Das Wichtigste in Kürze:

  • Einsparpotenzial: Haushalte können durch Verhaltensänderungen und technische Optimierungen bis zu 30 % ihrer Gaskosten einsparen.
  • Raumtemperatur: Jedes Grad weniger Raumtemperatur reduziert den Gasverbrauch um ca. 6 %, wobei 16 °C als Untergrenze gegen Schimmelbildung gelten.
  • Heizungsoptimierung: Ein hydraulischer Abgleich steigert die Effizienz um bis zu 15 %, während das Entlüften der Heizkörper eine schnelle, kostenlose Maßnahme darstellt.
  • Warmwasserverbrauch: Die Reduktion der Duschtemperatur und der Einsatz von Sparduschköpfen senken den Energiebedarf für Warmwasser um bis zu 30 %.
  • Investitionsmaßnahmen: Der Austausch einer alten Gasheizung gegen eine Wärmepumpe ermöglicht langfristig die größte Unabhängigkeit, unterstützt durch Förderungen von bis zu 70 %.

Gas sparen: Größte Einsparung durch Umstieg auf Erneuerbare

Noch immer heizen über 50 % der deutschen Privathaushalte mit einer Gasheizung. Dementsprechend suchen viele Verbraucher aktuell gezielt nach Möglichkeiten, um Gas zu sparen.

Schließlich steigen die Gaspreise ab 2026 allein durch Erhöhung der Gasnetzentgelte. Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Preissteigerung bei etwa 25 %. Für ein Einfamilienhaus bedeutet dies zusätzliche Kosten von durchschnittlich rund 110 € pro Jahr, die in bestimmten Regionen jedoch auf bis zu 445 € steigen können, da die Gasnetzentgelte dort nochmals deutlich höher ansteigen sollen. Hinzu kommen, die CO₂-Steuer und der CO₂-Emissionshandel ab 2027.

Wollen Sie langfristig Gas sparen, ist ein Umstieg von der fossilen Heizung die beste Möglichkeit. Beispielsweise bieten Wärmepumpen die ideale Alternative zum Heizen mit Gas. Dank der hohen staatlichen Förderung von bis zu 70 % liegt der Anschaffungspreis beim Kauf einer Wärmepumpe in vielen Fällen auf einem ähnlichen Niveau, wie für eine neue Gasheizung.

Die Heizkosten liegen durchschnittlich sogar deutlich unter den einer Gasheizung, da Wärmepumpen zu ca. 75 % kostenfreie Umweltenergie und lediglich ein Viertel kostenpflichtigen Heizstrom benötigen.

Können Sie aktuell nicht wechseln und möchten Ihre Gasheizung noch weiter betreiben, gibt es noch folgende Möglichkeiten, um Gas zu sparen:

1. Hydraulischen Abgleich durchführen und Gas sparen

Mit einem hydraulischen Abgleich lässt sich der Gasverbrauch um 10 - 15 % senken. Sind Ihre Heizkörper zu heiß oder werden erst gar nicht richtig warm, kann ein hydraulischer Abgleich dieses Defizit beseitigen und für eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgen. Die Durchführung erfolgt immer durch einen Fachbetrieb, der die Heizlast für jeden Raum berechnet und die Heizkörper dementsprechend anpasst. Dabei spielen Faktoren wie der energetische Zustand des Hauses eine wichtige Rolle. Privatpersonen können sich 15 % der Kosten für einen hydraulischen Abgleich über die Bundesförderung für effiziente Gebäude als Einzelmaßnahme (BEG EM) wieder zurückholen.

2. Wartungstermine wahrnehmen

Die regelmäßige Wartung der Gasheizung sollten Sie nicht nur wahrnehmen, wenn Ihre Heizung Probleme verursacht. Tatsächlich kann sie erheblich dazu beitragen, Gas und somit bis zu 15 % der Kosten einzusparen. Gemeinsam mit Ihrem Heizungsinstallateur können Sie über Optimierungen der Heizungseinstellungen sprechen, wie die Anpassung der Raumsoll- oder Trinkwassertemperatur. Ein Heizungs-Check kann außerdem Fehler in der Heizungsregelung ausfindig machen und diese beheben. Im Zuge einer Heizungswartung können darüber hinaus auch Modernisierungen an der Heizungsanlage stattfinden, wie die automatische Absenkung der Temperaturen in der Nacht.

