aus 0 Bewertungen | zuletzt aktualisiert am: 01.04.2019

Abgaswärmetauscher – mit einfachen Mitteln höhere Wirkungsgrade erzielen

Mit einem Abgaswärmetauscher lässt sich die Wärmeenergie der Abgase zur Effizienzsteigerung der Heizungsanlage nutzen. Wir zeigen Ihnen hier, wie ein Abgaswärmetauscher am Kamin funktioniert und warum das Bauteil sinnvoll ist.

Wärmetauscher allgemein werden auch Wärmeübertrager genannt, denn das ist die Hauptaufgabe dieser Bauteile: Wärme von einem Medium auf ein anderes zu übertragen. Somit hat ein Abgaswärmetauscher die Aufgabe, Wärme aus Abgasen auf ein anderes Medium zu transferieren. Als Trägermedium wird beim Abgaswärmetauscher Wasser verwendet, das im Zusammenhang der Wärmeübertragung zum „Abnehmer“ des „Lieferanten“, der heißen Abgase, wird. Das über den Wärmetauscher erwärmte Heizungswasser wird direkt in den Heizkreislauf eingespeist und kann entweder direkt zur Erwärmung von Heizkörpern oder als Heizungsunterstützung zum Heizkessel oder Pufferspeicher geführt werden.

Abgaswärmetauscher werden mit zwei getrennten Kreisläufen gebaut. So ist sichergestellt, dass Medien in unterschiedlichen Aggregatzuständen (Wasser = flüssig, Abgase = gasförmig) Wärme übertragen können.

Damit ein Abgaswärmetauscher arbeiten kann, benötigt er Abgase. Diese werden zunächst in der Brennkammer des Kaminofens oder einer anderen Feuerstätte erzeugt. In wasserführenden Kaminen wird diese Wärme primär zum Erwärmen des Heizungswassers über die Wassertasche genutzt. Doch unabhängig von der Wärmeabgabe über die Wassertasche verlässt ein großer Teil der erzeugten Wärme in Form von bis zu 1.000°C heißen Abgasen ungenutzt den Schornstein.

Und an dieser Stelle setzt der Abgaswärmetauscher ein. Denn der Wärmetauscher wird am Kaminanschluss zwischen Kamin und Abgasrohr eingebaut. Das nach dem Heizen abgekühlte Heizungswasser wird über diese Verbindung geführt und kann die Wärmeenergie der Abgase aufnehmen. Danach strömt das erwärmte Wasser zum Heizkessel. Durch die über den Wärmetauscher erfolgte Erwärmung benötigt der Heizkessel weniger Energie, um das Heizwasser auf die gewünschte Temperatur zu bringen.

Was spricht für den Abgaswärmetauscher?

Dadurch dass das mit dem Abgaswärmetauscher erwärmte Heizwasser dem Heizkessel zugeführt wird, benötigt der Kessel weniger Brennstoff, um das Heizungswasser zu erhitzen. Somit können Sie mit einem Abgaswärmetauscher wasserführend Heizkosten sparen. Ihre Feuerstätte wird effizienter und kann höhere Wirkungsgrade erzielen, da durch den Wärmetauscher Heizenergie genutzt wird, die ohne Tauscher im wahrsten Sinne des Wortes durch den Schornstein geblasen würde.

Ihr Vorteil mit Abgaswärmetauscher: Die Kosten für Anschaffung und Einbau des Wärmetauschers können sich schon nach wenigen Jahren durch die Energieeinsparung amortisieren.

Welche Vorschriften müssen beim Einbau eines Abgaswärmetauschers berücksichtigt werden?

