpen sind im Winter ineffizient

Grundsätzlich lassen sich Luft-Wärmepumpen in Temperaturbereichen von -20 bis +35 °C effizient betreiben. Durch die immer milder werdenden Winter kann die Wärmepumpe auch in der kalten Jahreszeit ausreichend Wärmeenergie aus der Umgebungsluft beziehen.

Wer das vermeintliche Problem ganz umgehen möchte, entscheidet sich ohnehin für eine Erdwärmepumpe oder Wasserwärmepumpe. Dann sind Sie unabhängiger von der Außentemperatur, da das Grundwasser bzw. die Erde in einer bestimmten Tiefe unabhängig von der Jahreszeit immer eine ähnlich hohe Temperatur aufweist.

  • Wärmepumpen können nur in Neubauten eingesetzt werden

Tatsächlich ist es schwierig, in einem Altbau mit einer Erdwärmepumpe oder Wasserwärmepumpe zu arbeiten. Doch in nahezu jedem Gebäude kann eine Luft-Wärmepumpe eingebaut werden.

Ob der Betrieb energieeffizient ist, hängt dann nicht von der Wärmepumpe selbst, sondern vom Grad der Wärmedämmung und vom Heizbedarf des Gebäudes ab. Je besser der Altbau isoliert und je niedriger die Vorlauftemperatur der Heizung ist, desto effizienter kann eine Wärmepumpe im Altbau arbeiten.

  • Wärmepumpen reichen allein nicht zum Heizen aus

Abhängig vom System kann es sein, dass die von der Wärmepumpe bereitgestellte Wärme nicht ausreicht, um ein Einfamilienhaus auch im Winter ausreichend mit Wärme zu versorgen. Aus diesem Grund werden heute meist Erneuerbare-Energien-Heizungen (EE-Heizungen) geplant und umgesetzt. Dabei werden Wärmepumpen mit Solarthermie kombiniert.

Wer nur mit einer Wärmepumpe heizen möchte, sollte diese am besten zusammen mit einer PV-Anlage betreiben. So ist sichergestellt, dass der für den Betrieb der Wärmepumpe benötigte Strom umweltfreundlich und zugleich günstig produziert wird.

Um eine Wärmepumpe effizient zu betreiben, sollten bestimmten Voraussetzungen gegeben sein. Das gilt für die Wärmepumpe wie für jedes andere Heizsystem auch. Jede Wärmepumpe arbeitet umso effizienter, je besser isoliert das Gebäude ist.

Wer den erforderlichen Platz auf dem Grundstück hat, profitiert mit einer Erdwärmepumpe oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe am meisten. Dafür ist die Installation mit einem höheren baulichen Aufwand und höheren Kosten verbunden.

Die vergleichsweise einfache Einrichtung und die dank staatlicher Förderung überschaubaren Kosten für die Luft-Wärmepumpe machen das Heizsystem in Kombination mit Solarthermie oder einer modernen Gas-Brennwertheizung zu einer sehr sinnvollen Alternative zur Ölheizung.

Selbst die höheren Investitionskosten für die Wärmepumpe heben sich dank BEG-Förderung und geringeren Betriebskosten schon nach wenigen Jahren wieder auf, sodass Sie mit einer Wärmepumpe langfristig sparen und zudem, je nach Art des Stroms, emissionsarm oder sogar emissionsfrei heizen.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.