Ölheizung bleibt erlaubt: Aus GEG wird GmodG
Am 1. Januar 2024 ist die Novellierung des GEG (Gebäudeenergiegesetz) in Kraft getreten. Das sog. Heizungsgesetz sollte dabei helfen, Deutschlands Klimaziele zu erreichen und bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Das Heizen mit fossilen Brennstoffen stand demnach vor dem Aus.
Am 29. Juli 2026 ist nun durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) in Kraft getreten. Damit wurde u. a. die 65 %-Regel abgeschafft, nach der spätestens ab Mitte 2028 neu eingebaute Heizungen mit 65 % erneuerbaren Energien betrieben werden müssen.
Mit den neuen Regelungen im GModG ist die Anschaffung konventioneller Ölheizungen auch nach 2028 weiterhin erlaubt. Die Pflicht zu 65 % erneuerbaren Energien wird durch die sogenannte „Bio-Treppe“ ersetzt. Diese schreibt das Heizen mit einem steigenden Anteil grüner Brennstoffe wie Bio-Heizöl vor.
Ölheizung kaufen: Kosten, Einschränkungen & Vorgaben
Wenn Sie eine Ölheizung kaufen, können Sie mit Kosten von 12.000–16.000 € rechnen. Für fossile Heizungen gibt es keine Förderungen.
Die Einschränkungen für den Kauf einer Ölheizung werden mit dem neuen GModG im Vergleich zum bestehenden Heizungsgesetz erst einmal gelockert. Neben der 65 %-Regel wurde auch die Beratungspflicht beim Kauf einer fossilen Heizung gestrichen. Zudem müssen alte Heizkessel nicht mehr nach 30 Jahren ausgetauscht werden. Damit fällt das neue Gesetz sogar hinter das GEG aus 2022 zurück.
Das heißt aber nicht, dass Sie jetzt wieder eine Ölheizung kaufen sollten. Die grüne Brennstoffquote ab 2029, die bereits im GEG vorgesehen war, wird mit aktualisierten Beimischungsstufen im GModG weitergeführt. Die vorgeschriebene Nutzung der Bio-Brennstoffe wird sogar zusätzlich im geringeren Umfang auf Bestandsanlagen ausgeweitet.
Damit verspricht das GModG zwar Technologieoffenheit und freie Wahl beim Heizungskauf. Die Verpflichtung zur Verwendung grüner Brennstoffe wie Bio-Heizöl macht fossile Heizungen langfristig zur Kostenfalle für Verbraucher.
Warum? Je höher der biogene Anteil im Heizöl, desto teurer wird der Brennstoff. Denn die Gewinnung von Pflanzenölen und die Umwandlung in Bio-Heizöl erfordern spezielle Produktionsverfahren, die teurer sind als die reine Erdölförderung. Zudem kommt die begrenzte Verfügbarkeit bei steigender Nachfrage, was die Kosten langfristig explodieren lässt.
Das sind die Stufen der Bio-Treppe gem. GModG:
- Mit dem Start der Bio-Treppe 2029 beträgt die Beimischungsquote für nach dem 29. Juli 2026 eingebaute Ölheizungen 10 %.
- Ab 2030 beträgt die Quote für grüne Brennstoffe 15 %.
- 2035 wird die Beimischungsquote auf 30 % erhöht.
- Die letzte Stufe tritt 2040 in Kraft und beträgt 60 %.
Zusätzlich soll eine sogenannte „Grünheizölquote“ eingeführt werden. Diese verpflichtet Inverkehrbringer, ihre Brennstoffe ab 2045 vollständig auf klimaneutrale Alternativen umzustellen. Wie genau die Zwischenschritte aussehen, wird ein Gesetz regeln, das die Bundesregierung bis zum 1. Dezember 2026 vorlegen soll. Der Eckpunkteplan des GModG sah einen Start 2028 bei 1 % vor.
Gut zu wissen: Da die Quote direkt beim Brennstoff ansetzt, werden auch bestehende Ölheizungen davon betroffen sein. Für Verbraucher mit neuen Ölheizungen wird die die Grünheizölquote auf die Bio-Treppe angerechnet.
