Wärmepumpen-Strompreisbremse: Sonderregel für Wärmepumpen
Ein Artikel von Luisa Ney | Zuletzt aktualisiert am: 02.01.2024
Allgemein: Was ist die Strompreisbremse?
Die Strompreisbremse begrenzt den Strompreis auf 40 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Das gilt allerdings nur für 80 % des historischen Verbrauchs. Damit ist in der Regel der Vorjahresverbrauch gemeint. Wenn der Verbrauch darüber hinausgeht, müssen Endkunden den Preis zahlen, der mit dem Energieversorger vertraglich festgelegt ist. Die Jahresverbrauchsprognose erstellt der Netzbetreiber anhand der vergangenen Verbräuche. Die Strompreisbremse gilt für alle Stromkunden ab Januar 2023. Die Entlastungsbeträge für Januar und Februar werden von den Energieversorgern rückwirkend im März ausgezahlt.
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Wärmepumpen-Strompreisbremse: Das müssen Neukunden beachten
Wer nun kürzlich eine Wärmepumpe erworben hat, hätte mit dieser Regelung der Strompreisbremse ein Problem. Der aktuelle Stromverbrauch mit Wärmepumpe liegt deutlich über dem Vorjahresverbrauch ohne Wärmepumpe.
Lag der Verbrauch sonst bei 4.000 kWh pro Jahr, könnte dieser mit Wärmepumpe auf bspw. 9.000 kWh steigen. Von der Strompreisbremse würden nur 80 % des Vorjahresverbrauchs profitieren. In diesem Fall wären das lediglich 3.200 kWh. Die restlichen 5.800 kWh müssten zu den teuren Konditionen eingekauft werden. Personen, die von fossilen Brennstoffen weggehen und auf Wärmepumpen umsteigen, wären eindeutig benachteiligt. Um das zu vermeiden, suchten Politik und Vertreter aus der Branche auf dem sog. „Wärmepumpengipfel“ nach einer geeigneten Lösung.
Daraufhin wurde beschlossen, dass die Netzbetreiber die Jahresverbrauchsprognose für neue Wärmepumpen-Kunden anpassen. Diese müssen generell über die Neuanschaffung einer Wärmepumpe informiert werden. In diesem Zuge soll die Jahresverbrauchsprognose nach oben korrigiert werden. Neukunden profitieren so von der Wärmepumpen-Strompreisbremse und haben die gleichen Vorteile wie andere Kunden.
Allerdings greift die Wärmepumpen-Strompreisbremse oft erst einen Monat später. Das liegt daran, dass der Verbrauch neuer Wärmepumpenheizungen zuerst geschätzt wird. Eine genaue Jahresverbrauchsprognose kann der Netzbetreiber erst erstellen, wenn ein Monatsverbrauch bekannt ist. Danach kann die höhere Entlastung berücksichtigt werden.
Strompreisentwicklung: Lohnt es sich jetzt, eine Wärmepumpe zu kaufen?
Die klare Antwort lautet: Ja! Wärmepumpen bieten trotz der Strompreisentwicklung zahlreiche Vorteile ggü. dem Heizen mit Gas oder Öl. Denn auch die Kosten für fossile Brennstoffe – insbesondere Gas – sind im vergangenen Jahr explodiert. In der Folge mussten diese durch den Gaspreisdeckel ebenfalls staatlich reguliert werden.
Die Preise für endliche Rohstoffe wie Gas und Öl werden daher auch nach der Energiekrise höchstwahrscheinlich weiter steigen. Zusätzlich ist ein schrittweises Verbot von Gasheizungen und Ölheizungen geplant. Dadurch sollen Verbraucher angeregt werden, zunächst anteilig auf erneuerbare Energien umzusteigen. Die Bundesregierung hat bereits Maßnahmen ergriffen, um den Umstieg auf Wärmepumpen einfacher, attraktiver und wirtschaftlicher zu machen.
Einige Beispiele hierfür sind:
- Förderprogramme: Staatliche Förderprogramme belohnen den Umstieg auf Wärmepumpen, da sie zur Effizienzsteigerung von Gebäuden beitragen. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) fördert den Einsatz von Wärmepumpen mit bis zu 80 %.
