Zirkulationspumpe - Warmwasser sofort
Eine Zirkulationspumpe kann warmes Trinkwasser schnell umwälzen, sodass es an allen Wasserhähnen im Haus ohne lange Vorlaufzeit direkt verfügbar ist. Allerdings hat der Einbau einer Zirkulationssystems nicht nur Vorteile.
Ein Artikel von Sebastian Calließ | Zuletzt aktualisiert am: 17.12.2022
Sinn und Zweck einer Zirkulationspumpe
Ein großer Nutzen der Zirkulationspumpe besteht darin, an jedem Wasseranschluss in einem Haus oder einem sogenannten „Trinkwasserversorgungsnetz“ sofort warmes Wasser zu beziehen. Der Komfort ist vor allem in oberen Stockwerken spürbar. Denn üblicherweise benötigt eine Heizungsanlage entsprechend Vorlauf, bis das gewärmte Wasser aus der Leitung sprudelt.
Das kann zum Beispiel beim morgendlichen Duschen störend sein, wenn auf das Warmwasser erst noch „gewartet“ werden muss. Die Zirkulationspumpe erhöht somit den Wohnkomfort in einem Gebäude.
Zirkulationspumpe zur Wasserhygiene
Ein weiterer sinnvoller Aspekt der Zirkulationspumpe betrifft die Wasserhygiene. Durch die konstante Zirkulation des warmen Wassers in einem Leitungsnetz haben Keime wie Legionellen nur eine geringe Chance, sich anzusiedeln. Deshalb wird die Zirkulationspumpe umgangssprachlich mitunter auch „Legionellenpumpe“ genannt.
Üblicherweise hat das zirkulierende Wasser eine Temperatur von 55°C oder mehr. Aus diesem Grund sind Zirkulationspumpen in größeren Trinkwasserwärmesystemen gesetzlich vorgeschrieben. Geregelt wird die Pflicht zum Einbau durch die Trinkwasserverordnung sowie die DVGW-Arbeitsblätter W551 und W552 zur Vermeidung von Legionellen. Vorgeschrieben ist eine Zirkulationspumpe zum Beispiel, wenn der Rohrinhalt zwischen Warmwassererzeuger und Entnahmestelle größer als drei Liter ist.
Wie funktioniert eine Zirkulationspumpe?
Bei einer Zirkulationspumpe handelt es sich um eine elektrisch betriebene Pumpe, die erwärmtes Trinkwasser in einem Trinkwassernetz in den Umlauf bringt. Das Wasser zirkuliert dabei und ist ständig in Bewegung. Die Zirkulationspumpe ist an ein Leistungssystem mit zwei Rohren angeschlossen. Über das eine Rohr wird der Zulauf zu den Entnahmestellen geregelt. Über das zweite Rohr wird das nicht benötigte Warmwasser wieder zum Wärmeerzeuger, zum Beispiel dem Heizkessel zurückgeführt. Dabei muss das Wasser nicht wieder komplett erwärmt, sondern nur der durch die Zirkulation herbeigeführte Wärmeverlust ausgeglichen werden.
Ohne Zirkulationspumpe wird das warme Wasser aus dem Speicher nach oben gepumpt. Wird zum Beispiel ein Wasserhahn nicht mehr verwendet, steht das warme Wasser in der Leitung und kühlt ab. Nach einer längeren Pause muss das warme Wasser erst wieder vom Wärmespeicher oder Wärmeerzeuger nach oben gepumpt werden.
Meist kommen Zirkulationspumpen dann zum Einsatz, wenn die Strecke zwischen Wärmeerzeuger bzw. Wärmespeicher länger ist und das Warmwasser in weiter verzweigte Leitungsnetze eingespeist wird. Es ist auch möglich, dass mehrere Zirkulationssysteme in einem Leitungsnetz arbeiten.
Vorteile und Nachteile der Zirkulationspumpe
| Vorteile | Nachteil |
|---|---|
| hoher Komfort, da Warmwasser ohne Vorlauf an jeder Entnahmestelle im Haus verfügbar ist | erhöhter Stromverbrauch |
| Einsparung von Kaltwasser, da kein Vorlauf benötigt wird | bei zu geringer Wassertemperatur werden Legionellen noch stärker verbreitet |
| Schutz vor Legionellen bei konstant hoher Wassertemperatur über 55°C und stetigem Wasserstrom | bei alten Rohrleitungen steigender Wärmeverlust und noch höhere Kosten |
| Im Winter profitieren Räume von zusätzlicher „Heizung“ durch Warmwasserleitungen |
Vorteile und Nachteile der Zirkulationspumpe
Wo finde ich die Zirkulationspumpe?
Die Zirkulationspumpe ist häufig in der Rückleitung im Heizkeller untergebracht. Dort pumpt sie das erwärmte Wasser in den Leitungskreislauf. Im Wärmeerzeuger wird das Wasser kontinuierlich nacherwärmt und wieder bei höherer Temperatur in den Wasserkreislauf eingespeist.
