Zuletzt aktualisiert am: 18.09.2019

Heizung im Neubau – Regeln und Technik

Sie planen ein neues Haus oder wollen bauen und suchen nach dem passenden Heizsystem? Wir zeigen Ihnen, welche Möglichkeiten es für die Heizung im Neubau gibt und worauf Bauherren bei der Auswahl achten sollten.

In Neubauten können Gas-, Öl- oder Holzheizungen sowie weitere alternative Heizsysteme zum Einsatz kommen. Der große Vorteil von Neubauten besteht in der hohen Energieeffizienz der Gebäude. Denn für Neubauten gelten hinsichtlich der Dämmung strenge Vorgaben. Aus diesem Grund profitieren Sie mit jedem Heizsystem von einem geringen Energieverbrauch.

Anforderungen an Heizsysteme im Neubau

Auf Folgendes gilt es bei der Heizung im Neubau zu achten:

  • Um die optimale Heizleistung für Ihren Neubau zu ermitteln, empfiehlt sich eine Wärmebedarfsberechnung nach DIN EN 12831. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die ausgewählten Heizsysteme hinsichtlich ihrer Nennwärmeleistung weder zu groß noch zu klein gewählt werden.
  • Soll Ihr Neubau nicht nur nachhaltig beheizt, sondern auch effizient belüftet werden, können Sie zusätzlich ein Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 anfertigen lassen. Auf der Basis dieses Konzeptes kann der Fachbetrieb anschließend Lüftungssysteme entwickeln, die eine ausreichende Belüftung sicherstellen und gleichzeitig Schimmel im Haus verhindern.
  • Die Erneuerbare-Energien-Verordnung (EnEV) schreibt vor, dass Sie für Ihren Neubau einen Energieausweis bzw. Energiebedarfsausweis erstellen lassen. Der Bedarfsausweis ist nicht nur lästige Pflicht, sondern auch sinnvoll, wenn Sie das Haus später verkaufen oder vermieten wollen.
  • Laut EnEV darf Ihr Haus außerdem 30 Prozent weniger Energie verbrauchen als ein vergleichbares Bestandsgebäude. Daraus resultieren besondere Anforderungen an Dämmung und Heizsystem.
  • Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt beim Neubau vor, dass ein Teil Ihrer Wärmeerzeugung mithilfe regenerativer Energie erfolgen muss.
  • Um sicherzustellen, dass eine Heizungsanlage im Neubau möglichst effizient arbeitet, ist immer ein hydraulischer Abgleich erforderlich.
  • Was die Wahl der Heizkörper und deren Ausrichtung betrifft, sind Sie frei. Da moderne Neubauten ohnehin energieeffizient geplant werden, bietet sich häufig eine Fußbodenheizung an. Sie kann im Energiesparhaus bereits mit geringen Vorlauftemperaturen für eine ausreichende Beheizung Ihres Neubaus sorgen. Außerdem lässt sie sich mit Wärmepumpen oder Solarthermie hervorragend kombinieren.

Damit Sie die unterschiedlichen Produkte besser miteinander vergleichen können, haben wir für Sie die wichtigsten Ergebnisse der großen Heizungen-Tests der Stiftung Warentest zusammengefasst. 

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Welche Heizung Sie in Ihrem Neubau installieren lassen, hängt von verschiedenen Aspekten ab. Wir stellen Ihnen hier Ihre Möglichkeiten vor.

Gasheizung im Neubau

Eine Gasheizung spielt vor allem als moderne Gasbrennwertheizung in einem Neubau ihre ganzen Stärken aus. Ist ein Gasanschluss vorhanden, nimmt die Brennwertheizung nur wenig Platz weg, da zum Beispiel kein separater Raum für den Brennstoff benötigt wird. In Kombination mit einer zeitgemäßen Wärmedämmung, einem sinnvollen Lüftungssystem sowie einer Wärmepumpe oder Solarthermie zählt die Gasbrennwertheizung zu besten Systemen für komfortables Heizen.

Ölheizung im Neubau

Auch wenn die Ölheizung mit einem fossilen Brennstoff betrieben wird, kann sie als Brennwertgerät im Neubau sinnvoll sein. Das gilt vor allem dann, wenn Ihr Grundstück nicht an das Gasnetz eines Gasversorgers angeschlossen werden kann. Dank Brennwerttechnik wird der Brennstoffverbrauch auch mit einer Ölheizung deutlich reduziert. Nutzen Sie zusätzlich Wärmeenergie aus Solarthermie oder eine Wärmepumpe, können Sie Ihren Energieverbrauch sowie die damit verbundenen Energiekosten im Neubau auf ein Minimum reduzieren.

Welche Möglichkeiten gibt es außer Gas- und Ölheizungen für Neubauten?

Gas- und Ölheizungen sind nach wie vor bewährte Heizsysteme für Neubauten. Vor allem Gasbrennwerttechnik zeichnet sich durch eine saubere Verbrennung und sehr niedrige Brennstoffverbräuche aus.

Es gibt jedoch noch weitere Alternativen zu Gas- und Öl. Sie sind sinnvoll, wenn Sie vollkommen autark heizen und Ihre Wärme mit alternativen Brennstoffen gewinnen wollen.

