Zuletzt aktualisiert am: 21.07.2020

Welcher Warmwasserspeicher ist für meine Heizung geeignet?

Wasserspeicher versorgen den Haushalt komfortabel und zuverlässig mit warmem Trinkwasser. Wir zeigen Ihnen, welchen Varianten an Warmwasserspeichern es gibt, wie sie funktionieren und mit welcher Heizung sie am besten kombiniert werden.

Unabhängig von der jeweiligen Variante ist ein Warmwasserspeicher immer ein mit Trinkwasser gefüllter Behälter, der von einer Wärmedämmung ummantelt ist. Sie soll Wärmeverluste beim Speichern des erwärmten Trinkwassers reduzieren und das Wasser warmhalten.

Um die Wärme an das Brauchwasser zu übertragen, enthalten Warmwasserspeicher mindestens einen Wärmetauscher. Über das fein verzweigte Rohrsystem des Wärmetauschers wird die Wärmeenergie von Heizungswasser oder Solarflüssigkeit auf das Brauchwasser übertragen. Dabei kommen diese Flüssigkeiten nicht in direkten Kontakt miteinander.

Im Alltag kommen diese vier Typen von Warmwasserspeichern zum Einsatz:

  • Monovalente Wasserspeicher: Diese Geräte verfügen über einen Wärmetauscher. Sie sind an einen Gas- oder Ölkessel oder an eine Wärmepumpe angeschlossen. Das dort erhitzte Heizwasser durchströmt den Wärmetauscher und gibt Wärmeenergie an das Trinkwasser ab. Das Brauchwasser wird auf diese Weise so lange erwärmt, bis es die gewünschte Temperatur erreicht hat. Wird warmes Wasser am Wasserhahn gezapft, fließt unten im Speicher kaltes Wasser nach. Es schichtet sich unter das bereits warme Trinkwasser. Aus diesem Grund werden diese Wasserspeicher auch Schichtspeicher genannt.
  • Bivalente Warmwasserspeicher: An diese Speichervorrichtungen können zwei Wärmeerzeuger angeschlossen werden, z.B. eine Gasheizung und eine Solarthermieanlage. Die über die Solarkollektoren erzeugte Wärmeenergie wird über den ersten Wärmetauscher an das Trinkwasser im unteren Bereich des Speichers abgegeben. Der zweite Wärmetauscher erwärmt das Trinkwasser mit dem Heizungswasser im oberen Bereich des Warmwasserspeichers. Der obere Wärmetauscher kommt erst dann zum Einsatz, wenn die über die Wärmepumpe oder Solarthermie erzeugte Wärme nicht für das Erwärmen des Trinkwassers ausreicht.
  • Zweispeichersystem: Ein solches System nutzt zwei getrennte Speicher, einen bivalenten Trinkwasserspeicher und einen Pufferspeicher für das Heizungswasser. Erzeugt eine Solarthermieanlage Wärme, wird diese dem bivalenten Warmwasserspeicher zugeführt. Besteht ein Wärme-Überschuss, wird damit das Heizungswasser im Pufferspeicher erwärmt. Ist weniger Wärmeenergie aus Solarthermie vorhanden, wird der Gas- oder Ölkessel für die Wärmeerzeugung eingesetzt. Er versorgt den Bereitschaftsteil des Warmwasserspeichers sowie den Pufferspeicher mit Wärmeenergie.
  • Kombispeicher: In einem Kombispeicher wird sowohl warmes Trinkwasser als auch warmes Heizungswasser gespeichert. Beide Flüssigkeiten kommen dabei nicht in Kontakt miteinander. Das Trinkwasser wird über einen innen montierten Wärmetauscher erwärmt. Im unteren Bereich ist ein zusätzlicher Wärmetauscher installiert, der z.B. Solarwärme aufnimmt. Sobald der im Kombispeicher enthaltene Pufferspeicher ausreichend Wärme abgeben kann, übernimmt er die Versorgung mit warmem Heizungswasser.

Kombispeicher können auch als sogenannte „multivalente Warmwasserspeicher“ eingesetzt werden. Dann werden sie von mehr als zwei Wärmeerzeugern mit Wärmeenergie versorgt, z.B. einem wasserführenden Pelletofen, einem Gaskessel und einer Solarthermieanlage. Im Sommer wird der Speicher dann fast ausschließlich mit der Solarthermieanlage versorgt, im Winter können Solaranlage und Pelletofen die Wärme erzeugen. Erst, wenn diese Energie nicht ausreicht, schaltet sich die Gasheizung zu.

Schutz gegen Legionellen

Um Legionellen-Befall im Trinkwasserspeicher zu vermeiden, werden Warmwasserspeicher je nach Modell täglich mindestens einmal auf mehr als 70° C aufgeheizt. Darüber hinaus wird empfohlen, die Warmwasserrohre zu dämmen, um ein Auskühlen der Leitungen zu verhindern.

