- Welche Gasarten zum Heizen gibt es?
- Heizen mit Gas – ein Auslaufmodell
- Worin unterscheiden sich einzelne Gasarten?
- Welche ist die meistgenutzte Gasart?
- Flüssiggas als Alternative zum Gasanschluss?
- GModG-konform: Biogas & Wasserstoff
- Die günstigste Gasart für Verbraucher
- Gasarten: Wie wird Gas beim Heizen verwendet?
- Fazit Gasarten zum Heizen: Ein Kostenrisiko
- FAQ - Häufig gestellte Fragen zu Gasarten
- Zur Wärmepumpe mit thermondo
Welche Gasarten zum Heizen gibt es?
Gasarten, die zum Heizen verwendet werden können, sind Erdgas, Flüssiggas, Biogas beziehungsweise Biomethan und Wasserstoff. Erdgas und Flüssiggas sind fossile Brennstoffe. Biogas wird aus organischen Rohstoffen gewonnen und kann als aufbereitetes Biomethan ins Gasnetz eingespeist werden.
Es gibt verschiedene Arten von Wasserstoff, die sich in ihrer Herstellungsart voneinander unterscheiden. Die verschiedenen Herstellungsverfahren beeinflussen, wie klimafreundlich der Wasserstoff ist und wie viel Energie beziehungsweise Aufwand für seine Bereitstellung nötig sind.
Sind fossile Gasarten zum Heizen ein Auslaufmodell?
Ja, aber das Ende fossiler Gasarten erfolgt Schritt für Schritt: Sie dürfen auch nach Inkrafttreten des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) am 29. Juli 2026 eine Gasheizung einbauen und mit Erdgas betreiben. Wirtschaftlich spricht jedoch immer weniger dafür.
Neue Gasheizungen müssen ab 2029 mit einem steigenden Anteil biogener Brennstoffe betrieben werden. Hinzu kommt der steigende CO₂‑Preis auf Erdgas. Beides betrifft den Brennstoff.
Novellierung des „Heizungsgesetzes“
Am 29. Juli 2026 sind die Heizungsregeln des GModG in Kraft getreten. Das GModG ist die Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Damit ist die frühere Pflicht des GEG entfallen, neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien zu betreiben.
Auch die Kopplung an die kommunale Wärmeplanung ist entfallen: Ihre Kommune entscheidet nicht mehr darüber, welche Heizung Sie einbauen dürfen.
Bio-Treppe für neue Gasheizungen
Die Bio-Treppe verpflichtet Verbraucher, Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 neu in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, ab 2029 mit einem steigenden Anteil biogener Brennstoffe zu betreiben.
Sie beginnt bei 10 % und erreicht 2040 die 60 %. Geregelt ist das in § 43 GModG. Erfüllen lässt sich die Quote über Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff.
Zusätzlich zur Bio-Treppe soll eine Grüngas-/Grünheizölquote kommen: Die Bundesregierung legt bis zum 1. Dezember 2026 ein Gesetz vor, das Inverkehrbringer von Gas, Öl und Flüssiggas verpflichtet, die Brennstoffe für die Gebäudewärme ab 2045 vollständig auf klimaneutrale Varianten umzustellen. Die Pflicht trifft die Brennstoffanbieter, da sie beim Brennstoff selbst ansetzt. Sie wirkt sich aber auf jede Heizung aus, die Gas, Öl oder Flüssiggas als Brennstoff nutzt.
Das Risiko für Verbraucher: Grüne Brennstoffe sind teuer und ihre flächendeckende Verfügbarkeit kann bislang nicht garantiert werden. Diese unzureichende Versorgung kann zukünftig weitere Preissteigerungen verursachen.
Warum wird Erdgas teurer?
Neben der Bio-Treppe gibt es noch weitere Faktoren, die das Heizen mit Erdgas zu einem immer größeren Kostenrisiko machen:
- CO₂‑Preis: Da durch die Verbrennung von Erdgas CO₂ emittiert wird, wird es mit der sogenannten CO₂‑Steuer bepreist. Eine Erhöhung des CO₂‑Preises führt somit auch zur Erhöhung des Gaspreises.
Während sich der aktuelle CO₂‑Preis in einem Korridor zwischen 55 und 65 € befindet, wird dieser ab 2028 durch die Ausweitung des Emissionshandels auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr frei am Markt gebildet. Experten warnen hier vor massiven Preissteigerungen.
