Zuletzt aktualisiert am: 29.07.2019

Gasheizung: Wartung und Kosten

Wer eine Gasheizung betreibt, sollte diese auch regelmäßig warten lassen. Dadurch sparen Sie Energiekosten und Ihre Heizung stößt weniger Abgase aus. Wir haben Ihnen hier alle wichtigen Informationen rund um die Gasheizung-Wartung und Kosten zusammengestellt.

Eine gesetzliche Vorschrift zur Häufigkeit der Gasheizungswartung gibt es nicht. Weder die Energieeinsparverordnung (EnEV), noch die Kehr- und Überprüfungsverordnung (KÜO) oder die Technischen Regeln der Gasinstallation (TRGI) geben ein festes Wartungsintervall vor.

Eine Pflicht zur Wartung von Heizungsanlagen besteht allerdings schon. So heißt es in der Energieeinsparverordnung: "Komponenten mit wesentlichem Einfluss auf den Wirkungsgrad solcher Anlagen sind vom Betreiber regelmäßig zu warten und instand zu halten. Für die Wartung und Instandhaltung ist Fachkunde erforderlich." (Quelle: Paragraph 11 der EnEV)

Unabhängig von der Pflicht zur Wartung muss der Schornsteinfeger laut KÜO und 1. BImSchV auch Gasheizungen regelmäßig kontrollieren. Wie oft die Kontrolle von Abgasen und Heizsystem erfolgen muss, hängt von der Art der Anlage ab. Während Gasheizkessel und Gasbrennwertkessel jährlich überprüft werden müssen, ist die Kontrolle von Gasbrennwertkesseln mit Unterdruck-Gasanlagen nur alle zwei Jahre Pflicht.

Jede Gasheizung ist ein komplexes Heizungssystem, bei welchem alle Komponenten reibungslos zusammenarbeiten müssen, damit Verbraucher effizient damit heizen. Energieeffizienz bedeutet in diesem Fall, dass die Gasheizung bei maximaler Leistung im Verhältnis nur ein Minimum an Primärenergie benötigt und ein Minimum an Emissionen freisetzt.

Folgende Gründe sprechen für eine regelmäßige Wartung der Gasheizung:

  • Kosteneinsparung: Moderne Gasbrennwertgeräte sorgen für sehr hohe Wirkungsgrade, weshalb diese Anlagen nur geringe Mengen an Gas benötigen, um Ihr Haus ausreichend zu erwärmen und für Warmwasser zu sorgen. Allerdings ist diese hohe Effizienz nur möglich, wenn die Anlage technisch einwandfrei funktioniert. Um das zu prüfen, ist eine regelmäßige Wartung sinnvoll. Empfehlenswert ist es, die Gasheizung pro Jahr ein Mal vom Fachbetrieb warten zu lassen.
  • Lebensdauer der Gasheizung: Durch die kontinuierliche Überprüfung, die Pflege und Wartung sowie durch den Austausch von Verschleißteilen erhöht sich die Lebensdauer der Gasheizung.
  • Sicherheit: Immer wieder kommt es zu gefährlichen Unfällen durch nicht gewartete Gasthermen. So kann zum Beispiel bei fehlender Wartung unbemerkt geruchloses und hochgiftiges Kohlenmonoxid austreten. Oder es besteht aufgrund von Problemen am Brenner oder Gassensor Explosionsgefahr, weil Gas unbemerkt aus der Heizung austritt und sich entzündet. Mit einer Wartung erhöhen Sie die Betriebssicherheit Ihrer Gasheizung.
  • Garantieansprüche: Nur wenn eine neue Gasheizung regelmäßig gewartet wird, bleibt der Anspruch auf die Herstellergarantie bestehen. Daher sollten Sie auch eine neue Gasheizung regelmäßig warten lassen.
  • Umweltschutz: Technisch einwandfrei funktionierende Gasheizungen stoßen weniger Emissionen aus als nicht gewartete Systeme. Somit tragen Sie mit der Wartung der Gasheizung aktiv zu einer saubereren Luft bei.
  • Erhaltung der Wirkungsgrade: Mit der kontinuierlichen Wartung stellen Sie sicher, dass Ihre Gasheizung energieeffizient heizt.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Wartung der Gasheizung?

Es gibt keinen speziellen, optimalen Zeitpunkt für die Wartung einer Gasheizung. Zunächst gilt jedoch: Spätestens, wenn Sie feststellen, dass die Heizung nicht mehr einwandfrei funktioniert und/oder es Probleme mit dem Brenner gibt, ist eine Wartung empfehlenswert.

Zu empfehlen ist die turnusmäßige Wartung außerdem kurz vor der anstehenden Heizperiode, also im Spätsommer. Dadurch ist sichergestellt, dass Sie in den Wintermonaten energieeffizient und sicher heizen können.

Noch ein Tipp: Legen Sie die Wartung der Gasheizung oder Gasbrennwerttherme vor die jährliche Abgasmessung des Schornsteinfegers. Denn mit der gewarteten Gasheizung ist sichergestellt, dass Ihr Brenner die Abgasgrenzwerte nicht überschreitet. So sparen Sie sich einen möglichen zweiten Schornsteinfegertermin.

