Um Gaskunden angesichts der Energiekrise weiter zu entlasten, beschloss die Bundesregierung die Einführung einer Gaspreisbremse sowie eine Einmalzahlung in Höhe des Dezemberabschlags. Die umstrittene Gasumlage, die für Verbraucher weitere Mehrkosten bedeutet hätte, wurde dagegen im letzten Moment gestoppt. In folgendem Artikel erklären wir Ihnen, wie sich der Gaspreisdeckel und die Erstattung auf Ihre Gasabrechnung auswirkt.

Auch wenn die Begriffe unterschiedlich verstanden werden können, ist der Gaspreisdeckel und die Gaspreisbremse ein und dasselbe. Mit dieser Maßnahme soll der stetige Anstieg des Gaspreises gestoppt und Gaskunden entlastet werden. Dafür legte die Bundesregierung einen maximalen Preis fest, den Energieversorger von ihren Kunden verlangen dürfen. Da die Gaspreisbremse keinen Einfluss auf den internationalen Gasmarkt und deren Preise hat, zahlt der Staat die jeweilige Differenz des höheren Einkaufspreises.

Die wichtigsten Daten zum Gaspreisdeckel

Momentan plant die Regierung den Gaspreisdeckel auf 12 Cent pro Kilowattstunden (kWh) festzulegen – für Fernwärme-Kunden liegt der Preis bei 9,5 Cent/kWh brutto. Allerdings soll die Deckelung nicht für den gesamten Verbrauch gelten, sondern lediglich auf 80 Prozent des Jahresverbrauchs begrenzt sein. Die Prognose zum Jahresverbrauch basiert auf der im September 2022 geleisteten Abschlagszahlung. Sobald das Kontingent erreicht ist, zahlen Gaskunden wieder ihren vertraglich festgelegten Gaspreis. Werden weniger als 80 Prozent verbraucht, muss die Vergünstigung allerdings nicht zurückgezahlt werden. Wenn Sie also sparsam heizen, landet die Vergünstigung direkt in Ihrem Portemonnaie.

In Kraft treten soll der Gaspreisdeckel am 1. März 2023 und voraussichtlich 13 Monate gültig sein. Eine Rückwirkung zum 1. Januar 2023 gilt mittlerweile aber als wahrscheinlich.

Übrigens: Wenn Ihr vertraglich festgelegter Gaspreis unter 12 Cent pro kWh liegt, profitieren Sie nicht von dieser Maßnahme und zahlen weiterhin komplett selbst.

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Neben dem Gaspreisdeckel hat das Bundeskabinett für Gas- und Fernwärmekunden außerdem die Übernahme des diesjährigen Dezemberabschlags beschlossen. Als Basis für die Einmalzahlung dient der Abschlag, den Kunden im September 2022 geleistet haben. Dabei kommt es nicht darauf an, wie viel Gas Sie im September tatsächlich verbraucht haben, da die Abschläge immer gleich hoch sind und auf dem geschätzten Jahresverbrauch beruhen.

Die einmalige Entlastungszahlung soll als Überbrückungsgeld dienen, da die Umsetzung der Gaspreisbremse mehr Aufwand erfordert und mehrere Monate in Anspruch nimmt. Die Übernahme des Dezemberabschlags soll allen Gasverbrauchern mit einem Standardlastprofil (SLP) zugutekommen, welches in der Regel Privatpersonen aufweisen, aber auch kleine Betriebe beinhalten kann.

Übrigens: Wer mehr als 75.000 Euro pro Jahr verdient, muss die Entlastungszahlung versteuern lassen – für alle anderen ist diese steuerfrei.

Was muss ich als Verbraucher tun?

Als Mieter müssen Sie nichts tun, da der Vermieter die Gutschrift im Zuge der Nebenkostenabrechnung auf Sie umlegt. Bei Direktkunden wird der Staat die Abschläge übernehmen und erstattet die Summe an die Versorger.

Gut zu wissen: Wenn Sie als Mieter seit Frühjahr 2022 bereits eine erhöhte Betriebskostenvorauszahlung leisten mussten, werden Sie im Dezember von der Zahlung des Erhöhungsbetrags befreit.

Zur besseren Übersicht haben wir anhand von Durchschnittswerten eine Beispielrechnung zu den geplanten Entlastungen erstellt:

Gasverbrauch/Jahr (4 Personen) Ersparnis durch Dezemberabschlag* Gaskosten/Jahr ohne Gaspreisbremse Gaskosten/Jahr mit Gaspreisbremse Ersparnis durch Gaspreisbremse
14.000 kWh (100 qm Wohnung) 163 Euro 1.960 1.736 224 Euro
18.000 kWh (100 qm Haus) 210 Euro 2.520 2.232 288 Euro

*14 Cent pro kWh (durchschnittlicher Gaspreis in Privathaushalten)

Da auch der Strompreis kontinuierlich ansteigt, drängten die Länder auf eine schnellere Umsetzung der Strompreisbremse. Geplant ist der Start nun für Januar 2023. Auch hier wurde für 80 Prozent des bisherigen Jahresverbrauchs ein gedeckelter Maximalpreis festgelegt. Dieser soll sich auf 40 Cent pro kWh belaufen. Die Differenz zum tatsächlichen Marktpreis wird seitens der Versorger als Entlastung mit der monatlichen Stromrechnung verrechnet.

Um eine Gasmangellage in diesem Winter zu vermeiden, muss Deutschland im Vergleich zum Vorjahr rund 20 Prozent Gas einsparen. Dieses angestrebte Ziel wird durch die im Gaspreisdeckel verankerte Verbrauchsgrenze von 80 Prozent verdeutlicht. Wer über dieser Grenze liegt, muss für die übrigen 20 Prozent den vollen Gaspreis zahlen, der deutlich über den gedeckelten 12 Cent pro Kilowattstunde liegen kann. Zwar liegt der durchschnittliche Gaspreis für Privathaushalte momentan noch bei rund 14 Cent pro kWh, allerdings zahlen Neukunden in einigen Fällen bereits das doppelte. Auch Bestandskunden erhielten in diesem Jahr teilweise deutliche Preiserhöhungen von ihrem Gasversorger.

Liegen Sie allerdings unter der Verbrauchsgrenze von 80 Prozent, können Sie Ihre Gasrechnung über die Entlastung hinaus weiter reduzieren, da die Einsparung nicht zurückgezahlt werden muss. Damit wird deutlich, dass der Staat die Verbraucher mit der Gaspreisbremse in erster Linie entlasten, aber dennoch zum Energie sparen ermuntern möchte.

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Franziska Reiche Franziska ist Autorin dieses Artikels und unsere Expertin auf den Gebieten Heizsysteme, Heizungsförderung und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihr: fragen@thermondo.de.