Das Wichtigste in Kürze:

  • Kosten: Eine reine Warmwasser-Solaranlage kostet 5.000–8.000 €, eine Kombianlage mit Heizungsunterstützung bis zu 13.000 €.
  • Deckungsgrad: Im Jahresschnitt liefert Solarthermie 50–65 % des Warmwasserbedarfs, im Sommer fast die gesamte Menge, im Winter deutlich weniger.
  • Förderung: Über die BEG EM (KfW-Programm 458) sind 30 % Grundförderung möglich, der Klimageschwindigkeitsbonus greift aber nur beim vollständigen Heizungstausch.
  • Lebensdauer: Kollektoren halten in der Regel 20–25 Jahre, bevor Wirkungsgrad und Dichtungen nachlassen.
  • Alternative: Eine Wärmepumpe mit Photovoltaik deckt Warmwasser und Heizung über eine einzige Anlage ab, ganz ohne zusätzliche Dachfläche für Kollektoren.

Was kostet eine Solaranlage für Warmwasser?

Eine Solaranlage, die ausschließlich Warmwasser erzeugt, kostet in Deutschland zwischen 5.000 und 8.000 € inklusive Einbau. Kombianlagen, die zusätzlich die Heizung unterstützen, liegen wegen größerer Kollektorfläche und Speicher bei 8.000–13.000 €.

Drei Komponenten treiben den Preis: die Kollektoren, der Speicher und die Montage. Für ein Einfamilienhaus mit vier Personen kosten Flachkollektoren allein meist 2.000–4.000 €, ein Solarspeicher mit 300–500 L schlägt mit 1.500–3.000 € zu Buche, der Rest entfällt auf Rohrleitungen, Solarregler und Installation.

Röhrenkollektoren arbeiten effizienter, kosten aber auch mehr als Flachkollektoren, ohne dass sich das bei einer reinen Warmwasseranlage in den meisten Fällen lohnt.

Zum Vergleich: Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet zwar mit 27.000–40.000 € deutlich mehr in der Anschaffung, deckt dafür aber Heizung und Warmwasser über ein einziges System ab und lässt sich stärker fördern.

Wie funktioniert eine Solaranlage für Warmwasser?

Kollektoren auf dem Dach fangen Sonnenstrahlung ein und erwärmen ein Wärmeträgermedium, meist ein Wasser-Glykol-Gemisch. Eine Pumpe transportiert die Wärme zum Solarspeicher, wo sie über einen Wärmetauscher an das Trinkwasser übergeht. Reicht die Sonne nicht aus, springt die bestehende Heizung nach.

Der Solarregler steuert, wann die Pumpe läuft: Nur wenn die Kollektortemperatur höher ist als die Speichertemperatur, macht die Zirkulation Sinn. An klaren Sommertagen erreicht das Wasser im Speicher so problemlos 50–60 °C, an trüben Wintertagen bleibt die Ausbeute gering.

Für die reine Warmwasserbereitung reicht eine Kollektorfläche von 4–6 m² für einen 4-Personen-Haushalt. Bei Kombianlagen mit Heizungsunterstützung wird deutlich mehr Fläche benötigt.

Wie viel Warmwasser deckt eine Solaranlage ab?

Eine gut ausgelegte Solarthermieanlage deckt im Jahresdurchschnitt 50–65 % des Warmwasserbedarfs eines Haushalts. Diese Zahl ist ein Jahresmittel und verschleiert die eigentliche Schwäche der Technologie.

Im Sommer liefert die Anlage nahezu den gesamten Warmwasserbedarf, oft über 90 %. Im Winter sinkt die solare Deckung dagegen auf 15–30 %, weil Sonnenstunden und Einstrahlwinkel fehlen. Genau in dieser Zeit muss eine zweite Wärmequelle einspringen, meist die vorhandene Gas- oder Ölheizung.

Wer eine Solaranlage plant, sollte diese saisonale Schwankung von Anfang an einkalkulieren und nicht mit der Jahresdurchschnittszahl rechnen.

Deckungsgrad im Jahresverlauf

Zeitraum Solare Deckung Warmwasser
Sommer (Mai bis August) 80–100 %
Übergangszeit (März, April, September, Oktober) 40–60 %
Winter (November bis Februar) 15–30 %

Gibt es noch Förderung für eine Solaranlage nur für Warmwasser?

Ja, über die „Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen“ (BEG EM) läuft aktuell das KfW-Programm 458 mit 30 % Grundförderung, unabhängig davon, ob die Solaranlage nur Warmwasser oder zusätzlich die Heizung unterstützt.

Der Klimageschwindigkeitsbonus kommt aber nur hinzu, wenn eine funktionstüchtige fossile Heizung dabei komplett ersetzt wird, nicht bei einer reinen Ergänzung.

Wer eine bestehende Gas- oder Ölheizung behält und die Solaranlage nur als Zusatz für Warmwasser einbaut, erhält also die 30 % Grundförderung. Je nach Einkommen gibt es zusätzlich den Einkommensbonus von 10, 30 oder 40 %.

