aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 11/19/2018

Luftheizung – Mehr als heiße Luft?

Eine Warmluftheizung nutzt die Luft als Wärmeüberträger. Optimal genutzt, ist die Luftheizung eine sehr kostensparende Variante. Allerdings ist deren Effizienz vom Gebäude abhängig, in welchem sie eingesetzt wird. Lesen Sie hier alle wichtigen Informationen zur Luftheizung.

Eine Luftheizung benötigt keinen Zwischenspeicher für die erzeugte Wärme, sondern liefert die Wärme direkt über die Luft an die entsprechenden Räume. Für ihre Arbeit saugt die Warmluftheizung je nach Betriebsweise Raumluft oder Außenluft an und erwärmt diese mit Hilfe eines Brenners.

Anschließend wird diese Warmluft über ein Leitungssystem an die gewünschten Räume geführt. Hierfür können Ventilatoren oder Pumpen eingesetzt werden.

Wird die Luftheizung nur für einzelne und kleinere Räume eingesetzt, kann häufig auf Ventilatoren verzichtet werden. In diesen Fällen sorgt die natürliche Strömung von warmer Luft für die nötige Bewegung der Heizluft.

Kühlt sich die Luft ab, kann die Luftheizung diese an Räume mit geringerem Wärmebedarf ableiten, wie zum Beispiel Flure oder Schlafzimmer. Von dort wird die Raumluft dann wiederum angesaugt und erneut erwärmt.

Aus diesem Grund wird bei der Luftheizung häufig auch von „Umluftheizung“ gesprochen, da sie einen regelrechten Luftkreislauf erzeugt. Um die Luft zum Heizen zu erwärmen, wird ein Brenner bzw. Wärmeerzeuger benötigt. Dieser kann je nach Art der Luftheizung mit Strom, Gas, Öl oder Holz betrieben werden.

Luftheizung ist nicht gleich Luft-Luft-Wärmepumpe

Eine Luftheizung darf man nicht mit einer Luft-Luft-Wärmepumpe verwechseln – auch wenn beide Systeme Wärmeenergie aus der Luft beziehen. Die Wärmepumpe funktioniert über einen Wärmetauscher und besitzt keinen Brenner. Die Warmluftheizung wird hingegen mit einem Brenner betrieben.

Mehr Informationen zum Thema >> Luft-Luft-Wärmepumpe

Eine Luftheizung nutzt immer die vorhandene Luftmenge, erwärmt diese, um sie danach an die angrenzenden Räume zu verteilen. Da diese Heizung keine anderen Wärmeüberträger verwendet, ist die Möglichkeit begrenzt, Wärme zu verteilen.

Nur durch Erzeugen von mehr warmer Luft kann noch mehr Wärme erzeugt werden. Aus diesem Grund nutzen manche Anlagen neben der Raumluft auch Frischluft von draußen für die Wärmeerzeugung. Grundsätzlich können Luftheizungen auch mit einem Lüftungssystem sowie Klimaanlagen kombiniert werden.

Um die Luftheizungen noch effizienter zu machen, verfügen viele dieser Außenluft-Systeme über eine Wärmerückgewinnung. In diesem Fall wird die angesaugte Außenluft durch die ausströmende Abluft vorgewärmt, bevor sie mit dem Brenner aufgeheizt wird.

Luftheizungen mit Außenluftzufuhr haben den Vorteil, dass die Luftqualität noch besser ist. Es gibt jedoch auch Modelle, die sowohl Raum- als auch Außenluft zum Erwärmen verwenden. Diese Systeme werden auch Mischluft-Heizungen genannt.

Unabhängig vom Mischluft-, Raumluft- oder Außenluftbetrieb können die Brenner mit unterschiedlichen Brennstoffen betrieben werden:

  • Warmluftheizung mit Gas:

Bei diesen Geräten wird die Luft mit einem Gasbrenner erhitzt, bevor sie in die umgebenden Räume geleitet wird. In den kälteren Monaten kann die bereits vorgewärmte Raumluft über die Umluftanlage erneut verwendet werden, sodass noch weniger Energie für die Wärmeerzeugung benötigt wird.

  • Warmluftheizung mit Öl:

Hierbei handelt es sich um Ölbrenner, welche die erforderliche Warmluft erzeugen. Wie bei der Gas-Warmluftheizung kann auch hier die abgeführte Raumluft erneut erwärmt werden, wodurch sich der Ölverbrauch verringern lässt.

  • Warmluftheizung mit Holz:

Ein Holzofen oder Holzvergaser kann für die Erzeugung von warmer Luft genutzt werden.

  • Kombination mit Kachelofen:

Kachelöfen haben die Möglichkeit, Wärme in Schamottesteinen zu speichern. Diese warme Luft kann ebenfalls in ein Warmluftsystem eingespeist werden. So lassen sich Luftheizung mit Holzöfen kombinieren.

  • Kombination mit Pelletöfen:

Manche Pelletofen-Hersteller bieten spezielle Modelle mit Warmluftverteilung an. So können mit einem Pelletofen mehrere Räume mit warmer Luft versorgt werden.

Rein elektrisch betriebene Luftheizungen sind mit großen Heizlüftern vergleichbar. Aufgrund ihres hohen Energiebedarfs und der stärkeren Geräuschentwicklung sind diese Geräte nur für den temporären Einsatz in Werkstätten, Hobbyräumen oder zur schnellen Aufheizung von Räumen geeignet.

Luft als Wärmeträger besitzt nur eine rudimentäre Fähigkeit zur Wärmespeicherung. Wird die warme Luft über längere Strecken in Rohrsystemen transportiert, verliert sie somit sehr viel Wärme. Für das Beheizen größerer Räume oder herkömmlich gedämmter Häuser ist die Warmluftheizung deshalb nur bedingt geeignet.