3. Information zur Heizkostenabrechnung

Die Heizkostenabrechnung kann in einigen Fällen sehr komplex und unübersichtlich sein. Eine individuelle Beratung hilft dabei, diese besser zu verstehen. Kennen Sie Ihre exakten Kosten und Einsparmöglichkeiten, können Sie Ihren Gasverbrauch auch besser reduzieren. Gemeinsam mit einem Energieberater klären Sie alle Fragen und erhalten zudem hilfreiche Tipps.

Auch auf der Internetseite der Verbraucherzentrale finden Sie Unterstützung, um geeignete Beratungsstellen zu finden.

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4. Thermostat richtig einstellen und Gas sparen

Die korrekte Einstellung des Heizungsthermostats trägt ebenfalls zur Reduzierung des Gasverbrauchs bei. Bereits 1 Grad weniger Raumtemperatur ergeben eine Einsparung von 6 Prozent. Überlegen sollten Sie sich vor allem, in welchen Räumen Ihnen eine hohe Temperatur wichtig ist. Das Badezimmer ist in der Regel der wärmste Ort des Hauses. Damit die Heizung für ein warmes Badezimmer am Morgen nicht die ganze Nacht laufen muss, hilft ein Smart Thermostat. Mit diesem können Sie nochmals 5 - 8 % Heizkosten einsparen.

Einen Überblick zu ökonomisch sinnvollen Raumtemperaturen gibt Ihnen folgende Tabelle, in der die jeweiligen Durchschnittstemperaturen aufgeführt sind:

Küche Badezimmer Schlafzimmer Wohnzimmer Flur
17 °C 23 °C 17 °C 21 °C 16 °C

5. Gas sparen durch richtiges Lüften

Vor allem im Winter sollten Sie auf angekippte Fenster verzichten. Denn besonders in den Abendstunden muss die Gasheizung deutlich mehr Energie aufbringen, um das Haus aufzuheizen. Besser ist es, einmal kurz und kräftig durchzulüften. Durch Stoßlüften findet ein effektiver und schneller Luftaustausch statt, ohne einen permanenten Wärmeverlust herbeizuführen. Am effektivsten ist es, während des Stoßlüftens alle Heizungen abzudrehen und Türen zu öffnen. Schließen Sie danach alle Türen wieder und drehen Sie die Heizungen moderat auf, wird das gewünschte Temperaturniveau wieder schnell erreicht.

6. Gas sparen durch gute Dämmung und Isolierung

Gut gedämmte Fenster und Türen erleichtern das Gassparen erheblich. Ein Blick auf den sog. Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) – dieser beziffert den Wärmeschutz von Fenstern und Türen – kann sich hier lohnen. Dabei gilt: Je kleiner der Wert, desto besser die Wärmedämmung. Ein durchschnittlicher U-Wert für ein Fenster mit 2-Fachverglasung oder eine Haustür liegt bspw. zwischen 1,0 und 1,3 W/(m²K). Zusätzlich kann die Dämmung der Keller- oder Dachgeschossdecke in Erwägung gezogen werden, da durch diese besonders viel Wärme verloren gehen kann. Nicht zu vernachlässigen sind außerdem gut isolierte Heizungsrohre. Das Heizwasser muss vom Kessel bis zu den Heizkörpern oftmals eine verhältnismäßig lange Strecke zurücklegen. Bei unzureichend isolierten Rohren kann dabei eine große Menge Wärme verloren gehen.

Die Dämmung von Rohrleitungen der Heizungsanlage kann mit bis zu 15 % staatlich gefördert werden. Voraussetzung dafür ist, dass Ihre Gasheizung zwei Jahre oder älter ist.

7. Heizung entlüften spart Gas

Um die Gaskosten zu senken, reichen kleine Handgriffe oftmals schon aus. Das regelmäßige Entlüften der Heizung ist einer davon. Vor allem in den Sommermonaten sammelt sich in dieser nämlich Luft, die die gleichmäßige Zirkulation des Heizwassers und damit eine gleichmäßige Wärmeverteilung verhindert. Ferner sollten die Heizkörper und deren Konvektionsflächen vor der neuen Heizperiode gesäubert und von Staub befreit werden.

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8. Stellen Sie keine Möbel vor Heizkörper

Vermeiden Sie es, Möbel vor die Heizkörper zu stellen. Dadurch wird nicht nur das Aufheizen des Raumes erschwert, sondern auch der Wärmefühler des Thermostats beim Messen der Umgebungstemperatur behindert. Ebenso können Vorhänge verhindern, dass die Konvektionswärme in den Raum gelangt.

Ebenso können Vorhänge verhindern, dass die Konvektionswärme in den Raum gelangt.

