Zuletzt aktualisiert am: 14.10.2020

Durchlauferhitzer mit Gas: Praktische und schnelle Warmwasserbereitung

Mit einem Gas-Durchlauferhitzer setzen Hausbesitzer auf eine bewährte Variante, um schnell und ohne lange Wartezeit warmes Brauchwasser zu zapfen. Wir zeigen Ihnen, welche Vor- und Nachteile ein Durchlauferhitzer mit Gas hat und worauf Sie noch achten sollten.

Ein Durchlauferhitzer besteht aus einem Wärmetauscher mit Lamellen und kleinen Röhren, durch welche Wasser fließt, sobald der Wasserhahn an der Zapfstelle aufgedreht wird. Das durchfließende Brauchwasser wird dabei von einer kleinen Gasflamme auf die gewünschte Temperatur gebracht.

Je nach Ausführung des Durchlauferhitzers wird die Gasflamme bei jedem Zapfen mit einer elektronischen Piezo-Zündung gestartet oder es gibt eine kleine Zündflamme, die kontinuierlich brennt und das Gas entzündet, wenn der Wasserhahn aufgedreht wird. Drehen Verbraucher den Wasserhahn wieder zu, erlischt die Zündflamme und die Gaszufuhr wird blockiert.

Gas-Durchlauferhitzer mit Piezo-Zündung benötigen keinen Stromanschluss, denn die Zündvorrichtung wird über eine Batterie mit Strom versorgt. Da beim Verbrennungsvorgang Abgase entstehen, ist für den mit Gas betriebenen Durchlauferhitzer je nach Wärmeleistung eine Abgasöffnung oder ein Abgassystem erforderlich.

Typischerweise werden Gas-Durchlauferhitzer für die dezentrale bzw. wohnungsinterne Wassererwärmung eingesetzt. Deshalb werden diese Heizgeräte in der Regel in unmittelbarer Nähe von Zapfstellen installiert, zum Beispiel im Bad oder in der Küche, um die Wärmeverluste über die Rohrleitungen zu verringern.

Modellabhängig lassen sich Gas-Durchlauferhitzer mit Flüssiggas oder mit Erdgas betreiben.

Wie alle Heizsysteme bieten Gas-Durchlauferhitzer Vor- und Nachteile, die wir für Sie gegenüberstellen:

Vorteile Durchlauferhitzer mit Gas:

  • kompakte Bauweise erfordert nur wenig Platz
  • günstiger Anschaffungspreis
  • flexible Einsatzmöglichkeiten
  • einfacher Einbau
  • praktisch zum Nachrüsten von Heizsystemen
  • kein Platzbedarf für Pufferspeicher zur Bevorratung von Warmwasser
  • schnelle Bereitstellung von warmem oder heißem Brauchwasser
  • günstiger als elektrische Durchlauferhitzer
  • Wegfall von Legionellengefahr, da kein Warmwasserspeicher erforderlich ist
  • hygienische Warmwasseraufbereitung

Nachteile Durchlauferhitzer Gas

  • Warmwassermenge reicht in der Regel nur für eine Zapfstelle aus (kein Warmwasserbezug in der Küche, während eine Person zum Beispiel duscht)
  • mögliche Temperaturschwankungen bei Warmwassernutzung
  • hoher Gasverbrauch bei häufiger Nutzung

Gastherme = Durchlauferhitzer?

Eine Gastherme erzeugt nicht nur das Warmwasser, sondern heizt auch das Wasser auf, das durch die Heizungsrohre fließt. Die Wassererwärmung funktioniert dabei wie bei einem Durchlauferhitzer. Der Unterschied besteht jedoch vor allem darin, dass die Gastherme eben Heizungswasser und Brauchwasser erwärmen kann. Ist die Gastherme im Heizbetrieb, benötigt sie für die Warmwassererzeugung weniger Gas, da der Brenner bereits vom Heizen erwärmt ist.

Die Kosten für einen Durchlauferhitzer, der mit Gas genutzt wird, hängen vor allem von dessen Leistung ab. Das gängige Leistungsspektrum für diese Geräte liegt zwischen sieben und 30 Kilowatt. Kleinere Modelle, die für die Warmwasserbereitung für eine Zapfstelle ausgelegt sind, gibt es schon für weniger als 300 Euro. Benötigen Sie jedoch einen Warmwasserbereiter für mehrere Zapfstellen, müssen Sie bei Markengeräten mit Kosten ab 500 Euro rechnen. Bewährte Marken sind zum Beispiel Junkers oder Vaillant.