Wird sie zum Beispiel mit dem Betrieb eines Kamin- oder Pelletofens kombiniert, der die warme Luft an Nebenräume transportiert, ist sie deutlich effizienter. Elektrisch betriebene Lüfter werden meist nur temporär eingesetzt, wenn schnell Wärme benötigt wird.

Durch die geringere Wärmeentwicklung in Wohnhäusern eignet sich eine reine Warmluftheizung nur in Niedrigenergiehäusern bzw. Passivhäusern. Da in diesen Gebäuden die Temperatur durch die Dämmung ohnehin konstant gehalten werden kann, wird nicht so viel Wärme benötigt, um die Räume angenehm zu temperieren.

Lesen Sie mehr zu folgenden Themen:

Die große Übersicht: Alles zum Kamin

CO2-neutral heizen: Die Pelletheizung

Wie alle Heizsysteme hat auch die Luftheizung ihre Vor- und Nachteile.

Die Vorteile der Warmluftheizung:

  • Warmluftheizungen benötigen nur eine kurze Zeit zum Aufheizen, da die warme Luft sofort verteilt werden kann und nicht erst Speichermedien wie Wasser aufgeheizt werden müssen.
  • Diese Heizungen sind platzsparend, da sie ganz ohne Radiatoren auskommen.
  • Die erwärmte Luft kann gefiltert werden. Außerdem ist eine Beimischung von Frischluft möglich.
  • Die Qualität der Raumluft kann mit diesen Anlagen deutlich erhöht werden, da die Luft durch Zirkulation immer wieder ausgetauscht wird.
  • In der warmen Jahreszeit kann die Anlage auch zum Kühlen verwendet werden.
  • Die Energiekosten sind im Vergleich zu herkömmlichen Heizungen meist geringer, da ohnehin schon wärmere Raumluft erwärmt wird.

Die Nachteile der Warmluftheizung:

  • Durch die hohe Zirkulation werden Gerüche im gesamten Gebäude schneller verteilt.
  • Das Gebläse der Anlage sowie die Luftzirkulation können für eine störende Geräuschentwicklung sorgen.
  • Durch die ständig zirkulierende Raumluft wird auch Staub aufgewirbelt. Deshalb ist die Luftheizung nicht unbedingt allergikerfreundlich.
  • Der kontinuierliche Luftstrom kann die Luftfeuchtigkeit schneller verringern, sodass im Winter eher sehr trockene Luft vorhanden ist.

Sehr preisgünstige Warmluftöfen sind schon für unter 500 Euro im Handel erhältlich. Diese Geräte sind jedoch meist nur für einen Raum geeignet. Wird ein ganzes Warmluftsystem installiert, müssen Sie mit 1.000 bis 3.000 Euro rechnen, wenn eine Wohnfläche von ca. 100 Quadratmetern beheizt werden soll.

Welchen Preis Sie letztlich für Ihre Luftheizung bezahlen, hängt aber vom verwendeten Brennersystem sowie von der Dämmung und der Größe Ihrer Räumlichkeiten ab. So können Sie das Lüftungssystem zum Beispiel mit einem vorhandenen Kamin- oder Pelletofen kombinieren. Die Kosten können insgesamt auch geringer ausfallen, wenn bereits ein Lüftungssystem vorhanden ist.

Damit eine Warmluftheizung reibungslos und möglichst komfortabel funktioniert, sollte die Luftzufuhr möglichst leise erfolgen. Hierfür bieten sich Ventilatoren und große Wärmeübertrager an.

Worauf ebenfalls geachtet werden sollte:

  • Die durch Öffnungen in die Räume geführte Warmluft sollte möglichst keinen Luftzug verursachen und dabei so wenig wie möglich Hausstaub aufwirbeln.
  • Die Lufttemperatur sollte 50 Grad Celsius nicht überschreiten, um eine Staubverschwelung zu verhindern. Denn diese kann für störende Gerüche sorgen.
  • Wird Frischluft beigemischt, sollte die Luftfeuchtigkeit 55 Prozent nicht überschreiten, um so ein angenehmes Maß zu halten.
  • Werden mehrere Räume mit Warmluft versorgt, sollten die Luftströmungen nicht die Verbreitung von schlechten Gerüchen begünstigen.
  • Je besser Wände und decken gedämmt sind, desto effizienter ist die Luftheizung und desto weniger Luft muss bewegt werden.
  • Um eine ausreichende Hygiene sicherzustellen, sollten die Luftleitungen regelmäßig gereinigt werden.

Die Luftheizung kann eine sehr umweltfreundliche und energiesparende Heizungsvariante darstellen. Um den Nachteil der geringeren Wärmeproduktion auszugleichen, ist eine zentral gesteuerte Warmluftheizung überwiegend für exzellent gedämmte Niedrigenergie- bzw. Passivhäuser geeignet.

Ansonsten kann die Luftheizung als Ergänzung zu bestehenden Systemen und für das temporäre Beheizen einzelner Räume eingesetzt werden, zum Beispiel in Kombination mit einem Kachel- oder Pelletofen.

Die Luftheizung ist nicht ideal für Ihr Zuhause? Möglicherweise ist die Gasheizung eine sinnvolle Alternative. Die saubere und effiziente Verbrennung macht die Gasheizung zum beliebtesten Heizsystem. Zudem ist sie mit erneuerbaren Energien, wie Solarthermie, kombinierbar.

Wir beraten Sie gerne zu den Möglichkeiten für Ihren Heizungswechsel. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und finden Sie die passende Heizung für Ihr Zuhause.

Jetzt passende Heizung finden - kostenlos & unverbindlich!
Wie hilfreich fanden Sie diesen Artikel?