Mögliche Gründe für eine ineffiziente Zirkulationspumpe
Der Nutzen und die Vorteile der Zirkulationspumpe hängen stark von deren korrekter Installation und Dimensionierung ab. Folgende Fehler können beim Einbau passieren:
- Mängel beim hydraulischen Systemabgleich sorgen für ungleichmäßige Warmwasserzirkulation.
- Die Pumpe wurde für das Warmwassernetz falsch dimensioniert, ist zu klein oder zu groß.
- Der Durchmesser der Rohrleitungen oder deren Länge wurde falsch berechnet.
- Die Wasserrohre verfügen über eine mangelhafte oder keine Isolierung, sodass die Pumpe ineffizient arbeitet, weil stärker nachgeheizt werden muss.
Das sollte beim Einbau einer Zirkulationspumpe beachtet werden
- kurze Warmwasserleitungen: Um die Effizienz einer Pumpe in einem Warmwassersystem zu steigern, sollten die Warmwasserleitungen möglichst kurz sein und nicht ungedämmt oder an Außenwänden verlaufen.
- Isolierung von Leitungen: Gerade an Verbindungsstücken bei der Wärmedämmung sollte auf einen nahtlosen Übergang geachtet werden, um Wärmebrücken zu vermeiden.
- Einstellung der Wassertemperatur: Um Legionellenbefall in den Wasserleitungen zu vermeiden, sollte das Warmwasser mehrmals täglich mit mehr als 60 °C durch die Leitungen gepumpt werden. Dabei sind selbstverständlich auch gesetzliche Vorgaben zu beachten.
- Stromsparen: Eine Zirkulationspumpe sollte nicht permanent arbeiten, um Strom zu sparen. Empfehlenswert ist es, die Pumpe vor den Hauptentnahmezeiten von Warmwasser zu aktivieren, zum Beispiel in den Morgenstunden.
>> Tipp: Der Strom für eine Zirkulationspumpe kann mit Solarzellen erzielt werden. Ebenso ist es möglich, die Wassererwärmung mit Solarthermie zu optimieren.
Energieverbrauch und Kosten
Der Energieverbrauch einer Zirkulationspumpe hängt von der Größe der Pumpe und von der Betriebsdauer ab. Läuft eine 30 Watt starke Pumpe zum Beispiel 24 Stunden an jedem Tag des Jahres, kann der Energieverbrauch um mehr als 260 kWh pro Jahr ansteigen. Bei einem Preis von rund 30 Cent pro Kilowattstunde entstehen in diesem Fall Mehrkosten für Strom von rund 80 Euro pro Jahr.
Der Einbau einer Zirkulationspumpe kann auf ca. 30 Euro pro verlegtem Meter Leitungsrohr beziffert werden. Die Pumpe inklusive Timer veranschlagt etwa 150 Euro. Inklusive Handwerkerarbeitskosten können Sie für ein Einfamilienhaus ca. 600 bis 1.000 Euro rechnen.
Die Preisangaben sind jedoch nur Schätzungen. Letztlich hängen die Gesamtkosten auch davon ab, wie viele Entnahmestellen mit der Pumpe versorgt werden müssen und wie groß die Pumpe dimensioniert werden muss.

Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.
Weitere Artikel zum Thema Vergleichen & Entscheiden
Warmwasser mit Wärmepumpe erzeugen: Eine effiziente Alternative zur Solarthermie
Warmwasser-Wärmepumpen bieten eine umweltfreundliche Alternative zur traditionellen Warmwassererzeugung, die in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. In diesem Artikel möchten wir Ihnen die verschiedenen Anwendungsgebiete von Warmwasser-Wärmepumpen beleuchten und die Vorteile im Vergleich zur Solarthermie aufzeigen.
Wasserverbrauch pro Person: Das sollten Sie wissen
In Deutschland ist der Wasserverbrauch pro Person im europäischen Vergleich verhältnismäßig niedrig. Daher gibt es hier normalerweise kein Problem mit der Wasserversorgung. Dennoch wollen viele nicht verschwenderisch mit der wertvollen Ressource umgehen. Doch wie viel Wasser verbrauchen wir tatsächlich pro Kopf und lohnt es sich, auch in Deutschland Wasser zu sparen? Die Antwort darauf finden Sie in diesem Artikel.
Solaranlage für Warmwasser: Was sie kostet und wann sich die Alternative lohnt
Eine Solaranlage für Warmwasser ist eine gute Möglichkeit, einen Teil des Warmwasserbedarfs mit Sonnenenergie zu decken – jedenfalls im Sommer. Im Winter sieht die Rechnung anders aus. In diesem Artikel erfahren Sie, mit welchen Kosten, Deckungsgraden sowie Fördertücken Sie rechnen müssen und ob sich die Anschaffung wirklich lohnt.