Lohnt es sich noch, eine Ölheizung zu kaufen?
Auch wenn das neue GModG zunächst Lockerungen verspricht, bedeutet das nicht, dass es sich jetzt lohnt, eine Ölheizung zu kaufen. Sie gehen damit große wirtschaftliche Risiken ein, die das Heizen deutlich teurer machen werden:
- Steigende CO₂-Preise: Die aktuelle CO₂-Steuer liegt zwischen 55 € und 65 € – je nach Angebot und Nachfrage. Der Preis wird lediglich durch eine politisch festgelegte Obergrenze von 65 € gedeckelt.
- Emissionshandel: Ab 2028 wird der Emissionshandel auf die Sektoren Gebäude und Straßenverkehr ausgeweitet, wodurch die politische Deckelung entfällt. Experten erwarten große Preissprünge und rechnen bereits 2030 mit Kosten von bis zu 300 €/t CO₂. Für Verbraucher mit Ölheizung könnte das Mehrkosten von 1.600 € pro Jahr bedeuten.
- Bio-Heizöl: Bis jetzt gibt es noch keine geeignete Infrastruktur für den Brennstoff und es ist fraglich, ob er ab 2029 – dem Start der Bio-Treppe – in ausreichender Menge produziert werden kann. Die geringe Verfügbarkeit verteuert wiederum das Heizöl, was die Heizkosten weiter erhöht.
- Ölpreis: Kriege und Krisen der letzten Jahre haben gezeigt, wie fragil der Heizölpreis ist. Mit Beginn des Iran-Kriegs ist der Ölpreis Anfang März 2026 sprunghaft angestiegen und hat sich zeitweise fast verdoppelt. Heizen Sie weiterhin mit Öl, machen Sie sich von der Preispolitik der großen Ölnationen und Ölkartelle abhängig.
Unabhängig vom Kostenfaktor schadet eine neue Ölheizung der Umwelt mehr als andere Heizungen, da sie am meisten klimaschädliches CO₂ erzeugt.
Alternativen zur Ölheizung: Effizienter und günstiger heizen
Bevor Sie mit dem Gedanken spielen, eine neue Ölheizung zu kaufen, sollten Sie sich über die Vorzüge moderner Heizsysteme informieren.
Beispielsweise setzen Sie mit einer Wärmepumpe auf eine sehr sinnvolle Alternative zum Heizen mit Öl oder Gas und sparen durchschnittlich mehrere hundert Euro Heizkosten jährlich. Denn eine Wärmepumpe produziert rund 4-mal effizienter Wärme als eine Ölheizung. Das bedeutet, dass Sie im Vergleich zum Heizen mit Öl deutlich weniger Energiekosten zahlen müssen.
Dank der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) erhalten Sie eine Wärmepumpe nach Förderung schon ab 8.700 €. Damit liegen Sie weit unter den Kosten für eine neue Ölheizung, für die es keine Förderung gibt. Insgesamt sind für die Wärmepumpe über die BEG bis zu 80 % staatlicher Förderung bei 28.000 € förderfähigen Kosten und damit einem maximalen Förderbetrag von 22.400 € möglich.
Nach dem Einbau der Wärmepumpe erfüllen Sie alle Anforderungen des GModG und heizen zukunftssicher. Das bedeutet, dass Sie keine weiteren Auflagen wie die Bio-Treppe erfüllen müssen und unabhängig vom EU-Emissionshandel und steigenden CO₂-Preisen sind.
Fazit: Ölheizung kaufen – mit dem GModG weiter möglich, aber nicht mehr lohnenswert
Mit der Neuerung, die das GModG eingeführt hat, können Sie weiterhin eine konventionelle Ölheizung kaufen. Bei objektiver Betrachtung steht jedoch schnell fest, dass der Kauf einer neuen Ölheizung wirtschaftlich keinen Sinn mehr ergibt. Mit der Wärmepumpe steht eine viel günstigere, umweltfreundlichere und emissionslose Alternative bereit.
Gehen Sie mit thermondo den ersten Schritt zur neuen Heizung
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.