- CO₂-Steuer: Die CO₂-Steuer soll bis 2026 schrittweise auf 55 € pro Tonne ansteigen. Bei der Nutzung von Gas und Heizöl würde dies zu einem Preisanstieg von etwa 1,3 Cent pro kWh Gas und 17,4 Cent pro Liter Heizöl führen.
- Gebäudeenergiegesetz (GEG): Das GEG soll den Energieverbrauch und den CO₂-Ausstoß von Gebäuden reduzieren und erneuerbare Energien fördern. Es schreibt einen Mindeststandard für die Energieeffizienz von Gebäuden und den Einsatz erneuerbarer Energien vor.
- Forschung und Entwicklung: Die Bundesregierung investiert in die Forschung und Entwicklung von Wärmepumpen. Damit soll ihre Effizienz immer weiter verbessert werden und deren Anwendungsbereich wachsen.
Auch die kurzfristige Einführung der Wärmepumpen-Strompreisbremse war ein klares Signal für Wärmepumpen als Heizsysteme der Zukunft.
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Wie wird sich der Strompreis entwickeln?
Die Strompreisentwicklung in Deutschland hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beispielsweise den Energiepreisen an den Strombörsen, Kosten für den Netzausbau sowie von staatlichen Abgaben und Umlagen. Unvorhersehbare Ereignisse nehmen auch Einfluss auf den Strompreis. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 löste eine europaweite Energiekrise aus. Darum ist die tatsächliche Entwicklung des Strompreises nur schwer absehbar.
Maßnahmen der Bundesregierung signalisieren jedoch, dass Stromkunden langfristig entlastet werden. Ein Beispiel dafür ist die vorzeitige Abschaffung der EEG-Umlage im Juli 2022. Programme zur Förderung erneuerbarer Energien und zur Effizienzsteigerung im Stromnetz sollen langfristig zu einer Stabilisierung führen. Diese Initiativen könnten sogar zu einer Senkung der Strompreise beitragen. Im Gegensatz dazu steigen die Preise für fossile Brennstoffe weiter an und erhalten keine staatlichen Subventionen.
FAQ zur Wärmepumpen-Strompreisbremse
Für Neukunden wurde eine Sonderregelung geschaffen, da deren aktueller Strombedarf deutlich über dem historischen Vorjahresverbrauch ohne Wärmepumpe lag. Die Netzbetreiber korrigierten die Jahresverbrauchsprognose nach oben, sobald der erste Monatsverbrauch der neuen Heizung bekannt war. Dadurch konnten auch Besitzer neuer Anlagen den gedeckelten Preis von 40 Cent/kWh für 80 % ihres tatsächlichen Bedarfs beanspruchen.
Nein, die Strompreisbremse ist nicht mehr in Kraft. Aufgrund der Haushaltskrise beschloss die Bundesregierung, die Preisdeckel für Strom und Gas vorzeitig zum 31. Dezember 2023 aufzuheben.
Ja, der Umstieg ist weiterhin wirtschaftlich sinnvoll, da die Kosten für fossile Brennstoffe durch die steigende CO₂-Steuer kontinuierlich zunehmen. Bis zum Jahr 2026 klettert die CO₂-Abgabe auf 55 € pro Tonne, was Gas um etwa 1,3 Cent/kWh und Heizöl um 17,4 Cent pro Liter verteuert. Zudem machen staatliche Förderungen von bis zu 80 % der Investitionskosten die Wärmepumpe langfristig zur attraktiveren Heizlösung.
Langfristig sollen der Ausbau erneuerbarer Energien, Effizienzsteigerungen im Stromnetz und der Wegfall staatlicher Umlagen zur Stabilisierung der Preise beitragen. Während fossile Energieträger durch Steuern und schrittweise Verbote (gemäß GEG) teurer werden, investiert der Bund massiv in die Forschung und den Netzausbau, um Stromkunden zu entlasten.
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Luisa ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Photovoltaik, Wärmepumpe und Energiewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.
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