Soll eine bestehende Feuerstätte oder Heizungsanlage mit einem Abgaswärmetauscher erweitert werden, müssen dafür die Vorgaben des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) berücksichtigt werden. Demnach ist es nicht ratsam, als Laie einen Wärmetauscher zu kaufen und diesen selbständig einzubauen. Zumal beim Einbau ebenfalls berücksichtigt werden muss, dass die durch die Wärmeübertragung abgekühlten Abgase nicht so schnell aus dem Schornstein geführt werden können. Dadurch können sich Ruß und Kondensat stärker absetzen. Gerade bei gemauerten Schornsteinen kann das Kondensat schneller zur Schornsteinversottung führen. Verstärkte Verrußung erfordert wiederum eine höhere Reinigungsfrequenz des Schornsteinrohrs. Kurz: Vor dem Einbau eines Abgaswärmetauschers ist es ratsam einen SHK-Betrieb zu kontaktieren. Die Experten können Ihnen die passenden Geräte empfehlen, bei Bedarf die Abgasanlage anpassen oder Ihnen andere Alternativen zum Energiesparen empfehlen.

Abgaswärmetauscher für Kamine oder ältere Gas- und Ölheizungen sind schon für Preise zwischen 200 und 500 Euro erhältlich. Sie lassen sich mit relativ geringem Aufwand einbauen.

Bei umfangreichen Heizungsanlagen wie Blockheizkraftwerken müssen Sie mit Kosten für Wärmetauscher ab 5.000 Euro rechnen.

Unabhängig von der Heizungsanlage amortisieren sich die Kosten eines Abgaswärmetauschers in einer Zeitspanne von fünf bis acht Jahren.

Abgaswärmetauscher für den Kamin müssen regelmäßig gereinigt werden

Werden Abgaswärmetauscher am Kamin angeschlossen, müssen diese regelmäßig gesäubert werden. Denn an den kalten Oberflächen der Tauscher sammelt sich Kondensat, das wiederum das Anhaften von Teerrückständen und Ruß begünstigt.

Je mehr Ruß und Teer sich auf der Oberfläche des Wärmetauschers befinden, desto weniger Wärme kann er an das Heizwasser übertragen. Das Bauteil wird ineffizienter. Darüber hinaus verringert sich der Querschnitt des Abgasrohrs durch die zunehmende Ruß- und Teerschicht, was wiederum den Zug im Schornstein verringern kann. Das hat zur Folge, dass Ihr Ofen nicht mehr so hohe Wirkungsgrade erzielen kann.

Reinigen Sie deshalb den Wärmetauscher vor allem bei Holzfeuerstätten regelmäßig, am besten mit einer Drahtbürste. Ofenbauer raten dazu, nach dem Verbrauch von etwa drei Raummetern Brennholz den Wärmeübertrager zu reinigen.

Ein Abgaswärmetauscher ergibt immer dann Sinn, wenn Sie eine Holzfeuerungsanlage betreiben. Da beim Verbrennen mit Holz immer sehr heiße Abgase entstehen, können diese perfekt mit dem Wärmeübertrager genutzt werden, um die Effizienz der Holzheizung zu steigern.

Grundsätzlich empfiehlt sich somit der nachträgliche Einbau von Holzvergasern bei jeder Feuerstätte, die mit Holz, Holzpellets, Hackschnitzeln oder Briketts befeuert wird. Wichtig ist dabei, dass der Abgaswärmetauscher regelmäßig gereinigt wird und das Abgassystem für die Verwendung eines Wärmeübertragers geeignet ist. Je nach Art der Feuerstätte haben Sie die Möglichkeit, den Einbau eines Abgaswärmetauschers als „Einrichtung zur Brennwertnutzung“ von der KfW fördern zu lassen.

Verwenden Sie bereits ein modernes Gas- oder Ölbrennwertgerät, ist ein Abgaswärmetauscher eher nicht geeignet. Da die Abgase bei diesen Heizungsanlagen ohnehin sehr geringe Temperaturen aufweisen, könnte ein Wärmeübertrager keine oder nur sehr wenig Wärmeenergie aus dem Abgas beziehen. Zusätzlich würde er den Schornsteinzug beeinträchtigen.

Ist in Ihrem Haushalt noch eine alte Öl- oder Gasheizung in Benutzung, kann ein Abgaswärmetauscher deren Effizienz jedoch steigern. Ist die Anlage noch nicht so alt, kann sich eine Nachrüstung lohnen. Allerdings sollten Sie im Vorfeld prüfen, ob ein Austausch der Anlage gegen ein modernes Brennwertgerät langfristig nicht sogar günstiger wäre.

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