- Was sagt das GEG zum Heizen mit Biogas?
- Was ist Biogas?
- Wie funktioniert die Herstellung?
- Läuft eine Gasheizung auch mit Biogas?
- Lohnen sich Biogas-Tarife?
- Warum steht Biogas in der Kritik?
- Fazit: Wärmepumpe ist die bessere Alternative
- FAQ – Häufig gestellte Fragen
- Mit thermondo zur Wärmepumpe wechseln
Was sagt das Heizungsgesetz (GEG) 2026 zum Heizen mit Biogas?
Das als Heizungsgesetz bekannte Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt eine grüne Brennstoffquote für neu installierte fossile Heizungen fest. Öl- oder Gasheizungen, die seit 2024 eingebaut wurden, müssen demnach ab 2029 mit einem Anteil von mindestens 15 % Bioenergie wie Biogas betrieben werden. Dieser Pflichtanteil steigt stufenweise an und soll bis 2045 eine Quote von 100 % erreichen.
Bestehende Heizungen genießen Bestandsschutz und dürfen weiterhin betrieben und repariert werden. Neuinstallationen konventioneller fossiler Heizungen werden spätestens ab 2028 jedoch stark eingeschränkt. Ab dann müssen sie zu 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden.
Biogas gilt u. a. als Erfüllungsoption für die gesetzliche Quote. Um mit dem regenerativen Brennstoff zu heizen, können Sie sogenannte Biogas-Tarife abschließen. Diese sind jedoch häufig teurer als reguläre Erdgas-Tarife, da die Herstellung und Aufbereitung höhere Kosten verursachen.
Hinweis: Das Gas, das aus dem Netz in Ihrer Heizung ankommt, besteht trotz Biogas-Tarif nicht zu 100 % aus regenerativen Brennstoffen. Es handelt sich weiterhin um fossiles Erdgas mit einem kleinen Anteil Biogas. Ein Biogas-Tarif bedeutet lediglich, dass Ihr Gas-Anbieter Biogas anstelle von Erdgas in das Gasnetz einspeist.
Was ist Biogas?
Als Biogas wird ein Gasgemisch bezeichnet, das in sogenannten „Fermentern“ unter Luftabschluss bei der natürlichen Zersetzung von organischen Materialien wie Gülle, Bioabfällen oder Pflanzenresten entsteht. Während eine große Zahl von unterschiedlichen Mikroorganismen die organischen Stoffe zersetzt, bildet sich Biogas.
Es enthält rund 50–65 % Methan, das zur Erzeugung von Strom, Wärme, Gas oder Kraftstoff verwendet werden kann. Neben Methan enthält Biogas auch Stickstoff, Wasser, CO₂, Sauerstoff und Schwefelwasserstoff. Das nach der Gärung übrig gebliebene Substrat kann zum Düngen verwendet werden. Es enthält Phosphor sowie Kalium oder Stickstoff.
Wie wird Biogas hergestellt?
Für die Herstellung von Biogas eignen sich sehr verschiedene Basisstoffe. In der Praxis werden mittlerweile neben Gülle auch Bioabfälle, Klärschlamm, Fette oder Pflanzen verwendet.
Damit diese Stoffe gären können, wird das Material in einem luftdichten Raum auf einer Temperatur von 37–55 °C gehalten. Diese wärmeisolierten, teilweise beheizten und luftdichten Behälter werden „Fermenter“ genannt. Sie werden kontinuierlich mit neuer Biomasse befüllt. Je nach System kann eine Biogasanlage unterschiedliche Komponenten enthalten.
Zunächst wird die Biomasse in einem Tank oder Silo gelagert. Von dort wird sie mithilfe von Pumpen in den Fermenter geführt. Dort werden mit einem Rührer die Bakterien unter die Biomasse gerührt. Anschließend wird die Masse erwärmt, damit sich der Gärprozess in Gang setzt.
Das entstehende Gas wird in einem Gasspeicher gesammelt. Soll das Biogas weiterverarbeitet werden, sind bei manchen Systemen direkt Reinigungsanlagen angeschlossen, welche das entstandene CO₂ entfernen.
Kann ich eine „normale“ Gasheizung mit Biogas betreiben?
Mit dem direkt aus der Biogasanlage gewonnenen Biogas kann eine herkömmliche Gasheizung nicht betrieben werden, da das Biogas zu wenig Methan enthält. Deshalb muss Biogas zunächst „gewaschen“ werden. Dabei werden CO₂ sowie Schwefel aus dem Gas entfernt. Dadurch steigt der Methananteil auf über 98 %.
Als Biomethan kann das Biogas dann zum Heizen oder zum Betreiben von Fahrzeugen eingesetzt werden. Vielfach wird Biogas direkt vor Ort in der Nähe der Biogasanlage in einem Blockheizkraftwerk in Wärme und Strom umgewandelt. Der Strom wird dann ins Stromnetz eingespeist und die entstehende Wärme für den Fermenter verwendet.
