Das Wichtigste zur Explosionsgefahr einer Wärmepumpe in Kürze:

  • Explosionsrisiko extrem gering: Eine Explosion der Wärmepumpe ist bei fachgerechter Installation nahezu ausgeschlossen. Das bestätigt auch der Bundesverband Wärmepumpe (BWP).
  • Wärmepumpe sicherer als Gasheizung: Mit nur 1 bis 1,6 kg Propan im Außenbereich ist die Wärmepumpe sicherer als Gasheizungen, die täglich ca. 10 kg Erdgas ins Haus leiten.
  • Frostschutz-Maßnahme: Das Entleeren des Wassers in der Außeneinheit bei Frost und Stromausfall ist der effektivste Schutz vor einer Frostsprengung der Rohre.
  • Integrierte Sicherheitstechnik: Niederdruck-Wächter und Sensoren blockieren den Anlagenstart automatisch, falls ein Leck im Kältemittelkreislauf erkannt wird.

Wie hoch ist die Explosionsgefahr bei Wärmepumpen?

Die tatsächliche Gefahr, dass Ihre Wärmepumpe explodiert, ist bei einer fachgerechten Installation extrem gering und nahezu ausgeschlossen. Es gibt klare Aufstellbedingungen und Sicherheitsbereiche, die dafür Sorge tragen, dass es selbst bei einem Schaden mit einem Propan-Leck zu keiner Explosion kommen kann.

Damit ein zündfähiges Gemisch entsteht, müsste schlagartig eine große Menge Propan in einem sehr kleinen, geschlossenen Raum entweichen. Die Außeneinheit einer Monoblock-Wärmepumpe, die in der Regel im Freien steht, ist jedoch so konstruiert, dass Gas nach außen entweichen kann. Zudem sind die Füllmengen bei Einfamilienhäusern sehr gering.

Auch der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) gibt gegenüber t-online Entwarnung: „Sofern Wärmepumpen, die mit R290 betrieben werden, fach- und sachgerecht nach Normen und Herstellerangaben installiert und betrieben werden, ist die Explosion einer entsprechenden Anlage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen – analog zum extrem geringen Restrisiko einer Explosion im Umfeld einer Gasheizung.“

Quellen:

Woher kommt der Mythos, dass Wärmepumpen explodieren?

Die Angst vor der konkreten Gefahr einer Explosion wurde vor allem durch die mediale Berichterstattung im Zusammenhang mit dem lang anhaltenden Stromausfall im Berliner Süden hergestellt. Infolge dessen machen sich Wärmepumpenbesitzer Sorgen über ein potenzielles Gefahrenszenario.

Dazu müsste jedoch eine Kettenreaktion von Faktoren aufeinanderfolgen, die bei einer fachgerecht installierten Wärmepumpe äußerst unrealistisch ist:

  • Durch Stromausfall und starken Frost über einen längeren Zeitraum sowie unzureichend gedämmte Heizungsrohre kann es zu einer sogenannten Frostsprengung kommen. Diese müsste den Wärmetauscher der Wärmepumpe beschädigen, sodass Propan austreten kann.

    Hinweis: Das Ablassen des Wassers in der Außeneinheit bei einem Stromausfall im Winter ist die wirksamste Vorsichtsmaßnahme, um einem solchen Frostschaden vorzubeugen.

  • Damit ein entzündbares Gemisch entsteht, müssten große Mengen Gas austreten, die nicht wie üblich nach außen freigesetzt werden, sondern in den Heizkreislauf gelangen. Sicherheitskonzepte sorgen dafür, dass austretendes Propan kontrolliert nach außen abgegeben wird.

  • Zudem müsste das Gas sich in einem sehr kleinen, geschlossenen Raum ansammeln. Wärmepumpen in Einfamilienhäusern enthalten jedoch meist nur eine geringe Menge Propan und sind im Außenbereich aufgestellt.

  • Damit eine Explosion entstehen kann, müsste eine Zündquelle in direkter Umgebung Funken verursachen. Die Aufstellbedingungen und Sicherheitsbereiche für Wärmepumpen mit brennbaren Kältemitteln sorgen jedoch dafür, dass sich keine Zündquelle in der Nähe befindet.

Gut zu wissen: thermondo setzt bei den Sicherheitskonzepten auf marktführende Technologiepartner, die alle aktuellen Sicherheitsnormen für brennbare Kältemittel (DIN EN 378) erfüllen.

Wie kann ein Frostschaden bei einer Wärmepumpe verhindert werden?

Im laufenden Betrieb stellen Minusgrade keine Gefahr für Wärmepumpen dar, auch wenn die Außeneinheit Tag und Nacht der Witterung ausgesetzt ist. Ist das Gerät jedoch von einem längeren Stromausfall betroffen, können die Abtaumechanismen und der Heizstab nicht mehr eingesetzt werden. Dadurch kann das stehende Heizungswasser in der Außeneinheit einfrieren und einen Schaden verursachen.

