Sobald die Temperatur in Gebäuden unter den Gefrierpunkt sinkt, kann das ernsthafte Schäden nach sich ziehen. Zum Schutz vor Frostschäden können sogenannte „Frostwächter“ zum Einsatz kommen. Hier erfahren Sie alles rund um den Aufbau und die Einsatzmöglichkeiten der Frostwächter.

Was ist ein Frostwächter?

Der Frostschutzwächter als Gerät ist im Grunde genommen ein elektrisch betriebener Heizlüfter mit eingebautem Thermostat. Sinkt die Raumtemperatur unter einen voreingestellten Wert, schaltet sich der Heizlüfter ein und erwärmt die Raumluft.

Doch im Unterschied zu herkömmlichen Heizkörpern oder der Fußbodenheizung hat der Frostwächter nicht die Aufgabe einen Raum dauerhaft zu erwärmen, sondern diesen nur bei Frost kurzfristig aufzuheizen.

Tatsächlich muss der Frostschutzwächter kein eigenständiges Gerät sein. Es kann sich dabei auch nur um eine Regelvorrichtung innerhalb der Heizungsanlage handeln, welche bei Frosttemperaturen die Heizungsventile öffnet. Sehr häufig kommt diese Form der Frostwächter bei Elektroheizungen zum Einsatz.

Funktionsweise von Frostschutzwächtern

Frostwächter sind in vielen verschiedenen Varianten erhältlich. Alle Frostschutzwächter haben gemeinsam, dass sie elektrisch betrieben sind bzw. mit einem elektrischen Heizgerät kombiniert werden. So lassen sich Frostwächter elektrisch mit Heizlüftern, Heizstrahlern oder Infrarotheizungen einsetzen.

Damit ein Frostwächter weiß, wann er die zusätzliche Wärmequelle anschalten soll, verfügt er über einen Sensor oder Temperaturfühler. Dieses Bauteil kann sowohl elektronisch als auch physikalisch gesteuert werden. Wird ein Temperaturfühler eingesetzt, der physikalische Abweichungen registriert, kommen dafür meist Heiß- oder Kaltleiter zum Einsatz. Diese Elemente verhalten sich bei Wärme- oder Kälteentwicklung auf eine bestimmte Weise. Manche dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen.

In der Praxis hat sich der Frostwächter mit Thermostat bewährt. Dabei handelt es sich im Speziellen um ein Kapillarrohrthermostat. Darin befindet sich eine Flüssigkeit, die sich bei Kälte zusammenzieht und Kälte ausdehnt. Wird ein bestimmter Punkt unterschritten und das Fluid zieht sich stark zusammen, schaltet sich der Heizlüfter oder eine andere Wärmequelle an. Sobald sich die Raumtemperatur erhöht hat, dehnt sich das Fluid im Kapillarrohrthermostat aus und das Heizgerät schaltet sich wieder aus.

Frostwächter elektrisch oder mit Gas?

Frostwächter kommen meist dort zum Einsatz, wo es keine herkömmliche Heizung mit einem Thermostatventil gibt. Sofern dort ein Stromanschluss vorhanden ist, können Frostwächter elektrisch betrieben werden.

Geht es um den Frostschutz in Gebäuden ohne Anschluss ans Stromnetz, können auch gasbetriebene Frostwächter genutzt werden. Die Wärmeenergie wird bei diesen Geräten über einen Gasbrenner erzeugt, der von einer Gaskartusche gespeist wird.

Gängige Bauart: Frostwächter mit Thermostat

In Gebäuden bzw. Wohnräumen oder Rohbauten werden am häufigsten Frostwächter mit Thermostat eingesetzt. Zunächst wird dafür eine Minimaltemperatur eingestellt, die nicht unterschritten werden soll. Sobald das Thermostat ein Unterschreiten dieses Wertes registriert, schaltet sich der Heizlüfter des Frostwächters ein und heizt den Raum so lange auf, bis der gewünschte Wert wieder erreicht wird.

