Durchlauferhitzer mit Gas: Praktische und schnelle Warmwasserbereitung
Ein Artikel von Sebastian Calließ | Zuletzt aktualisiert am: 27.09.2026
Was ist ein Gas-Durchlauferhitzer?
Ein Durchlauferhitzer besteht aus einem Wärmetauscher mit Lamellen und kleinen Röhren, durch welche Wasser fließt, sobald der Wasserhahn an der Zapfstelle aufgedreht wird. Das durchfließende Brauchwasser wird dabei von einer kleinen Gasflamme auf die gewünschte Temperatur gebracht.
Je nach Ausführung des Durchlauferhitzers wird die Gasflamme bei jedem Zapfen mit einer elektronischen Piezo-Zündung gestartet oder es gibt eine kleine Zündflamme, die kontinuierlich brennt und das Gas entzündet, wenn der Wasserhahn aufgedreht wird. Drehen Verbraucher den Wasserhahn wieder zu, erlischt die Zündflamme und die Gaszufuhr wird blockiert.
Gas-Durchlauferhitzer mit Piezo-Zündung benötigen keinen Stromanschluss, denn die Zündvorrichtung wird über eine Batterie mit Strom versorgt. Da beim Verbrennungsvorgang Abgase entstehen, ist für den mit Gas betriebenen Durchlauferhitzer je nach Wärmeleistung eine Abgasöffnung oder ein Abgassystem erforderlich.
Typischerweise werden Gas-Durchlauferhitzer für die dezentrale bzw. wohnungsinterne Wassererwärmung eingesetzt. Deshalb werden diese Heizgeräte in der Regel in unmittelbarer Nähe von Zapfstellen installiert, zum Beispiel im Bad oder in der Küche, um die Wärmeverluste über die Rohrleitungen zu verringern.
Modellabhängig lassen sich Gas-Durchlauferhitzer mit Flüssiggas oder mit Erdgas betreiben.
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Vor- und Nachteile von gasbetriebenen Durchlauferhitzern
Wie alle Heizsysteme bieten Gas-Durchlauferhitzer Vor- und Nachteile, die wir für Sie gegenüberstellen:
Vorteile Durchlauferhitzer mit Gas:
- kompakte Bauweise erfordert nur wenig Platz
- günstiger Anschaffungspreis
- flexible Einsatzmöglichkeiten
- einfacher Einbau
- praktisch zum Nachrüsten von Heizsystemen
- kein Platzbedarf für Pufferspeicher zur Bevorratung von Warmwasser
- schnelle Bereitstellung von warmem oder heißem Brauchwasser
- günstiger als elektrische Durchlauferhitzer
- Wegfall von Legionellengefahr, da kein Warmwasserspeicher erforderlich ist
- hygienische Warmwasseraufbereitung
Nachteile Durchlauferhitzer Gas
- Warmwassermenge reicht in der Regel nur für eine Zapfstelle aus (kein Warmwasserbezug in der Küche, während eine Person zum Beispiel duscht)
- mögliche Temperaturschwankungen bei Warmwassernutzung
- hoher Gasverbrauch bei häufiger Nutzung
- Gaspreise werden massiv ansteigen, die Betriebskosten somit auch
Was kostet ein Gas-Durchlauferhitzer?
Die Kosten für einen Durchlauferhitzer, der mit Gas genutzt wird, hängen primär von dessen Leistung ab. Das gängige Leistungsspektrum für diese Geräte liegt zwischen 7 und 30 kW.
Kleinere Modelle, die für die Warmwasserbereitung für eine Zapfstelle ausgelegt sind, gibt es schon für weniger als 300 €. Benötigen Sie jedoch einen Warmwasserbereiter für mehrere Zapfstellen, müssen Sie bei Markengeräten mit Kosten ab 500 € rechnen. Bewährte Marken sind etwa Junkers oder Vaillant.
Im Fachhandel kann Ihnen dabei geholfen werden, den richtigen Gas-Durchlauferhitzer auszuwählen. Die Experten berechnen Ihren Warmwasserbedarf und suchen ein Modell für Sie aus, das die geforderte Leistung liefert.
Durchlauferhitzer: Gas oder Elektro?
Elektro-Durchlauferhitzer sind bei Eigenheimbesitzern oder für Ferienwohnungen beliebt, weil der Anschaffungspreis gering ist und die Geräte sich sehr einfach montieren lassen. Es wird lediglich ein Stromanschluss benötigt. Somit eignen sich diese Geräte immer dann, wenn kein Gasanschluss vorhanden ist oder ein Anschluss mit Flüssiggas nicht möglich ist.
Allerdings sind die Betriebskosten für Elektro-Durchlauferhitzer im Dauerbetrieb so hoch, dass die Einsparungen bei Anschaffung und Montage schnell aufgebraucht sind. Elektro-Durchlauferhitzer können eingesetzt werden, wenn nur sporadisch Warmwasser benötigt wird, zum Beispiel im Gäste-WC oder in einer Ferienwohnung.
Ein Rechenbeispiel:
Ein 4-Personen-Haushalt benötigt rund 2.400 kWh Energie für die Warmwassererzeugung. Bei einem Strompreis von rund 33 ct/kWh wären das 792 € pro Jahr allein für die Warmwassererzeugung einer vierköpfigen Familie mit elektrischem Durchlauferhitzer.
