Zuletzt aktualisiert am: 17.11.2021

Alternative zur Ölheizung – Welche ist die beste für Sie?

Wer noch mit Öl heizt, sollte sich jetzt schon nach Alternativen zur Ölheizung umsehen. Denn 2026 droht nicht nur ein Verbot, sondern auch die CO2-Steuer sowie unsichere Ölpreise werden die Betriebskosten steigen lassen. Wir zeigen Ihnen Ihre Möglichkeiten.

Ab dem Jahr 2026 soll der Einbau von Ölheizungen verboten werden. Durch diese Maßnahme soll der CO2-Ausstoß verringert werden, um die Klimaziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten.

Ist Ihre Ölheizung bis dann noch jünger als 30 Jahre, darf sie weiterbetrieben werden. Auch die Neuanschaffung einer Ölheizung ist theoretisch noch möglich, wenn Alternativen wie eine Gasheizung oder Heizsysteme mit erneuerbaren Energien technisch nicht realisierbar sind.

Im Falle einer „unbilligen Härte“ sollen Hausbesitzer ebenfalls von der Austauschpflicht ausgenommen werden. Allerdings gibt es bis dato noch keine genaue Definition dafür und es wird voraussichtlich vom Einzelfall abhängen, ob Sie eine Ölheizung auch noch nach 2026 einbauen lassen dürfen.

Doch unabhängig davon, ob Sie vom Ölheizungsverbot betroffen sind oder ob Ihre Ölheizung bald drei Jahrzehnte lang in Betrieb war. Sie sollten schon jetzt die Alternativen zur ölbetriebenen Heizung wahrnehmen.

Warum ein Heizungswechsel jetzt sinnvoll ist

Der Umstieg auf ein alternatives Heizsystem ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll:

  • Öl ist ein fossiler Brennstoff. Dieser ist somit endlich. Das hat zur Folge, dass die Ölpreise langfristig steigen. Darüber hinaus erzeugt die Förderung von fossilen Brennstoffen selbst hohe CO2-Werte. Auch bei der Verbrennung setzt Heizöl CO2 frei.
  • Aufgrund der steigenden CO2-Bepreisung, auch CO2-Steuer genannt, werden die Kosten für die Ölheizung in den nächsten Jahren sukzessive ansteigen. Seit 2021 müssen Hausbesitzer mit einer Ölheizung mit deutlichen Mehrkosten rechnen.
  • Wer noch mit einem Ölheizkessel heizt, der vor 1990 in Betrieb genommen wurde, muss diesen ohnehin bald ausbauen. Der Umstieg auf ein nachhaltigeres Heizsystem und die damit verbundene hohe staatliche Förderung beim Heizungswechsel auf erneuerbare Energien ist dann naheliegend.

Was kann ich anstelle eines Ölheizungstauschs machen?

Wer erst vor wenigen Jahren eine Ölheizung in Betrieb genommen hat, profitiert bereits von moderner Brennwerttechnik. In diesem Fall ist es meist sinnvoll, die Heizung noch so lange zu betreiben, wie sie wirtschaftlich und effizient bleibt. Allerdings könnte Solarthermie oder eine Wärmepumpe eine perfekte Ergänzung sein, um den Ölverbrauch und somit die Heizkosten und Emissionen zu senken.

Wer noch keinen kompletten Heizungstausch mit Wechsel des Energieträgers angehen möchte, kann seine bestehende Heizung optimieren, z.B. durch einen Kesseltausch. Schon die Umstellung auf Brennwerttechnik kann Kosten und Verbrauch senken. Optimierungsmaßnahmen wie ein hydraulischer Abgleich oder der Einbau einer leistungsstarken Heizungspumpe können für Hausbesitzer ebenso in die engere Wahl kommen.

Allerdings sollten Sie hier vor allem die Gesamtkosten der Investition im Blick behalten. Denn dank hoher staatlicher Förderung der Heizung über die BEG kann ein Heizungswechsel und ein Umstieg auf erneuerbare Energien langfristig günstiger sein als eine Nachrüstung der Ölheizung.

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Es gibt für Hausbesitzer viele verschiedene Möglichkeiten, nicht mit Öl zu heizen. Wichtig ist dabei die Frage, ob es sich um sinnvolle Alternativen zur Ölheizung handelt oder eher nicht.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

  • Gasbrennwertheizung:

In diesem Fall tauschen Sie eine Heizung mit fossilen Brennstoffen gegen eine andere Heizung, die ebenfalls mit fossilem Brennstoff heizt. Allerdings könnten Sie sich für eine Gasheizung entscheiden, die sich auch mit Bio-Gas betreiben lässt. Dann wäre es ein erster sinnvoller Schritt, um von der Ölheizung Abschied zu nehmen.

Für wen geeignet?

Wenn Sie nicht auf Flüssiggas umsteigen wollen, bietet sich diese Variante vor allem für Häuser an, wo ein Gasanschluss am Grundstück möglich oder schon vorhanden ist.