Warum ein Frostwächter außerdem sinnvoll sein kann

Frostwächter dienen primär dazu, Räume vor Frost zu schützen. Gleichzeitig können Frostwächter Räume vor Schimmelbildung bewahren. Denn Schimmel kann immer dann entstehen, wenn Wände kalt bleiben und sich daran Feuchtigkeit bildet, die nicht abtrocknet.

Heizungsthermostate haben integrierten „Frostwächter“

Ein gängiges Heizungsventil verfügt immer über einen integrierten „Frostwächter“. Selbst wenn die Ventile der Heizkörper geschlossen sind, wird die Heizung anspringen, sobald die Raumtemperatur im Aufstellort der Heizkörper die Frostgrenze erreicht. So wird die Gefahr verringert, dass Heizungsrohre durch Frost bersten und einen Wasserschaden verursachen.

Verwendungsmöglichkeiten für Frostschutzwächter

Frostschutzwächter können immer dann zum Einsatz kommen, wenn ein Raum nicht über Heizkörper verfügt oder die Heizleistung nicht ausreicht, um Frost zu verhindern.

Mögliche Einsatzgebiete sind:

  • Werkstatt: Gerade, wenn in der Werkstatt Flüssigkeiten gelagert werden oder sich dort frostempfindliche Maschinen und Bauteile befinden, kann ein Frostwächter im Bedarfsfall die Raumtemperatur schnell erhöhen.
  • Kellerräume: Um zu verhindern, dass Vorräte einfrieren und dadurch verderben, kann ein Frostwächter im Keller sinnvoll sein. Dies gilt vor allem für schlecht gedämmte Kellerräume.
  • Wintergärten: Auch wenn in Wintergärten meist Isolierglas verbaut wird, kann die Temperatur dort vor allem nachts unter den Gefrierpunkt fallen. Um eine Kältebrücke ins Haus zu vermeiden, kann ein Frostwächter sinnvoll sein.
  • Gewächshaus: Um zu verhindern, dass Gemüse im Gewächshaus erfriert, bietet sich ein Frostwächter an.
  • Gäste-WC: Für Gästetoiletten an Außenwänden und ohne eigene Heizung bedeuten sehr niedrige Temperaturen unter dem Gefrierpunkt Gefahr. Denn durch den Frost können Leitungen platzen. Ein Frostwächter kann das verhindern.
  • Leerstehende Wohnungen: Wer eine Wohnung bald vermieten möchte und auf Interessenten wartet, kann mit aufgestellten Frostwächtern mögliche Frostschäden vermeiden.

Frostwächter: Kosten und Empfehlung

Wie bei elektrischen Zusatzheizungen und Heizgebläsen können auch bei Frostwächtern die Preise modell- und leistungsabhängig stark variieren. Elektrische Frostwächter mit Thermostat gibt es im Fachhandel oder Baumarkt zwischen 20 und 150 Euro.

Wichtig ist, dass die Frostwächter mit eigenem Gebläse nicht als Dauerheizung genutzt werden. Denn für das Aufwärmen von Räumen wird sehr viel Strom benötigt. Auf Dauer kann der Frostwächter so zu hohen Stromkosten führen. Deshalb sind die Geräte nur als Notlösung gedacht.

Fazit

Frostwächter sind wichtige Bauteile in Thermostaten. Sie gehören zum Standard moderner Heizkörper. Wenn es jedoch um den Frostschutz in Räumen ohne Heizkörper geht, sind mobile Frostwächter mit integriertem Heizgebläse häufig eine sinnvolle Anschaffung. Im Fachhandel gibt es diese Produkt in vielen verschiedenen Ausführungen, sodass Sie Ihren Frostschutzwächter perfekt an den jeweiligen Bedarf anpassen können. Der Kauf eines Frostwächters kann Sie dann vor hohen Folgekosten bei frostbedingt geplatzten Wasserrohren bewahren.

Profilfoto Autor Sebastian Sebastian ist Autor dieses Artikels und unser Experte auf den Gebieten Heizsysteme und Wärmewende. Wenn Sie Fragen zum Artikel oder Ihrem Heizungswechsel haben, schreiben Sie ihm: fragen@thermondo.de.