Wie andere Heizsysteme kommen auch Wärmepumpen irgendwann in die Jahre. Bei Defekten kann ein Austausch sinnvoller sein als eine aufwändige Reparatur. Wir zeigen Ihnen, wann Sie Ihre Wärmepumpe austauschen sollten und warum ein Tausch sinnvoll ist.

Wer einen Heizkessel betreibt, ist von der Austauschpflicht für alte Ölheizungen oder Gasheizungen betroffen. Nach 30 Jahren ist für diese Geräte Schluss und sie müssen ausgetauscht werden. Für Wärmepumpen gibt es keine entsprechende Austauschpflicht. Dennoch kann ein Tausch Sinn ergeben.

Blickt man zurück in die Geschichte der Wärmepumpen, reicht diese bereits bis in die 1980er-Jahre zurück. Schon damals haben viele Hausbesitzer auf alternative Formen der Wärmegewinnung gesetzt, u. a. deshalb, weil Ölkrisen ein Bewusstsein für die Endlichkeit des Rohstoffs geschaffen hatten.

Damals waren Wärmepumpen auf dem neuesten Stand der Technik. Für damalige Verhältnisse waren die Geräte auch energieeffizient und sie sorgten zuverlässig für Wärme. Dank des noch vor einigen Jahren deutlich günstigeren Stroms konnten Wärmepumpen auch mit höherer Leistung vergleichsweise kostengünstig betrieben werden.

Mittlerweile haben sich viele Parameter geändert. Moderne Heizungsanlagen werden elektronisch gesteuert. Viele Systeme können sogar in ein Smart Home integriert werden, um so die Energieeffizienz zu erhöhen. Gleichzeitig sind die Strompreise in den letzten Jahren durch Abgaben stark gestiegen.

Wärmepumpen, die älter als 20 Jahre sind und noch funktionieren, sind vergleichbar mit einem alten PKW. Dieser mag zwar noch solide fahren und seinen Dienst verrichten. Allerdings werden Sie ein Auto heute nicht mehr als wirtschaftlich betrachten, das mehr als 10 Liter Sprit auf 100 Kilometer verbraucht. Ein Wert, der vor 20 Jahren durchaus noch üblich war.

Was Sie auch bedenken sollten: Die Lebensdauer älterer Wärmepumpen war auf rund 20 bis 25 Jahre ausgelegt. Ist Ihre Wärmepumpe mittlerweile zwei Jahrzehnte alt, können kostspielige Reparaturen für Pumpen oder Komponenten auf Sie zukommen. Eine Reparatur kann dann schnell unwirtschaftlich werden.

Auf Wärmepumpe umsteigen inkl. hohe Förderung
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Wer seine alte Wärmepumpe gegen eine neue tauscht, kann von folgenden Vorteilen profitieren:

  • Gesenkte Betriebskosten: Abhängig vom Gerät und Hersteller lassen sich die Betriebskosten um bis zu 20 Prozent senken. Haben Sie bisher 500 Euro für den Strom Ihrer Wärmepumpe pro Jahr bezahlt, können Sie die Kosten mit einer neuen Wärmepumpe auf 400 Euro senken. Auf eine Laufzeit von 20 Jahren gerechnet ergibt sich eine Ersparnis von 8.000 Euro.
  • Staatliche Förderung: Wenn Sie sich für eine neue Wärmepumpe entscheiden, können Sie über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bis zu 35 Prozent staatliche Förderzuschüsse erhalten. Bei einem Anschaffungspreis von 15.000 Euro ergibt sich eine Einsparung von 5.250 Euro.
  • Höherer Nutzungskomfort: Moderne Wärmepumpen haben ein deutlich niedrigeres Betriebsgeräusch als alte Wärmepumpen. Darüber hinaus lassen sich neue Wärmepumpen einfacher steuern, per Smartphone-App bedienen und in zeitgemäße Heizkonzepte einbinden.
  • Aufwertung der Immobilie: Eine moderne Wärmepumpe wertet Ihre Immobilie auf. Mit einer Laufleistung von über 20 Jahren ist der Tausch eine Investition in die Zukunft.

Es kann empfehlenswert sein, die Wärmepumpe in ein Gesamtkonzept einer energetischen Sanierung einzubinden. So lässt sich die Energieeffizienz nochmals steigern.

Die Kosten einer neuen Wärmepumpe lassen sich durch vorhandene Infrastruktur senken. So kann es sinnvoll sein, eine Erd-Wärmepumpe gegen eine neue Erd-Wärmepumpe auszutauschen. Dann lässt sich die vorhandene Erdsonde weiternutzen, ohne dass dafür ein neues Bohrloch erstellt werden muss.

Der beauftragte Fachbetrieb sollte im Vorfeld am besten alle Unterlagen Ihres bestehenden Systems erhalten, um die neue Wärmepumpe optimal auf die Gegebenheiten auszurichten.

Allgemein liegen die Kosten bei Wärmepumpen inkl. Installation zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Eine pauschale Aussage zu den Kosten für den Wärmepumpentausch ist an dieser Stelle nicht möglich, da es immer auf die individuelle Situation und die Art der Wärmepumpe ankommt.

Förderzuschuss und zinsgünstige Darlehen über die BEG

Sie können Ihre Wärmepumpe austauschen und dabei von hoher staatlicher Förderung profitieren. Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden Fördermöglichkeiten über die KfW und das BAFA bereitgestellt.

Über die KfW lässt sich der Wärmepumpentausch mit einem zinsgünstigen Darlehen mit Tilgungszuschuss im Rahmen einer energetischen Sanierung finanzieren. Die BAFA ermöglicht einen Förderzuschuss als Einzelmaßnahme (BEG EM) von bis zu 50 Prozent.

Auch hier sollten Sie sich am besten von den Experten von thermondo zu all Ihren Möglichkeiten beraten lassen.

Austausch zum Ausbau der Erneuerbaren Energien nutzen

Wenn Sie Ihre Wärmepumpe gegen eine neue Wärmepumpe tauschen, können Sie die Gelegenheit nutzen, um auf weitere alternative Energieerzeuger umzusteigen. So kann es Sinn ergeben, mit der neuen Wärmepumpe auch eine PV-Anlage in Betrieb zu nehmen. Diese Anlage kann dann den Strom für die Wärmepumpe umweltfreundlich erzeugen.

Mit einer modernen Wärmepumpe wäre es außerdem möglich, diese als Hybrid-System mit einer Gas-Brennwertheizung oder als komplette EE-Hybridheizung mit Solarthermie zu kombinieren. Ob eine solche Kombination in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt vom energetischen Zustand Ihres Gebäudes ab.

Ist Ihre Wärmepumpe 20 Jahre alt oder älter, kann sich ein Wärmepumpentausch lohnen. Zum einen ist Ihr neues Gerät deutlich energieeffizienter, zum anderen können Sie von modernen Komfortfunktionen wie smarter Steuerung oder Integration in ein Hybrid-System profitieren. Letztlich ist auch die hohe staatliche Förderung ein wichtiges Argument für den Tausch. Dank dieser Förderung und der hohen Energieeinsparung kann sich eine Wärmepumpe schon nach 10 Jahren amortisieren.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.