Der Klimageschwindigkeitsbonus von aktuell 16 % bleibt in diesem Fall außen vor, weil er den vollständigen Austausch der alten Heizung voraussetzt.

Erst wer die fossile Heizung komplett stilllegt und stattdessen auf ein erneuerbares System umsteigt, kann auf die volle Fördersumme kommen. Zuständig ist ausschließlich die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) übernahm diese Aufgabe nur bis Ende 2023.

Die frühere 65 %-Pflicht des alten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) gilt seit dem Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), in Kraft seit dem 29.07.2026, nicht mehr als bindende Vorgabe.

Für den Einbau einer Solaranlage ändert das wenig. Für die Frage, ob und wie fossiles Heizen künftig teurer wird, aber sehr viel: Ab 2029 gelten für neue Gas- und Ölheizungen steigende Pflichtanteile erneuerbarer Brennstoffe, was Bestandsheizungen mit fossilem Backup langfristig verteuert.

Den Förderantrag stellt in jedem Fall der Eigentümer selbst bei der KfW. Eine allgemeine Förderberatung hilft bei der Einordnung der eigenen Situation.

Sind thermondo Teams in Ihrer Nähe verfügbar?
Ein thermondo Lieferwagen mit einer Lupe auf einer Deutschlandkarte.
Mit Eingabe Ihrer Postleitzahl finden Sie bequem heraus, ob wir auch in Ihrer Nähe aktiv sind.
Systemfehler. Bitte versuchen Sie es erneut.
Gute Nachricht! Wir sind auch in Ihrer Nähe. Holen Sie sich jetzt Ihr Festpreisangebot – kostenlos und unverbindlich!
Zum Festpreisangebot
Leider sind wir in Ihrer Nähe nicht verfügbar.

Lohnt sich Solarenergie für Warmwasser noch?

Für Haushalte, die ihre bestehende Heizung ohnehin behalten wollen, kann eine Solaranlage die Warmwasserkosten spürbar senken, besonders im Sommer. Wirtschaftlich lohnt sie sich am ehesten bei hohem Warmwasserverbrauch und einem geeigneten, unverschatteten Süddach.

Wer dagegen ohnehin eine neue Heizung plant, sollte die Rechnung gegen eine Wärmepumpe mit Photovoltaik aufmachen, bevor er sich für Solarthermie entscheidet.

Der Haken an der Ergänzungslösung: Ohne vollständigen Heizungstausch bleibt die fossile Backup-Heizung bestehen, mit allen laufenden Kosten und ohne den größten Förderbaustein. Die Investition amortisiert sich dadurch langsamer als bei einer klimafreundlichen Komplettlösung.

Wer schon eine Hybridheizung aus Solarthermie und fossilem System betreibt oder plant, sollte zusätzlich bedenken, dass sich der Solarthermie-Anteil an der Wärmeerzeugung im Voraus nur schwer verlässlich bestimmen lässt, weil er saisonal stark schwankt. Das erschwert die korrekte Auslegung des zweiten Wärmeerzeugers.

Eine Sonderrolle spielt die Kombination von Wärmepumpe und Solarthermie: Sie gilt technisch als Hybridlösung, weil zwei Wärmeerzeuger zusammenarbeiten.

Das eigentliche Problem liegt in der Auslegung: Wie viel Wärme die Solarthermie tatsächlich liefert, schwankt saisonal und witterungsabhängig und lässt sich im Voraus nicht zuverlässig berechnen.

Die Wärmepumpe muss deshalb trotzdem für die volle Heizlast inklusive Spitzenlast ausgelegt werden. Denn im Winter, wenn am meisten geheizt wird, liefert die Solarthermie am wenigsten. Insgesamt kommen bei dieser Kombination schnell 40.000–60.000 € Investition zusammen. Der Mehraufwand für die zusätzliche Solaranlage rechtfertigt sich damit in den seltensten Fällen.

Wärmepumpe für Altbau ab 8.700 € inkl. Förderung
Zum Festpreisangebot

Welche Alternative gibt es zur Solaranlage für Warmwasser?

Eine Wärmepumpe mit eigener Photovoltaik-Anlage deckt Heizung und Warmwasser über ein einziges System ab und erzeugt gleichzeitig einen Teil des benötigten Stroms selbst.

Anders als bei Solarthermie plus Backup-Heizung handelt es sich hier nicht um zwei Wärmeerzeuger, sondern um einen Wärmeerzeuger mit eigener Stromversorgung. Die Auslegung der Wärmepumpe bleibt davon unabhängig.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für 32.000 € erhält bei 30 % Grundförderung, 16 % Klimageschwindigkeitsbonus und maximalem Einkommensbonus rechnerisch 86 % Zuschuss, gedeckelt auf 80 % der förderfähigen Kosten von 28.000 €. Das ergibt einen Zuschuss von 22.400 €.