Denn gerade Temperaturbereiche zwischen 20 und 55°C begünstigen die Vermehrung von Legionellen. Eine alternative Lösung wären dezentrale Trinkwasserstationen für die Warmwassererzeugung.

Ob ein Warmwasserspeicher für eine Gas- oder Ölheizung sinnvoll ist, hängt von der Art des Heizgeräts, dem verfügbaren Platz und dem persönlichen Komfortanspruch ab.

Eine Gas-Kombitherme kommt in einer Wohnung normalerweise ohne Warmwasserspeicher aus. Das Brauchwasser wird dort im Durchlauf erwärmt, sobald der Wasserhahn an einer Zapfstelle geöffnet wird.

Wird eine Gas- oder Ölheizung nur zum Heizen verwendet, reicht ihre Heizleistung für das Bereitstellen von Wärme für die Heizkörper aus. Denn durch die Zirkulation des Heizungswassers muss die Gasheizung nur eine kleine Menge warmes Heizungswasser vorhalten. Sobald die Gas- oder Ölheizung auch für die Warmwassererzeugung verwendet wird, ist ein Warmwasserspeicher eine sinnvolle Lösung.

Der Warmwasserspeicher wird immer wieder aufgefüllt, sobald Warmwasser genutzt wurde. Denn nur, wenn der Wasserspeicher voll ist, gibt das Warmwasser so wenig wie möglich Wärmeenergie an die Luft ab.

Die einfachste Variante für die Kombination aus Wasserspeicher und Gas-/Ölkessel sind monovalente Wasserspeicher. Über den Wärmetauscher fließt warmes Heizungswasser, welches das Trinkwasser erwärmt. Im Speicher wird es dann tagsüber vorgehalten. Häufig wird die Heizung so eingestellt, dass sie den Warmwasserspeicher morgens frisch erwärmt, damit alle Bewohner nach dem Aufstehen warm duschen können.

Um möglichst viel Energie zu sparen, können Gas- und Ölheizungen mit einem Pufferspeicher betrieben werden. Er kann neben warmem Brauchwasser auch Heizungswasser speichern. Sinnvoll ist der Kombispeicher übrigens auch dann, wenn die Gas- oder Ölheizung mit einer alternativen Energiequelle kombiniert wird.

Wie groß der jeweilige Warmwasserspeicher dimensioniert wird, hängt von den räumlichen Gegebenheiten sowie den Zapfstellen und der Anzahl der im Haushalt lebenden Personen ab. Auf der Basis der DIN 4708 kann ein Fachbetrieb die optimale Größe des Wärmespeichers ermitteln. Gängige Warmwasserspeicher für ein Einfamilienhaus fassen zwischen 80 und 300 Liter warmes Brauchwasser.

Wenn eine Gasheizung als Hybridheizung mit einer Wärmepumpe oder einer Solarthermie-Anlage kombiniert wird, sind Warmwasserspeicher unverzichtbar. Sie sorgen dafür, dass ein Maximum der erzeugten Energie auch tatsächlich verwendet wird. Selbst bei geringer Sonneneinstrahlung kann die über eine Solarthermieanlage erzeugte Wärmeenergie ausreichen, um Warmwasser über den Warmwasserspeicher bereitzustellen. Sollte die Energie nicht ausreichen, schaltet sich die Gas- oder Ölheizung zu.

Für Hybridheizungen gibt es unterschiedliche Möglichkeiten der Warmwasserspeicherung. Monovalente Speicher bieten sich z.B. an, wenn die Solarthermieanlage erst nachträglich eingebaut wird. In diesem Fall können zwei monovalente Warmwasserspeicher parallel arbeiten. Bivalente Warmwasserspeicher finden meist bei neu installierten Gasheizungen in Kombination mit Solarthermie Anwendung. Die bivalente Version kann sowohl von der Solaranlage bzw. Wärmepumpe als auch dem Gas-/Ölkessel gleichermaßen mit Wärme versorgt werden.

Wer seine Gas-Brennwertheizung mit einem oder mehreren alternativen Wärmeerzeugern kombiniert, sollte unbedingt auf einen Warmwasserspeicher setzen. So wird die alternativ erzeugte Wärme optimal genutzt. Wenn z.B. den ganzen Tag die Sonne scheint, kann die Energie an den Warmwasserspeicher abgegeben werden. Verbraucher profitieren dann auch noch am nächsten Morgen von warmem Brauchwasser, das ohne Emissionen zu erzeugen erwärmt wurde. Ideal sind bivalente Speicher. Sie können sowohl mit erneuerbaren Energien als bei Bedarf auch von Gas- oder Ölkesseln mit Wärme versorgt werden.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.