Zuletzt aktualisiert am: 03.03.2020

Grundofen – der individuelle Speicherofen mit hohen Wirkungsgraden

Wer beim Heizen mit Holz gemütliche Strahlungswärme schätzt, nicht ständig Holz nachlegen will und einen individuell gebauten Ofen schätzt, liegt mit einem Grundofen richtig. Wir zeigen Ihnen, was den Grundofen genau auszeichnet, wie er funktioniert und worauf es bei der Nutzung ankommt.

Bei einem Grundofen handelt es sich um einen Holzofen mit hohem Anteil an Wärmespeichern aus Keramik oder Schamotte. Deshalb zählen Grundöfen zu den Speicheröfen. Sie geben ihre Wärme überwiegend als Strahlungswärme an den Aufstellraum ab.

Im Gegensatz zum typischen Kaminofen aus Stahlblech handelt es sich bei einem Grundofen in der Regel immer um eine Maßanfertigung. Der Ofen wird individuell vom Ofensetzer geplant und vor Ort beim Kunden aufgebaut.

Charakteristisch für den Grundofen ist, dass das Rauchgas mithilfe eines ausgeklügelten Rohrsystems durch Platten aus Schamotte, Speckstein oder Keramik geführt wird. Das bis zu 1.000 °C heiße Abgas erhitzt diese Materialien. Sie speichern die Wärme und geben sie dann bis zu 12 Stunden als Strahlungswärme im Aufstellraum ab. Dafür benötigt der Ofen sehr lange, bis der massige Körper aufgeheizt ist, um Wärme abzugeben. Je nach Ausführung wird der Grundofen mit Kacheln oder Natursteinen verkleidet.

In der Regel wird ein Grundofen nur einmal angeheizt. Durch eine besonders schnelle und intensive Verbrennung bleibt nur sehr wenig Asche übrig. Auch die Abgase werden dadurch sauberer. Aus diesem Grund gilt der Grundofen als wartungsarm und sehr effizient.

Je nach Ausführung gibt es den Grundofen auch als Systemkamin. Dann werden vom Ofenbau vorgefertigte Bauteile nach individuellen Wünschen zusammengesetzt. Um die Energieeffizienz zu erhöhen, verfügen viele Grundöfen über eine Wassertasche, um Heizungswasser zu erwärmen bzw. vorzuwärmen. Das Heizungswasser wird dann in einem Pufferspeicher gespeichert oder direkt in das Rohrsystem des Heizsystems gespeist.

Ein Grundofen ist für Hausbesitzer geeignet, die besonders lang von der angenehmen Strahlungswärme eines Holzofens profitieren wollen. Darüber hinaus bietet sich der Grundofen an, wenn Sie eine Alternative zu einem Standardkaminofen suchen und einen individuellen Kamin in Ihrem Haus einbauen lassen wollen.

Möchten Sie Ihre bestehende Heizungsanlage mit einem alternativen Energieträger unterstützen, bietet sich der Grundofen ebenfalls an. Für den Ofen spricht z.B., dass er nur ein Mal pro Tag befeuert werden muss und erst nach rund 40 Brennvorgängen die Asche entfernt werden muss.

Grundofen: Vorteile und Nachteile

Vorteile Grundofen

  • Lange Wärmeabgabe (bis zu 12 Stunden)
  • Einmaliges Anfeuern pro Tag reicht meist aus
  • Hoher Wirkungsgrad von über 80 Prozent
  • Sehr effiziente Verbrennung mit wenig Rückständen
  • Wartungsarmes Heizen mit Holz
  • Hoher Individualisierungsgrad
  • Mit Wassertasche ideale Ergänzung zu bestehender Heizungsanlage

Nachteile Grundofen

  • Höhere Investitionskosten
  • Wärmeabgabe nach Verfeuerung kaum regulierbar
  • Nur mit Pufferspeicher und Wassertasche maximal energieeffizient
  • Holzlager notwendig
  • Eventuell Nachrüstung oder Neubau des Schornsteins notwendig (sehr hohe Abgastemperaturen)
  • Lange Aufheizzeit bis Schamottesteine Wärme abgeben