- Gas-Netzentgelte: Als Gas-Netzentgelte werden die Fixkosten des Erdgasnetzes bezeichnet, durch die der Ausbau, die Wartung und der Betrieb der Netzinfrastruktur finanziert werden. Diese Kosten werden anteilig von allen Gaskunden über den Gaspreis gezahlt.
Da immer mehr Menschen von einer Gasheizung auf fossilfreie Heizsysteme wie die Wärmepumpe umsteigen, verteilen sich die Fixkosten auf immer weniger Haushalte. Dadurch steigen die zu zahlenden Netzentgelte für die verbleibenden Gaskunden stark an.
- Internationale Konflikte: Da Erdgas ein Importgut ist, haben Konflikte in Exportländern potenziell enorme Auswirkungen auf die Entwicklung des Gaspreises sowie auf die Verfügbarkeit von Gas. Geopolitische Entwicklungen der letzten Jahre haben bereits gezeigt, dass diese jederzeit zu großen Preissprüngen und Versorgungsengpässen führen können.
Gut zu wissen: Die fossilfreie Wärmepumpe ist weder von der Bio-Treppe noch von der CO₂‑Steuer, steigenden Gasnetzentgelten oder Gaspreissprüngen durch Konflikte in Exportländern betroffen. Eine Wärmepumpe heizt zu 75 % mit kostenloser und unbegrenzter Umweltenergie. Zu den restlichen 25 % wird sie mit Strom betrieben.
Das macht die Wärmepumpe nicht nur zukunftssicherer, sondern auch kostengünstiger als eine Gasheizung – unabhängig davon, mit welcher Gasart die Gasheizung betrieben wird.
Worin unterscheiden sich einzelne Gasarten?
Die einzelnen Gasarten zum Heizen unterscheiden sich vor allem durch den Energiegehalt, den Aggregatzustand, die Kosten und die CO₂‑Emissionen. Welche Gasart Sie für Ihre Gasheizung verwenden können, hängt vom verwendeten Modell ab. Verfügbar sind Erdgas, Flüssiggas, Biogas und in Grenzen auch Wasserstoff.
Die meistgenutzte Gasart zum Heizen: Erdgas
Erdgas ist ein fossiler Brennstoff. Er ist entstanden, als sich vor vielen tausend Jahren organische Stoffe unter Sauerstoffabschluss zersetzt haben. In manchen Ländern wie Russland oder Aserbaidschan gibt es enorme Erdgasvorkommen, die auch unabhängig von der Ölförderung genutzt werden.
Dafür wird das Erdgas mithilfe von Pipelines aus der Erde, teilweise aus mehreren hundert Metern Tiefe, gefördert.
Erdgas besteht zu einem großen Teil aus Methan. Der Anteil an Methan bestimmt, wie hoch der Energiegehalt von Erdgas ist bzw. welchen Brennwert das Gas hat. Nach der Gasförderung wird das Erdgas noch gereinigt bzw. raffiniert, um mögliche giftige Nebenprodukte zu entfernen.
Beim Verbrennen erzeugt Erdgas rund 25 % weniger Schadstoffe als andere fossile Brennstoffe, wie Kohle oder Heizöl. So entsteht auch kein Ruß oder Staub, wenn das Gas in der Gasheizung verbrannt wird. Dennoch setzt das Verbrennen von Erdgas klimaschädliches CO₂ frei, weshalb die meisten Länder die Wärmewende hin zu erneuerbaren Energien anstreben.
In Deutschland ist Erdgas in vielen Regionen, Städten und Gemeinden über das Leitungsnetz der Gasanbieter verfügbar. Hierfür wird das Gas über das Netz bis an den Hausanschluss geführt.
Gasqualität von Erdgas: H- und L-Gas
Die Qualität von Erdgas wird u. a. anhand des Heizwerts bestimmt. Dieser hängt davon ab, wie viel Methan im Erdgas enthalten ist. Der Methananteil ist von Lagerstätte zu Lagerstätte unterschiedlich.
Auf dem Markt wird Erdgas in den zwei grundlegenden Qualitätsstufen H- und L-Gas angeboten:
L-Gas (low calorific gas): Diese Gasart kommt in Deutschland häufig aus den Niederlanden oder wird hierzulande gefördert. Der Methananteil liegt bei L-Gas zwischen 80 und 87 %. Entsprechend liegt der Brennwert bei 8–10 kWh/m³. L-Gas wird vorwiegend im Norden Deutschlands eingesetzt.
Allerdings wird seit 2015 daran gearbeitet, deutschlandweit von L- auf H-Gas umzustellen, um von einem höheren Brennwert und höherer Effizienz zu profitieren.