  • Pelletheizung:

Wer mit Pellets heizt, setzt auf ein nahezu CO2-neutrales Heizsystem, denn durch das Verbrennen von Holzpellets wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie das Holz durch natürliche Verrottung ohnehin freisetzen würde. Allerdings erzeugen Pelletheizungen auch Feinstaub, der z. B. mit einer Gasheizung oder einem anderen alternativen Heizsystem für die Ölheizung nicht entsteht.

Für wen geeignet? Pelletsysteme eignen sich dann, wenn Sie ausreichend Platz für einen trockenen Pelletspeicher haben und bereit sind, für das Heizen einen höheren Wartungs- und Bedienungsaufwand in Kauf zu nehmen.

  • Wärmepumpe:

Wärmepumpen können auf unterschiedliche Weise realisiert werden. Allerdings reicht die mit der Wärmepumpe erzeugte Wärme in der Regel nicht allein zum Heizen aus. Deshalb müssen Sie die Wärmepumpe mit einem weiteren Energieerzeuger kombinieren.

Für wen geeignet? Aufgrund der niedrigen Vorlauftemperaturen eignen sich Wärmepumpen vor allem für sehr gut isolierte Gebäude und Flächenheizungen. Haben Sie noch keine Flächenheizung in Betrieb und wohnen Sie in einem Altbau, ist eine Wärmepumpe eine weniger sinnvolle Alternative zur Ölheizung.

  • Brennstoffzellenheizung:

Mit diesem Heizsystem produzieren Sie Wärme und Strom zugleich. So nutzen Sie Gas bzw. Wasserstoff optimal und können den Raum, der bisher vom Öltank belegt wurde, sinnvoller nutzen.

Für wen geeignet? Die Brennstoffzellenheizung ergibt Sinn für Haushalte, die viel Strom und Wärme benötigen. Dadurch lässt sich die Kraft-Wärme-Kopplung sehr effizient nutzen.

Mehr zu den genannten Heizsystemen:

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Mit einer Gas-Hybridheizung steht eine hocheffiziente und vergleichsweise einfach umzurüstende Alternative zur Ölheizung zur Verfügung. Jede Gasbrennwertheizung verursacht im Vergleich zu Ölheizungen einen deutlich geringeren CO2-Fußabdruck und weniger Feinstaub-Emissionen. Darüber hinaus wird kein Lagerplatz für Öl mehr benötigt.

In Kombination mit einer Solarthermie-Anlage reduziert sich der jährliche Gasverbrauch deutlich, wodurch Sie als Hausbesitzer Heizkosten sparen. Dank der hohen Förderung für die Gas-Hybridheizung amortisiert sich diese Alternative zur Ölheizung in der Regel schon nach weniger als 10 Jahren. Das gilt auch dann, wenn der Erdgaspreis durch die CO2-Steuer angehoben wird.

Die Vorteile der Gas-Hybridheizung im Überblick:

  • vergleichsweise geringer Aufwand zur Umrüstung
  • bewährte Technologie
  • zuverlässige Leistung
  • hohe Energieeffizienz
  • Wegfall des Brennstofflagers
  • hohe staatliche Förderung von bis zu 45 Prozent (inkl. Bonus für Ölheizungstausch)

Mit der Brennstoffzellenheizung entsteht aus Erdgas oder Biogas durch die sogenannte „kalte Verbrennung“ in der Brennstoffzelle Wärme und Strom. Diese Kombination ermöglicht eine Einsparung von bis zu 40 Prozent bei den Energiekosten. Durch die Einspeisung des Stroms in das Stromnetz ist eine Einspeisevergütung möglich. Ebenso könnten Sie als Hausbesitzer den selbst erzeugten, sehr günstigen Strom für Ihr Elektroauto verwenden.

Die Lebensdauer von Brennstoffzellenheizungen entspricht der Laufzeit von Gas- oder Ölheizungen.

Die Vorteile der Brennstoffzellenheizung im Überblick:

  • hohe staatliche Förderung
  • sehr hohe Energieeffizienz
  • sehr geringer Platzbedarf
  • leises Betriebsgeräusch
  • Unabhängigkeit vom Stromversorger
  • Ladestrom für E-Autos möglich

Wer heute noch eine Ölheizung betreibt, die in die Jahre gekommen ist, sollte jetzt über eine Alternative nachdenken. Mit der Gas-Hybridheizung steht eine vergleichsweise preiswerte, staatlich geförderte Variante zur Auswahl. Dank der hohen Förderung und den geringen Betriebskosten hat sich dieses Heizsystem schnell amortisiert.

Technisch aufwändiger und mit höheren Investitionskosten verbunden ist die Brennstoffzellenheizung. Doch auch hier winkt eine hohe staatliche Förderung. Darüber hinaus können Sie sich als Hausbesitzer autark gegenüber Ihrem Stromversorger machen.

In beiden Fällen können Sie mit diesen Alternativen zur Ölheizung den freigewordenen Platz des Öltanks sinnvoll nutzen.

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Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.