aus 1 Bewertung | zuletzt aktualisiert am: 31.07.2019

Heizlüfter – schnelle Wärme, aber zu welchem Preis?

Heizlüfter sind praktische Heizgeräte. Einfach aufstellen, einschalten und schon entsteht warme Luft. Doch wie funktionieren Heizgebläse genau und für welche Zwecke lohnen sie sich? Wir zeigen es Ihnen.

Ein Heizlüfter ist im Grunde nichts Anderes als ein Ventilator mit vorgeschaltetem Heizelement. Vergleichbar ist das Funktionsprinzip mit einem Haarföhn. Auf der Rückseite des Geräts wird die Raumluft angesaugt. Anschließend erwärmen elektrische Heizelemente die Luft, die danach über den Ventilator im Raum verteilt wird.

Durch die direkte Lufterwärmung gehören Heizlüfter zu den Direktheizungen. Deshalb erzeugen Heizgebläse keine Strahlungswärme wie Heizkörper oder ein Kaminofen. Sie sind reine Luftheizungen und können die Raumluft bei Bedarf sehr schnell erwärmen. Aufgrund dieser Eigenschaft werden Heizlüfter häufig als Frostwächter eingesetzt.

Viele Begriffe für ein Gerät

Der Heizlüfter begegnet Verbrauchern im Handel unter vielen verschiedenen Bezeichnungen. So wird der Lüfter auch Heizgebläse, Elektroheizer oder Schnellheizer genannt. Im Grunde handelt es sich aber immer um die gleiche Funktionsweise. Neben diesen Bezeichnungen werden Heizlüfter auch hinsichtlich ihrer Bauweise oder Einsatzmöglichkeit unterteilt in Keramik-Heizlüfter, elektrische Heizlüfter oder mobile Heizlüfter.

Keramik-Heizlüfter: Was ist das Besondere an diesen Geräten?

Bei Keramik-Heizlüftern wird das Heizelement aus Keramikbauteilen hergestellt. Das hat den Vorteil, dass diese Geräte die Wärme besser und gleichmäßiger abgeben können als herkömmliche Heizgebläse mit Metall- oder Kunststoffelementen. Keramik-Heizgebläse gelten allgemein als langlebiger.

Darüber hinaus ist die Kippgefahr geringer, da diese Heizgeräte schwerer und somit standfester sind. Die Keramikoberfläche des Heizelements hat außerdem den Vorzug, dass Staub oder Tierhaare nicht verbrennen. Dadurch entstehen keine unangenehmen Gerüche wie sie sich häufig bei Elektroheizlüftern mit Metallbauteilen entwickeln.

Elektrische Heizgebläse werden überwiegend als Zusatzheizung oder sporadisch genutzte Heizquelle eingesetzt.

  • Werkstatt: In der Werkstatt ersetzen Heizlüfter den mit Holz befeuerten Werkstattofen und sorgen für Wärme, wenn es zum Beispiel im Winter in der unbeheizten Werkstatt zu kalt wird.
  • Wintergarten: Viele Verbraucher verwenden Heizlüfter im Wintergarten, um sich dort auch bei kälteren Außentemperaturen aufhalten zu können.
  • Gewächshaus: Wer eigenes Gemüse oder Obst im Gewächshaus hochzieht, kann den Heizlüfter zum Beispiel als Frostwächter verwenden. Sinken die Temperaturen unter den Nullpunkt und drohen Pflanzen im Gewächshaus zu erfrieren, schaltet sich der Heizlüfter an und erzeugt sofort warme Luft.
  • Gästezimmer: In Gästezimmern in Anbauten oder in Ferienwohnungen gibt es häufig keine Heizkörper, die an die Zentralheizung angeschlossen sind. Um Gästen auch im Winter Wärme zu spenden, werden deshalb häufig Heizgebläse eingesetzt.
  • Bauwagen: Auf dem Bau werden Heizlüfter in Containern oder Bauwagen installiert, um schnell und unkompliziert für Wärme in den Pausen zu sorgen.
  • Bad: In Bädern können Heizgebläse als Ergänzung zur Zentralheizung genutzt werden, um in der Winterzeit schnell Wärme im Badezimmer zu erzeugen. Wichtig bei diesen Geräten ist, dass sie die Schutzklasse für den Einsatz in Räumen mit höherer Feuchtigkeit oder Spritzwassergefahr einhalten.
  • Wohnwagen oder Wohnmobil: Mobile Heizgebläse werden auch in Wohnwagen oder im Wohnmobil genutzt. Dort haben die Geräte den Vorteil, dass die im Vergleich zu Wohnräumen deutlich kleineren Räume schnell aufgewärmt sind.