9. Gas sparen beim Kochen und Duschen

Durch ein regelmäßiges Check-up Ihrer täglichen Routinen können Sie den Gasverbrauch ebenfalls reduzieren. Bereits eine geringe Reduzierung der Duschzeit oder die Verwendung eines Sparduschkopfs können positive Auswirkungen auf den Warmwasserverbrauch haben. Auf das beliebte Schaumbad im Winter muss natürlich nicht gänzlich verzichtet werden, sollte jedoch eher zur Entspannung genutzt werden als zur täglichen Körperhygiene. Auch in der Küche lässt sich mit kleinen, aber effektiven Tipps Gas sparen. Kochen Sie größere Mengen Wasser im Wasserkocher auf und benutzen Sie einen Deckel beim Kochen. Kleine Töpfe sollten auch nur auf den kleinen Herdplatten erwärmt werden.

Gas sparen Fazit: Mit kleinen Maßnahmen die Gasrechnung reduzieren

Wenn Sie Gas sparen möchten, müssen Sie Ihre Lebensqualität nicht einschränken. Kleine Maßnahmen, die Sie entweder selbst oder extern durchführen lassen können, erzielen bereits eine große Wirkung.

Bedenken Sie jedoch, dass alle Tipps nur eine begrenzte Wirkung erzielen können. Wer seinen Gasverbrauch nicht nur reduzieren, sondern gänzlich einstellen möchte, sollte künftig auf erneuerbare Energien setzen. Die Wärmepumpe gilt hier als das Heizsystem der Wahl und ist im Neu- sowie Altbau bzw. Bestand effizient einsetzbar. Sie sparen mit einer Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung bis zu 30 % an Heizkosten. Bei Kosten von 100 € pro Monat sind das fast 400€ pro Jahr. Auf zehn Jahre gerechnet sparen Sie somit fast 4.000 €!

FAQ zum Gassparen

Wie viel Geld lässt sich durch Gas sparen im Haushalt einsparen?

Durch die Kombination aus bewusstem Heizen, Warmwassereinsparungen und technischer Wartung sind Kostensenkungen von bis zu 30 % möglich.

  • 6 % Ersparnis pro Grad weniger Raumtemperatur.
  • Bis zu 15 % Effizienzsteigerung durch hydraulischen Abgleich.
  • Rund 30 % weniger Warmwasserkosten durch Sparduschköpfe.
Was ist die optimale Raumtemperatur, um Gas zu sparen?

Die ideale Temperatur liegt in Wohnräumen bei 20 °C und in Schlafräumen sowie der Küche bei etwa 18 °C. Wichtig ist, die Temperatur niemals unter 16 °C sinken zu lassen. Dies verhindert die Bildung von Feuchtigkeit und gefährlichem Schimmel an den Wänden.

Wie funktioniert das Gas sparen beim Duschen und Warmwasser?

Das Einsparen gelingt primär durch die Reduzierung der Wassertemperatur und den Einbau technischer Hilfsmittel.

  • Verwendung eines Sparduschkopfs (reduziert Durchflussmenge).
  • Kürzeres Duschen bei geringerer Temperatur.
  • Einstellen der Warmwassertemperatur am Heizkessel auf 60 °C (Legionellenschutz).
Wann ist ein hydraulischer Abgleich der Heizung sinnvoll?

Ein hydraulischer Abgleich ist immer dann sinnvoll, wenn Heizkörper ungleichmäßig warm werden oder Fließgeräusche verursachen. Diese professionelle Einstellung durch einen Fachbetrieb stellt sicher, dass jeder Heizkörper exakt die benötigte Menge an Heizwasser erhält. Dies optimiert den Brennwertnutzen und senkt den Verbrauch um bis zu 15 %.

Was kostet der Umstieg von Gas auf eine Wärmepumpe?

Die Kosten für eine Wärmepumpe variieren je nach Modell und Gebäudezustand, werden jedoch mit bis zu 70 % staatlich gefördert. Obwohl die Anfangsinvestition höher ist als bei einer Gasheizung, amortisiert sich das System durch niedrigere Betriebskosten und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen über die Jahre.

Umstieg von Gas auf Wärmepumpe mit thermondo

Wenn Sie bereits über einen Heizungswechsel nachdenken, beraten wir Sie gern zu Ihren Optionen und beantworten alle aufkommenden Fragen. Sie profitieren von unserem Komplettpaket und behalten durch unser Festpreisangebot von Anfang an die volle Kostenkontrolle. Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner und wir werden uns zeitnah mit Ihnen in Verbindung setzen.

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Luisa: thermondo-Fachredakteurin für Wärmepumpe, Strom & Energiemanagement Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.