Sie interessieren sich für eine Gasheizung - dann lesen Sie mehr zu folgenden Themen:

Alles zum Kauf der Gasheizung in der Übersicht

Vor dem Kauf: das wird die Gasheizung kosten

Platzsparend und preisgünstig: die Gastherme

Eine feste Vorgabe für den Ablauf einer Gasheizungswartung gibt es nicht. Allerdings sind die Wartungsschritte immer ähnlich und enthalten folgende Bestandteile:

  • Dichtigkeitsprüfung: Hierfür prüft der SHK-Monteur Abgasleitungen und Gasleitungen mit entsprechenden Geräten und führt eine Sichtprüfung durch.
  • Suche nach Alterserscheinungen: Der SHK-Fachmann kontrolliert Rohre, Leitungen oder Kabel auf Korrosion.
  • Sicherheitsprüfung: Im Rahmen der Wartung wird geprüft, ob das Abgasrohr die Abgase sicher abführt. Ebenso kontrolliert der Fachmann, ob der Brenner ausreichend Verbrennungsluft erhält. Darüber hinaus werden Sicherheitsventile auf Dichtigkeit und Funktionstüchtigkeit geprüft.
  • Kontrolle des Brenners: Es wird kontrolliert, wie stark Brennraum und Brenner verschmutzt sind und ob eine Reinigung erforderlich ist.
  • Druckkontrolle: Im Betrieb wird geprüft, ob der Betriebsdruck ausreichend ist.
  • Abgasmessung: Vor und nach der Wartung wird eine Abgasmessung durchgeführt. Hierbei wird analysiert, ob die Anlage die gesetzlich vorgeschriebenen Emissionsgrenzwerte einhält.

Auf der Basis der Kontrollen und Prüfungen entscheidet der Fachbetrieb, ob Verschleißteile ausgetauscht werden müssen oder ob Reparaturen notwendig sind. Alle Maßnahmen dienen der Sicherheit, der Wirtschaftlichkeit sowie der Langlebigkeit der Gasheizung.

Worin besteht der Unterschied zwischen der Wartung einer Gasheizung und der Wartung einer Ölheizung?

Bei der Verbrennung von Öl entstehen deutlich mehr Ruß und Rückstände als bei einer Gasheizung. Demnach ist der Reinigungsaufwand bei der Wartung der Ölheizung auch höher. So muss zum Beispiel der Ruß in Abgasrohren abgetragen und der Brenner sowie andere Bauteile aufwendiger gereinigt werden.

Dieser höhere Aufwand schlägt sich dann auch in den Wartungskosten für die Ölheizung nieder, die durchschnittlich ca. 30 Prozent über den Wartungskosten für die Gasheizung liegen.

Wie teuer es wird, eine Wartung bei der Gasheizung durchzuführen, lässt sich nicht pauschal angeben. Denn zum einen hängen die Kosten vom Aufwand und zum anderen von weiteren Faktoren wie dem möglichen Austausch von Verschleißteilen, dem Grad der Verschmutzung von Brenner oder Wärmetauscher sowie den Anfahrtskosten ab.

Für die Gasheizung in einem Einfamilienhaus liegt die Preisspanne für die Wartung der Gasheizung zwischen rund 100 und 200 Euro.

Die Wartung großer Gasbrenner für Mehrfamilienhäuser kostet entsprechend mehr. Hier können auch 300 Euro und mehr für die jährliche Wartung fällig werden.

Ein Wartungsvertrag, der eine Pauschale für turnusmäßige Wartung und Reinigung vorsieht, ist hier eine gute Lösung. Je nach Vertrag sind mit der Pauschale verschiedene Leistungen auch über die Wartung hinaus abgedeckt.

>> Hier finden Sie unsere Wartungspakete

Grundsätzlich profitieren Heizungseigentümer von einer regelmäßigen und gründlichen Wartung immer. Zum einen heizt die Gasheizung effizienter und es wird deshalb zum Heizen weniger Brennstoff benötigt, was wiederum zu niedrigeren Heizkosten führt. Zum anderen wird durch die Wartung der Gasheizung die Lebensdauer der Heizungsanlage erhöht.

In der Regel amortisieren sich die Kosten für die Gasheizungswartung durch die Kosteneinsparung aufgrund des geringeren Energieverbrauchs.

Kosten für Gasheizungswartung können auf Mieter umgelegt werden

Auch als Mieter können Sie von den Kosten für die Gasheizungswartung betroffen sein. Denn Vermieter können die Kosten für die regelmäßige Wartung in die jährliche Nebenkostenabrechnung übernehmen.

Ebenso haben Vermieter die Möglichkeit, Kosten für Verschleißteile oder Reparaturen über die Nebenkosten auf den Mieter umzulegen. Voraussetzung dafür ist, dass der Mietvertrag keine anderweitige Regelung vorsieht, zum Beispiel eine Nebenkostenpauschale.

Auch wenn es keine gesetzliche Vorschrift gibt, wie häufig eine Wartung bei der Gasheizung vorgenommen werden muss, sollten diese Anlagen ein Mal jährlich vom Fachbetrieb gewartet werden. Denn auch wenn das Warten der Gasheizung mit Kosten verbunden ist, amortisieren sich diese in der Regel immer. Zum einen sparen Sie nach der Wartung dank einer effizienteren Gasheizung Heizkosten und zum anderen erhöht sich die Lebensdauer Ihrer Gasheizung durch eine regelmäßige Wartung.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.