H-Gas (high calorific gas): Hochkalorisches Gas wurde in der Vergangenheit überwiegend aus Russland und mittlerweile überwiegend aus Norwegen und dem Vereinigten Königreich importiert. Der Methananteil liegt zwischen 87 und 99 %. Demnach ist auch der Heizwert mit 10–12 kWh/m³ höher.
Das bedeutet, dass mit weniger H-Gas dieselbe Wärmeleistung möglich ist wie mit L‑Gas. Bis zum Jahr 2030 soll in Deutschland überwiegend nur noch H-Gas verfügbar sein, da L-Gas nur noch in geringem Umfang gefördert wird. Für die Umstellung auf H-Gas müssen Leitungsnetze allerdings erneuert werden.
Gasarten zum Heizen: Flüssiggas als Alternative – wenn kein Gasanschluss möglich ist
Flüssiggas setzt sich vor allem aus Butan und Propan zusammen. Es ist eine Art „Nebenprodukt“ der Ölförderung und der Erdgasförderung. Auch beim Raffinieren von Erdöl werden Butan und Propan freigesetzt, die dann zu Flüssiggas verarbeitet werden. In den USA wird Flüssiggas beim sog. Fracking gewonnen, also wenn mit hohem Druck aus Ölschiefer Erdöl gewonnen wird.
Flüssiggas hat den Vorteil, dass es leicht mit Tankwagen oder -schiffen transportiert werden kann. Auch die Lagerung ist einfacher als bei Erdgas. In der Praxis wird Flüssiggas in Deutschland immer dann als Brennstoff eingesetzt, wenn kein Gasanschluss vor Ort möglich ist. Für den Betrieb mit einer Gasheizung wird dann ein Flüssiggastank benötigt.
Über sogenannte LNG-Terminals wird Erdgas u. a. aus den USA nach Deutschland exportiert. Das Gas wird vor dem Transport verflüssigt und in Deutschland über die Terminals in das Gasnetz eingespeist.
GModG-konforme Gasarten: Heizen mit Biogas
Das GModG nennt Biogas bzw. Biomethan als biogenen Brennstoff, der bei neu eingebauten Gasheizungen zur Erfüllung der vorgeschriebenen Bio-Brennstoffquote eingesetzt werden kann.
Wenn Sie mit Biogas heizen möchten, können Sie dafür einen Biogas-Tarif abschließen. Diese Tarife sind jedoch häufig ca. 25 % teurer als herkömmliche Erdgas-Tarife, weil für die Herstellung und Aufbereitung zusätzliche Kosten anfallen.
Biogas wird in Biogasanlagen erzeugt. Dort werden organische Stoffe gezielt zersetzt, z. B. Bioabfälle, Gülle oder Pflanzenrückstände. Auch Mais oder Getreide sowie Raps können zur Produktion von Biogas verwendet werden.
Biogas hat einen Methananteil von 50–70 % und bietet demnach einen geringeren Heizwert als fossiles Brenngas. Das in den Anlagen gewonnene Gas hat einen höheren Anteil an Kohlendioxid und Wasserdampf.
Durch eine spezielle Aufbereitung lässt sich der Heizwert von Biogas jedoch erhöhen. Bei diesen Verfahren werden Schmutzstoffe aus dem Gas gefiltert.
Gasart Wasserstoff: GModG-konform, aber mit Tücken
Der Betrieb einer Heizung mit Wasserstoff ist GModG-konform, denn das Gesetz nennt grünen, blauen, orangen und türkisen Wasserstoff als mögliche Brennstoffe zur Erfüllung der Grüngasquote. Verbraucherschützer raten jedoch von Wasserstoffheizungen ab.
Die Gründe dafür sind:
- Begrenzte Verfügbarkeit: Wirklich CO₂‑frei heizt nur grüner Wasserstoff aus erneuerbarem Strom, doch dessen Herstellung ist aufwendig und teuer. Steigt die Nachfrage, kann das den Engpass verschärfen und die Kosten zusätzlich erhöhen.
- Noch kein flächendeckendes Netz: Die Wasserstoffversorgung in Deutschland ist derzeit primär auf industrielle Abnehmer ausgerichtet. Ein mit dem Erdgasnetz vergleichbares Verteilnetz für private Haushalte gibt es bislang nicht.
- Aufwendige Bereitstellung: Insbesondere bei grünem Wasserstoff wird für die Herstellung eine enorme Menge an Energie benötigt.