Der Mindestpreis von 8.700 € nach Förderung gilt für kleinere Modelle bei maximaler Förderquote. Anders als bei der reinen Warmwasser-Ergänzung greift hier der volle Klimageschwindigkeitsbonus, weil die alte fossile Heizung komplett ersetzt wird.

Kombinieren Sie Ihre PV-Anlage mit einem Batteriespeicher, lässt sich ein Autarkiegrad von bis zu 70 % erreichen, deutlich mehr als über eine reine Warmwasser-Solaranlage. Auch im Altbau ist eine Wärmepumpe in den allermeisten Fällen machbar. Eine Fußbodenheizung ist dafür nicht zwingend nötig.

Größer dimensionierte Heizkörper reichen häufig aus. Aus der Installationspraxis von thermondo wissen wir: Rund 90 % der Kunden betreiben ihre Wärmepumpe mit konventionellen Heizkörpern, bei nur etwa 8 % ist ein Heizkörpertausch notwendig.

Dass Wärmepumpen auch in älteren, teilsanierten Bestandsbauten effizient und zuverlässig heizen, bestätigt auch ein 5-jähriges Forschungsprojekt des Fraunhofer ISE. Dessen Ergebnissen zufolge sind die sorgfältige Planung und Installation der Wärmepumpe relevanter für den Erfolg als das Alter des Gebäudes.

Quellen:

Fazit

Eine reine Warmwasser-Solaranlage kostet meist 5.000–8.000 € und deckt im Jahresschnitt gut die Hälfte des Warmwasserbedarfs, mit starker Schwäche im Winter. Wer die bestehende Heizung ohnehin behält, kann davon profitieren, verzichtet dabei aber auf den größten Förderbaustein.

Wer eine Heizung ersetzen will, bekommt mit einer Wärmepumpe samt Photovoltaik die vollständigere und stärker geförderte Lösung, ohne zusätzliche Kollektorfläche auf dem Dach.

Häufige Fragen zur Solaranlage für Warmwasser

Wie lange hält eine Solarthermieanlage?

Kollektoren erreichen in der Regel eine Lebensdauer von 20–25 Jahren. Der Speicher und die Solarpumpe verschleißen meist früher und müssen zwischendurch getauscht werden. Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer der gesamten Anlage.

Kann ich meine Waschmaschine an die Solaranlage anschließen?

Ja, mit einem separaten Warmwasseranschluss lässt sich eine Waschmaschine direkt mit solar erwärmtem Wasser versorgen. Das spart zusätzlichen Strom für das Aufheizen in der Maschine, allerdings nur, wenn das Gerät einen entsprechenden Anschluss besitzt.

Lässt sich eine bestehende Solaranlage mit einer Wärmepumpe kombinieren?

Technisch ist das möglich, wirtschaftlich aber selten sinnvoll, weil die Wärmepumpe ohnehin für die volle Heizlast ausgelegt werden muss. Für Warmwasser bleibt die vorhandene Solaranlage nutzbar, einen echten Effizienzgewinn bringt die Kombination in den meisten Fällen nicht.

Was passiert im Winter, wenn die Solaranlage nicht genug Wärme liefert?

Die zweite Wärmequelle, meist die bestehende Heizung, übernimmt automatisch. Der Solarregler erkennt, wenn die Kollektortemperatur nicht ausreicht, und schaltet auf den Nachheizbetrieb um. Für den Nutzer ändert sich dabei nichts spürbar.

Brauche ich eine Baugenehmigung für eine Solaranlage auf dem Dach?

In den meisten Bundesländern ist die Montage genehmigungsfrei, solange die Anlage sich optisch einfügt und keine Denkmalschutzauflagen bestehen. Bei Mehrfamilienhäusern oder besonderen Dachformen lohnt sich eine kurze Rückfrage beim Bauamt.

Wie unterscheidet sich Solarthermie von Photovoltaik für Warmwasser?

Solarthermie erzeugt direkt Wärme, Photovoltaik erzeugt Strom, der zum Beispiel eine Wärmepumpe oder einen elektrischen Durchlauferhitzer antreiben kann. PV-Strom lässt sich zusätzlich für Haushaltsgeräte nutzen, Solarthermie kann das nicht.

Lohnt sich eine Wärmepumpe für Ihr Haus?
Ihre Situation prüfen

Auf Wärmepumpe und PV umsteigen mit thermondo

Für alle, die ihre Warmwasserversorgung und Heizung in einem Zug modernisieren wollen: Eine Wärmepumpe mit PV deckt beides ab und lässt sich deutlich stärker fördern als eine reine Solaranlage. Bei thermondo erhalten Sie eine Wärmepumpe mit Photovoltaik im Komplettpaket.

Nutzen Sie einfach unseren Heizungsplaner für ein unverbindliches Festpreisangebot. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen, um einen persönlichen Beratungstermin zu vereinbaren.

Wärmepumpe ab 8.700 € nach Förderung kaufen
Zum Festpreisangebot
Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.