Kurz erklärt: Beim Gefrieren dehnt sich das Heizungswasser aus. Die Rohre halten dem Druck nicht stand und es entstehen Risse. Dabei kann auch der Wärmetauscher beschädigt werden. Dies führt nicht nur zu einem Totalschaden des Bauteils, sondern es kann auch Kältemittel austreten.

Gut zu wissen: Eine Beschädigung des Wärmetauschers und das Entweichen des Kältemittels sind in der Regel nicht gefährlich. Die Wärmepumpen-Außenheit verfügt über Sicherheitskonzepte und ist so konstruiert, dass austretendes Propan kontrolliert abgegeben wird und nicht ins Hausinnere gelangt.

Wird die Wärmepumpe wieder ans Stromnetz angeschlossen, können Niederdruck-Wächter und Sensoren erkennen, wenn der Kältemittelkreislauf aufgrund eines Lecks drucklos ist. Die Steuerung erkennt den Fehler direkt und zeigt eine Störung an. Dadurch läuft die Anlage gar nicht erst an, um den Kompressor zu schützen.

Hinweis: Die wirksamste Vorsichtsmaßnahme zur Vorbeugung von Frostschäden bei Stromausfall oder Stillstand der Heizung ist die Entleerung des Wassers in der Außeneinheit. Dieser Vorgang kann mit wenigen Handgriffen selbst erledigt werden.

Gut zu wissen: Im Rahmen des lang anhaltenden Stromausfalls in Berlin wurde auch die Möglichkeit, Frostschutzmittel wie bspw. Glykol dem Heizkreislauf beizumischen, diskutiert. Dies ist jedoch nicht sinnvoll, denn das Frostschutzmittel verändert die Viskosität des Wassers und reduziert so spürbar die Effizienz des Heizsystems.

Sind Wärmepumpen gefährlicher als Gasheizungen?

Nein, Wärmepumpen sind trotz Propan als Kältemittel nicht gefährlicher als Gasheizungen.

Zum Vergleich: Der Kältemittelkreislauf einer Wärmepumpe enthält zwischen 1 und 1,6 kg Propan. Zusätzlich befindet sich der Kreislauf in der Außeneinheit, die außerhalb des Hauses aufgestellt wird. Eine Gasheizung hingegen leitet bis zu 10 kg Erdgas pro Tag ins Gebäude. Tritt hier eine Leckage auf, kann sich eine große Menge Gas in Ihrem Heizungsraum ansammeln.

Das bedeutet: Keine Panik vor einer Wärmepumpe mit dem Kältemittel Propan (R290). Die modernen Heizsysteme sind – auch im Schadensfall – sicher.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Explosionsgefahr bei Wärmepumpen

Wie hoch ist die Explosionsgefahr bei einer Wärmepumpe mit Propan?

Das Risiko einer Explosion ist bei einer fach- und sachgerechten Installation extrem gering und nahezu ausgeschlossen. Damit eine Gefahr bestünde, müssten große Mengen Gas schlagartig in einem geschlossenen Raum austreten und auf eine Zündquelle treffen. Sicherheitsbereiche und die Aufstellung im Freien verhindern dies bei modernen Monoblock-Anlagen zuverlässig.

Ist eine Wärmepumpe gefährlicher als eine herkömmliche Gasheizung?

Nein, Wärmepumpen gelten im direkten Vergleich als sicherer, da sie geringere Mengen brennbarer Stoffe außerhalb des Gebäudes beinhalten. Während eine Wärmepumpe lediglich 1,5 bis 2 kg Propan nutzt, werden bei einer Gasheizung täglich rund 10 kg Erdgas direkt in das Haus geleitet. Zudem befindet sich die Zündquelle bei der Gasheizung im Gebäudeinneren, was bei einem Defekt das Risiko gegenüber einer Außenaufstellung erhöht.

Wie lässt sich ein Frostschaden an der Wärmepumpe bei Stromausfall verhindern?

Die wirksamste Methode zur Vorbeugung von Frostschäden ist das manuelle Ablassen des Heizungswassers aus der Außeneinheit. Wenn die Wärmepumpe bei extremen Minustemperaturen nicht läuft, kann das stehende Wasser gefrieren, sich ausdehnen und Risse in den Rohren oder im Wärmetauscher verursachen.

Welche Rolle spielt das Kältemittel Propan R290 für die Sicherheit?

Propan (R290) ist ein hocheffizientes, aber brennbares Kältemittel, dessen Einsatz durch strenge Sicherheitsnormen wie die DIN EN 378 reguliert wird. Die Konstruktion der Außeneinheiten stellt sicher, dass bei einem Defekt kein Gas in das Hausinnere gelangt, sondern kontrolliert nach außen abgeführt wird. Durch die geringe Füllmenge in Einfamilienhäusern wird das Entstehen eines zündfähigen Gemischs im Freien praktisch unmöglich gemacht.

Wärmepumpe von thermondo: Effizient heizen auch im Winter

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Luisa: thermondo-Fachredakteurin für Wärmepumpe, Strom & Energiemanagement Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.