aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 12/03/2018

Die Luftwärmepumpe – Kosten, Funktionsweise, Vorteile und Nachteile

Luftwärmepumpen sind praktische Geräte, die die Umgebungsluft zur Wärmegewinnung nutzen. Somit können Luftwärmepumpen als Ergänzung oder Alternative zum klassischen Heizkessel genutzt werden. Hier erfahren Sie mehr über Kosten und Funktionsweise.

Wie der Name bereits verrät, beziehen Luftwärmepumpen die Wärmeenergie über die Außenluft. Damit unterscheiden sie sich von Erdwärmepumpen oder Grundwasser-Wärmepumpen. Luftwärmepumpen gibt es als reine Luft-Luft-Wärmepumpen und als Luft-Wasser-Wärmepumpen. In diesem Beitrag geht es um Luft-Luft-Wärmepumpen.

Eine Luft-Luft-Wärmepumpe erzeugt Wärme durch einen Kältemittelkreislauf. Dabei saugt die Pumpe zunächst Außenluft auf und führt ihr Raumluft zu. Ein Plattenwärmetauscher sorgt dafür, dass die Wärme der Raumluft an die angesaugte Außenluft übertragen wird. Auf diese Weise kann die Außenluft auf bis zu 90 Prozent der Innenlufttemperatur erwärmt werden.

Sobald die Außenluft vorgewärmt wurde, wird sie mittels eines „Zuluftnacherhitzers“ zusätzlich erwärmt, bis die gewünschte Raumtemperatur erreicht ist, und anschließend über Lüftungsleitungen in die Wohnräume geführt.

Manche Luft-Luft-Wärmepumpen nutzen zusätzlich einen sogenannten „Luftbrunnen“. Dabei handelt es sich um ein unterirdisches Rohrsystem, durch das die Außenluft geführt wird. Dort kann die Erdwärme die Außenluft zusätzlich erwärmen, sodass die Wärmepumpe danach noch weniger Energie benötigt, um die gewünschte Raumlufttemperatur zu erzeugen. Bei Bedarf kann der Kühlmittelkreislauf in den warmen Sommermonaten umgedreht werden, sodass die Wärmepumpe nun kühle Luft in die Räume transportiert.

Im Gegensatz zur Erdwärmepumpe ist die Luftwärmepumpe nicht an spezielle Regelungen zum Einbau gebunden, da sie im Gebäude aufgestellt werden kann. Das System ist ganzjährig nutzbar.

Wie teuer eine Luftwärmepumpe ist, hängt von den gewünschten Systemen, der Leistung sowie der Ausführung ab. Die Anschaffungskosten können je nach Modell zwischen 3.000 und über 10.000 Euro liegen. Im Vergleich zu anderen Wärmepumpen sind Luft-Luft-Wärmepumpen die günstigste Variante dieser Wärmeerzeuger.

Förderungsmöglichkeiten nur für Luftwärmepumpen mit Heizfunktion und Warmwasserbereitung

Wenn Sie eine Wärmepumpe kaufen wollen, können Sie Fördergelder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) beantragen. Gefördert werden können Luftwärmepumpen mit einem Einmalzuschuss, der abhängig von der jeweiligen Leistung der Pumpe ist.

Der Zuschuss wird einmalig in Höhe von 1.300 Euro für Wärmepumpen bis 20 Kilowatt und in Höhe von 1.600 Euro für Wärmepumpen ab 20 bis 100 Kilowatt gezahlt.

Voraussetzung für die Förderung ist, dass Sie eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzen und diese in einem Bestandsgebäude nachgerüstet wird.

Die Luft-Luft-Wärmepumpe bezieht zwar den überwiegenden Teil der Wärmeenergie aus der Außenluft. Doch benötigt sie zum Erwärmen der Luft über den Wärmetauscher zusätzliche Energie, die mit Strom erzeugt wird. Wie hoch dieser Stromverbrauch ist, hängt letztlich von verschiedenen Faktoren ab:

  • Nutzung: Wird die Wärmepumpe ganzjährig genutzt, ist der Stromverbrauch natürlich höher als bei gelegentlicher Nutzung oder Ergänzung zur Heizungsanlage.
  • Gebäude: Abhängig vom Alter und der Isolierung des Hauses steigt oder sinkt die erforderliche Heizlast, die mit der Wärmepumpe erzeugt werden soll.
  • Dämmung: Je besser Dächer, Wände, Decken und Fenster gedämmt sind, desto geringer ist der Energiebedarf zur Wärmeerzeugung und desto geringer fällt auch der Stromverbrauch der Wärmepumpe aus.
  • Bewohner: Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto höher ist der Wärmebedarf und desto höher fällt der Strombedarf aus.

Als Vorbedingung lässt sich festhalten, dass der Strombedarf Ihrer Luft-Luft-Wärmepumpe mit dem Grad der Isolierung sinken kann. Darüber hinaus spielt es eine wichtige Rolle, dass die Arbeit der Wärmepumpe optimal auf ein bestehendes Heizsystem abgestimmt wird, um Energie zu sparen.

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe kann anhand der Jahresarbeitszahl (JAZ) prognostiziert werden. Dabei handelt es sich jedoch nur um einen im Labor erzeugten Richtwert, der das Verhältnis von verbrauchtem Strom zu erzeugter Wärmeenergie darstellt. Grundsätzlich gilt, je höher die JAZ, desto effizienter ist die Wärmepumpe.