  • Holzvergaserheizung: Holzvergaser haben den Vorteil, dass sie Holz nahezu rückstandslos verbrennen und somit sehr hohe Wirkungsgrade erzielen. Nachteilig ist der höhere Wartungs- und Pflegeaufwand. Darüber hinaus müssen Sie für die Heizsaison entsprechende Holzvorräte anlegen. Eine automatisierte Befeuerung ist nicht möglich.
  • Pelletheizung: Mit der Pelletheizung nutzen Sie eine Holzheizung im Neubau, die sich in hohem Maße automatisieren lässt. Die Wirkungsgrade von Pelletkesseln sind hoch. Nachteilig an dieser Technik ist der hohe Platzbedarf für die Holzpellets sowie die wartungsintensive Pellettechnik.
  • Fernwärme: Gibt es in Ihrer Region einen Anbieter für Fernwärme, können Sie auch diese alternative Heizung für Ihren Neubau in Betracht ziehen. Fernwärme kann durch die „doppelte Nutzung“ von Primärenergie nachhaltig sein. Komfortables Heizen ist ebenfalls möglich. Von Nachteil ist die Bindung an einen Anbieter, von dessen Preispolitik Sie abhängig sind.

Da Sie im Neubau einen Teil Ihrer Wärmeenergie mit alternativen Energien erzeugen müssen, bieten sich Wärmepumpen oder Solarthermie als Ergänzung zu Gas-/Öl- oder Holzheizungen an. Für welche Variante Sie sich entscheiden, hängt von Ihren Ansprüchen sowie den baulichen Gegebenheiten ab.

  • Wärmepumpe: Wärmepumpen beziehen die Wärmeenergie aus Erde, Luft oder Wasser und ergänzen ein bestehendes Heizsystem. Gerade im Zusammenspiel mit Brennwerttechnik sind Wärmepumpen gut geeignet, da Brennwerttechnik auf niedrige Vorlauftemperaturen setzt.
  • Solarthermie: Mit einer Solarthermie-Anlage können Sie mithilfe der Sonnenkraft für warmes Brauchwasser oder Heizungswasser sorgen. Auf diese Weise entlasten Sie Ihre Heizungsanlage.

  • Dimensionieren Sie Ihre Heizung richtig, um Energieverschwendung sowie unnötige Heizkosten zu vermeiden.
  • Nutzen Sie die Vorteile einer Wohnraumlüftung, um Lüftung und Heizleistung sinnvoll zu steuern.
  • Ziehen Sie eine intelligente Heizungssteuerung in Betracht, um den Heizkomfort sowie die Effizienz zu erhöhen.
  • Prüfen Sie Ihren Warmwasserbedarf, um nach einem passenden alternativen Energieträger zu suchen.
  • Lassen Sie Ihre Heizung professionell planen.
  • Berücksichtigen Sie beim Neubau den erforderlichen Platz für die Heizungsanlage und/oder Brennstoff.
  • Informieren Sie sich über Fördermöglichkeiten. Lassen Sie Ihre Heizung erst nach zugesagter Förderung bauen.

Die Kosten einer Heizung im Neubau lassen sich an dieser Stelle nicht pauschal beziffern. Denn sie werden von vielen verschiedenen Faktoren bestimmt:

  • Welches primäre Heizsystem wählen Sie aus? Eine Gas- oder Ölbrennwertheizung kann zum Beispiel zwischen 5.000 und 10.000 Euro kosten, abhängig davon, wie groß das Heizgerät ist, welche Leitungen verlegt werden müssen und welche Heizkörper erforderlich sind. Holzvergaser liegen bei rund 6.000 bis 12.000 Euro, Pelletkessel können zwischen 13.000 und 18.000 Euro kosten.
  • Welche alternativen Wärmeerzeuger wählen Sie? Eine Solaranlage kann zwischen 5.000 und 13.000 Euro kosten, für eine Wärmepumpe müssen Sie im Schnitt zwischen 9.000 und 15.000 Euro veranschlagen.

Diese Kosten lassen sich wiederum mit entsprechender Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) reduzieren. Wie hoch die Förderung ausfällt, hängt von Ihrem gewählten Heizsystem bzw. den alternativen Wärmeerzeugern ab, die Sie auswählen.

Unabhängig von den Vorgaben der EnEV oder anderen gesetzlichen Regelungen gibt es bei Neubauten viele verschiedene Auswahlmöglichkeiten für Heizsysteme. Um die Heizung optimal an den persönlichen Bedarf, die baulichen Gegebenheiten sowie die Anforderungen an Energieeffizienz und Nachhaltigkeit anzupassen, sollten Sie am besten fachliche Beratung in Anspruch nehmen. Auf der Basis Ihrer Wünsche kann Ihnen der Fachbetrieb passende Angebote mit konkreten Kosten für die Heizung im Neubau machen.

Thermondo modernisiert Heizung im Bestandsbau

Thermondo bietet momentan keine Heizungsinstallation in Neubauten an, sondern vorerst nur die Heizungsmodernisierung in Bestandsbauten an. Diese umfasst neben einem kostenlosen Preisvergleich, professioneller Beratung und technisch modernen und qualitativ hochwertigen Produkten etablierter Hersteller gleichermaßen, die komplette Installation der Heizung. Suchen Sie eine neue Heizung, dann nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und erhalten Sie ein für Sie unverbindliches Festpreisangebot.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.