Vorteile Heizlüfter

  • niedriger Anschaffungspreis
  • einfache Montage bzw. Inbetriebnahme
  • platzsparend
  • kein Gasanschluss oder Heizungsrohr erforderlich
  • kein Abgasanschluss notwendig
  • schnelle Wärmeerzeugung per Knopfdruck
  • programmierbar über Zeitschaltuhr oder Smart-Home-Steckdosen

Nachteile Heizlüfter

  • hoher Stromverbrauch
  • niedrige Wirkungsgrade
  • höheres Betriebsgeräusch durch Gebläse
  • Aufwirbelung von Staub
  • nur direkte Wärme und keine angenehme Strahlungswärme
  • Luftzug trocknet Raumluft schneller aus
  • nicht für Allergiker geeignet

Heizlüfter kaufen: Kosten und Bezugsquellen

Heizlüfter sind in jedem gut sortierten Baumarkt oder Elektronikfachhandel erhältlich. Selbstverständlich können Sie Heizlüfter auch online kaufen. Die Kosten reichen von rund 30 bis 50 Euro für einfache Heizer bis hin zu aufwändigeren Keramik-Heizgebläsen für über 100 Euro. Leistungsstarke Heizgebläse für größere Werkstätten können auch über 200 Euro kosten. Der Preis hängt somit zum einen von der Leistung des Geräts und zum anderen von der Ausstattung des Heizlüfters ab.

Heizlüfter als Frostwächter einsetzen

Heizlüfter sind sehr gut als Frostwächter geeignet. Sie können in selten genutzten und unbeheizten Räumen verhindern, dass Wasserleitungen einfrieren und platzen. Die Aufstellräume können ebenso Gästetoiletten sein wie Dachstühle oder Keller.

Heizlüfter gibt es in einem Leistungsspektrum von 250 bis über 3.000 Watt. Für den Hausgebrauch reichen Geräte mit einer Leistung von maximal 2.000 Watt üblicherweise aus. Im professionellen Einsatz in Industrieanlagen wird deutlich mehr Leistung benötigt.

Als Faustregel gilt, dass Sie pro Quadratmeter Raumfläche eine Leistung von 100 Watt benötigen, um den Raum mit einem Heizlüfter erwärmen zu können. Steht das Gerät also in einem 10 Quadratmeter großen Zimmer, sollte der Heizer eine Nennleistung von rund 1.000 Watt mitbringen.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Leistungsaufnahme, desto höher ist der Stromverbrauch und desto höher fallen die Betriebskosten aus.

Im Dauerbetrieb hohe Stromkosten

Heizlüfter für den Hausgebrauch sind mit Preisen von maximal 200 Euro in der Anschaffung sehr günstig. Allerdings sind diese Heizgeräte wie fast jede Elektroheizung im Dauerbetrieb wahre Stromfresser.

Ein Beispiel:

Sie verwenden einen Heizlüfter mit maximaler Leistung von 2.000 Watt täglich fünf Stunden lang. Dann benötigen Sie pro Tag 10 Kilowattstunden Strom. Bei einem Strompreis von 30 Cent pro Kilowattstunde würde der Heizlüfter dann Stromkosten von drei Euro pro Tag verursachen. Läuft das Gerät einen Monat jeden Tag fünf Stunden, müssten Sie mit Zusatzkosten von rund 90 Euro pro Monat nur für diesen einen Lüfter rechnen.

Heizlüfter sind praktische Geräte, wenn gelegentliche und nur für kurze Dauer Wärme benötigt wird. So kann das Heizgebläse im Winter in der Werkstatt sinnvoll sein, wenn Sie nur wenige Stunden pro Monat dort arbeiten. Beim Blick auf den Stromzähler ist es jedoch meist sinnvoller, einen Pullover mehr anzuziehen als einen Heizlüfter lange laufen zu lassen.

Fest installierte Heizlüfter in Gäste-WCs oder in einem Badezimmer können als Ergänzung zu einem bestehenden Heizsystem eine günstige und sinnvolle Alternative sein.

Wer jedoch die Möglichkeit hat, seine Heizung von Grund auf zu planen oder zu modernisieren, wählt mit einer Erweiterung des Rohrsystems und der Installation von festen Heizkörpern langfristig nicht nur die günstigere, sondern auch die nachhaltigere Variante.

Einzige Ausnahme: Wenn Sie Strom selbst über eine Photovoltaikanlage produzieren, kann ein Heizlüfter eine interessante Heizungsergänzung sein, weil der Strom günstig und umweltfreundlich ist. Allerdings besteht dann die Frage, ob eine Infrarotheizung nicht sinnvoller wäre.

Also: Für die gelegentliche Nutzung sind Heizgebläse einigermaßen vertretbar, für die Dauernutzung nicht.

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