Hat eine Wärmepumpe zum Beispiel die JAZ von 4, bedeutet das, dass die Pumpe aus einem Kilowatt Strom vier Kilowatt Wärme erzeugen kann. Ein Orientierungswert für den Stromverbrauch ist eine JAZ von 3 für Luft-Luft-Wärmepumpen.

Um den genauen Stromverbrauch zu ermitteln, wird ein Wärmemengenzähler an die Wärmepumpe angeschlossen. Zugleich wird der verbrauchte Strom monatlich abgelesen. Schließlich werden beide Werte über ein Jahr hinweg gemessen und anschließend ins Verhältnis gesetzt. Daraus ergibt sich dann die effektive Jahresarbeitszahl.

Zu bedenken ist außerdem, dass es kurze und lange Heizperioden sowie kältere und wärmere Sommer/Winter geben kann und dementsprechend der jeweilige Stromverbrauch der Wärmepumpe von einem ermittelten Richtwert abweichen können. Wird eine Wärmepumpe in einem Neubau installiert, muss zusätzlich berücksichtigt werden, dass die Pumpe im ersten Jahr mehr Strom benötigt, da im Haus noch mehr Feuchtigkeit enthalten ist, die austrocknen muss.

Um zu ermitteln wie teuer der Strom Ihrer Wärmepumpe ist, können Sie den aktuellen Strompreis durch die Jahresarbeitszahl teilen. Dann erhalten Sie die Kosten für eine kWh Wärme.

Ein Beispiel für den Stromverbrauch einer Luftwärmepumpe:

Wenn Sie eine Luftwärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 2,8 ein Jahr lang insgesamt 6.000 kWh Wärme erzeugen lassen, benötigt die Pumpe rund 2.143 kWh Strom. Bei einem Strompreis von 21 Cent/kWh müssten Sie mit Stromkosten von ca. 450 Euro pro Jahr für die Luft-Wärmepumpe rechnen.

Reine Luftwärmepumpen werden meist außen installiert

Luftwärmepumpen können allgemein zwar sowohl in Gebäuden als auch außerhalb installiert werden. Doch werden die nur zum Erzeugen von Warmluft genutzten Wärmepumpen überwiegend außen aufgestellt.

Dabei werden in der Regel sogenannte „Monoblock“-Geräte eingesetzt. Sie erzeugen unmittelbar im Gerät selbst die Wärme, die über ein Leitungssystem in einen Pufferspeicher im Heizraum geführt wird. Bedingt durch das größere Gehäuse werden die Monoblock-Luftwärmepumpen in Abstand zu Außenwänden des Gebäudes installiert.

Demgegenüber können sogenannte „Split-Wärmepumpen“ direkt an der Außenwand befestigt werden. Konkret wird dort der Verdampfer des Systems angebracht, der Wärmetauscher liegt im Heizraum.

Neben dem geringeren Platzbedarf an der Außenfläche haben diese Systeme jedoch meist ein höheres Betriebsgeräusch. Dadurch müssen bestimmte Anpassungen vorgenommen werden, um den Lärmschutz zu gewährleisten.

Von Vorteil ist wiederum die kürzere Entfernung zum Gebäude, da dies Wärmeverluste durch Leitungen verringert. Darüber hinaus wird kein Fundament zum Aufstellen der Pumpe benötigt.

Wenn es um die Größe der Wärmepumpe geht, wird landläufig die Leistung der Pumpe gemeint. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kommen meist Luftwärmepumpen mit einer Leistung zwischen drei und 16 Kilowatt zum Einsatz.

Um unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden und eine möglichst effiziente Wärmepumpe zu betreiben, sollten Sie die Dimensionierung der Pumpe zusammen mit einem Fachbetrieb vornehmen, zum Beispiel im Rahmen einer Energieberatung.

Deshalb liefert dieser Artikel nur Anhaltspunkte, welche Faktoren die Größe der Luftwärmepumpe mitbestimmen:

  • Heizlast: Die Heizlast gibt in Kilowatt und pro Quadratmeter an, welche Leistung erforderlich ist, um den Wärmebedarf Ihres Zuhauses zu erfüllen. Die Berechnung der erforderlichen Heizlast erfolgt nach der DIN 12831. Dabei werden Wohnfläche sowie Dämmung des Gebäudes berücksichtigt.
  • Sperrzeiten der Energieversorger: Wenn Sie einen speziellen Wärmepumpentarif für den Strom nutzen, kann Ihr Energieversorger bis zu drei Mal täglich für zwei Stunden den Strom sperren. Um diese Zeit zu überbrücken, kann ein zusätzlicher Wärmespeicher sinnvoll sein. Ebenso kann es nützlich sein, in diesem Fall die Wärmepumpe größer zu dimensionieren.
  • Nutzung: Wenn Sie die Wärmepumpe monovalent nutzen, muss die Leistung höher sein. Monovalente Nutzung bedeutet, dass die Wärmepumpe die einzige Wärmequelle ist. Dies ist zum Beispiel häufig bei Häusern mit Flächenheizungen der Fall. Bei einer bivalenten Nutzung wird die Wärmepumpe mit einer herkömmlichen Heizungsanlage kombiniert und kann deshalb kleiner ausfallen.

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