Ein Grundofen bietet als Speicherofen eine sehr lange Wärmeabgabe. Einmal angeheizt, gibt der Ofen bis zu 12 Stunden oder länger Wärmestrahlung ab. Allerdings bleibt selbst dann ein großer Teil der durch die schnelle und sehr heiße Verbrennung erzeugte Wärmeenergie ungenutzt. Um diese Energie sinnvoll zu nutzen, bieten sich wasserführende Grundöfen an. Sie arbeiten mit einer Wassertasche, über welche Heizungswasser oder Brauchwasser beim Brennvorgang erwärmt wird.

Manche Verbraucher suchen gezielt nach einem Grundofen in klein. Allerdings besteht die hohe Effizienz des Grundofens gerade in seiner Größe. Nur durch den starken und intensiven Verbrennungsvorgang kann ausreichend Wärmeenergie erzeugt werden, um die Wärmespeicher aus Schamotte oder Speckstein ausreichend zu erwärmen, damit sie möglichst lange Strahlungswärme abgeben können.

Worin unterscheidet sich der Grundofen vom Kachelofen?

Da auch der Grundofen häufig mit Kacheln verkleidet wird, setzen viele Verbraucher den Grundofen mit einem Kachelofen gleich. Allerdings besteht ein deutlicher Unterschied in der Form der Wärmeabgabe. So verfügen Kachelöfen in der Regel über Luftklappen, welche einen Raum zusätzlich mit Konvektionswärme versorgen. Ein Grundofen hat keine entsprechenden Klappen und gibt Wärme überwiegend als Strahlungswärme ab.

Grundofen: Kosten für Anschaffung und Betrieb

Die Kosten des Grundofens hängen zum einen von den individuellen Wünschen des Auftraggebers und zum anderen vom Montageaufwand ab. Da es sich bei einem Grundofen in der Regel um eine Individualanfertigung handelt, müssen Sie mit 500 bis 2.000 Euro für den Bau des Ofens rechnen. Ein Ofenbauer ist üblicherweise mehrere Tage damit beschäftigt.

Die Preise für Grundöfen starten bei rund 5.000 Euro. Exklusive Materialien oder besondere bauliche Wünsche (z.B. ein Eckkamin) sowie eine Ausführung mit Wassertasche und Pufferspeicher können die Kosten auch auf 10.000 Euro und mehr erhöhen. Sparen können Verbraucher, wenn sie zu einem sogenannten „Systemkamin“ greifen.

Berücksichtigen müssen Sie außerdem, ob der vorhandene Schornstein für den Betrieb eines Grundofens ausreicht. Aufgrund der hohen Abgastemperaturen eignen sich zum Nachrüsten besonders Edelstahlschornsteine. Hier können noch einmal rund 1.000 Euro und mehr zu den Gesamtkosten dazukommen.

Für den Betrieb müssen Sie Kosten für Brennholz berücksichtigen. Um einen Grundofen mit 4 kW unter Volllast zu beheizen, benötigen Sie rund ein Kilogramm Buchenholz. Bei einem Raummeterpreis von ca. 160 Euro würde ein Kilogramm knapp 15 Cent kosten. Für einen 8-kW-Grundofen wären es 30 Cent.

Neben den Heizkosten kommen die Kosten für den Schornsteinfeger und die regelmäßige Wartung des Ofens von rund 100 bis 200 Euro pro Jahr hinzu.

Wer sich für einen Grundofen entscheidet, profitiert von einem sehr leistungsstarken Heizsystem. Um den Brennstoff Holz effizient zu nutzen, sollte der Ofen jedoch am besten eine Wassertasche haben. So heizen Sie nicht nur den Aufstellraum, sondern auch das gesamte Haus.

Neben einem Grundofen gibt es Alternativen, die in der Anschaffung und Wartung günstiger sind und in Kombination mit erneuerbaren Energien bis zu 40 Prozent Förderung vom Staat erhalten. So können Sie eine Gasheizung mit Solarthermie kombinieren und zahlen Dank Förderung fast nur die Hälfte.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.