Bei Kosten von rund 12 ct/kWh Gas würde die Warmwasserbereitung mit einem Gas-Durchlauferhitzer jährlich 288 € kosten.
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Wann ist ein Durchlauferhitzer mit Gas sinnvoll?
Die Warmwasserbereitung verbraucht in optimal gedämmten Häusern wie Energieeffizienzhäusern meist mehr Gas als die Heizung.
Deshalb sollten Hausbesitzer im Vorfeld gut überlegen, ob ein Durchlauferhitzer wirklich sinnvoll ist oder ob eine Lösung mit Pufferspeicher sinnvoller ist. Das gilt insbesondere dann, wenn bereits Möglichkeiten zur Warmwassererzeugung vorhanden sind, zum Beispiel mit einer Wärmepumpe.
Gas-Durchlauferhitzer können sich jedoch zum Nachrüsten in Altbauten oder Wohnungen eignen, wenn die Warmwasserleitung vom Heizkessel bis zur Zapfstelle so lang ist, dass hohe Wärmeverluste entstehen.
Sie würden dann viel Energie benötigen, nur um diese Verluste auszugleichen. Durch die dezentrale Montage der Durchlauferhitzer mit Gas wären diese Wärmeverluste geringer.
Besser Wärmepumpe als Gas
Grundsätzlich gilt jedoch, dass sowohl Heizen als auch die Warmwassererzeugung mit Gas in Zukunft immer teurer werden.
Haben Sie die Möglichkeit, die Warmwasserversorgung mit einer Wärmepumpe abzudecken, dann nutzen Sie diese. Denn Wärmepumpen sind deutlich effizienter als Gasheizungen oder Gas-Durchlauferhitzer.
Fazit: Gas-Durchlauferhitzer ersetzen keine effiziente Warmwasseraufbereitung mit Wärmepumpe
Heizen mit Gas wird zunehmend unwirtschaftlich. Daher ist ein Durchlauferhitzer mit Gas nur dann empfehlenswert, wenn keine bessere Alternative zur Warmwasseraufbereitung existiert.
Gas-Durchlauferhitzer sind eine Sonderlösung und können ein bestehendes System ergänzen. Sie werden aber nicht als alleinige Warmwasserbereiter genutzt.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Gas-Durchlauferhitzer
Während ein Gas-Durchlauferhitzer ausschließlich Brauchwasser zum Waschen oder Duschen erwärmt, ist eine Gastherme zusätzlich für das Heizungswasser zuständig. Die Gastherme bietet folgende Besonderheiten:
- Sie versorgt sowohl die Wasserhähne als auch die Heizkörper im Haus.
- Im Kombibetrieb arbeitet eine Therme oft effizienter, da der Brenner durch den Heizvorgang bereits vorgewärmt ist.
- Der Durchlauferhitzer ist meist ein kompaktes Zusatzgerät für einzelne Räume, die Therme das zentrale Herzstück des Hauses.
Ein Gas-Durchlauferhitzer lohnt sich fast immer im Dauerbetrieb, da die Energiekosten für Gas signifikant niedriger sind als für Strom. In einem 4-Personen-Haushalt mit 2.400 kWh Bedarf für Warmwasser bedeutet das:
- Gas-Modell: Jährliche Kosten von etwa 288 €.
- Elektro-Modell: Jährliche Kosten von etwa 792 €.
- Elektrogeräte sind lediglich für den sporadischen Einsatz, aufgrund der geringeren Installationskosten, sinnvoll.
Ja, je nach Modell lassen sich Gas-Durchlauferhitzer flexibel entweder mit Erdgas aus der Leitung oder mit Flüssiggas aus Flaschen bzw. Tanks betreiben. Dies macht sie besonders vielseitig einsetzbar:
- Sie sind ideal zum Nachrüsten in Altbauten oder entlegenen Räumen.
- Da batteriebetriebene Piezo-Zündungen keinen Stromanschluss erfordern, ist lediglich eine Abgasöffnung oder ein passendes Abgassystem zwingend notwendig.
Der größte Nachteil ist, dass die Warmwassermenge eines Durchlauferhitzers in der Regel nur für eine Zapfstelle gleichzeitig ausreicht. Zudem müssen Nutzer mit folgenden Einschränkungen rechnen:
- Es kann zu leichten Temperaturschwankungen kommen, wenn der Durchfluss variiert.
- Während jemand duscht, steht in der Küche oft kein ausreichend heißes Wasser zur Verfügung.
- Im Vergleich zu modernen Systemen mit Solarthermie oder Wärmepumpen ist der Gasverbrauch bei sehr häufiger Nutzung höher.
In Altbauten sind die Wege vom zentralen Heizkessel bis zum Badezimmer oft sehr lang, was zu massiven Wärmeverlusten in den Rohrleitungen führt. Ein dezentraler Gas-Durchlauferhitzer löst dieses Problem:
- Er wird unmittelbar an der Zapfstelle (Bad oder Küche) montiert.
- Das warme Wasser steht sofort zur Verfügung, ohne dass erst literweise kaltes Wasser aus der Leitung ablaufen muss.
- Dies spart sowohl Energie als auch wertvolles Trinkwasser.
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.
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