Nach der Aufbereitung kann das Biogas auch in das Gasnetz des lokalen Versorgers eingespeist werden. Diese Variante wird in der Regel nur von sehr großen Biogasanlagen genutzt. Allerdings wird das Biogas nur in den seltensten Fällen zu 100 % vom Gasversorger weiterverwendet. Meist ist es nur eine Beimischung zu herkömmlichem Erdgas.
Lohnt sich ein Biogas-Tarif vom Energieanbieter?
Aktuell gibt es noch sehr wenige Gasversorger, die Tarife mit 100 % Biogas anbieten. Für Gasverbraucher ist es nicht immer einfach, entsprechende Tarife zu finden und zu nutzen.
Zudem sind Biogas-Tarife oft deutlich teurer und können Mehrkosten von bis zu 15 % für Verbraucher bedeuten. GEG-konforme Tarife mit 65 % Biogas-Anteil können sogar bis zu 25 % teurer sein.
Gut zu wissen: Vorsicht bei Tarifen mit sogenanntem Ökogas oder Klimagas. Diese enthalten nicht immer Biogas. Häufig handelt es sich um reines Erdgas, bei dem der Versorger lediglich eine Kompensation – bspw. eine Investition in Aufforstung oder andere Projekte – für das entstandene CO₂ anbietet.
Warum steht Biogas in der Kritik?
Die Kritik an Biogas konzentriert sich vor allem auf die Nahrungsmittelkonkurrenz. Da die Produktion im Fermenter zu fast 90 % auf Mais basiert, gehen wertvolle Ackerflächen für die Lebensmittelgewinnung verloren. Gleichzeitig wird die Entstehung von Monokulturen gefördert.
Ein weiteres ökologisches Risiko besteht in der Lagerung: Bei unsachgemäßem Umgang mit Gärresten kann das klimaschädliche Methan unkontrolliert entweichen.
Experten kritisieren zudem den Fokus auf Bio-Brennstoffe als Erfüllungsoption für das Heizungsgesetz:
- Höhere Heizkosten: Die Herstellung und Aufbereitung von Biogas für die Einspeisung ins Netz ist kostspieliger als bei herkömmlichem Erdgas. Dadurch steigen die Belastungen für Verbraucher.
- Preisentwicklung: Experten erwarten weitere Preissprünge, da eine begrenzte Verfügbarkeit auf eine stetig wachsende Nachfrage trifft.
Fazit: Die Wärmepumpe ist die bessere Alternative zum Heizen mit Biogas
Langfristig ist eine Wärmepumpe die zukunftssichere und wirtschaftlichere Alternative zur Gasheizung mit Biogas. Beim Umstieg von einer Gasheizung auf die Wärmepumpe können Sie Ihre Heizkosten um bis zu 45 % reduzieren. Das liegt an dem hohen Wirkungsgrad einer Wärmepumpe: Sie ist 3–5-mal effizienter als eine Gasheizung und heizt im laufenden Betrieb emissionslos.
Die Befürworter von Biogas sehen den regenerativen Brennstoff zwar als sinnvolle Ergänzung für die Energiewende – vor allem dann, wenn Stoffe wie Gülle oder Pflanzenabfälle sowie Bioabfälle in den Biogasanlagen sinnvoll zu Gas verarbeitet werden können. Wer auf eine Verbrennerheizung mit Biogas-Tarif setzt, muss jedoch mit hohen Brennstoffkosten rechnen.
Wenn Sie Ihre Gasheizung mit Biogas betreiben wollen, gibt es bis dato nur wenige Anbieter, die Biogas-Tarife mit 100 % regenerativem Brennstoff anbieten. Biogas wird lediglich beigemischt und es ergänzt das Erdgas.
Abgesehen von den teureren Brennstoffkosten für Biogas heizen Sie – je nach Tarif – weiterhin größtenteils mit fossilem Erdgas. Entsprechend kommen auch die Kosten für die immer weiter steigende CO₂-Steuer auf Sie zu. Mit dem Emissionshandel, der ab 2028 starten soll, werden weitere Preissprünge mit hohen Mehrkosten für Verbraucher erwartet.
Mit einer Wärmepumpe bleiben Sie nicht nur von der CO₂-Steuer und dem kommenden Emissionshandel verschont. Sie erfüllen bereits jetzt alle aktuellen und künftigen Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Gut zu wissen: Auch bei einer Novellierung des Gesetzes und der Umbennung in Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) bleiben Sie mit einer Wärmepumpe von neuen Regelungen verschont. Die Wärmepumpe wird jetzt und in Zukunft weiterhin die klimafreundlichste und wirtschaftlichste Heizlösung bleiben.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Heizen mit Biogas
Mit thermondo zur Wärmepumpe wechseln und unabhängig von fossilen Brennstoffen heizen
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Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.