Im Fachhandel kann Ihnen dabei geholfen werden, den richtigen Gas-Durchlauferhitzer auszuwählen. Die Experten berechnen Ihren Warmwasserbedarf und suchen ein Modell für Sie aus, dass die geforderte Leistung liefert.

Durchlauferhitzer: Gas oder Elektro?

Elektro-Durchlauferhitzer sind bei Eigenheimbesitzern oder für Ferienwohnungen beliebt, weil der Anschaffungspreis gering ist und die Geräte sich sehr einfach montieren lassen. Es wird lediglich ein Stromanschluss benötigt. Somit eignen sich diese Geräte immer dann, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist oder ein Anschluss mit Flüssiggas nicht möglich ist.

Allerdings sind die Betriebskosten für Elektro-Durchlauferhitzer im Dauerbetrieb so hoch, dass die Einsparungen bei Anschaffung und Montage schnell aufgebraucht sind. Elektro-Durchlauferhitzer können eingesetzt werden, wenn nur sporadisch Warmwasser benötigt wird, zum Beispiel im Gäste-WC oder einer Ferienwohnung.

Wenn es möglich ist, sollten Hausbesitzer deshalb vor allem auf Gas-Durchlauferhitzer zurückgreifen.

Ein Rechenbeispiel:

Ein Vierpersonenhaushalt benötigt rund 2.400 Kilowattstunden Energie für die Warmwassererzeugung. Bei einem Strompreis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde wären das 720 Euro pro Jahr allein für die Warmwassererzeugung einer vierköpfigen Familie. Bei Kosten von rund 7 Cent pro Kilowattstunde Gas würde die Warmwasserbereitung mit einem Gas-Durchlauferhitzer jährlich 168 Euro kosten.

Die Warmwasserbereitung verbraucht vor allem in sehr gut gedämmten Häusern wie Energieeffizienzhäusern meist mehr Gas als die Heizung. Deshalb sollten Hausbesitzer im Vorfeld gut überlegen, ob ein Durchlauferhitzer wirklich sinnvoll ist oder ob eine Lösung mit Pufferspeicher sinnvoller ist. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits Möglichkeiten zur Warmwassererzeugung vorhanden sind, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe oder mit Solarthermie.

Gas-Durchlauferhitzer können sich jedoch zum Nachrüsten in Altbauten oder Wohnungen eignen, wenn die Warmwasserleitung vom Heizkessel bis zur Zapfstelle so lang ist, dass hohe Wärmeverluste entstehen. Sie würden dann viel Energie benötigen, nur um diese Verluste auszugleichen. Durch die dezentrale Montage der Durchlauferhitzer mit Gas wären diese Wärmeverluste geringer.

Gasbetriebene Durchlauferhitzer lohnen sich auch dann, wenn kein Leitungsnetz mit Warmwasserrohren vorhanden ist und zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus viele verschiedene Parteien leben. Allerdings bietet sich in diesem Fall eher eine moderne Brennwert-Kombitherme an, die warmes Brauch- und Heizwasser erzeugen kann.

In Deutschland heizen mehr als 50 Prozent aller Haushalte mit Gas. In der Regel wird eine Gas-Kombi-Heizung eingesetzt, die sowohl warmes Brauchwasser als auch Heizungswasser erzeugen kann. In Einfamilienhäusern kommen zudem meist Pufferspeicher zum Einsatz, die warmes Wasser auf Vorrat erzeugen.

Durchlauferhitzer mit Gas empfehlen sich nur dann, wenn eine unkomplizierte dezentrale Warmwasseraufbereitung benötigt wird. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn ein zusätzliches Bad eingebaut wird, das Rohrsystem jedoch zu lang wäre, um warmes Wasser effizient zur Zapfstelle zu transportieren. Gas-Durchlauferhitzer sind eine Sonderlösung und können ein bestehendes System ergänzen, sie werden aber nicht als alleinige Warmwasserbereiter genutzt.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.