Zum Vergleich: Verglichen mit der Wärmepumpe benötigt eine mit grünem Wasserstoff betriebene Heizung etwa 5-mal mehr Energie, um die gleiche Menge an Wärme bereitzustellen. Denn bei der Her- und Bereitstellung von grünem Wasserstoff wird bereits mehr Strom verbraucht, als die Wärmepumpe zum Heizen benötigt.
Welche Gasart ist am günstigsten für Verbraucher?
Bis heute ist Erdgas die günstigste Gasart für Verbraucher, wenn man den hohen Heizwert berücksichtigt. So kostet 1 kWh Erdgas aktuell rund 12 ct.
Nach wie vor etwas teurer ist Flüssiggas, obwohl die Preise für diese Gasart deutlich gesunken sind, seit die USA verstärkt Flüssiggas nach Europa liefern. In Deutschland sind große Terminals entstanden, damit große Tankschiffe auch in Zukunft ihre Ware dort löschen können.
Biogas ist nochmal etwas hochpreisiger als die fossilen Gasarten. Darüber hinaus ist bis heute keine flächendeckende bzw. massentaugliche Versorgung, insbesondere für grünen Wasserstoff, möglich.
Gasarten: Wie wird Gas beim Heizen verwendet?
Zum Heizen wird sogenanntes „Brenngas“ als Brennstoff verwendet. Das Gas wird in einen Brennkessel bzw. eine Brennkammer geleitet und dort entzündet. Durch die Verbrennung entsteht Wärmeenergie, welche ein Trägermedium wie Wasser erwärmt. Das Wasser strömt durch die Heizungsrohre und bringt so die Wärme aus der Verbrennung in die Wohnräume.
Moderne Gas-Brennwertheizungen nutzen den Brennstoff Gas effizienter als alte Dauerbrandkessel, indem nicht nur die Wärme aus dem Verbrennungsvorgang, sondern auch die Wärme aus dem Abgas verwendet wird. Auf diese Weise erzielen Gas-Brennwertkessel höhere Wirkungsgrade.
Den Vergleich mit einem innovativen Heizsystem, wie der Wärmepumpe, verlieren jedoch auch die modernsten Gasheizungen. Während Wärmepumpen auf Wirkungsgrade von 300–500 % rund 400 % kommen, sind bei einer Gasbrennwertheizung maximal knapp 100 % möglich.
In Deutschland sind Gas-Brennwertheizungen noch die am weitesten verbreiteten Heizsysteme. Mehr als acht Millionen Gasheizungen sind hierzulande im Betrieb und versorgen Millionen Haushalte mit Wärme.
Fazit Gasarten zum Heizen: ein Kostenrisiko
Das Heizen mit Gas ist ein Auslaufmodell – unabhängig von der verwendeten Gasart. Das GModG lässt zunächst freie Wahl beim Heizsystem. Ab 2029 gelten für neu eingebaute fossile Heizungen jedoch steigende Anforderungen bezüglich der Nutzung biogener Brennstoffe.
Die als Bio-Treppe bekannte Vorgabe sowie steigende CO₂‑Preise und Netzentgelte machen das Heizen mit Gas zum immer größeren Kostenrisiko für Verbraucher. Gleichzeitig können internationale Konflikte in Erdgas-Exportländern immer wieder zu großen Preissprüngen führen. Um immense Heizkosten zu vermeiden, ist grundsätzlich vom Kauf einer Gasheizung abzuraten.
Dies gilt ebenfalls für das Vorhaben, eine neue Gasheizung GModG‑konform ab 2029 mit grünem Wasserstoff oder Biogas zu betreiben. Denn bis heute ist nicht geklärt, wie eine massentaugliche und bezahlbare Versorgung bewerkstelligt werden kann.
Mit der Wärmepumpe unabhängig von Gas werden
Wer unabhängig von der Gasversorgung sowie steigenden Gaspreisen werden möchte, sollte auf ein fossilfreies Heizsystem wie die Wärmepumpe umsteigen. Der Kauf einer Wärmepumpe ist dank hoher staatlicher Förderung von bis zu 80 % oft nicht teurer als eine neue Gasheizung.
Neue Wärmepumpen gibt es gefördert schon ab 8.700 €. Gleichzeitig setzen Sie auf bis zu 45 % geringere Heizkosten, wenn Sie von Ihrer alten Gasheizung auf eine Wärmepumpe umsteigen.
So hat sich die Investition in eine klimafreundliche, hocheffiziente und wartungsarme Heiztechnik schon nach einigen Jahren amortisiert. Gleichzeitig heizen Sie zukunftssicher und erfüllen sowohl jetzt als auch in Zukunft alle Vorgaben des GModG.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Gasarten
Zur Wärmepumpe mit thermondo
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.